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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das HÖRSPIEL kommt wieder!, 21. Mai 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Kurier Preston Aberdeen 1 - Das giftigste Tier der Welt (Audio CD)
Die Scotland Yard Reihe hat es schon angedeutet, aber hier wird es nun ganz deutlich:

Das HÖRSPIEL kommt wieder!

Ich möchte keineswegs behaupten, dass die mannigfaltigen Produktionen der letzten Jahre auf ihrem Weg zum 'Hörfilm' in die Irre gelaufen sind. Dennoch habe ich mich mit der Zeit gefragt, ob es kein Zurück mehr gibt aus der Hörwelt brachialer Musik, Hollywood-Sound-FX und Man-kennt-ihn-aus-jedem-Blockbuster-Sprechern.
Einige kleinere Hörspielproduktionen taten wackere Versuche, das Hörspiel-Feeling der 80er Jahre wieder aufleben zu lassen, aber dort wiederum fragt sich der langjährige Fan, ob es wirklich sein muss, dass man in dem vertrauten Stil auch mottenalte Stoffe verpackt.
Einerseits also High-Tech-Ohrenpopcorn mit Pseudo-Tiefgang - andererseits Groschenheftchen im Klassikergewand.
Aber es gibt offenbar doch noch Wege jenseits von GABRIEL BURNS und DREAMLAND...!

'Hey, das ist doch James Stewart...!'

Dieser Gedanke schoss mir gleich bei den ersten Worten von Preston Aberdeen durch den Kopf, und er ließ mich nicht mehr los.
Das Hörspiel ging mir mal im kristallgrauen Film-Noir-Monochrom und dann wieder in bezauberndem Technicolor durch jene Teile der Wahrnehmung, die nicht ganz Hören und nicht ganz Sehen sind.
Die Produktion verströmt eine makellose Eleganz, die mich genießerisch lächeln lässt ' auch noch nach Ende der Geschichte.
Vom Zeitkolorit der erlesenen Musik (lediglich das Titelthema verheißt etwas zuviel Edgar Wallace) über die wirklich sorgfältigen Soundmalereien, die nuancieren statt mit bloßen Effekten zu übertünchen, bis hin zu den Stimmen, die - wie bereits angedeutet - eher den Zauber klassischen Kinos verbreiten als die Monotonie moderner Filmsynchronisation zu verbriefen. Hier fügen sich schöne Elemente zu etwas noch schönerem Ganzen zusammen.

Bei aller Eleganz ist Preston Aberdeen dabei keineswegs minimalistisch oder spartanisch.
Tatsächlich offenbart sich ein geradezu schwelgerisches Flair, das man sonst höchstens in alten Radioproduktionen findet -' wo wiederum meist die Leichtigkeit abhanden kommt, die sich hier teils belebend, teils prickelnd auf den Hörer überträgt.
Ich habe mich einem Hörspielhelden wirklich selten so freundschaftlich verbunden gefühlt wie dem geplagten Kurier, der von James Stewart so wunderbar verkörpert wird. (Lasst mir meine Illusion!)

Auch die Länge des Hörspiels wird dem 'abendfüllenden' Eindruck gerecht, und wo viele Produktionen der jüngeren Zeit sich abmühen, Handlungsskizzen auf CD-Länge aufzuplustern, hat man hier stets das Gefühl, dass noch viel mehr zu erzählen wäre.
Darin liegt vielleicht die größte Qualität von Kurier Preston:
Hier wird eine packende Handlung gestrickt, die sich gekonnt zwischen Agenten-Thriller, Screwball-Komödie und Abenteuerliteratur bewegt UND es werden echte Charaktere präsentiert, deren Tun und Wohl einem wirklich am Herzen liegen.

Alle Elemente des Erzählens ergänzen sich hier zu einem Gesamtwerk, statt ' - wie allzu oft - als Support einem einzelnen Zweck zu dienen.

Man kann konservativen oder auch jüngeren Hörern keinen Vorwurf daraus machen, wenn auf sie so eine Produktion neu oder gar befremdlich wirkt. Dieses Hörspiel ist nichts für 'nebenbei' oder für jene, die im Sammlerrausch täglich ihre Neuzugänge durchhören, um sie schnell bewertet und archiviert zu kriegen.

Ich wünsche mir sehr, dass diese 'Rückkehr zum Hörspiel' als solche erkannt wird und die Freude an diesem neuen Helden über den üblichen Zynismus und Vergleichszwang der sattgehörten Hörspielforen- und Gernre-Kritiker siegen wird.

Der Fluch unserer Zeit ist es, dass Versuche von Innovation und Sorgfalt immer wieder niedergeknüppelt werden durch Schema- und Massenproduktionen.
Es ist viel zu einfach geworden, mit 'Effekten' zu kleistern, um Professionalität zu suggerieren. Pseudo-Dramatik, Pseudo-Theatralik, Pseudo-Pathos und Pseudo-Leidenschaft sind die Zutaten kulturellen Fast Foods.
Kann ein daran gewöhnter Gaumen den Geschmack echter Köstlichkeiten noch zu schätzen lernen...?

Für den Film habe ich die Hoffnung vorerst aufgegeben.
Hörspiele wie dieses geben mir Hoffnung, dass der Geist musischer Vielfalt in anderen Medien erhalten bleibt ' vielleicht sogar wiedererweckt wird...

Mit Teil 2 also bitte weiter auf diesem Weg, Mr. Aberdeen!
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Kommentare


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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 23.01.2009 20:23:13 GMT+01:00
Sancho Pansa meint:
SO (!!!) wünsche ich mir die Rezensionen! Danke! :-)

Veröffentlicht am 13.06.2012 14:28:41 GMT+02:00
nachteule64 meint:
Ihrer Rezension entnehme ich, daß wir ein ähnliches Gewicht auf bestimmte Merkmale eines Hörspiels setzen und dswegen finde ich Ihre Anmerkungen hilfreich. Noch hilfreicher wäre es aber gewesen, wenn ich irgendwo erfahren hätte, worum es eigentlich inhaltlich in den Geschichten geht! Dennoch: definitiv "hilfreich".
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Ort: Matul

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