Kundenrezension

1.178 von 1.213 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wie gut ist gut genug?, 14. Februar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tamron 18-270mm F/3,5-6,3 Di II VC PZD Objektiv (62mm Filtergewinde) für Canon (Camera)
Für dieses Objektiv müsste man eigentlich zwei Beurteilungen abgeben. Eine gute für das Produkt als Superzoom und eine eher mäßige für das Produkt als Objektiv wie alle anderen auch.
Es ist nichts neues, dass Superzooms optisch nicht die höchste Auflösung, nicht den besten Kontrast etc. bieten. Auf der anderen Seite kann ich aber auch nicht einfach so tun, als gäbe die Einschränkungen nicht und so sind es eben "nur" drei Sterne. Ich hoffe aber, dass jeder Leser sich hier das Bild macht, das für ihn gerade interessant ist.

AUF DEN ERSTEN BLICK
Schon beim Auspacken des guten Stücks fällt auf, dass es wieder mit der wirklich sehr großzügigen 5-Jahresgarantie kommt (vorausgesetzt man registriert das Produkt). Außerdem ist man wirklich baff, wie klein, leicht und kompakt ein Zoom mit derartigem Brennweitenbereich sein kann. RESPEKT, Tamron! Das habt Ihr wirklich toll gemacht.
Dass die Sonnenblende mitgeliefert wird, ist auch schön abgesehen von den bösen Canon aber auch normal.
Die Qualitätsanmutung des Objektivs ist ganz gut. Nichts besonderes allerdings. Der Zoomring geht relativ schwer. Das fand ich persönlich nicht schlimm, zumal es Lens-Creep wirksam verhindert. Weniger gut hat mir da schon der manuelle Fokusring gefallen. Er verläuft viel zu steil und ist viel zu leichtgängig. Manuelles Fokussieren macht so jedenfalls keinen Spaß.

Bildqualität
1. Auflösung
Die Auflösung des Tamron 18-270 pzd ist viel besser, als ich gedacht habe. Es gibt zwar ein paar Stellen auf der Zoomskala, die wirklich mies aussehen (und leider sind das sehr wichtige Stellen). Wer seine Bilder nicht übermäßig groß ausdruckt oder in der 100%-Ansicht bewundert, der sollte aber in der Mehrzahl der Fälle zufrieden sein. Schade, dass die Abbildungsleistung ausgerechnet bei 18mm und bei 250-270mm (jeweils offen) besonders problematisch ist. Das ist vor allem im Tele ein Problem. Denn hier kann man die Qualität zwar durch Abblenden verbessern, hat dann aber ein echtes Lichtproblem. 270mm (432mm Kleinbild) bei f8 wollen schließlich erst mal ruhig gehalten werden. Außerdem erschwert das Abblenden natürlich das Freistellen eines Motivs.

2. Kontrast
In dieser Disziplin konnte mich das Tamron 18-270 pzd nicht überzeugen. Von den 5 Objektiven, die ich besitze (davon keines ein "L") bot es den mit Abstand schlechtesten Kontrast. Ebenso wie die Auflösung wird auch der Kontrast durch Abblenden erheblich verbessert. Aufgrund der Lichtverhältnisse will oder kann man aber eben nicht immer abblenden.

3. Chromatische Aberrationen
Sind leider reichlich vorhanden (wenn auch weniger in der Bildmitte). Abblenden hilft, aber....

4. Verzeichnung
Ich fand die Verzeichnung insgesamt tragbar. Sie ist in den meisten Brennweitenbereichen durchaus sichtbar, m.E. aber nur im Weitwinkel störend.

5. Farben
Die Farbwiedergabe leidet etwas unter dem mäßigen Kontrast. Ich hatte teilweise auch den Eindruck, dass die Linse etwas gelblich färbt.

6. Flares
sind mir nicht aufgefallen

AUTOFOKUS
Das Piezo-Drive des Tamron war für mich einer der Kaufgründe (ich dachte, ich könnte so mein lahmes 55-250 IS in Rente schicken). Tatsächlich ist der Fokus sehr angenehm leise und funktioniert zuverlässig. Leider arbeitet er keineswegs schneller als ein herkömmlicher Mikromotor. Im Gegenteil. Ich glaube, dass z.B. das Canon 18-200 schneller ist als der Testkandidat.

BILDSTABILISATOR
Antishake funktioniert gut beim Tamron 18-270 und gibt nur ein leises Geräusch von sich. Die Wirkung liegt allerdings sicher nicht bei 4 Blendenstufen (schafft die Konkurrenz aber auch nicht), sondern wohl eher bei guten 2.
Bei Testaufnahmen zu Hause habe ich außerdem festgestellt, dass sich der Stabi wirklich gar nicht mit Stativen verträgt. Ich weiß, das sagt man über alle Bildstabilisatoren. Ich habe den negativen Effekt aber noch nie so deutlich gesehen wie hier.

FAZIT
Als Superzoom macht das Tamron 18-270 pzd eine gute Figur. Gewicht und Ausmaße machen es zu einem tollen Reisebegleiter, und die Schärfe dürfte für die allermeisten Urlaubsfotos oder Bilder von Parties und Familienfeiern ausreichen. Das Maß an Verzeichnung und CAs geht angesichts der weiten Brennweite noch in Ordnung. Nicht gut finde ich allerdings den wirklich schwachen Kontrast sowie die Ausfälle in der Schärfe bei 18 und bei 270mm bei Offenblende. Die Lichtschwäche schränkt die Allround-Fähigkeiten der Linse ein, und der leise Autofokus müsste schneller sein. Außerdem finde ich auch den Preis angesichts der Leistungen der Konkurrenz (und dazu zählen m.E. auch Bridge-Kameras mit Superzoom) etwas happig. Insgesamt würde ich für das Superzoom die NOTE 2- vergeben.

Wertet man die bauartbedingten Kompromisse nicht als Entschuldigung, sieht die Sache natürlich anders aus. Da haben wir ein vergleichsweise teures Objektiv, das in keiner Einstellung 100%ig scharf wird, licht- und kontrastschwach ist und mit Verzeichnungen und CAs nicht spart. Es bietet eine Art Ultraschallmotor, fokussiert aber nicht schnell. Es besitzt einen Bildstabi, eignet sich aber wegen der schwachen Lichtstärke trotzdem nicht für Low-Light-Situationen. Als ENDNOTE wäre für mich bei ganz nüchterner Betrachtung daher nicht mehr als eine glatte 4 drin.
Ich bin froh, dass ich das Objektiv testen konnte. Wenn ich auf der nächsten Wanderung wieder über die ständig notwendigen Objektivwechsel oder über das Gewicht meines Rucksacks fluche, weiß ich wenigstens wieder, warum ich das tue. Den Hobby-Fotographen unter Ihnen, denen Bildqualität wichtig ist, rate ich davon ab, dieses Objektiv zu kaufen.
Wer seine Prioritäten anders als ich voll auf Flexibilität setzt, der darf meine Bewertung dagegen gerne als 4-Sterne-Rezension lesen. Denn wer in Kenntnis all der notwendigen Kompromisse ein Superzoom haben möchte, der ist mit dem TAMRON 18-270 sicherlich gut beraten.
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Kommentare

Von 7 Kunden verfolgt

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1-10 von 21 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 15.02.2011 10:25:29 GMT+01:00
happu9093 meint:
Sehr fundierte Kritik, alle Aspekte berücksichtigt, hat zu meiner Entscheidung, dass Objektiv nicht zu kaufen, entscheidend beigetragen.
happu9093

Veröffentlicht am 07.04.2011 22:16:02 GMT+02:00
[Von Amazon gelöscht am 10.04.2011 09:56:52 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 17.05.2011 19:17:43 GMT+02:00
Joerg Mueller meint:
Vielleicht sollte noch erwähnt werden, dass bei der Sony-Version dieses Objektives kein Bildstabilisator von Tamron verbaut wird, sondern auf das Anti-Shake-System im Body zurückgegriffen wird (wobei ich mich frage, warum die Sony-Variante nicht günstiger als die für Canon, Nikon & Co ist).

Quelle: http://www.tamron.eu/de/objektive/uebersicht/einzel/product/18-270mm-f35-63-di-ii-vc-pzd.html?b=de_nl_adac

Veröffentlicht am 24.05.2011 19:26:27 GMT+02:00
Wiso ändert sich die Auflösung beim Abblenden? Dadurch ändert sich doch in keinster Weise die Struktur des Glases.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.05.2011 20:07:46 GMT+02:00
Naftade meint:
Nein nein, die Struktur des Glases ändert sich auch nicht.
Bei einer aufgeblendeten Linse fällt das Licht aber nicht nur durch die Mitte (wo sie in aller Regel am schärfsten ist), sondern auch durch die Ränder. Deswegen kommt zwar insgesamt mehr Licht rein, die Schärfe leidet aber. Das ist ein relativ normaler Effekt. Bei guten Objektiven fällt der Unterschied aber nicht so stark ins Gewicht, weil auch die Ränder besser berechnet und/oder vergütet sind.
Aus dem gleichen Grund werden übrigens auch die Randabschattungen meist besser, wenn man abblendet. Und auch hier ist der Unterschied bei guten Gläsern weniger stark ausgeprägt als bei weniger guten.

Veröffentlicht am 02.06.2011 11:12:39 GMT+02:00
Kann mich da happu9093 nur anschließen.
Habe kurz mit diesem Objektiv geliebäugelt aber aufgrund dieser differenzierten und sehr gut geschriebenen Rezi das Ganze ad acta gelegt.
Danke!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.06.2011 22:21:36 GMT+02:00
S. Eikermann meint:
Wer mag, kann sich die Beispielsbilder anschauen, die ich hier eingestellt habe (aktuell die letzten Blütenbilder). Fehlenden Kontrast oder fehlende Schärfe kann ich dem Objektiv bei gutem Licht nicht bescheinigen.
Link: http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/24859767

Das ein Superzoom nicht mit Festbrennweiten mithalten kann, dürfte klar sein. Die Frage ist, ab wann gut nicht mehr gut genug ist?! Für ein S-Zoom macht das Tamron 18-270 PZD jedenfalls eine gute Figur. Für Umsteiger von einer Bridgekamera oder als einziges Urlaubsobjektiv in jedem Fall eine Überlegung wert.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.06.2011 22:53:30 GMT+02:00
Pik-Asso meint:
Das Beispielfoto und der Bericht von S. Eikermann haben mich überzeugt. Außerdem bin ich "nur" ein 08/15-Hobbyfotograf, der schnell mal ein schönes Foto ohne großes Gedöns machen will...

Veröffentlicht am 16.06.2011 23:06:26 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 16.06.2011 23:08:58 GMT+02:00
Naftade meint:
Gut gut! Freut, mich, dass meine Rezension hier nicht als Warnung missverstanden wurde. Ich sagte ja, dass manch einer mit diesem Objektiv sehr glücklich werden dürfte.
Was außerdem noch zu erwähnen wäre, ist der Preis. Der ist nämlich seit meinem Kauf im Februar um 70 EURO (!!!) gefallen.
Da kann man über das Preis-Leistungs-Verhältnis wahrlich nicht mehr meckern.
Trotzdem hab ich meine Entscheidung nicht bereut. Ich besitze jetzt seit ein paar Monaten das Canon 15-85 und bin damit sehr zufrieden.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.11.2011 22:54:06 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 18.11.2011 22:58:45 GMT+01:00
Llewellyn709 meint:
Sehr solide Rezension!
Zu beachten ist allerdings noch, daß es bei Tamron (wie auch bei Sigma) durchaus eine erhebliche Serienstreuung gibt. Wenn man Glück hat, kann es also durchaus sein, daß man ein deutlich besseres Exemplar erhält. Oder vielleicht mit etwas Pech ein noch schlechteres. :)
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