Kundenrezension

53 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Adel Tawil - Lieder, 8. November 2013
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Rezension bezieht sich auf: Lieder (Deluxe Edition) (Audio CD)
Adel Tawil ist vor allem als die männliche Hälfte des äußerst erfolgreichen Pop-Duos „Ich und Ich“ bekannt, doch während der kreativen Pause der Band hat er ein Solo-Album aufgenommen. Daraus ist „Lieder“ entstanden, das in seiner Deluxe-Version mit satten 20 Tracks, davon 2 Remixe, aufwarten kann – die einfache Version enthält immerhin 14 Tracks. Ganz schön umfangreich, gerade für ein Debut-Album als eigenständiger Künstler. Doch es kommt ja bekanntlich nicht auf die Masse, sondern auf die Klasse an, und auch hier kann Tawil überzeugen.

Mit „Immer da“ startet das Album, hier ist ein Mutmach-Song entstanden, der Tawil Gespür für intensive Gefühle unterstreicht. Während in den Strophen das Gefühl des Verlassenseins, des Einsamen und Ausweglosen vermittelt wird, heißt es im Refrain „ich werde immer da sein“, Tawil bietet eine starke Schulter an.

„Wenn du liebst“ ist ein energetischer, beatbetonter Song, der nicht nur schnell ins Ohr, sondern auch in die Beine geht. Bestens geeignet zum Mitgrooven, wobei der Text auch hier eher in gefühlsbetonten Ufern fährt. Besonders im Refrain kommt hier Tawils weiche, kraftvolle Stimme gut zur Geltung.

„Lieder“ ist nicht nur der Titel des Albums, sondern ist auch als erste Single ausgekoppelt worden. Der Text ist hier ein sehr besonderer: Er besteht zu großen Teilen aus bekannten Zeilen aus anderen Titeln, während in der zweiten Strophe Tawils bisherige Laufbahn reflektiert wird. Je öfter man den Song hört, umso mehr Anspielungen entdeckt man, und auch musikalisch wurde ein eingängiger Titel abgeliefert.

„Weinen“ passt gut zu der Stimmung des ganzen Albums, die harmonische und durchaus tanzbare Instrumentalisierung mit gefühlvollen Texten verbindet. Ein sehr cooler Song mit starkem Ausdruck, dabei auch einem emotionalen Text.

„Unter Wasser“ ist eine sehr interessante Elektro-Ballade und sticht deutlich hervor. Während der Text einige Begriffe aus dem Tauchbereich aufgreift, ertönt Tawils Stimme leicht verzerrt über einer sanften Melodie, die die typischen Töne eines Echolots erhält. Auch der Synthie-Beat passt gut in dieses Konzept – sehr hörenswert.

„Kartenhaus“ ist da schon wieder etwas klassischer, aber nicht minder emotional. Als Hookline zieht sich ein melodiöses Klavier durch das gesamte Lied, wenige Tonfolgen wiederholen sich hier und bieten Raum für diverse andere Instrumente, kleine technische Spielereien und eine kleine Chorsequenz, während Tawils Stimme über allem klingt und mit seinem klaren Klang im Vordergrund steht.

„Aschenflug“ ist ein deutlicher Bruch im Album, hier kommen harte Rap-Klänge zum Vorschein – nicht zuletzt wegen Tawils musikalischen Gästen Sido und Prinz Pi. Einige Fans von Ich und Ich dürften hier etwas irritiert sein, der wummernde Beat wird allerdings auch mit sanften Blechbläsern kominiert und Tawils kraftvoller Gesang im Refrain ist sehr gelungen.

Auch „Zuhause“ singt Tawil nicht allein, sondern wird mit Matisyahu performt. Dieser bietet in den Strophen einen sehr rhythmischen Sprechgesang (auf Englisch). Die prägnante Gitarrenlinie und der erst lässige, später kraftvolle Refrain formen damit einen dynamischen Song. „Komm wir bringen die Welt zum Leuchten“ heißt es da, ein Aufruf an Toleranz, Liebe und ein friedvolles Miteinander.

„Herzschrittmacher“ ist wieder in tanzbarer Song mit einem der typischen Texte Tawils, in denen die dunklen Seiten des Alltags behandelt werden, aber auch gleich ein positiver Ausblick angeboten wird. Besonders der Refrain geht schnell ins Ohr, die eingängigen, bündigen Reime sorgen dafür, dass man schnell mitsingen kann.

„Graffiti Love“ ist trotz des Titels ein größtenteils deutscher Song, nur die Titelzeile ist englisch – und wird von niemand anderem als „Humpe Humpe“ gesungen. Ihre sanften und etwas sphärisch wirkenden Stimmen setzen das gewisse Etwas auf diesen Song, der recht hart und beatbetont wirkt und damit interessante Kontraste schafft.

„Auf Sand gebaut“ baut auf Tawils Sprechgesang auf, ist in der Bridge sekundenlang allein zu hören, bis die rhythmische und fließende Begleitung wieder einsetzt. Schrebbelige E-Gitarren und einige Blechblasinstrumente sorgen für einen spannenden und abwechslungsreichen Verlauf des Songs. Für mich eines der Highlights des Albums.

„Schnee“ ist eine fast schon klassische zu nennende Pop-Ballade und voll auf die zarte Stimme des Sängers zugeschnitten. Der Verlust eines geliebten Menschen ist das Thema und ist sehr gefühlvoll umschrieben, geht unter die Haut und sorgt besonders am Ende, wo sich der Song noch einmal in Sachen Intensität steigert, für Gänsehaut.

„Dunkelheit“ ist ein Duett, das für Adel Tawil ein ganz besonderes sein dürfte – er singt es zusammen mit seiner Frau Jasmin, die sich leise im Hintergrund um Adels Stimme legt und mit ihrem sehr hellen und hohen Klang unterstützt. Auch hier wird eine Symbiose aus klassischen Instrumenten und modernen, synthetischen Klängen geboten.

„Neujahr“ erinnert stark an diverse Songs von Ich und Ich, ein kraftvoller Refrain mit einem Wohlfühltext, gepaart mit einer flüssigen und harmonischen Musikbegleitung. Ein wenig nachdenklich, aber auch nach vorne schauend und durchaus positiv.

Mit „Paradies“ beginnen die Bonussongs des Albums, auch hier wurde ein runder und hübscher Song geschaffen, der sowohl vertraut klingt als auch einige neue, interessante Elemente einbaut. Die Hoffnung auf eine bessere Welt, ein einfaches und erfülltes Leben schimmert hier aus jeder Zeile, und wieder ist Tawils Stimme Dreh- und Angelpunkt des Songs. Nett, aber nichts Außergewöhnliches.

„Vermiss mich“ ist in Sachen Variabilität nicht an erster Front mit dabei, kann aber mit einem sehr energetischen Refrain, fast schon einem Aufschrei für Aufmerksamkeit sorgen, während die Strophen mit Sprechgesang punktet, besonders der zweite Teil der zweiten Strophe mit seinem gesteigerten Tempo ist hier sehr eingängig.

„Kater am Meer“ sticht dann wieder deutlich heraus und ist ein kleines Experiment. Ein lässiger, grooviger Refrain, elektronische Begleitung und verzerrte Stimme in den Strophen machen auch dem Song eine kleine Perle, außergewöhnlich und sehr gelungen.

„Niemals Niemand“ ist ein akustikgitarrenlastiger Song, und wie einige andere Songs auch in den Strophen ruhig, während sich der Refrain nach oben schraubt, hier setzten noch einige andere Instrumente ein, Tawils Stimme ist kraftvoller und höher, auch die Lautstärke wird nach oben gedreht. Ein unaufgeregter und angenehmer Song.

Zudem sind noch wie Remixe von „Weinen“ und „Kartenhaus“ zu hören, die noch einmal andere Facetten aus dem Song betonen, dabei eher wie andere Versionen der Songs wirken. Hier wurde noch einmal viel Arbeit darauf verwendet, die Instrumente einzuspielen und die Songs ganz anders klingen zu lassen.

Das Konzept von „Ich und Ich“ wurde hier im Grunde übernommen und mit vielfältigen und gelungenen Elementen erweitert, sodass zugleich vertraut wirkende wie auch neue und frische Songs enthalten sind. An einigen Stellen hätte ich mir mehr Variabilität gewünscht, aber einige Songs stechen dann doch mit einem anderen Ansatz hervor und sorgen für genügend Abwechslung. Der Fokus liegt dabei immer auf den emotionalen Texten und besonders auf Adel Tawils kraftvoller und klarer Stimme. Ein rundes und geschliffenes Album mit vielen starken Songs, Balladen und tanzbare Songs wechseln sich ab. Dieses Album wird die Erfolgsgeschichte des Sängers zu Recht fortführen.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 27.11.2013 14:38:41 GMT+01:00
H-DUB meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Veröffentlicht am 07.12.2013 11:21:14 GMT+01:00
T. Hoerl meint:
Herzlichen Dank für diese Rezension. Musik ist tatsächlich Geschmackssache. Was den einen berührt, vor dem graut dem anderen. Die einen mögen Rosinen, die anderen nicht. Da können die Rosinen aber nichts dafür ;-)
Was ich eigentlich damit sagen will - der Kommentar von H-DUB ist unangebracht und ... N I C H T S.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.05.2014 00:15:51 GMT+02:00
DL meint:
H-DUB hat doch Recht. Die Musik ist mäßig, die Texte sind schlecht. Mangelnde Qualität ist keine Geschmacksfrage!
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