Kundenrezension

67 von 79 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen An Kristen Stewart scheiden sich also die Geister?, 1. April 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Snow White & the Huntsman (DVD)
"Snow White and the Huntsman" ist eine recht gelungene Adaption des ursprünglichen Grimm-Stoffs.

Bedenkt man, wie düster und - aus heutiger Sicht - teils brutal die Märchen der Gebrüder Grimm waren, so muss man anerkennen, dass "Schneewittchen" schon schlimmer auf die Leinwand gekommen ist, vor allem aber kitschiger als in diesem Film.

Die 2012er-Produktion nun wartet auf mit einer fantastischen Charlize Theron, die wohl den glaubwürdigsten und durch und durch bösesten weiblichen Bösewicht der Filmgeschichte gibt; Chris Hemsworth als Huntsman, die Darstellerriege der Zwerge, und selbst Vincent Regan als Duke Hammond mit nur einer kleinen Sprechrolle zeigen, dass der Film bis in die Nebenrollen sorgfältig und spielfreudig besetzt wurde.
Und Kristen Stewart?
Dass sich ausgerechnet an ihr die Geister scheiden, finde ich bemerkenswert - bemerkenswert oberflächlich nämlich. SWatH ist der erste Film mit ihr, den ich bislang sah, und obwohl sie weder eine bessere Schauspielerin ist als Oscar-Preisträgerin Charlize Theron, noch ein gleichermaßen makelloses Antlitz besitzt, so halte ich sie dennoch für eine gute Besetzung. Der Film versucht darzustellen, dass Snow White eine "innere" Schönheit, eine Art "Unschuldigkeit" besitzt, wohingegen die "böse Königin" nur ein schönes Gesicht hat, jedoch charakterlich verkommen ist. Um diesen Gegensatz glaubhaft zu transportieren, muss die Snow White-Darstellerin nicht besser aussehen als ihre Gegenspielerin.

Mit optisch ansprechender und opulenter Ausstattung teils sehr virtuos in Szene gesetzt, vermag SWatH verschiedene Zielgruppen anzusprechen, selbst Freunde der bildgewaltigen Fantasy á la "Herr der Ringe". Überaus überrascht hat mich, dass Dialoge und Handlung wesentlich seltener aufgesetzt wirkten als erwartet bzw. befürchtet. Einzig die Charakterentwicklung kommt teilweise zu kurz, und um deren Fehlen zu überspielen, werden bisweilen Sätze gesagt (ich denke da etwa an Huntsmans "Vorgeschichte"), die nicht sonderlich glaubwürdig erscheinen.

Und da liegt auch das meiner Ansicht nach größte Manko des Films: Er ist zu kurz. Ich kann nur mutmaßen, dass SWatH mit der Heckenschere zusammengeschnitten wurde, jedoch wenn er so ausgelegt war, wie er am Ende verkauft wurde - dann haben die Verantwortlichen einen veritablen Fehler begangen. Viele Male wünscht man sich etwas mehr Unterbau, etwas mehr Hintergrund, oder einfach ein paar Sätze mehr in einem Dialog. Es ist nicht leicht zu beschreiben, was ich gerade auszudrücken versuche, doch so viel sei gesagt: Meiner Meinung nach fehlt diesem Film gut und gerne eine halbe Stunde Laufzeit.

Ein zweites Manko: Die Übertragung des Films für das deutsche Publikum. Ich kann jedem, der der Sprache mächtig ist, nur dringend raten, SWatH auf Englisch anzusehen. Nicht nur enttäuschen die deutschen Synchronstimmen von Charlize Theron und ein paar anderer Figuren; auch die "Sache mit den Namen" nervt, und ich bin gewiss kein Feind von Anglizismen. Es war vermutlich eine bloße Marketing-Strategie die Namen der Protagonisten nicht zu übersetzen, doch hätte der Film nicht dadurch an Glaubwürdigkeit eingebüßt, wenn man statt "Snow White" und "Huntsman" einem "Schneewittchen" und dem "Jägersmann" begegnet wäre.

Zusammengefasst: Snow White and the Huntsman bekommt von mir 3.5 von 5 Sternen, da dies auf dieser schönen Website leider nicht möglich ist, sind's am Ende 4/5 geworden.
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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 10.04.2013 22:19:19 GMT+02:00
Nomis meint:
Du hast meine Sichtweise total verändert. Danke dir! So hab ich das vorher echt nicht gesehen... Der Kontrast zwischen innerlicher und äußerlicher Schönheit...

Veröffentlicht am 25.08.2013 21:48:59 GMT+02:00
Hemeraner meint:
Macht aber auch nicht so viel Sinn, da Snow White von Anfang an innere Schönheit hatte. Aber die Königin fragte ja den Spiegel immer wieder und der antwortet erst nach 10 Jahren, dass nach dem HERANWACHSEN von Snow White diese viel schöner ist als sie. Und das ist sie definitiv nicht. :-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.09.2013 19:15:09 GMT+02:00
Seraphina meint:
Es gibt im Königreich doch sicher viele hübsche unschuldige kleine Mädchen. Der Spiegel schliesst Kinder offenbar als mögliche Konkurrenz ganz aus. Vielleicht kann er sie auch gar nicht "sehen", weil sie absolut unschuldig sind. Mit der sexuellen Reife ändert sich dies möglicherweise.

Ausserdem ist die englische Bezeichnung "the fairest of them all" gar nicht geschlechtsspezifisch (im deutschen heisst's leider "die Schönste im ganzen Land"). Dennoch kommen hübsche Jungen und Männer überhaupt nicht für den Spiegel in Betracht.

Die Königin sucht aber eigentlich keine Schönheit (die besitzt sie ja), sondern ewige Jugend. Deshalb "saugt" sie die Jugend der jungen Frauen des Reiches auf. Das Vorbild dafür dürfte wahrscheinlich die ungarische "Blut"Gräfin Erzebeth Bathóry gewesen sen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.09.2013 21:53:45 GMT+02:00
AP meint:
(und @Hemeraner)

Wenn man die Gebrüder Grimm außen vor lässt, fällt vor allem das Wort "fair" auf - und das bezieht sich dichterisch auf die Schönheit, nicht auf einzelne (Schönheits-)Merkmale. Andere passende Übersetzungen wären 'hold', 'unschuldig', 'anmutig' oder, und jetzt kommt's, 'blass': die Verwendung von "fair" auf das Aussehen einer Person ist archaisch-obsolet und stammt aus einer Zeit, in der Hellhäutigkeit im Gegensatz zur Sonnenbräune als die wichtigste äußerliche Eigenschaft einer Frau überhaupt galt.

Wie gesagt, ich versteh's nicht, wie man sich an so etwas aufziehen kann, und dabei finde ich den Film nicht einmal besonders überragend.

Veröffentlicht am 14.08.2014 10:43:51 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 14.08.2014 10:44:41 GMT+02:00
Kai Loh meint:
An Kristen Stewart scheiden sich nicht die Geister wegen ihres Aussehens, sondern wegen Ihres miserablen, nicht vorhandenen schauspielerischen Talentes. Die Frau ist in jedem Film falsch besetzt. Wer was anderes meint, müsste im Umkehrschluss behaupten Charlize Theron hätte eine miese königliche Darstellung abgegeben.
Kristen Steward ist leider nicht in der Lage den Unterschied zwischen innerer und körperlicher Schönheit darzustellen und sogar den Text, der einen vieleicht noch dazu bringt zu sagen der Film wolle das so zeigen, hat jemand anderes geschrieben.

Ganz ehrlich, ich frage mich wo das Mädchen aus Panic Room geblieben ist, da war sie noch gut, aber schon bei Zathura merkte man, dass sie eine Mimic aus Botox hatte und spätestens seit der Twilight Saga (auch schon bei Jumper) ist Kristen Stewart schauspielerisch bei "ferner liefen" angekommen.

Und bevor mir jemand vorwirft ich könne sie nicht leiden: das stimmt. Ich habe genug Filme mit ihr gesehen um mir diese Meinung bilden zu dürfen.

Veröffentlicht am 26.12.2014 11:08:17 GMT+01:00
Doc Mac meint:
Ich muss auch sagen, ich bin ganz wertneutral an den Film mit seinen Schauspielern herangegangen und war anfangs positiv eingestellt, dass sich die Schönheit Schneewittchens (sorry, "Snow White") noch zeigen würde, wenn sie nicht mehr so als zerlumpte Gefangene gezeigt wird. Mein Unmut wuchs aber stetig an, als ich merkte, dass sich Stewart einfach nicht weiterentwickelte. Sie blieb den kompletten Film über immerzu gleich, keine Gesichtsregung, offen stehender Mund. Und mir war schon klar, dass bei Schneewittchen die innere und äußere Schönheit gemeint ist, ihre Unschuld, ihre Reinheit, Lieblichkeit, Kindlichkeit. Alles Eigenschaften, die einen Menschen mit positiver Ausstrahlung schön erscheinen lassen, selbst wenn Makel zu erkennen sind. Aber genau das konnte mir Schneewittchen eben nicht vermitteln. Sie ging mir irgendwann gehörig auf den Zeiger, wirkte auf mich wie ein zickiger und aufmüpfiger Teenager, der keinen Bock auf irgendwas hat. Ohne dass ich zuvor die Rezensionen über den Film gelesen hatte, war für mich klar, dass hier eine klassische Fehlbesetzung stattgefunden hat. Denn der Film gefällt mir ansonsten außerordentlich gut, weil er unterhaltsam ist.

Aber Stewart ist definitiv kein schönes, unschuldiges, liebreizendes Schneewittchen. Sie besitzt weder äußerliche noch innerliche Schönheit. Und wenn ich ein Fazit aus den meisten Rezensionen schließe, so kommen diese zum gleichen Schluss. Diejenigen, die sie dennoch toll finden, sind wohl eher die Stewart-Fans. Das ist auch völlig in Ordnung, bildet dann aber im Ganzen gesehen eher die Ausnahme.
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