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5.0 von 5 Sternen Urteilsbildung als iterativer Entwicklungsprozess - ein bestens bewährter Leitfaden dazu, 18. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Dynamische Urteilsbildung: Urteilen und handeln mit der Lemniskate. Ein Handbuch für die Praxis (Gebundene Ausgabe)
Menschen werden häufig nur noch mit Endresultaten von Prozessen konfrontiert. Sie sind am Prozess nicht beteiligt, wissen oft auch nichts über die Motive, die den Prozess in Bewegung setzten und ebenso wenig, auf welchen Wegen und mit welchen Mitteln das Ergebnis erreicht wurde. Wie die Urteilsbildung geschieht, bliebt im Dunkeln. Alexander (Lex) Bos, ein holländischer Organisationsberater und -entwickler, hat versucht, diese Blackbox zu erhellen und 1974 das Modell der Dynamischen Urteilsbildung entwickelt. Ein Kerngedanke und Ergebnis: Urteilsbildung ist ein iterativ verlaufender Entwicklungsprozess.

Das vorgeschlagene Modell zur Urteils- und Entscheidungsbildung ist lange Jahre in der Praxis erprobt und bestens bewährt. Es stellt eine Struktur und darin eine mehrdimensionale Sichtweise zur Verfügung und zeigt, wie Urteile jeder Art bewusst gebildet werden. Das Modell geht aus von Fragen (behandelt auch Probleme als Fragen) und leitet dazu an, im Urteilsbildungsprozess gezielt konstruktive Fragen zu unseren Wahrnehmungen, Gedanken, Gefühlen, Zielen, Mitteln und Wegen zu stellen. Es involviert und aktiviert die Beteiligten in einem transparenten Prozess. Beteiligte berichten oft, dass sie sich in einem solchen Urteilsbildungsprozess klar im Denken, ausgeglichen in den Gefühlen und motiviert zum Handeln erleben.

Bislang gab es keine zusammenhängende Darstellung des Modells und der Anwendungserfahrungen. Das Modell ist selbst in Fachkreisen relativ unbekannt. Es wurde am renommierten IAP in Zürich lange Jahre in der Supervisionsausbildung vermittelt. So war es naheliegend, dass Ausbilder dieses Instituts auch ein Handbuch vorlegen - als Plädoyer für die Anwendung der Methode.

Das Modell in Grundzügen:
· eine Urteilsbildung kommt dadurch in Gang, dass ein Mensch eine Frage hat, die einen Suchprozess auslöst
· die Frage kann in Richtung Erkenntnis oder Handlung zielen
· der Prozess der Urteilsbildung bewegt sich zwischen Fakten (Wahrnehmen) und Begriffen (Denken), andererseits zwischen Zielen (Wollen) und Mitteln (Handeln)
· diese beiden Teilprozesse sind in sich unvollständig und erst ihre Verknüpfung zeigt den Prozess der Urteilsbildung als Bewegung zwischen Erkenntnis und Entscheidung
· die Lemniskate (die liegende 8) steht für Bewegung und Dialog, für Frage und Antwort. Sie leitet an zum rhythmischen Pendeln zwischen Erkenntnisurteil und Handlungsalternativen und verhilft dadurch zu einer sachlich und gefühlsmäßig stimmigen Antwort
· ein gutes Urteil zeichnet sich dadurch aus, dass alle vier Felder (Fakten / Begriffe / Ziele / Mittel) angemessen zur Geltung kommen
· im Alltag werden häufig Felder nicht entsprechend behandelt oder sogar ganz ausgeblendet. Dann kommt es zu Kurzschlüssen, z.B. zwischen Fakten und Mitteln: Man hat Kopfschmerz - und nimmt eine Tablette. Man wählt also ein Mittel, um eine unangenehme Situation zu verändern. Dabei sucht man weder nach Ursachen noch prüft man, wohin die gewählte Maßnahme führt. In diesem Beispiel werden die Felder "Begriffe" und "Ziele" nicht einbezogen.

In Teil 1 (23-148) wird das Modell der "Dynamischen Urteilsbildung" ausführlich dargestellt und erklärt - mitsamt den Erklärungsmodellen im Hintergrund.

In Teil 2 (149-224) beschreiben Autoren die Rezeption des Modells, vor allem in der Schweiz.

In Teil 3 (225-364) berichten Autoren über ihre Anwendung des Modells (in Deutschland, Schweiz, Dänemark, Niederlande) in ihrer alltäglichen Arbeit und erhellen damit viele Facetten des Modells. Sie unterstreichen so auch die Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten der Dynamischen Urteilsbildung (Arbeitsgebiete, in denen das Model angewandt wird: Organisationsberatung, Managementtraining, Coaching, Konfliktlösung, Mediation, Stellenvermittlung, Umgang mit moralischen Dilemmata). Wir haben es auch eingesetzt bei Strategieentwicklungen und Teamentwicklungen. Darüber hinaus sind zahlreiche Einsätze bekannt, z.B. in Jugendarbeit, biografischer Arbeit.

In Teil 4 (365-380)beschreibt Alexander Bos seine Weiterentwicklung des Modells der Dynamischen Urteilsbildung.

Die "Dynamische Urteilsbildung" ist ein wertvoller Leitfaden
· weil sie die Frage an den Beginn und in den Mittelpunkt des gesamten Prozesses stellt
· weil sie dazu anleitet, Innen- und Außensicht von Situationen zusammenzufügen und im Spektrum der Möglichkeiten einen eigenen Standpunkt einzunehmen
· weil sie die Urteilsfindung transparent und mittelbar macht und Gruppen und Teams anleitet, zu breit abgestützten Entscheidungen zu kommen
· weil sie davon ausgeht, dass der Prozess der Urteilsbildung bis hin zur Entscheidung den Menschen nicht abgenommen werden soll, sondern gestützt und begleitet werden kann.

Das Buch wendet sich (nach Aufbau und Inhalt) hauptsächlich an professionelle Berater. Diese können die Dynamische Urteilsbildung vielfach nutzen, zum einen, um das eigene Urteilsvermögen zu verbessern, zum andern als - einfach handhabbares - Beratungsinstrument, schließlich als profunde Methode, um die eigene Beratungsarbeit zu reflektieren.
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