Kundenrezension

12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weiterentwicklung auf hohem Niveau, 2. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Manticore and Other Horrors (Special Edition) (Audio CD)
Ich hatte dieses Album bereits einmal rezensiert, jedoch hat Amazon die Bewertung nicht veröffentlicht und auf Nachfrage, warum, auch nicht geantwortet. Sehr ärgerlich.
Aber naja, vielleicht war das auch gar nicht schlecht so, hatte ich THE MANTICORE AND OTHER HORRORS lediglich mit drei Sternen bewertet, was diesem Album in keinster Weise gerecht wird.

Aber eins nach dem anderen. Wie man oben herauslesen kann, war ich anfangs alles andere als begeistert über das zehnte Album der Engländer. Und das, obwohl ich der Platte mehrere Durchläufe gegeben habe bevor ich etwas geschrieben habe, da ich der Meinung bin, man kann bei Musik nicht nach dem Ersteindruck urteilen.
Mein Hauptproblem bei den ersten Durchläufen war der Gesang. Danis hohes Kreischen klingt schon seit einigen Jahren nicht mehr toll und vor jedem Album habe ich die Hoffnung, dass er diese Art zu Singen endlich lassen würde. Auf THE MANTICORE AND OTHER HORRORS, so viel sei gesagt ist der Anteil der extrem hohen Screams deutlich reduziert, was mich sehr freut. Allerdings hat sich der gute Herr Filth etwas neues ausgedacht, um sicher so manchen Hörer zu ärgern. Sein Gesang ist anders als zuvor, weder vollkommen klar, noch gekrächzt. Beim ersten Durchgang musste ich mich doch fragen, ob der gute Herr Filth die Scheibe mit einer Erkältung eingesungen hat, denn es klingt in der Tat ein wenig so, als wäre er heiser. Sehr gewöhnungsbedürftig.

Je länger man sich allerdings THE MANTICORE AND OTHER HORRORS anhört, desto mehr gewöhnt man sich daran und stellt fest, dass es eigentlich gar nicht so unpassend ist, besonders, da Dani extrem variiert, mal eine reine (Pseudo-)Clean-Passage, mal wird mit einem finsteren Growlen abgerundet, mal wird durchgekeift. Die Scheibe bekommt dadurch eine wahnsinnige Abwechslung und ist in keinster Weise vorhersehbar. Zumindest was den Gesang betrifft.

Aber auch der Rest des Klangbildes kann überzeugen, CRADLE OF FILTH ballern in etwas mehr als 50 Minuten (zugegeben eine sehr kurze Spielzeit für ein CRADLE-Album) alles weg, was im Weg steht.
Vielleicht war der Vorgänger DARKLY, DARKLY, VENUS AVERSA instrumental gesehen brutaler, jedoch krankte dieser an der schwachen Produktion. Diese ist bei CRADLE OF FILTH anno 2012 aber superb! Alles schallt glasklar aus den Boxen und jedes Instrument bekommt den Raum, den es verdient hat, besonders das Schlagzeug ist fantastisch abgemischt, ist nicht zu laut, nicht zu leise, genau richtig. Die Produktion ist modern, aber nicht zu glatt und klinisch, diesen Spagat schaffen nicht viele Bands und bei CRADLE OF FILTH habe ich nach den Veröffentlichungen der letzten Jahre ehrlich gesagt nicht damit gerechnet. Hut ab!

Kommen wir zur Musik, die Keyboards halten sich im Vergleich zu früher mehr im Hintergrund, das Hauptaugenmerk liegt ganz klar auf der Gitarre. Die Riffs sind zwar nicht durchgehend neu und innovativ, jedoch unterstützen sie perfekt die als punkige, mit Einflüssen der NWoBHM angekündigte Ausrichtung des Albums. Oft geht es rotzig zu, dann wieder melodisch verträumt und permanent schwebt über allem eine ordentliche Portion Headbang-Tauglichkeit, wie man sie von CRADLE OF FILTH bisher gar nicht kannte, gefällt sehr.

Die Tracks sind insgesamt recht kompakt gehalten, auf Epen wie "BATHROY ARIA" oder "QUEEN OF WINTER, THRONED" wurde verzichtet, der längste Song auf dem regulären Album ist lediglich knapp sechs Minuten lang. Das stört aber gar nicht, denn die Songs passen in ihrer Länge hervorragend.

Zusammenfassend kann ich also sagen, dass ich von diesem Album doch ziemlich begeistert bin, die klasse Produktion und die songschreiberische Qualität ergeben eine energiegeladene Scheibe voller potentieller Hits. Ja, CRADLE OF FILTH sind eine Band, von der man das guten Gewissens behaupten kann, wurden sie von "Trven Metallern" im Geiste schon lange aus der Szene verbannt.
Jedenfalls macht die Band ihre Sache (wie immer) gut und liefert mit THE MANTICORE AND OTHER HORRORS ein würdiges zehntes Album ab und zeigt erneut, dass sie eigentlich mit keiner anderen Band vergleichbar ist.

Anspieltipps: Das rotzige "FOR YOUR VULGAR DELECTATION", der mystische Titeltrack, welcher mit massig Atmosphäre aufwartet, "SUCCUMB TO THIS", das von seinen Gitarrenläufen lebt, das halsbrecherische "SIDING WITH THE TITANS", bei dem irgendwie alles einfach stimmt, sowie das hochmelodische, absolut ohrwurmige "FROST ON HER PILLOW", welches ja bereits mit einem Video belohnt wurde.

Vielleicht noch ein Wort zur Special Edition. Diese enthält noch einmal zwei Bonustracks, was im Vergleich zu früheren Alben relativ wenig ist, aber dennoch mehr als bei den meisten anderen Bands, die - wenn überhaupt mal - einen einzigen Bonussong dazupacken. "DEATH, THE GREAT ADVENTURE" ist das wohl härteste Stück dieses Albums mit vielen Knüppelpassagen und trieft nur so vor Boshaftigkeit. Aus irgendeinem Grund hat dieses Lied sehr lange gebraucht um bei mir zu zünden, mittlerweile betrachte ich es sogar als eines der besten dieser Scheibe. Der zweite Zusatz, "NIGHTMARES OF AN ETHER DRINKER" ist absolut weltklasse und höchstwahrscheinlich sogar mein Favorit auf THE MANTICORE AND OTHER HORRORS. Melodisch, düster, hart, episch und mörderisch groovend, so manche Band wäre froh, einmal während ihrer Karriere so einen Song zu schreiben, super!
Also klare Kaufempfehlung für die Special Edition, welche dazu auch noch in einem schönen Digibook ausgeliefert wird, wie schon der Vorgänger DARKLY, DARKLY, VENUS AVERSA.
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Kommentare


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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 06.11.2012 14:46:25 GMT+01:00
Also ich hab echt keine Ahnung an welcher Stelle du Dani Clean singen hörst. ;-'). Du scheinst da andere Vorstellungen zu haben was Clean ist als ich. Es gibt vielleicht 3 Stellen auf dem Album wo man einen Chorus hört der Clean gehalten ist, aber da singt er nicht selbst, dass kann ich dir versprechen. gg. Ich würde fast behaupten, dass er das garnicht kann. ;-). Muss er ja auch nicht. Wenn du seine Tiefgesangsflüsterpassagen mit Cleangesang meinst, dann sind die öfters vorhanden das stimmt. gg.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.11.2012 17:08:31 GMT+01:00
Dani de Rais meint:
"Frost on her Pillow" ist ein gutes Beispiel dafür, was ich meine. Diese Art zu singen ist neu, es geht stark Richtung Klargesang, jedenfalls hat er auf den vorherigen Alben nie so gesungen. Das finde ich sehr gewöhnungsbedürftig.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.11.2012 23:02:03 GMT+01:00
Midian meint:
Mir gehen seine Vocals auf dem Album extrem auf die Nerven. Zum einen eben weil die hohen Screams fehlen, die waren einfach DAS Markenzeichen der Band. Und auf dem Godspeed Album klangen die noch sehr gut, kann mir nicht vorstellen, dass er sich seitdem die Stimme derartig zerschossen haben kann. Wäre aber kein Problem wenn er nicht ständig diesen seltsamen Stil verwenden würde, der nicht richtig klar aber auch nicht richtig gescreamt ist. Das klingt, für mich, extrem langweilig und unakzentuiert.
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Ort: Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern

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