Kundenrezension

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5.0 von 5 Sternen Musikalischer Almanach der Prämetallischen Priest, 28. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Unleashed in the East (Audio CD)
Diesem Livealbum wird ja so einiges nachgesagt: Man sagt, es sei so stark nachträglich im Studio zurechtgebügelt worden mit zahlreichen Overdubs (vor allem bei einigen Leads und Robs Gesang), dass man es kaum noch als Livealbum bezeichnen möchte. Overdubs hin oder her: Unleashed In The East ist ein unverzichtbarer Klassiker im Genre des Hard Rocks und des Heavy Metals. Alle Songs dieses Albums klingen in den "live"-Versionen wesentlich kraftvoller, packender und überzeugender, als die etwas hüftsteifen und handzahmen Studioversionen. Das Publikum ist zwar kaum auszumachen und der Klang schon beinahe zu perfekt, aber die Unterschiede zu den Studioversionen, vor allem bei den Songs Sinner, Green Manalishi, Diamonds And Rust sowie Exciter, sind so frappierend, dass man davon ausgehen muss, dass mindestens 50% der Tonspuren Live sind. Da es Gang und Gäbe ist, auch heute noch Livealben im Studio nachzubügeln und misslungene Passagen nachträglich neu einzuspielen, kann man es diesem Album kaum zum Vorwurf machen.

Der Schwerpunkt der Songauswahl liegt beim zweiten Studioalbum "Sad Wings Of Destiny" (Ripper, Victim Of Changes, Tyrant, Genocide) und "Sin After Sin." (Diamonds And Rust, Sinner, Starbreaker). Stained Class wird leider etwas übergangen und ist lediglich mit dem rasend schnellem Opener Exciter auf Unleashed In The East vertreten: Gerne hätte ich auch die schon im Studio sehr überzeugenden Songs Stained Class oder Beyond The Realms Of Death im satten Livesoundgewand gehört. Doch diese kleinen Makel werde ich nicht in meine Wertung mit einbeziehen.

Der flotte Opener Exciter legt im Vergleich zur Studioversion härtetechnisch noch einen Zahn zu. Der Beginn des Songs unterscheidet sich ein wenig im Vergleich zur Studioversion. Wie bei allen Songs klingt Rob Halfords Stimme hier glasklar und hat einen atemberaubenden Umfang.

Der Song Running Wild überzeugt mich nicht so sehr. Einen Vergleich zur Studioversion kann ich nicht ziehen, aber als alter Iron Maiden Fan muss ich zugeben, dass Iron Maiden (genauer gesagt Adrian Smith) das Riff für ihren Comeback Song Wicker Man von Running Wild geklaut haben (davon abgesehen, dass eine Deutsche Metal Band sich nach diesem Song benannt hat).

Sinner: Was für ein furioser, atemberaubender Parforceritt: Schlägt die Studioversion um Lichtjahre. Ein sehr abwechslungsreicher, schneller und spannender Song mit wundervollen Gitarrenharmonien und einem Rob Halford in Höchstform

Ripper: Schon als Studioversion fand ich diesen Song sehr überzeugend: In zwei Minuten wurde alles an Tempowechseln und Ideenreichtum verwurstet, was man in zwei Minuten hineinstopfen kann. Auch hier dominieren wundervolle Melodiebögen der Gitarren und herrliche Gesangsmelodien inklusive zahlreicher Breaks.

Green Manalishi: Die Studioversion von der Killing Machine finde ich etwas zu konventionell, aber live entfaltet der Song, dank des wirklich atemberaubenden Falsettgesangs am Ende des Songs seine volle Wirkung. Rob Halford steht hier auf dem Zenith seines Könnens. Die Melodie am Ende klingt sehr eingängig und zugleich überirdisch und setzt diesem Song die Krone auf. Ohne dieses Falsett hätte was gefehlt.

Diamond And Rusts: Auch hier überzeugt die Liveversion mehr als die Studioversion. Dieser Song ist wohl der kommerziellste aus der frühen, nicht ganz so metallastigen Phase von Priest. Ein gradliniger, galoppierender Groove und überirdische Gitarrenläufe, ein brodelnder Bass und sehr einfühlsamer Gesang von Halford mit prägnanter Melodie. Sowohl Diamonds And Rust, also auch Green Manalishi sind Coverversionen von Joan Baez respektive Fleetwood Mac.

Victim Of Changes: Wie auch Ripper überzeugte mich die Studioversion bereits vollends, doch diese Version weiß durch eine noch größere Schlagfertigkeit, mehr Druck, mehr Tempo, mehr Groove, mehr Volumen zu überzeugen. Glenn Tipton und K.K. Downing leisten sich hier ihr wohl großartigstes Gitarrenduell mit Harmonien und Arrangements, die nicht von dieser Welt sein können. Der epischste Song den Priest jemals aufgenommen haben. Am Ende brilliert Halford durch einen glasklaren, sehr ausdauernden Schrei seiner vier Oktavenstimme. Zahlreiche sehr interessante und überraschende Breaks runden diesen perfekten Song ab.

Tyrant und Genocide runden dieses Album gekonnt ab, wobei ich Genocide etwas banal finde.

Als Bonustracks brilliert vor allem Starbreaker durch sehr spacige Gitarreneffekte und zahlreiche Haken und Ösen, die der Song schlägt. Rock Forever und Hell Bent For Leather überzeugen mich nicht ganz so sehr wie der Rest, da sie etwas zu flach wirken.

Klanglich ist das Album perfekt ausbalanciert. Es fehlt sicher der raue Charme, der ein Livealbum eigentlich ausmacht, der Klang ist für ein Livealbum zu transparent, zu detailversessen, dennoch aber sehr voluminös und druckvoll. Tom Allom hat hier am Mischpult großartige Arbeit geleistet. Was nun nachträglich im Studio via Overdub eingefügt wurde, vermag ich nicht zu sagen und wage auch kein Urteil.

Das Album aber hat seinen festen Platz in meiner Plattensammlung gefunden, leider viel zu spät entdeckt.
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