Kundenrezension

68 von 81 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Quo vadis, Prenzlauer Berg?, 21. Oktober 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lassen Sie mich durch, ich bin Mutter: Von Edel-Eltern und ihren Bestimmerkindern (Taschenbuch)
Ein hervorragendes Buch, von dem ich überaus positiv überrascht bin und welches ich in einem Rutsch mit sehr grossem Vergnügen durchgelesen habe.
Erwartet, bzw befürchtet, hatte ich aufgrund des sehr bissigen Titels und einem vorab in einer Zeitung abgedruckten Auszug sehr viel sehr ätzenden Sarkasmus und jede Menge Plattheiten, tatsächlich aber handelt es sich durchweg um einfach nur äusserst zutreffende Beobachtungen einer klugen und vor allem auch (selbst-)reflektierten Journalistin, die zwar mit ironischer Distanz schreibt, aber letztendlich auch nichts dafür kann, wenn vieles von dem, was sie im Prenzlauer Berg vorfindet,von aussen betrachtet einfach nur Realsatire ist. Ist man allerdings in irgendeiner Form in PB involviert, ist es oft nicht mehr ganz so lustig.

Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorin selbst Mutter mehrerer Kinder ist und man ihr deshalb nicht vorwerfen kann, sie wolle nur ihren Frust ablassen und hätte wegen ihrer Kinderlosigkeit sowieso keine Ahnung, was das Muttersein heisst und was es für Anforderungen mit sich bringt.

Ausserdem hat sie früher in Prenzlauer Berg gelebt, ist aber vor 10 Jahren ins Berliner Umland gezogen und kann so darüber berichten, was sich im Vergleich zu früher verändert hat und was verloren gegangen ist. Hierbei handelt es sich keineswegs um schlichte allgemeine Abneigung dagegen, dass Zeiten und Orte sich ändern und auch nicht um rosarote Ostalgie, sondern um eine Analyse dessen was passiert, wenn eine zahlenmässig grosse und vor allem solvente Gruppe von Menschen ihre Definition vom guten Leben rücksichtslos in einem relativ kleinen, ursprünglich heterogenen Gebiet durchsetzt.

Interessant ist aber vor allem die Frage, wie es denn nun weitergehen wird im Prenzlauer Berg und ähnlichen Gebieten in anderen Städten.
Wenn ein ganzer Bezirk kollektiv in der Familienphase ist, wird diese auch kollektiv beendet sein. Zuerst aber kommen diese ganzen vielversprechenden anspruchsvollen 'me first'-Kinder, denen nie nennenswerte Grenzen gesetzt wurde und die aufgewachsen sind, ohne das sie von alten, armen, ungebildeten, stillosen oder gar dicken Menschen behelligt wurden, kollektiv in die Pubertät. Und wie das dann abläuft bleibt abzuwarten. Ein Kollege kommentierte seine Vison dessen, was sich dann abspielen wird jedenfalls mit einem wohlig-gruselnden: 'Boah, dann wird das da ein echt asozialer Bezirk.'
Und dann? Dann sinken irgendwann die Mieten......
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-10 von 10 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 07.11.2011 20:02:22 GMT+01:00
Jo meint:
reizende Prognose -. hab zwar gerade kräftig gelacht, aber oh je, das klingt viel zu überzeugend als daß ich es nur komisch finden könnte...

Veröffentlicht am 06.01.2012 16:55:13 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 06.01.2012 17:01:54 GMT+01:00
female-tobi meint:
ich lebe hier im PB seit 25 Jahren und ja, viele der geschilderten Erlebnisse und Situationen kenne ich eins zu eins! Wäre ich nicht in den Randgebieten des PB zu Hause (ja, es gibt sie noch, mit echten Alten und "unedlen", tatsächlich sozial kompetenten Bewohnerschichten!!), hätte ich schon längst den Bezirk verlassen. Das Großziehen meines Sohnes bewältige ich mit gesundem Menschenverstand - selbiger scheint den von ihrem Ego überwältigten (und vermeintlich individualistischen) Kleinbürgern komplett abhanden gekommen zu sein. Das Lachen ist mir beim Lesen mitunter im Hals steckengeblieben. Die erwähnte Asozialisierung in der hippen Livestyle-Gegend des PB hat bereits eingesetzt; ein soziales Kontaktverhalten ist in der beschriebenen Klientel nur unter ihresgleichen akzeptabel - ich spreche auch da aus Erfahrung. me first...

Veröffentlicht am 03.02.2012 08:51:53 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.02.2012 08:53:18 GMT+01:00
Julia M. meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.02.2012 12:44:17 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.02.2012 17:37:06 GMT+01:00
wildeflowers meint:
Zweifellos schlaucht die ganztägige Betreuung eines Kleinkindes....aber darum gehts in dem Buch ja nicht....;-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.02.2012 16:39:33 GMT+01:00
female-tobi meint:
Nun, niemand wird gezwungen , sein Kind "fremdbetreuen" zu lassen. Egal, ob in Ost oder West. In welcher Zeit leben wir eigentlich? Es gibt wahrlich genug "West-Mütter", die arbeiten WOLLEN, aber keine adäquate Betreuung finden. Eine unsägliche Debatte, um die es in diesem Buch aber genau nicht geht!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.02.2012 19:28:33 GMT+01:00
Julia M. meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.03.2012 10:02:25 GMT+02:00
Cleopatra meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.09.2012 18:12:08 GMT+02:00
M.P. meint:
Es ist nichts Falsches sich zu kümmern.Seine Umwelt darin aber so einzubeziehen,das einem die Bedürfnisse andere anscheinend egal sind nicht.Eine Balance zwischen "Fördern""zu Empathie und Rücksicht erziehen" und schlußendlich Rücksicht auf jene,die auch im urbanen Raum Wert auf sozialverträgliche Ungangsformen legen,sehe ich als erstrebenswert an.Allerdings rücksichtlos mittels dem werten Nachwuchs öffentlichen Raum so zu besetzen als würde man darin allein leben-davon handelt diese Buch.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.06.2013 10:10:02 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.06.2013 10:10:54 GMT+02:00
Liebe Julia, Sie haben den Kern der Sache erkannt: das Leben der Westmütter besteht aus...KIND! Ob sie nun den ganzen Tag in Cafés sitzen und klönen oder von einem Kinderyogakurs zur nächsten frühmusikalischen Erziehung rennen - eine Ostmutter bleibt Individuum, mit Arbeitsplatz und eigenem Leben außerhalb des Mutterdaseins...nicht mehr als genau dieser Unterschied wird von der Autorin vielfältig dargestellt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.12.2013 11:45:33 GMT+01:00
Hopfennarr meint:
Ich hatte als Westmutter leider erst jetzt Zeit, diesen Kommentar zu lesen.
Zwischen Yogakurs und den diversen Milchkaffees habe ich nun endlich die Möglichkeit gefunden, diesen Beitrag aufzurufen. Und ich hoffe einfach mal, dass Ihrer genauso vor Ironie trieft wie meiner .... schöne Grüße von einem westlichen Individuum, das Kinder erzieht, arbeitet UND ein eigenes Leben hat :-)
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