Kundenrezension

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr schöne, gelungene Weiterentwicklung!, 25. Juli 2005
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Rezension bezieht sich auf: Planetary Confinement (Audio CD)
Noch vor dem Releasedatum, das auf der offiziellen Antimatter-Homepage angegeben ist, hat mir Amazon das neue Album „Planetary Confinement" geliefert - ein Album, das ich in den letzten Monaten sehnlich erwartet habe. Und das aus gutem Grund, wie ich jetzt nach einigen intensiven Hördurchläufen sagen kann!
Zwar haben Band und Label keine Gelegenheit verpasst, darauf immer wieder vorweg hinzuweisen, aber ich sage es an dieser Stelle noch einmal: Antimatter sind auf ihrem dritten Studioalbum noch minimalistischer geworden und die Musik ist deutlich akustisch geprägt.
Was mich allerdings ein wenig irritiert: Zuvor wurde stets betont, das Album beinhalte keine Synthesizer sondern ausschließlich akustische Instrumente, nun sind aber doch vor allem auf den von Duncan Patterson geschriebenen Liedern noch immer deutlich synthielastige Elemente zu hören. Man möge diese Feststellung aber bitte nicht falsch verstehen: Es ist nicht so als würde mich das stören, denn die Songs sind so wie sie sind großartig. Ich bin nur über diesen Zwiespalt zwischen Ankündigungen und Tatsachen etwas verwundert.
Auch wenn der Sprung in sehr akustische Gefilde ein etwas größerer war, zeigt sich in diesem Album doch die konsequente Weiterentwicklung der Vorgänger. Wo schon „Lights Out" nicht mehr ganz die unglaubliche Vielseitigkeit des Debuts „Saviour" erreichte, tritt „Planetary Confinement" in dieser Hinsicht noch weiter zurück, ist aber immer noch weit davon entfernt, einseitig zu sein. Vor allem die vier von Mick Moss geschriebenen Songs sind alle in einem ähnlichen Stil gehalten. Mick hat diese vier Songs komplett selbst eingesungen, womit sein Gesang eine höhere Priorität besitzt als auf den ersten beiden Veröffentlichungen; dies ist eine weitere Entwicklung, die sich bereits bei „Lights Out" abgezeichnet hatte.
Das Album ist in sich im Grunde zweigeteilt. Man hört ihm sehr an, dass Duncan Patterson und Mick Moss dieses Mal nicht mehr als Band zusammengearbeitet, sondern stattdessen ihre Beiträge zum Album unabhängig von einander geschrieben, aufgenommen und produziert haben. So bleibt jedoch die Antimatter eigene Abwechslung erhalten, und der Stimmigkeit des Gesamtproduktes tut das keinen Abbruch.
So sind Micks Songs „The Weight of the World", „Epitaph" (welches ich für das bis dato bewegendste Antimatter-Stück halte), „A Portrait of the Young Man as an Artist" sowie „Legions" rein akustisch, dabei aber recht eingängig und ein Stück emotionaler als das ältere Material. Die Gesangsarbeit präsentiert sich intensiver und facettenreicher als je zuvor und weiß den Hörer in ihren Bann zu ziehen. Gelegentliche sanfte Violinenklänge runden die Stücke ab und sorgen für einen wundervollen Gänsehauteffekt.
Verwundert war ich darüber, dass Mick als wiederkehrendes Gitarrenmotiv in „The Weight of the World" die Endmelodie von „The Art of a Soft Landing" vom Vorgängeralbum verwendet hat. Über die dahinterstehende Absicht kann man wohl nur spekulieren. Möglicherweise war er der Ansicht, das Potenzial dieser Melodie noch nicht ausgereizt zu haben. Wie dem auch sei, der Wiedererkennungseffekt ist vorhanden, stört aber nicht weiter, da die Melodie sich einwandfrei in den Song einfügt.
Duncans Songs „Line Of Fire" und „Relapse" sind ein wenig statischer. Für die Aufnahmen hat Duncan eine neue Sängerin namens Amélie Festa ins Boot geholt, die eine sehr sanfte, liebliche Stimme hat und dabei ein wenig an Hayley Windsor erinnert - sprich, eine perfekte Antimatter-Sängerin mit einem niedlichen französischen Akzent. Ohne jeden Pathos schafft sie es, den Hörer zu berühren. Die beiden angesprochenen Songs leben von einer trostlosen, auf ungewohnte Art fast doomigen Atmosphäre - ein kleines Kunststück bei derart ruhiger Musik. Derartige Stücke werden mir auf künftigen Veröffentlichungen sehr fehlen, jetzt da Duncan Antimatter verlassen hat.
Von Micks Seite vermittelt „Legions" eine ähnliche Stimmung: Beim ersten und zweiten hören scheint der Song gegen Ende langsam und ohne Höhepunkte dahinzuplätschern; hat man ihn einmal im Ohr, so stellt sich heraus, dass gerade das eine immense Stärke ist. Durch die langsame, hypnotische Gitarrenarbeit entsteht ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit, das sonst nur Doom-Bands zu erzeugen wissen. Für mich als gestandenen Doom-Liebhaber eine helle Freude!
Der Aufbau des Albums ist für Antimatter typisch: Der Titeltrack kommt gleich zu Anfang, ist dieses Mal allerdings noch um einiges minimalistischer als „Lights Out" - es handelt sich dabei lediglich um ein knapp anderthalb Minuten langes Instrumental. Wie schon auf beiden Vorgängeralben hat Duncan ein sehr schwebendes, langgestrecktes Outro komponiert, das von sphärischen, fast bewegungslosen Synthesizerakkorden getragen wird. Der Titel „Eternity Part 24" ist eine klare Anspielung auf Duncan's alte Anathema-Zeit, und tatsächlich lassen die Harmonien an mancher Stelle Erinnerungen an das Instrumental „Eternity Part 2" aufkommen.
Ergänzend zu diesen acht neuen Stücken ist noch „Mr. White" enthalten, ein Coversong von Trouble, die mit zu den Legenden und Mitbegründern des Doom in den 80ern gehörten. Leider kenne ich das Original nicht, kann aber sagen, dass Duncans Interpretation wirklich schön und ohrwurmverdächtig ist und prima auf die Scheibe passt.
Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dieser Neuerscheinung. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit ist „Planetary Confinement" schnell zu einem Album geworden, das ich nicht mehr missen möchte, und ich will es jedem Freund von ruhiger, melancholischer und emotionaler Musik ans Herz legen. Freunde von Anathema dürften sich hier ebenso wohlfühlen wie jene, die Diary of Dreams mögen - vorausgesetzt, man kann auf lebhaftere Passagen verzichten und sich einfach treiben lassen. Höchstnote und absolute Kaufempfehlung.
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