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Rezension bezieht sich auf: Live Rust (Audio CD)
Mit diesem Live-Monument von 1978/79 hat Neil Young nicht nur - in Verbindung mit dem nur wenige Monate zuvor veröffentlichten, ebenfalls live aufgenommenen, allerdings das Publikum größtenteils „ausblendenden" Meilenstein-Album „RUST NEVER SLEEPS" - die Wiederherstellung seines im Verlauf der 70er Jahre etwas angekratzten Renommees als einer der herausragendsten Persönlichkeiten der internationalen Rock-Szene geschafft, sondern zugleich eine Art von eigener „Tradition" begründet, jeweils zum Ende eines Jahrzehnts hin bzw. zur Jahrzehntwende zusammen mit CRAZY HORSE, der (jedenfalls wenn es darauf ankommt) wahrscheinlich lautesten Rockband der Welt, die ihm schon seit den späten 60ern immer wieder zur Seite gestanden hat und steht, eine Live-Werkschau von überaus beeindruckender Qualität zu präsentieren. „WELD" (1990/91) und „YEAR OF THE HORSE" (1996/97) sind die Fortsetzungen, und man kann sicher lange darüber streiten, welches dieser drei atemberaubenden, unglaublichen und überragenden Live-Dokumente denn nun das wirklich beste, großartigste, überwältigendste oder was-auch-immer-für-einen-Superlativ-man-noch-finden-mag ist. Zugegeben: Ich persönlich halte „WELD" schlicht für überhaupt das Beste, was man bislang jemals von Neil Young zu hören gekriegt hat, vielleicht sogar neben Dylans 1966er Live-in-Manchester-Mitschnitt, berühmt geworden unter der (falschen) Bezeichnung „The ‚Royal Albert Hall' Concert" und 1998 endlich offiziell veröffentlicht als „BOB DYLAN LIVE 1966", und John Cales SABOTAGE/LIVE von 1979 für eines der ehrlichsten, mitreißendsten und besten Live-Dokumente der Rockgeschichte insgesamt; aber das soll die überschwengliche Begeisterung für und die Bedeutung von „LIVE RUST" um nichts schmälern. Jedes der drei genannten NEIL YOUNG & CRAZY HORSE-Live-Alben für sich ist - bei aller „vordergründigen" Ähnlichkeit - einzigartig und unvergleichlich. Während allerdings „WELD" und „YEAR OF THE HORSE" (fast) ausschließlich die „laute" Seite Neil Youngs mit ihren unerhörten E-Gitarren-Gewittern (re-)präsentieren, beeindruckt LIVE RUST durch das „harmonische" Neben- und Miteinander von überwiegend solo nur zu Akustikgitarre (oder Piano) und Harmonika vorgetragenen Songs (atemberaubend in seiner Schlichtheit und fast schmerzlichen Schönheit etwa der Opener „Sugar Mountain", herausragend auch die akustische Version des Programmtitels aus Youngs „Rust"-Phase „My My, Hey Hey (Out Of The Blue)" und die gegenüber dem Original auf Youngs „Hitalbum" der frühen 70er Jahre „HARVEST" viel eindringlichere Fassung des (Anti-)Drogensongs „The Needle And The Damage Done") einerseits und lautesten, im besten Sinne „dreckigen", von E-Gitarren-Lärm allerfeinster Art nur so strotzenden Rock'n'Roll-Stücken (neben meinen persönlichen absoluten Favoriten „Sedan Delivery" - von Young mit dem vielsagenden Statement „We'll play some Rock'n'Roll..." vorgestellt - und der „Hey Hey, My My (Into The Black)" genannten brutal harten elektrischen Version von „My My, Hey Hey" besonders erwähnenswert „Powderfinger", „Like a Hurricane" und das abschließende „Tonight's The Night") andererseits. Alles in allem: Zumindest dieses eine Album von Neil Young sollte eigentlich JEDER haben!
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