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Die beste Zeit vorbei?, 31. März 2002
Rezension bezieht sich auf: Harry Potter und der Feuerkelch (Gebundene Ausgabe)
Band 3 der Potter-Reihe ließ es einen schon erahnen, Band 4 scheint es (vorläufig) zu bestätigen: Es machen sich langsam aber sicher Abnutzungserscheinungen am Potter-Mythos bemerkbar. Teil 1 und 2 wirken sowohl stilistisch als auch vom Plot her frisch und wecken gekonnt die Neugier des Lesers derart, dass es einem (und ganz besonders mir) schwer fiel, die Bücher auch mal für 5 Minuten aus der Hand zu legen, aber bei Teil 4 musste ich mich regelrecht durch diese Schwarte kämpfen, als ob es sich um eine der berüchtigten Pflichtlektüren der Oberstufe handeln würde. Meiner Meinung nach ist das zum einen darauf zurückzuführen, dass Frau Rowling dem Leser nach 3 Bänden unterschiedlicher Qualität nichts mehr groß Neues bieten kann, da die ersten 3 Bände die Essenz des ganzen Potter-Universums bereits enthalten und es dem Leser klar wird, dass die restlichen Bände wohl als letzten großen Handlungsstrang den Kampf gegen Obermotz Voldemort und seine Kumpanen behandeln werden – nicht ohne weiterer kleiner, (unwichtiger) Subplots, die – zugegeben – geschickt in die Bücher eingewoben sind. In Teil 4 ist das Frau Rowling jedenfalls größtenteils misslungen, weil sie wohl sich selbst dieser oben genannten Problematik bewusst war und dem natürlich entgegenwirken wollte. So war die Autorin fleißig und präsentiert ihrer Leserschaft ein kunterbuntes Sammelsurium an roten Fäden, die in ihrer Vielzahl jedoch so verwickelt und letztendlich verwirren sind, das man Gefahr läuft, auf lange Sicht hin den Überblick zu verlieren; hier wäre weniger mehr gewesen. Durch diese verschachtelte Erzählweise werden scheinbar unendlich viele Seiten gefüllt, die man nur mit hohem Durchhaltevermögen bewältigt, denn die Länge des Buchs (800(!!!) Seiten) und die lose eingefügten Nebenhandlungen killen jegliche Langzeitmotivation, das Buch zu lesen. Und das ist nun mal pures Gift für ein Buch der Potter-Reihe, deren Faszination sich aus der Tatsache rührt, dass man die Bücher am liebsten in einem Rutsch verschlingen möchte. Trotz aller Langatmigkeit reißt einen das letzte Fünftel noch einmal völlig unverhofft mit, das auf das - im Vergleich zum gesamten Buch - grandiose „Showdown“ hinarbeitet: Da hat Frau Rowling sich noch mal aufgerafft! Und Harrys Interesse für Frauen, das in Band 4 allmählich konkrete Formen annimmt, könnte im nächsten Band für zusätzlichen Thrill sorgen…
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Harry Potter und der Feuerkelch 3551551936
Joanne K. Rowling
Carlsen
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Die beste Zeit vorbei?
Band 3 der Potter-Reihe ließ es einen schon erahnen, Band 4 scheint es (vorläufig) zu bestätigen: Es machen sich langsam aber sicher Abnutzungserscheinungen am Potter-Mythos bemerkbar. Teil 1 und 2 wirken sowohl stilistisch als auch vom Plot her frisch und wecken gekonnt die Neugier des Lesers derart, dass es einem (und ganz besonders mir) schwer fiel, die Bücher auch mal für 5 Minuten aus der Hand zu legen, aber bei Teil 4 musste ich mich regelrecht durch diese Schwarte kämpfen, als ob es sich um eine der berüchtigten Pflichtlektüren der Oberstufe handeln würde. Meiner Meinung nach ist das zum einen darauf zurückzuführen, dass Frau Rowling dem Leser nach 3 Bänden unterschiedlicher Qualität nichts mehr groß Neues bieten kann, da die ersten 3 Bände die Essenz des ganzen Potter-Universums bereits enthalten und es dem Leser klar wird, dass die restlichen Bände wohl als letzten großen Handlungsstrang den Kampf gegen Obermotz Voldemort und seine Kumpanen behandeln werden – nicht ohne weiterer kleiner, (unwichtiger) Subplots, die – zugegeben – geschickt in die Bücher eingewoben sind. In Teil 4 ist das Frau Rowling jedenfalls größtenteils misslungen, weil sie wohl sich selbst dieser oben genannten Problematik bewusst war und dem natürlich entgegenwirken wollte. So war die Autorin fleißig und präsentiert ihrer Leserschaft ein kunterbuntes Sammelsurium an roten Fäden, die in ihrer Vielzahl jedoch so verwickelt und letztendlich verwirren sind, das man Gefahr läuft, auf lange Sicht hin den Überblick zu verlieren; hier wäre weniger mehr gewesen. Durch diese verschachtelte Erzählweise werden scheinbar unendlich viele Seiten gefüllt, die man nur mit hohem Durchhaltevermögen bewältigt, denn die Länge des Buchs (800(!!!) Seiten) und die lose eingefügten Nebenhandlungen killen jegliche Langzeitmotivation, das Buch zu lesen. Und das ist nun mal pures Gift für ein Buch der Potter-Reihe, deren Faszination sich aus der Tatsache rührt, dass man die Bücher am liebsten in einem Rutsch verschlingen möchte. Trotz aller Langatmigkeit reißt einen das letzte Fünftel noch einmal völlig unverhofft mit, das auf das - im Vergleich zum gesamten Buch - grandiose „Showdown“ hinarbeitet: Da hat Frau Rowling sich noch mal aufgerafft! Und Harrys Interesse für Frauen, das in Band 4 allmählich konkrete Formen annimmt, könnte im nächsten Band für zusätzlichen Thrill sorgen…
"getreides"
31. März 2002
- Insgesamt:
5

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