Kundenrezension

12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ... und noch ein Cello obendrauf, 27. Januar 2014
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Rezension bezieht sich auf: Kaleidoscope (Audio CD)
Die Rezeptur ihrer epischen Suiten hat Transatlanctic schon in "All of the Above" auf ihrem Debütalbum vor 14 Jahren gefunden: eine pompöse instrumentale Einleitung mit donnernden Riffs, ein fast schon opernhaftes Finale, auf extrem kurzen, sehr eingängigen Melodiebögen von Stolts Gitarre aufgebaut, Melodiepartikel, die aber durch ständige Verschiebungen und Erweiterungen aufgeladen werden, dazwischen langsame Passagen, die den vier Herrschaften Gelegenheit zu jazzig angehauchten Improvisationen geben. Diese Rezeptur findet auch auf dem Herzstück dieses Albums, dem halbstündigen "Kaleidoscope", ungebrochen Anwendung. Aber wie! Die zugrunde liegenden musikalischen Motive sind eines ausdrucksvoller als das andere. Auch die Déjà-vus - in der Musik wird selten etwas ganz neu erfunden - haben es in sich: So etwa in 14.00 von "Kaleidoscope" klingt unverkennbar Pink Floyds "Us and them" an. Kaum hat man "Oh, das kenn' ich doch" gesagt, nehmen Harmonien und Melodien einen ganz anderen, unerwarteten Verlauf. Kurz davor spielte Neil Morse auf den Tasten in aparter Klangfarbe ein Solo, wie es origneller und zugleich prägnanter nicht sein könnte. Überhaupt zeigt sich Neil Morse in Höchstform: In "Black as the Sky" spielt er wie einst Emerson oder Wakemann, aberwitzig schnell und doch punktgenau. Das einzige Lied, das er allein komponiert hat, "Beyond the sun", ist auf betörende Weise elegisch und wird von dem Cellisten Carmichael veredelt, der auch auf dem Eröffnungstück das romantische Thema spielt (das in "Kaleidoscope", genau in der Mitte, wiederkehrt). Auch Pete Trewavas (Bass, und an den passenden stellen Glöckchen) und Mike Portney (Drums) vewöhnen den Hörer das ganze Album hindurch mit einfallsreichen Läufen und abenteuerlich-gelungenen Fill-Ins. Etwas gewöhnlich ist für mich nur die Ballade "Shine", auch textlich arg vage (verschämt christlich), aber selbst die hat einen hübschen Tonartwechsel in der Bridge (ab 3.45) und inspirierte Gitarrenmomente.
Das Besondere an der ganzen CD, die man in einem Stück durchhören kann und sollte, aber sind für mich die Soli: sie sind kurz, nie Selbstzweck, sondern bringen jeweils immer wieder ein neues tragfähiges Motiv hervor, nie kehrt die Band nach einem Solo einfach ins alte Thema zurück, als wäre nichts gewesen (wie es Jazzbands leider gerne machen).

Das Bonusmaterial von CD 2 unterstreicht die Klasse der Band. Mal eben so spielen sie u.a. "And you and I" von Yes und "Conquistador" von Procul Harum ein. Da diese Stücke ausformuliert und durchkomponiert sind, kann man sie schwerlich improvisierend verändern. Und man merkt in der Differenz auch, wie sehr sie jeweils von unvergleichlichen Stimmen getragen wurden, von Gary Brookers melancholischen Blues-Timbre bzw.von Jon Andersons mitunter schneidender glockenheller Stimme. Beides kann und will Morse nicht reproduzieren. Aber als Zusatzmaterial solche Perlen mal kurz Note für Note mitzuliefern, um den Hörern zusagen, da kommen wir her, daran könnt ihr uns messen, das hat etwas! Zumal sie den Vergleich mühelos standhalten.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 02.02.2014 18:38:47 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.02.2014 18:39:39 GMT+01:00
Henning meint:
Schön, wenigstens in einer Rezension etwas über die Musik zu lesen und nicht über die zart angeschlagene Befindlichkeit des Rezensenten oder sein Bedürfniss, sich notfalls unter Zuhilfename einiger geklauter Gedanken von vor 40 Jahren das Tom Sawyer Seelchen zu blähen. Danke dafür.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.02.2014 09:02:54 GMT+01:00
Gerne. Seh ich auch so,so sehr viel Leute lassen sich heute wohl gar nicht meehr riochtig auf die Musik ein
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