Kundenrezension

3.0 von 5 Sternen Antiquierter Spielspaß, 24. März 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Thief - [Xbox One] (Videospiel)
Thief fühlt sich hakelig und hölzern und nicht wie ein next-gen Spiel an. Das ansich wäre gar nicht schlimm. Retro ist "in" und ein Remake darf ruhig auch Charakterzüge des Originals haben. Thief aber wirkt unausgegoren und es fehlt an jeder Ecke an etwas Politur. Moderne Optik mit altem Gameplay reißt leider nicht vom Hocker.

:: Story & Gameplay ::

Über die Story wurde schon viel geschrieben. Den einen stört der übersinnliche Touch, der andere mags. Im Grunde geht es wie bei jeder guten Geschichte um Liebe und Verlust. Als Hauptdarsteller verliert man seine vermeindliche große Liebe, stirbt fast selbst, um ein Jahr später in gleicher Stadt mit neuem Herrscher und einer seltsamen Krankheit, die die Menschen langsam aufzehrt, aufzuwachen.
Es liegt am Spieler herauszufinden was passiert ist, die Stadt und seine Bewohner zu retten und Liebe zu finden.

Im ersten Moment mag die Stadt von Thief recht groß wirken, vor allem da an jeder Ecke neue Gegenstände geklaut werden können. Schnell wird aber deutlich das die Gebiete klein und begrenzt sind. Dieser Eindruck wird vor allem durch die ständigen Ladezeiten, die mitunter bis zu 20 Sekunden dauern können, begünstigt. Mancher Straßenzug besteht nur aus einer Handvoll Häuser und hat man irgendwann einen Übergang zu einem anderen Gebiet gefunden, muss erst einmal nachgeladen werden. Vor allem wenn man nur mal schnell vom einen Ende der Stadt zum anderen laufen möchte oder muss, nerven die Ladezeiten gewaltig. Das spricht komplett gegen den non-linearen Spielansatz neben den Hauptmissionen, auch die diversen Side Quests durchzuspielen.
Noch größer als die Ladezeiten fällt aber die Kritik an der unübersichtlichen Karte aus. Die Stadt ist dunkel, viele Wege sind auf den ersten Blick überhaupt nicht zu sehen, die Straßen verwinkelt. Um so wichtiger wäre eine übersichtliche Karte, die dem Spieler hilft seinen Weg zu finden. Thief präsentiert dagegen eine sehr abstrakte Anordnung von weißen und ausgegrauten Kästen. Übergänge in andere Stadtteile sind nicht verzeichnet, ein Routing gibt es ebenfalls nicht. Der Spieler verbringt mehr Zeit damit den Weg zu suchen, als in den eigentlichen Missionen. Die sind vor allem in den unteren Schwierigkeitsgraden so einfach, das selbiger quasi nicht existent ist. Es gibt zwar auch pro Kapitel oder Side Quest Unteraufgaben (zB. nicht entdeckt zu werden oder X-Wachen zu bestehlen) für den Spielfortschritt sind diese optionalen Ziele aber unwichtig.

Thief wäre nicht Thief ohne die Optionen alles was nicht angeschraubt ist zu stehlen und für jedes ge-lootete Objekt gibt es mehr oder weniger viel Geld, mit welche wiederum neue Fähigkeiten freigeschaltet bzw. das eigene Inventar aufgestockt werden kann. Zusätzlich lassen sich Fokuspunkte finden bzw. kaufen um weitere Fähigkeiten zu aktivieren. Das alles klingt nach viel Aufwand, lässt sich aber auch komplett umgehen. Einzig ein aufstocken von Pfeilen und Nahrung ist nötig um das komplette Spiel zu schaffen.

Der Levelaufbau (bzw. Stadtaufbau) wirkt blockartig. Das erinnert stark an das Original, hat aber nichts mit modernem Gameplay zu tun. Man kann nur dort springen und klettern wo das Spiel dies explizit erlaubt, die Suche nach markierten Klettermöglichkeiten eingeschlossen. Mal eben wie in Assassin's Creed einen Balkon erklimmen, der ohne weiteres im Stand erreichbar wäre, ist nicht möglich. Über die vielleicht daneben stehende Kiste klappt es dann, aber auch nur wenn man an dieser Stelle klettern darf und nicht erst mittels backtracking einen Aufstieg suchen muss.

:: Grafik & Sound ::

Grafisch ist Thief mehr als gelungen. Dichter "next-gen" Nebel wabert durch die nächtlichen Straßen, Licht und Schatten wechseln sich gekonnt ab und im Großen und Ganzen besticht die Grafik. Das gilt leider nicht für die Figuren und Objekte. Hier offenbaren sich teils schwache Texturen, nicht schlimm, aber es passt nicht zu der dichten Atmosphäre der Stadt.

Musikalisch wird ein bunter Mix geboten, vor allem bei Kämpfen überwiegt ein harter Elektro-Sound der nicht so ganz ins Bild passen will. Ansonsten haben während dem Spiel Geräusche und sich ständig wiederholende Sprach-Loops der Nicht-Spieler-Charaktere Vorrang.

:: Fazit ::

Das Original vor über einem Jahrzehnt war damals wegweisend und hat Spaß gemacht. Das neue Thief dagegen wirkt hölzern, limitiert die Freiheit des Spielers und liegt irgendwie im Durchschnitt. Mangels Spiele auf den next-gen Konsolen lohnt sich ein Blick bis das nächste AAA Spiel erscheint, aber spielen muss man es nicht. Es schwankt ständig von grandios und atmosphärisch, bis antiquiert und nett. Grafisch bietet es eine wunderschöne Stadt, die mangels Übersicht und Karte schnell zu einiger Verzweiflung führt. Die Story ist eine nette Liebesgeschichte mit Touch Mystery.
Aber alles in allem haben andere Remakes, Re-Imaginations oder wie auch immer man die Wiederbelebung einer alten Spielmarke nennen möchte, gezeigt das es besser geht. Spontan mag da Tomb Raider einfallen, welches die Messlatte enorm hoch gelegt hat.
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Rene
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