Kundenrezension

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4.0 von 5 Sternen Endlich wieder Drama, 8. August 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: At the Edge of Time (Limited Digi Pak + enhanced CD + Download Coupon) (Audio CD)
Blind Guardian lernte ich erst mit "A night at the opera" kennen. Als Liebhaber des progressiven Metals mit einem ausgeprägten Hang zum ganz großen Drama war ich von diesem anfangs schwer durchschaubaren, nahezu bizarr verworrenen Meisterwerk begeistert, wobei es mir insbesondere das monumentale "And then there was silence" angetan hatte. Auch heute ein noch immer überwältigendes Gänsehautepos! Ich erwarb danach zwar auch das hochgelobte "Nightfall in Middle-Earth", das mir ebenfalls sehr gefiel, aber nicht annährend so packend konnte. Das ist wohl die Bürde des späten Kennenlernens. Jedenfalls lege ich seither "A night at the opera" als Maßstab an alle anderen Blind Guardian - Veröffentlichungen an. Das hatte zur Folge, dass mich "A twist in the myth" nicht voll überzeugen konnte. Mir fehlte es sowohl an Komplexität als auch an Bombast. Dennoch war das Album als Vetreter der althergebrachten Metal-Schule durchaus den Kauf wert. Enttäuschungen, auch wenn sie nur leicht sind, führen dazu, dass man fortan die Ansprüche zurückschraubt. Daher erwartete ich von "At the edge of time" erstmal nichts - und wurde positiv überrascht. Das Album steht für mich primär in der Tradition von "A night at the opera", wobei die Songstrukturen deutlich transparenter geworden sind. Manche Lieder könnten vermutlich so gar direkt aus der ANATO-Vorzeit stammen, was ich mangels Kenntnis aber schlecht beurteilen kann. Jedenfalls erinnern mich die Krefelder hier wieder auf eindrucksvolle Weise daran, warum ich überhaupt zu ihnen fand. Das eröffnende "Sacred words" ist für mich das Highlight des Albums. Es handelt sich dabei wohl um einen vorab veröffentlichten, mir dennoch bisher unbekannten Song zu einem Fantasy-Actionrollenspiel - und das merkt man dem Titel auch an. Pompös, pathetisch, heroisch. Steh ich voll drauf! Spätestens beim grandiosen Refrain werden meine Knie weich. Volle Punktzahl. Es mag zum Teil am übermächtigen "Sacred words" liegen, dass mir das darauffolgende "Tanelorn" eher wenig gibt. Der Song ist mir zu schnell und zu straight. Auch der etwas käsige Refrain ist nicht ganz mein Fall. Deutlich besser tönt da schon "Road of no release". Hier wird wieder das Drama zelebriert, wenn auch in kleinerem Maßstab. Die Stuktur ist abwechslungsreicher, dynamischer. Das macht einen Titel generell erheblich interessanter. Das folgende "Ride into obsession" hört sich für mich an wie eine halbwegs gelungene Neuinterpretation von "Tanelorn". Hier fehlt mir wieder das, was ich an "Road of no release" hervorhob. Nicht verkehrt, aber das geht besser - wie zum Beispiel "Curse my name" zeigt. Ok, mit den ANATO-Guardians hat das nicht viel zu tun. Die Lagerfeuerstimmung erinnert eher an eine rasanter, opulentere Fassung des populären "The bard's song". Gefällt mir. "Valkyries" wiederum beschwört Schlachtengetümmel und Heldentaten herauf. Für mich ein weiteres Highlight - im Gegensatz zum recht beliebigen "Control the divine", obwohl der Chorus durchaus ein Achtungszeichen setzt. Mit "War of the thrones" steht dann der zweite neue "The bard's song" an. Da sich der Song inhaltlich auf die großartige Fantasysaga "Das Lied von Eis und Feuer" bezieht, hat das Lied bei mir ohnehin einen Stein im Brett. Keinen Deut schlechter finde ich "A voice in the dark", bevor "Wheel of time" in punkto Epik den Kreis zu "Sacred words" schließt.
Fazit: mit "At the edge of time" schlagen Blind Guardian wieder die richtige Richtung ein. Es hätte ruhig noch eine Spur progressiver ausfallen dürfen, dennoch fühle ich mich gut bedient. Die Überlebensdauer in meinem Player dürfte deutlich größer sein, als bei "A twist in the myth". Für Leute, die diesem Metalgenre eigentlich schon weitestgehend abgeschworen haben, sind Blind Guardian nach wie vor die letzte Bastion. Klar, auch hier wimmelts vor Klischees und furchtbar originell ist das Ganze ohnehin nicht, aber im Gegensatz zu vergleichbaren Bands sind Blind Guardian deutlich niveau- und anspruchsvoller. Blind Guardian geben einem nicht das Gefühl, zu alt für diese Musik zu sein, sondern nehmen ihre Hörer ernst. Und das allein ist doch schon aller Ehren wert.
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