Kundenrezension

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen volle Breitseite, Sphärensounds, Pink Floyd, Heavy Metal, 5. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Universal Migrator 1+2/Spec.ed. (Audio CD)
Schritte, Windgeräusche. Eine computerverfremdete Stimme: "Dream sequencer system Online."Tastentöne. Eine spacige, angenehme Frauenstimme: " Good morning colonist. You have selected the Universal Migrator program. Please lie down in the energy tank and place the electrodes on your temples. Think of your designation number..." Tastentöne "... and drink the fluid from the vessel at the left terminal." Schluck. Die computerverfremdete Stimme: " Program loaded, commencing U.M. preincarnation protocol." Die jetzt schön verträumt wirkende Frauenstimme: "Now focus on the music..." Ausblendung... "...as I take you back to your childhood...and beyond." Ausblendung Stimme, Einblednung Musik. Synthesizer-Gewabere. Und der Science Fiction-Fan ist begeistert! Schon bald kommt eine floydige Gitarre...Ach, ist das schön...Und noch mehr Synthies...Ein klasse Intro, gefolgt vom mysteriösen "My House On Mars". Der bleibende Science Fiction Sound sorgt für die richtige Stimmung, Ein düsterer Titel mit verfremdetem, männlichem Gesang. Hier ist Tiamat-Sänger Johan Edlund am Werk. Weibliche Vocals sind im Hintergrund zu hören. Ab Minute drei wird es dann richtig bombastisch, die Moogs werden symphonisch-majestätisch, ehe eine bluesige E-Gitarre über Synthieflächen herrscht. Zum Ende wird das Stück richtig erhebend. Klasse Titel, ist ca. 7-8 Minuten lang.

Episch geht es weiter mit "2084". Die Zukunftsreise geht weiter. Diesmal mit Akusikgitarre über Synthesizern und mit weiblichen, kaum verfremdeten Vocals von Lana Lane. Auch wieder 7-8 Minuten lang. Der nächste Track - "One Small Step" - elektronische Drums, Synthiegewabere, elektronische Fanfaren. Ein langes instrumentales Intro mit riesigem Stimmungsaufbau. Auch hier darf wieder eine Akustikgitarre ran. Gesungen wird das Stück von einem Herrn Edward Reekers. Und das mit sehr viel Emotion. Im Hintergrund ist wieder die in Prog-Kreisen berühmte Lana Lane zu hören. Auch der Text ist für jeden SciFi-Fan sehr
ergreifend. Neil Armstrong wird hier zitiert. "One Small Step" ist mein Lieblingsstück dieser Scheibe. Und ja, wieder etwa 8 Minuten lang. Toll auch das Gitarrensolo am Ende, das nicht mal hätte sein müssen, um den Song perfekt zu machen. Sogar einige Synthiesoli dürfen am Ende nicht fehlen...

Im 5.Track wird dann etwas Bombast herausgenommen. Trotzdem bleibt das Niveau hoch und die Stimmung erhalten. Und, wie lang ist der Titel? Genau, 7-8 Minuten lang. "Dragon On The Sea" ist dann wieder bombastischer und dennoch nicht überladen. Der Sound ist weiterhin perfekt. Toll die Akustikgitarren über den Synthies. Wieder singt Lana Lane in einem tollen Stück. Diverse Synthie-Solos dürfen natürlich auch hier nicht fehlen. Und was bleibt nahezu gleich im Vergleich zum Vorgängerstück? Natürlich! Die Songlänge.

"Temple Of The Cat" ist dann endlich mal nicht 7-8 Minuten lang. Klingt mit Flöte und wiederum weiblichen Vocals - diesmal von einer gewissen Jacqueline Govaert - viel liebevoller und sogar poppiger als der Rest. Und trotzdem wird die Stimmung nicht kaputt gemacht. Zudem sind noch etliche Streicher enthalten.

"Carried By The Wind" nimmt die vorher vorherrschende spacig-bombastisch-epische Stimmung wieder auf. Sänger ist diesmal Bandleader Arjen Lucassen persönlich. Das Ganze Konzept sowie der Sound erinnern mich stark an Jeff Waynes "War Of The Worlds". Beziehungsweise als hätten sich eine Prog-Bands vom Stil her wie Pink Floyd und das Alan Parsons Project getroffen, um ein spaciges Konzeptalbum aufzunehmen.

Mit dem nächsten Stück kehrt dann etwas Ruhe ein, ehe in "The First Man On Earth" Ex-Spock's Beard Sänger Neal Morse am Mikro zu hören ist. Es ist die einzige Gesangsstimme, die hier meiner Meinung nach nicht passt. Das Ganze klingt auch irgendwie musikalische schon nach typischem Spock's Beard- oder Transatlantic-Retro-Prog, und ist wieder 7-8 Minuten lang...

Orgelakkorde und eine sanft gespielte Akustikgitarre leiten das letzte Stück ein. Dann setzt die E-Gitarre ein, die sich irgendwann zum Solo durchsetzt, bei dem sich gegen Ende dann doch wieder Synthies statt der Orgel in den Hintergrund gedrängt haben. Dann der Fade-Out, und die CD geht mit dieser irgendwie traurigen Reprise von "The Dream Sequencer" zu Ende.

Bis hierher eine Spitzenleistung. Und mindestens ein Stück, nämlich "One Small Step" hat die volle Punktzahl verdient!

Die 1.CD wirkt spaciger und ist häufig mit verfremdeten Stimmen durchsetzt ist. Sie kommt floydiger(Das Wort sollte man patentieren!) daher und enthält mehr Moogs/Synthesizer. Die 2.CD ist dagegen Metal-lastiger und enthält mehr Hammond Orgel. Die Metallastigkeit kommt zwar auch in der Musik zum Vorschein, ist aber vor allem beim Gesang zu bemerken. Sänger von Prog-Metal-Größen wie Symphony X und Threshold sind ebenso dabei wie Power-Metal-Kandidaten wie Timo Kotipelto von Stratovarius und Andi Deris von Helloween. Was sich noch unterscheidet, ist, dass auf der zweiten CD einige Stücke befinden, die in mehrere Parts aufgeteilt sind. Die ist bei der ersten Scheibe nicht der Fall.

Während CD1(The Dream Sequencer) spacig und ruhig begann, wird der Hörer bei CD2(Flight Of The Migrator) zu Anfang regelrecht von einer Wucht an Streichern und Gitarren erschlagen. Schnelle Drums und ganz flinke E-Gitarre sorgen für Heavy Metal Feeling. Synthies sind zwar immer noch enthalten, agieren aber eher im Hintergrund.

'Dawn Of A Million Souls' wird mit Hammond Orgel und Heavy Gitarren-Riffs eingeleitet. Ein bombastisches Stück. 'Journey On The Waves Of Time' beginnt mit klassischem Orchester, um wieder in einer Metal-Orgie auszuarten. Ralf Scheepers von Primal Fear sorgt für die richtige, passende Metal-Stimme. Klasse wie er im Duett mit sich selbst singt. Synthie-Fanfaren erzeugen eine gehörige Portion Dramatik. 'To The Quasar' wird dann wieder ruhiger mit Akustikgitarren und eher zurückhaltendem Gesang. Denkste! Im zweiten Part des Stücks wird über Synthie-Teppichen und Hammond Orgel vollends auf E-Gitarren gebrettert.

Das mit 10:25 Minuten längste Stück 'Into The Black Hole' ist eher im epischeren, langsameren Metal anzusiedeln. Der Hörer darf sich also auch mal ausruhen. Zwar sind auch die anderen Tracks episch, aber dieser hier ist es alleine schob durch die Länge epischer als die anderen Songs.

'Through The Wormhole' beginnt wieder mit richtig geilen Synthesizern, dessen Melodien und Rhythmen von Gitarren nachgeahmt werden. Hier ist Rhapsody-Sänger Fabio Lione am Mikro zu hören. 'Out Of The White Hole', aha, eine Suite in einer Suite, rauscht dann unbemerkt an mir vorbei. Schade. Auch das folgende 'To The Solar System' reißt nicht wirklich vom Hocker. Da ist den Leuten wohl die Luft ausgegangen.

Erst das Ende 'The New Migrator' versöhnt den Hörer wieder. Auch Metal-lastig. Im zweiten Part wird wieder auf Synthesizern soliert. Ein würdiger Abschluss eines klasse Konzeptalbums.

Fazit: CD 1 versorgt den SciFi-Begeisterten Spacerock- und Floyd-Fan, CD2 versorgt den SciFi-Begeisterten Metal-Fan. Beide Silberlinge sind auf ihre Art und Weise gut. Ich persönlich mag die 1.CD lieber. Es könnte anderen Leuten aber selbstverständlich andersrum gehen.

Wertung: 13/15 Punkten (CD1 13,5; CD2 11,5)
Anspieltipps: The Dream Sequencer, My House On Mars, One Small Step, Chaos
Vergleichbar mit: Jeff Wayne ' War Of The Worlds, Pink Floyd, Alan Parsons Project, Symphony X, Eloy
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Kommentare


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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 27.06.2012 21:33:37 GMT+02:00
Achim Wagner meint:
WOW! Das ist eine der lebendigsten Rezensionen auf Amazon, die ich jeh gelesen habe! Und das als ÜFÜ (über fünfziger). Musik so bildhaft beschreiben zu können ist eine Gabe! Das wird Ayreon in jeder Hinsicht gerecht! Ich habe viel gelernt! Danke!!!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.07.2012 00:57:30 GMT+02:00
frijid meint:
Danke!
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4.6 von 5 Sternen (8 Kundenrezensionen)
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