Kundenrezension

16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Gut gegen Einschlafprobleme, 6. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Gut gegen Nordwind (Taschenbuch)
Emmi will eigentlich nur ein Zeitungsabo künidgen, schickt aber die Email aus Versehen an Leo. Nachdem ihr das mehr als nur einmal passiert, kommen die beiden ins Gespräch und bald entwickelt sich etwas zwischen ihnen, was weit über eine Emailfreundschaft hinaus geht.

Ich hab so viel Gutes über diese Buch gehört: witzig, romantisch, poetisch und das ganze auch noch in Emailform, deshalb dachte ich, ich muss das jetzt auch endlich mal lesen und hab es mir besorgt. Hätte ich das mal lieber bleiben lassen, denn dieses Buch hat mir den letzten Nerv geraubt.

Leider waren mir beide Protagonisten unfassbar unsympathisch, Emmi am allermeisten. Ich hatte das Gefühl der Autor versucht hinter gestelzten Sätzen und pseudo-gehobener Wortwahl zu verbergen, dass sie eigentlich das Verhalten und die Denkweise einer 15jährigen hat. Sie ist eifersüchtig auf jede Frau in Leos Leben und das schon nach 2 Wochen Emailkontakt, obwohl sie selbst verheiratet ist. Erwähnt Leo aber eine Verabredung oder ähnliches versucht sie so unauffällig wie ein Elefant im Porzellanladen mehr darüber heraus zu finden. Gott ich musste so oft die Augen verdrehen, wenn sie mal wieder so aufgesetzt lässig irgendwas nachfragt, nur um am Ende zu hören, dass ihr keine andere Frau das Wasser reichen kann. Da können auch noch so verschachtelte Sätze nicht darüber hinweg täuschen, dass sie den Charakter eines selbstverliebten Teenagers hat, der ständing nach Komplimenten fischt. Bitte! Wir haben es mitgekriegt, du siehst toll aus und bist sowieso total perfekt und willst dass er das auch ja weiβ, ist gut jetzt.

Leo hingegen ist so ein Waschlappen-Typ der auch immer gerne eine Runde mitsülzt. Nicht ist einfach ja oder nein oder dies oder jenes, nein, über alles halten wir einen stundelangen philosophischen Vortrag. Zum Beispiel seine Exfreundin Marlene, mit der er sich immer noch ab und zu trifft. Da kann er nicht sagen, wir kommen schwer voneinander los, wissen aber eigentlich das wir nicht gut füreinander sind. Nein, statt dessen muss man sich ellenlange, abgedroschene Phrasen darüber anhoren, dass sie nicht wirklich sich lieben, sondern die Idee voneinader und bla la bla
Ganz ehrlich ich diskutiere auch gerne mit Freunden und natürlich gerät man dabei auch schonmal ins Schwafeln, aber manchmal sind die Dinge einfach wie sie sind. Aber in diesem Buch wird einfach jedem Thema ein pseudo-tiefere Bedeutung angedichtet und noch ein paar hübsche Sätze aus dem Ethik-Buch hinterher geschoben. Nein, also in dem Alter in dem die beiden sind, müsste man doch auch mal Klartext reden und mal eine deutliche Frage stellen können, Hilfe!
Vielleicht war es deshalb nix für mich, ich bin auch mal für klare Worte. Um immer so auffällig unauffälig alles zu hinterfragen, statt der Person auf den Kopf zu zusagen was man denkt oder wissen will, dafür ist das Leben doch echt zu kurz und ich fand es ein bischen weit hergeholt dass zwei angeblich so clevere und reife Menschen das nicht auf die Reihe kriegen, kein einziges Mal.

Wenn man mal alles umschweifende Gerede weglässt, bleibt dann auch nicht wirklich viel Geschichte übrig. Meistens reden sie darüber, dass sie eigentlich lieber über nichts reden sollten, weil das zu privat ist und warum sie sich nicht treffen sollten. Da dürfen wir uns dann Dialoge der Marke Ich-frag-lieber-nochmal-nach anhören, auch schön.

Also wir treffen uns. – Was wenn wir uns lieber nicht treffen sollten?
Aber wir wollen. – Wann gehen wir wieder heim?
Wann wir wollen. – Was wenn Einer eher gehen will?
Wir gehen gemeinsam. – Was wenn wir dann zu dir gehen?
Wird werden sehen. - Was wenn wir etwas verbotenes machen?
Das machen wir nicht. – Wie kannst du dir da sicher sein?
etc. etc.

Kill me now. Frag doch am besten auch nochmal nach wer zuerst aufsteht oder was ihr macht falls einer mal aufs Klo muss – meine Güte!

Ich will den Fans des Buches nicht zu nahe treten, wenn euch das gefällt, von mir aus. Für mich war es weder witzig noch romantisch und die Poesie kam mir eher wie gekonntes Geschwafel vor.
Würde mir jemand solche Emails schreiben wie die beiden sich, ich würde zügig in die andere Richtung rennen, zumindest im virtuellen Sinn. Gut gegen Nordwind war für mich leider nur gut als Einschlafhilfe.
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 21.09.2013 23:01:27 GMT+02:00
T. Fischer meint:
Vielen Dank, ihre Rezension spricht mir aus der Seele.
Ich habe schon lange kein so schlechtes Buch gelesen und kann die (zahlreichen) positiven Kommentare und Bewertungen überhaupt nicht nachvollziehen .

Veröffentlicht am 17.10.2013 15:43:02 GMT+02:00
Danke, genau diese Dialoge über das "was passiert, wenn...." haben mich schon nach dem ersten Drittel genervt. Es hat etwas vom Kofferpacken für den Urlaub... "mmhm, Schatz, meinst du es wird kalt?.... weiss nicht... oder wenn es zu heiss wird.... keine Ahnung.... und soll ich doch lieber die zweite Jacke einpacken?" *augenroll* Die gestelzten Dialoge dürften der Professoren-Herkunft des Autors geschuldet sein... irgendwie muss mann doch zeigen, dass mann Bildung hat... Ups, da hab ich doch glatt wieder "Sarkasmus gesprochen". *fieses Grinsen*

Veröffentlicht am 03.01.2014 13:30:15 GMT+01:00
Judith K. meint:
Herzlichen Dank für ihre Rezension. Schon das dritte Mal schreiben sie mir aus der Seele!!!
Ich konnte und kann den Hype um das Buch nicht verstehen (, dass man sogar ein Theaterstück daraus macht).
In meinen Augen ist Emmi total unliebenswürdig.
Und ihre Bewertungen haben mehr Unterhaltungswert als dieses Buch.
LG

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.05.2014 00:13:41 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 16.05.2014 00:15:54 GMT+02:00
Monticello meint:
@T. Fischer

Sie könnten die Jubelkommentare sehr leicht nachvollziehen, wenn Sie in Gedanken durch die Fußgängerzone Ihrer Stadt gehen und sich die Schlichtmützen anschauen, die dort herumlaufen, die öde Masse 2.0, die ständig von "Bildung" quakt und in Wirklichkeit damit die Namen der Hauptdarsteller aus dem Dschungelcamp meint; flach, kulturfern, unverortet, langweilig; diese Leute quaken von früh bis spät in seichtem Deutsch Worthülsen, sie denken, sprechen und kleiden sich alle gleich banal und dann, o "Wunder" , finden sie sich in diesem Lesequark wieder.

Das gab es alles schon einmal in der UDSSR der 30ger Jahre, als intellektuelle und gut gemachte Filme und Bücher mit Gulag bzw. Erschießungskommando bedroht wurden, weil sie nicht den neuen, von der Partei künstlich gewünschten Sowjetmenschen im Verhältnis 1 : 1 darstellten. Diese Art von Film und Literatur wurde aber von der Bevölkerung damals nur ungern angenommen, genauso wie die "Kommunalkas".
Heute hingegen reißen sich die "Menschen" (kann man ja nur noch in Anführungsstrichen schreiben) um solchen Quark, der gar nicht seicht genug sein kann.

Insofern sind wir kulturell tatsächlich am Ende der Geschichte angekommen, nur ganz anders als sich das die Herren Professoren vor 25 Jahren gedacht hatten.

...

P.S.:

Schon der Aufhänger der Geschichte (Emmi will ein Abo kündigen) ist absolut lebensfern oder Emmi ist unsagbar doof:

man kann zwar übers www. ein Abo bestellen, aber niemals kündigen, da verlangt jeder Verlag oder wasauchimmer stets ein schriftliche Kündigung, die man auch gleich besser als gutes, altes Einschreiben mit Rückschein auf den Weg gibt.
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