Kundenrezension

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen What a son of a bitch my momma raised into a rapper., 4. Dezember 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Radioactive (Audio CD)
Nach dem Mixtape "Trunk Muzik", das schließlich zu Marketingzwecken zum digitalen Release "Trunk Muzik 0-60" umfunktioniert wurde, steht nach längerer Wartezeit endlich das Major-Debüt von Yelawolf, dem neuen Eminem, in den Regalen. Doch schon auf seinen ersten Songs wurde klar, dass Yelawolf bis auf seine Trailerpark-Vergangenheit und White Trash-Attitüde gar nicht mal so viel mit seinem Boss gemeinsam hat. Ja, er rappt durchaus mal mit Humor. Und ja, seine Songs erinnern textlich an die Anfänge von Eminem, als dieser noch deutlich skandalöser gerappt hat. Aber insgesamt war Yela auch schon auf "Trunk Muzik 0-60" doch deutlich ernster bei der Sache und hat sich durch seine unverkennbare Stimme und seine vielen verschiedenen Flows auch ohne Major-Unterstützung recht schnell eine starke Fanbase aufgebaut.

Doch genau diese Fans werden sich beim ersten Hören von "Radioactive" wahrscheinlich ein bisschen vor den Kopf gestoßen fühlen. Denn das Album beginnt recht hart und energetisch, harmoniert auch textlich mit dem dunklen, aggressiven Bild, das man von den ersten Yelawolf-Songs gewohnt ist. Doch spätestens ab "Good Girl" wird klar, dass "Radioactive" auch ganz andere Dinge versucht. Yelawolf hatte sich mit dieser Platte offensichtlich auch das Ziel gesetzt, seine Fanbase massiv zu erweitern. Die Verkaufszahlen spiegeln das leider gar nicht wieder, denn trotz einem enttäuschenden Einstieg auf Platz 27 der Billboard Charts, ist es Yelawolf ziemlich gut gelungen, alle seiner künstlerischen Facetten gut zum Ausdruck zu bringen.

Denn wo die Bässe im Intro "Radioactive Introduction" noch so pumpen, auf "Get Away" der charakteristische Staccato-Flow ausgepackt wird und Yela auf "Hard White" den ganzen Club förmlich einreißt, ist in der zweiten Hälfte für nahezu jeden etwas dabei. Für die Mädels wird auf "Good Girl" gesorgt, den unbesungenen Helden unserer Zeit ist "Write Your Name" gewidmet und sogar Yela's Eltern bekommen auf "The Last Song" noch einige Zeilen mit auf den Weg. Musikalisch wird das von den Produzenten sehr gekonnt umgesetzt. Jeder Beat für sich wirkt wahnsinnig stimmig und untermalt immer gut die jeweilige Thematik. So wird immer eine gute Basis für Yelawolf geschaffen, der die erzeugte Stimmung äußerst geschickt in seinen Texten und seinem Flow aufzugreifen weiß. So wird beispielsweise auf "Growin' Up In The Gutter" in den Strophen eine eindringlich, bedrohliche Atmosphäre erzeugt, die den Missbrauch in der Gosse hautnah darstellt, und im Refrain dann in ein ausgeschrienes Ausbrechen jeglicher Emotionen ausufert.

Ohnehin schafft es Yelawolf in den nicht zu selten poppig angehauchten Stücken wie "Made In The U.S.A" oder "Write Your Name", textlich immer noch interessant zu bleiben. Bei allem Patriotismus auf ersterem Stück verzichtet er nicht auf zahlreiche Seitenhiebe gegen die amerikanische Gesellschaft "Bag slangin, flag waving, At the dinner table praying, Old school yard fighting, Beer drinking, hell-raising". Auf zweiterem verschafft er dann denen Gehör, die nie in den großen Zeitschriften stehen werden, aber dennoch "any less of a star to God" sind. Auch auf "The Last Song" spricht er sehr ehrlich zu seinen Eltern über das komplizierte Verhältnis zu seinem Vater, ohne zu sehr ins Kitschige abzudriften. Nur auf "Radio" geht das leider ein bisschen in die Hose. Zu viel Gesinge über ein eigentlich nebensächliches Thema (das Stück behandelt, dass das Radio heute nicht mehr dasselbe ist wie damals). Einen Totalausfall findet man aber auch hier nicht, die Strophen sind dann doch noch ganz gut geworden.

Es ist also für jeden etwas dabei, für die alteingesessenen Yelawolf-Fans aber auch für Leute, die eher eingängigen, sanfteren Rap bevorzugen. Yelawolf weiß seine Fans gut darauf vorzubereiten, was sie in Zukunft von ihm zu erwarten haben. Das Potential ist auf jeden Fall da.

Nun noch meine 5 Favouriten:

1. Hard White - Yelawolf wie man ihn kennt und liebt. Rücksichtslos, schnell und aggressiv. "Up in the club, don't give a fuck!"
2. Animal - Hier variiert Yela seinen Flow mit gefühlt jeder zweiten Zeile. Die Hook tut in dem energetischen Gesamtbild ihr Übriges.
3. Throw It Up - Die mit Höchstspannung erwartete Collabo mit Eminem fällt beattechnisch überraschend bombastfrei aus. Trotzdem geben die beiden alles. Gangsta Boo kann zwar nicht ganz mithalten, liefert dafür aber eine sehr gute Hook ab.
4. Hardest Love Song in the World - Sehr entspannt erzählt Yelawolf hier von einer Freundin. Nur ist mir schleierhaft, warum dieser Song im Titel für "hart" erklärt wird.
5. Let's Roll - Die zweite Single weiß durch den sehr guten Beat und die geschickte Einbindung von Kid Rock in die Hook zu überzeugen. Yelawolf flowt mal wieder sehr souverän.

Und eine kleine Sache am Rande: Die iTunes-Bonustracks "Whip It", "I See You" und "In This World" seien zusätzlich ans Herz gelegt. Mit "I See You" ist wieder ein massentauglicherer Song dabei, die anderen beiden werden allen, die "Trunk Muzik" gefeiert haben, sicherlich gut gefallen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
 

Kommentare


Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 22.12.2011 19:25:47 GMT+01:00
Flowbama meint:
Deine Rezensionen sind allesamt wunderbar. Ein großes Kompliment. Weiter so.
‹ Zurück 1 Weiter ›

Details

Artikel

4.5 von 5 Sternen (13 Kundenrezensionen)
5 Sterne:
 (8)
4 Sterne:
 (3)
3 Sterne:
 (2)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Rezensentin / Rezensent


Top-Rezensenten Rang: 218.712