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Kundenrezension

1.085 von 1.210 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wir schauen nur, aber sehen nicht!, 24. September 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: The Dark Knight Rises [Blu-ray] (Blu-ray)
Wow, soviele unterschiedliche Kritiken über diesen Film und irgendwie gehen die Meinungen weit auseinander. Ist der Film nun ein Meisterwerk oder keines? Die jetzt erwartete Antwort folgt weiter unten, da ich hierfür etwas ausholen muss. Dieser Film ist der beste Beweis unserer Zeit, dass sich viele Menschen vor den Bildschirm setzen, das Hirn abschalten und sich berieseln lassen - besonders natürlich wenn es um etwas triviales wie einen Batmanstreifen geht. Mitdenken steht hier auf einem anderen Blatt und das ist wirklich schade. Es gibt einen schönen Spruch von Andrej Tarkowskij: "Wir schauen nur, aber wir sehen nicht!" TDKR verlangt jedoch genau das: Mitdenken! Warum? Ganz einfach: Weil Batman kein trivialer Superheld ala Avengers oder Superman ist. Batman ist komplex!

Batman ist anscheinend so komplex, dass alle bisherigen Regisseure, seine psychische Analyse nicht ganz unfreiwillig umgangen haben. Mit Nolan hat sich das geändert. Batman Begins beschäftigt sich mit Bruce Wayne, der versucht sein Trauma mithilfe einer Maske zu bekämpfen. Bruce ordnet seinem Ziel, der Bekämpfung von Ungerechtigkeit, alles unter – auch seine Mitmenschen und sein eigenes Leben. TDK zeigt, was er damit erreicht hat. Nolan wirft ihn an den Abgrund zwischen Rache und Gerechtigkeit. Batmans Taten verschwimmen, in dem er zu drastischeren Methoden greift (zB. Überwachung) um seine sadistischen und menschenverachtenden Feinde aufzuhalten. Nolan lässt hier sogar die Frage offen, ob letztendlich Bruces Ausbruch in Gestalt von Batman der Auslöser für die Existenz von Menschen wie dem Joker ist, der den Terror geradezu personifiziert.

(SPOILER ANFANG)
Diesen Terror spinnt Nolan nun gekonnt weiter. Anstatt zu wiederholen, was der Joker schon zu genüge gezeigt hat, setzt er eine Figur ins Spiel, die ähnlich wie der Joker, den Terror personifiziert, jedoch auf eine ganz andere Art. Was Bane denkt, zeigt sich gleich zu Beginn des Filmes: Einer der Gefolgsleute von Bane versucht das abstürzende Flugzeug zu verlassen. Bane fordert ihn jedoch auf, sitzen zu bleiben und sich zu opfern um (mit dem Blut des Professoren) den Flugzeugabsturz glaubwürdig zu machen. Der Mann will nur noch wissen ob die Operation erfolgreich war und ergibt sich wiederstandslos seinem Schicksal. Hier blitzt sie auf - die Definition des Terrorismus: Ein Mensch der all sein Handeln und Denken nur einem Ziel verschreibt: Der Zerstörung - und wenn es das eigene Leben kostet. Bane ist so ein Mensch.

Seine Motivation zur Revolution ist ganz eindeutig der Kaptialismus, den er als korrupt und verachtenswert hält. Selina sagt es schon ganz am Anfang im Film zu Bruce „Ihr werdet euch fragen, wie ihr so maßlos leben konntet und dem Rest so wenig (zu leben) gelassen habt.“ Bane schlägt in der Börse los und erschüttert die Elite von Gotham. Ein Firmenchef beschimpft Bane, dass er ihm so viel Geld geliehen hätte, was offenbar nutzlos für ihn selbst war. Bane sagt dazu nur: „Und das gibt dir Macht über mich?" - dann bricht er ihm das Genick. Nolans Botschaft ist klar - oder nicht? Er sympathisiert mit Occupy, doch er ist der Meinung dass diese Welt nicht besser werden kann. Wohl eher schlechter. Denn um das bestehende System von Arm und Reich aufzuspalten um einer Gerechtigkeit entgegen zu kommen, müssten die Aktivisten es machen wie Bane und zur Gewalt greifen. Doch das würde sie auf eine noch viel tiefere Stufe stellen.

An einer anderen Stelle sagt Bane: „ Wir sind nicht gekommen um zu erobern, sondern um zu befreien“ Ein Zitat eines amerikanischen Generals vor dem Einmarsch in den Irak" Nicht einmal versierte Filmkritiker haben es erkannt. Zitat: "Wir schauen nur, aber wir sehen nicht". Vom terroristischen Revolutionär entpuppt sich Bane später zum Stalinisten, der seine Gegner skrupellos beseitigt, indem er sie tötet oder in das Exil verbannt – Tot durch den Gang über ein Eisfeld, stellvertretend für den eisigen sibirischen Norden. Nolan drückt ihm sogar einen Zünder in die Hand zum sprengen der sog. „zivilisierten Welt“ wie Bane sie nennt. Er schürt die Angst vor dem Nuklearschlag, die wir gerade hier in Deutschland durch den Kalten Krieg kennen gelernt haben. Wahre Verzweiflung entsteht eben nur, wenn man einen restlichen Funken Hoffnung hegt, wie Bane sagt. An seinem ironischem Unterton den er an speziellen Stellen einsetzt und der vielen missfällt, kann man durchaus seine Niedertracht gegenüber den Menschen wahrnehmen und hin und wieder Wahrheit und Lüge ablesen.

Auf der anderen Seite steht Batman, der jedoch genauso ZWANGHAFT ist wie Bane. Batman hat den Zwang zu verhindern, dass den Menschen das Trauma wiederfährt, welches ihm selbst passiert ist. Die Maske die er erschaffen hat, im Glauben damit sein Trauma zu überwinden, hat ihm alles genommen. Seine Liebe und Hoffnung. Bruce ist am Anfang des Films dorthin zurückgekehrt, wo er nach dem Tod seiner Eltern schon einmal war. Dieser Zustand gipfelt dann im Aufeinandertreffen mit Bane. Einem Menschen, der ähnlich wie Bruce eben auch all sein Handeln und Denken einem Ziel unterwirft. So gesehen ist Batman ein Spiegelbild für die „zivilisierte Welt“, für das momentane auch konservative Amerika, das in sich zerrissen ist und mit fragwürdigen und nahezu wirkungslosen Methoden verzweifelt gegen den Terror aufzubegehren versucht. Batmans Sieg über Bane kann als politisch äußerst rechtes Statement interpretiert werden, da er eben auf der Seite der Reichen und Bevorzugten steht und das momentane ungerechte System unbedingt aufrecht erhalten will. Doch dieser Vergleich hinkt, da Bane letztendlich ein Terrorist bleibt, der mit einer tickenden Bombe alles und auch sich selbst in den Abgrund reißen will - nur eben mit einem Funken Hoffnung.

Aber das eigentlich besondere am Film ist die Reise von Bruce Wayne. Damit er Bane schlagen kann, muss Bruce über sich hinaus wachsen. Den Schlüssel dazu findet er in ganz menschlichen Dingen, wie zu lernen, den Tod wieder zu fürchten und das Leben zu schätzen. Er muss lernen, dass seine Zwänge ihn eben nicht kontrollieren. Seine Vergangenheit hat ihm eindeutig gezeigt, dass Gewalt nur zu Gegengewalt führt. Für Bruce geht es genau darum: um seine Reise zurück zur Menschlichkeit, seinem Durchbruch aus dem Teufelskreis der Gewalt und raus aus seinem Gummianzug in dem er immer steckt. Alfred sagt es zu Beginn: „ ... but some men rise from the darkness“ Nolan lässt (wenn auch nicht eindeutig) die Interpretation zu, dass die letzte Szene im Café nicht unbedingt real sein muss. War sie doch genauso geschnitten wie die zu Beginn des Filmes. Sie zeigt nicht, dass Bruce noch unbedingt lebt. Das was man sieht, kann auch der Vorstellung von Alfred entsprungen sein – seine Gewissheit dass sein Sohn (was Bruce ja eigentlich für ihn ist) endlich den Frieden gefunden hat, den er sich immer für ihn erhofft hatte. Denn ob er noch lebt oder nicht ist gar nicht so wichtig – Bruce hat den Durchbruch geschafft und dadurch ein unangreifbares Symbol für die Menschen erschaffen und dadurch hat er seinen Frieden gefunden.
(SPOILER: ENDE)

Ich muss sagen dass TDK nicht im Ansatz an die politische Brisanz von Rises heranreicht. Nolan verstrickt seine Figuren so sehr mit unseren aktuellen politischen Anschauungen und Geschehnissen, dass es nur so brodelt. Keiner hat so etwas in dieser Art vorher mit einem Thema gemacht, das eigentlich der Fantasie entspringt. All die Dinge die Nolan zeigt, kommen uns bekannt vor. Aber nicht aus Filmen, sondern aus den Nachrichten. Mit der Tatsache, dass er auch einen Bogen zurück zu Begins zieht, (was nie geplant war, als Nolan Begins machte), dass er sogar Charles Dickens Werk "A Tale of two Cities" einbezieht, zeigt, dass er ein absolut brilliantes Storygeflecht konstruiert hat, bei dem es bei all den Verweisen schwierig ist, wirklich alle Details zu erkennen und durchzudenken. Oder aber man sagt, Nolan hat es so sehr übertrieben, dass er durch das Ganze sein eigenes Werk erstickt. Damit aber macht man es sich zu einfach, weil man dadurch das alles als belanglos abtun würde.

JA, Nolan verlangt viel von seinem Publikum. Er sieht seine Zuschauer als ebenbürtig an. Und genau davor knicken viele Zuschauer ein. Hier wieder: "Wir schauen nur, aber wir sehen nicht". Dieser Film ist so tief, dass er trotz seines großen Erfolges sich schon wieder heraus bewegt, aus den klassischen Strukturen des Mainstream-Kinos. Mit dieser Vielschichtigkeit, den vielen Verweisen und Botschaften und einer brachialen Filmästhetik - bei der man schon glaubte sie sei ausgestorben, erhebt sich dieser Streifen weit über das hinaus, was alle bisherigen Genreverfilmungen zu bieten hatten. Ja, dieser Film ist ein Meisterwerk - wenn man den Deckel anhebt und interessiert den Inhalt betrachtet!
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Kommentare

Von 12 Kunden verfolgt

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1-10 von 97 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 27.09.2012 10:43:08 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 27.09.2012 10:46:38 GMT+02:00
Cinergi meint:
Eine Wahnsinns-Rezension !
Dankeschön. Tiefsinnig, wunderbar ausgearbeitet und toll strukturiert.
Begeistert,
H. Kleistil aus Pfaffenhofen

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.09.2012 14:50:38 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 29.09.2012 15:20:11 GMT+02:00
Flutsand meint:
[!!!Achtung Spoiler!!!]
auch ich bin der Meinung...dass das Ende nun wirklich nicht eindeutig ist...und verschiedene Interpretationen durchaus zulässt, was ich sehr begrüße, da es keinen Batman-Fan enttäuscht zurücklässt! So können alle Optimisten sich über ein sonniges "Happy End" freuen u. die Fraktion die mehr auf Tragik steht es als surreale Traumsequenz betrachten, die Alfred mal wieder tagträumt & schlicht vor sich hin phantasiert um seinen Seelenfrieden zu wahren (Erfüllung seines Herzenswunsch!) Ich mag die pessimistische Variante mehr...weil sie für mich ein besserer, weil passenderer Abschluss der ohnehin düsteren Nolan-Trilogie ist! Letztendlich also entscheidet hier der Zuschauer über das Ende und nicht der Regisseur, denn Nolan streut lediglich Hinweise, aber in beide Richtungen (Autopilot & Wunschtraum=Endszene)...Daumen hoch!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.09.2012 10:13:53 GMT+02:00
Patrick meint:
Finde ich auch. Spitzen Rezension!!!

Nolan hat es wirklich geschafft, dass ich mir endlich mal einen Batman-Film im Kino angesehen habe. Die Atmosphäre, die Story und vorallem die Musikhinterlegung von Hans Zimmer passt einfach wie die Faust aufs Auge. Was Joel Schuhmacher vergeigt hat und Tim Burton schon ganz gut getroffen hat, hat Nolan nun endlich perfektioniert.

Als ich die ersten Kommentare auf Amazon gelesen habe, musste ich erstmal lachern:
Kaum Batman zu sehen? wenig Aktion? am Anfang wird nur geredet? Joker war besser?

Wer durchgehend Aktion haben will, soll sich Transformers angucken oder andere Filme, die nicht wirklich eine gute Story haben, sondern nur von 3D, Spezialeffekten und dauerhaften Explosionen sich über Wasser halten.
Wie der Ersteller dieser genialen Rezesion schon erwähnt hat, wir als Zuschauer werden gefordert. Mitzudenken, sich in diese Person hineinzuversetzten und zu verstehen.

Den einzigen negativen Punkt den ich hätte wäre, dass die deutsche Synchronstimme von Bane sehr komisch klingt. Ich hoffe, dass wird auf der DVD/Blue-Ray anders sein. Er redet sehr oft mit einer höheren Stimme. Abunzu spricht er in einer tieferen Stimmenlage, die einfach viel besser passt, wozu dann dieses "Dr. Evil a la Austin Power gelabber"? xD

Nolans Batman-Reihe verköpern meiner Ansicht nach 3 Dinge:

1 Teil: Furcht (die er im ersten Teil bekämpft)
2 Teil: Das Chaos (was evtl. durch ihn erschaffen wurde und er bezwingen muss)
3 Teil: Schmerz, den er ertragen muss, weil er derjenige ist, der es ertragen kann! (Schlusssatz von The dark Knight)
Er muss über sich hinauswachsen, um endlich sich mit dem Tod seiner Eltern abzufinden und frieden zu finden.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.09.2012 15:24:39 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.09.2012 15:34:09 GMT+02:00
Thilo C. meint:
Auf die Gefahr hin, sofort auf den Deckel zu bekommen: Ein Meisterwerk würde ich diesen Film nun wirklich nicht nennen. Ich glaube echten Anspruch oder Tiefsinnigkeit kann man in keinem Superhelden-Film finden. Dafür sind die Motive einfach viel zu fern der Realität - es bleibt im Kern ein Comic über einen Millionär der Gangster mit bloßen Fäusten zu Klump haut. Die politischen Anspielungen sind unübersehbar, allerdings kann ich einfach keinen brauchbaren Schluss daraus ziehen, denn dazu liefern die eher schwammigen Charaktere einfach zu wenig Projektionsfläche. Deswegen schau ich mir aber auch keinen Batman-Film an, andere Aspekte sind da für mich viel wichtiger. Leider hat der Film aber gerade da seine Schwächen: Vor allem handwerklich ist Rises nicht mehr so ganz gut wie die Vorgänger. Viele offensichtliche CGI-Effekte (die mich persönlich immer sehr stören), schlechter Schnitt und alles wirkt etwas durcheinander erzählt. Die Stimme von Bane ist auch etwas zu lustig geraten, wer das auf die Synchro schiebt, hat den Film wohl noch nicht im Original gesehen - ich konnte mir das Lachen im ersten Moment nicht verkneifen. Auch das seine Stimme aus allen Lautsprechern hallt, war keine so gute Idee, finde ich...

Aber auch inhaltlich stören ein paar Sachen (Spoiler): Bane wird am Ende zum zweitklassigen Handlanger degradiert und findet dann ein sehr enttäuschendes Ende. Seine Komplizin findet ein ebenso unwürdiges Ende und erhält einen der schlechtesten Filmtode der jüngeren Filmgeschichte (ein letzter Atemzug und tot - noch wie in "der guten alten Zeit" :P ). Schade, dass auf Batmans neue Einstellung zum Töten keinerlei Bezug genommen wird. Das hätte interessant werden können.

Dann gibts noch viele Kleinigkeiten: Blake erkennt Batman an seinem Lächeln, die wundersame Heilung seiner Kniegelenke während der Gefangenschaft oder auch Banes Plan, die Stadt zu übernehmen und sich dann damit irgendwann in die Luft zu jagen - die Bombe ging ja so oder so hoch, mit oder ohne Zünder. Also warum die Stadt nicht gleich sprengen? Und am besten aus sicherer Distanz. Kein Film ist frei von solchen Kleinigkeiten, aber Nolan hat bereits mehrfach bewiesen, dass er es einfach besser kann. Ein guter Film auf jeden Fall, ein Meisterwerk wohl eher nicht. Die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte...;)

Noch was zum Ende: Ich finde den Schluss eigentlich ziemlich eindeutig, sonst wäre das Gerede um den Autopiloten und die anderen Hinweise völlig unnötig. Zuerst hatte ich auch Zweifel, schließlich hatte Batman nur 5 Minuten Zeit, um die Bombe wegzubringen und sich zu retten, aber das ist meiner Meinung nach dem Schnitt geschuldet, der eh kein Bild von den zeitlichen Zusammenhängen zulässt. Der Schnitt auf Bruce und Selina sowie das Buch zum Film machen es aber überdeutlich. Wenn uns der Regisseur im Unklaren lassen will, lässt er sowas einfach offen und jeder denkt sich seinen Teil.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.09.2012 16:27:04 GMT+02:00
KathiAM meint:
Exzellente Rezension und endlich mal genau das Gegenteil von den zig 100 hirnlosen und simpel gestrickten Kritiken hier! Der Ersteller hat sich sichtlich Gedanken gemacht!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.09.2012 20:15:13 GMT+02:00
Patches meint:
Das ist auch ein Problem, das ich mit dem Film habe ... für einen Actionfilm recht zahm, und mit Sicherheit meilenweit von wirklich anspruchsvollen Filmen entfernt. Ich habe TDKR direkt nach dem Kino als überambitioniert bezeichnet - er will zu vieles und ist dann leider über weite Strecken nichts "Ganzes". Ich persönlich bin der Meinung, dass es einige andere Superhelden-Verfilmungen deutlich besser schaffen, den Spagat zwischen Popcorn und Politik auf eine unterhaltsame Weise zu vollziehen. Ich lese immer wieder seitenlange Erklärungen warum TDKR besser ist als ich es denke - eigentlich aber sollte der Film diese Funktion übernehmen und zumindest so weit faszinieren, dass sich der Zuschauer "freiwillig" mit der Interpretation auseinandersetzt. Wo wir über Anspruch reden: Lynch schafft das, Greenaway schafft das, Nolan nicht (mehr).

Kein schlechter Film, aber der am wenigsten unterhaltsame der Trilogie - meiner Meinung nach :)

Veröffentlicht am 29.09.2012 20:07:53 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 01.12.2012 23:51:36 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.10.2012 13:37:52 GMT+02:00
Chr Heinig meint:
die stadt wurde nicht gleich aus sicherer entfernung in die luft gejagt, da bane den menschen hoffnung lassen will, bevor sie dennoch vernichtet werden. darum geht es ihm/ihr.

Veröffentlicht am 05.10.2012 14:32:42 GMT+02:00
ce81 meint:
Eine tolle Kritik! Hut ab, cyan 100!
Mir ist es so ähnlich wie Ihnen ergangen. Ich habe viele Sätze aus Ihrer Rezension nahezu identisch im Kopf gehabt. Dachte aber nicht, dass es sich lohnen würde hier zu posten. Wie man sieht, lohnt es sich doch!

Was mir im Zusammenhang mit Batman immer noch einfällt und worüber man nur selten redet ist, dass es im Prinzip nur 2 "echte" Superhelden gibt:

1. Superman- er wurde als Superheld geboren und
2. Batman - eigentlich der größere Held, weil er ein Mensch aus Fleisch und Blut ist, der sich nur seinen Anzug anzieht um das Böse zu bekämpfen. Und das nur mithilfe selbt gebauter Waffen.

Der Film, oder nie Trilogie an sich sprengt sämtliche Erwartungen, die man bisher an Comic- und/oder Batman-Verfilmungen hatte. Nicht nur die psychologische Tiefe, auch die optische Brillanz tragen dazu bei, dass diese Teile bereits ihren Platz in der Filmgeschichte gefunden haben und für viele Jahre ihresgleichen suchen werden...

Veröffentlicht am 06.10.2012 12:07:35 GMT+02:00
T. Vural meint:
Tolle Rezension. Alles auf den Punkt gebracht. Der Film war für einige eine Entttäuschung weil sie einen zweiten TDK erwartet haben. Genau wie das Leben sich weiterentwickelt, entwickeln sich auch in guten Filmen die Handlungen und die Characktere. Daher mein großes Lob an Nolan, der diese Entwicklung realistisch und glaubwürdig vollzogen hat.
Mein einziger Kritkpunkt was, dass mir überraschende Momente gefehlt haben. Manches, gar vieles war für einen Batman Fan vorrauszusehen. Mir hat ein wenig das Kribbeln und Gänsehaut Gefühl gefehlt. (wobei Banes Herkunft war auch für mich eine Überraschung). Jedoch ist der Film ein würdiger Abschuss einer grandiosen Trilogie. Die Messlatte wurde sehr hoch gelegt.
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