Kundenrezension

761 von 890 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Stärken und Schwächen beim Namen nennen!, 27. August 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen (Gebundene Ausgabe)
Die polarisierende Wirkung dieses Buches ist wirklich beeindruckend. 90 Prozent der Leute sagen "Jawoll, Sarazin hat recht", 10 Prozent sagen "Sarrazin spinnt", und dazwischen gibt es fast nichts. Warum? Weil die meisten Menschen sich schon die entsprechende Meinungsbrille aufsetzen, bevor sie das Buch in die Hand nehmen und dann nur das sehen, was sie sehen möchten. Das ist zwar menschlich, aber wir sollten trotzdem versuchen, uns mit dem Buch sachlich auseinanderzusetzen und seine Stärken und Schwächen benennen.

Hier liegen die Stärken des Buchs:
1. Sarrazin spricht ein wichtiges Thema an, das von der Politik bisher nicht ausreichend angepackt wurde. Eigentlich müsste das Thema Integration ganz vorne auf der politischen Agenda stehen.
2. Der Autor hat viele Zahlen zusammengetragen, die eine deutliche Sprache sprechen.
3. Sarrazin hat Mut zur eigenen Meinung, was in der heutigen Politiklandschaft selten geworden ist.
4. Er zeigt auf, dass es nicht den integrationsunwilligen Ausländer an sich gibt, sondern verschiedene Gruppen mit größeren und schlechteren Integrationserfolgen, und er analysiert die Ursachen.

Das Buch hat aber auch Schwächen, nämlich folgende:
1. Sarrazin hat sich in das Gebiet der Genetik begeben. Hier kennt er sich eindeutig zu wenig aus, und das Thema bringt auch in der Debatte gar nichts. Es gibt lediglich Kritikern die Gelegenheit, sich auf Nebenkriegsschauplätzen auszutoben und Sarrazin mundtot zu machen.
2. Sarrazin malt mit seinen "Modellrechnungen" und "Satiren" ein Zukunftsbild, dass bei vielen Menschen Ängste weckt, und Angst ist kein guter Ratgeber, wenn es um politische Meinungsbildung geht.
3. Der Autor will Deutschland retten, indem er "intelligente" Frauen für die Fortpflanzung belohnt. Ein völlig gestriger Ansatz. Wir sollten das Geld lieber in die Ausbildung der Kinder stecken, die schon da sind!

Was das Buch abgesehen von seinem Inhalt aber noch zu einem sehr wichtigen Buch macht, ist, dass es uns zeigt, wie schlecht es in Deutschland zurzeit um die Meinungsfreiheit bestellt ist. Das sollte uns wirklich zu denken geben!
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Kommentare

Von 7 Kunden verfolgt

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1-10 von 116 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 07.09.2010 10:40:02 GMT+02:00
[Von Amazon gelöscht am 17.01.2011 14:42:49 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 07.09.2010 15:49:24 GMT+02:00
3. Der Autor will Deutschland retten, indem er "intelligente" Frauen für die Fortpflanzung belohnt. Ein völlig gestriger Ansatz. Wir sollten das Geld lieber in die Ausbildung der Kinder stecken, die schon da sind!

Können sie diese These begründen? Ich finde die Idee sehr gut! Berufliche Karriere und Kind unter einen Hut zu bekommen ist nun einmal wesentlich schwieriger als Hausfrau und Mutter zu sein. Warum ist es falsch, wenn hier der Staat hilft? Frauen, die Karriere machen, haben nun einmal im Regelfall mehr Qualitäten, die sie an die nächste Generation weitergeben könnten als Analphabetinnen aus Ostanatolien, oder sehen Sie das anders?

Veröffentlicht am 07.09.2010 20:19:23 GMT+02:00
SmatyTaty84 meint:
Die Einspieler in den TalkRunden scheinen ihre Wirkung zu zeigen.

- Die Modellrechnungen sind nur dann Modellrechnungen wenn keine unvorhersehbare Ereignisse eintreten, Viele Politiker wollen aber das alles bleibt wie bisher, wenn alles so bleibt dann werden aus Modellrechnungen Prognosen wenn nicht zufällig ein Killervirus oder Meteoriteneinschlag passiert. Und wenn ein Zukunftsbild Angst einflösst dann muss man erst recht darauf hinweisen.

- Sarrazins "Thesen" zur Intelligenz entsprechen dem aktuellen Stand der Wissenschaft, die Wissenschaftler in den Einspielungen der Talkshows haben sich nur aus politischen Gründen und auch nur scheinbar distanziert, selbst die Psychologin die Sagte es wäre quatsch
"Intelligenz ist zu 50-80% erblich" zu sagen, sagt selber "Die Unterschiede in der Intelligenzt sind zu 50-80% genetisch Bedingt" o.ä. Der Unterschied ist die Umgangssprachliche Formulierung Sarrazins und die Fachlich korrekte Formulierung der Psychologin. Aber selbst viele Psychologen drücken sich da falsch aus. Gemeint ist aber das gleiche.

Gestrig sind die Nicht-"Biologisten". Sie folgen einer Ideologie die ein Relikt aus der Sovietunion ist, nämlich das man keine angeborenen Eigenschaften zur erklärung von Verhalten heranziehen darf.
Denn auch mit noch so viel Geld gibt es Menschen die kann man einfach nicht z.b. zum Maschinenbauingenieur ausbilden.
Man muss Begabten Kinder eine Ausbildung ermöglichen die ihren Fähigkeiten entspricht, unabhängig vom Einkommen der Eltern, aber man kann die Begabung nicht durch Geld "erfördern", sie ist angeboren und vererbt sich.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.09.2010 00:07:14 GMT+02:00
Naoko meint:
Ich denke erst einmal, dass es kein gutes Kriterium gibt, an dem man festmachen kann, wer diese Prämie bekommen soll und wer nicht. Und was machen wir, wenn dann eben doch Migrantenfamilien es schaffen, ihre Kinder bis an die Uni zu bringen? Bekommen die Mütter das Geld dann noch nachträglich überwiesen (plus Bonus für erschwerte Ausgangsbedingungen)? Und wenn eine "intelligente" Frau ein Kind zur Welt bringt, das dann nachher nicht die erhofften Leistungen bringt? Muss sie das Geld zurückgeben? Wie würden sich Kinder fühlen, die das Label Prämienkind tragen?
Ich bin bestimmt keine Sozialromantikerin, aber in einer Gesellschaft, in der wir uns mit solchen Fragen auseinandersetzen müssten, möchte ich nicht leben. Allerdings muss unsere Gesellschaft familienfreundlicher werden. Es muss Frauen erleichtert werden, für ein paar Jahre aus dem Beruf auszusteigen, stundenweise oder von zu Hause aus zu arbeiten. Unsere Arbeitswelt ist in dieser Beziehung noch zu starr.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.09.2010 00:46:14 GMT+02:00
Naoko meint:
Zu den Modellrechnungen: Ich sage nicht, dass man Fakten verschweigen soll, damit das Volk glücklich und unwissend weiterleben kann. Zugegeben, es ist nicht leicht, die Bürger angemessen zu informieren, ohne ein Angstszenario aufzubauen. Sarrazin ist es aber jedenfalls nicht gelungen. Es ist einfach so (das ist auch wissenschaftlich erwiesen), dass Angst und ein kühler Kopf nicht gut zusammengehen. Und einen kühlen Kopf brauchen wir alle, um den Problemen angemessen zu begegnen.

Zu vererbter Intelligenz und Gebärprämien: Natürlich wird Intelligenz teilweise vererbt, zu welchem Prozentsatz auch immer! Aber was fangen wir mit diesem Wissen an? Wer soll anhand welcher Kriterien entscheiden, wer zu den Intelligenten und Förderungswürdigen gehört? In der Theorie klingt das immer so schön einfach: Jetzt zahlen wir Prämien an intelligente Mütter und bekommen dann ganz viele schlaue Kinder. Aber dann haben wir nachher massenweise Familien, die (zu Recht) sagen: "Schauen Sie, unsere Kinder haben Super-Schulnoten, und wir haben keine Prämie bekommen." Oder Leute, die hinter vorgehaltener Hand sagen: "Guck mal, deren Kind ist sitzengeblieben. Und dabei haben die damals 'ne Prämie für intelligenten Nachwuchs kassiert." Es muss andere Wege geben, um unsere Gesellschaft familienfreundlicher zu machen und so auch die Entscheidung zum Nachwuchs attraktiver zu machen. Vor allem muss der Arbeitsmarkt flexibler werden, wenn es darum geht, Müttern den Wiedereinstieg in den Beruf zu erleichtern. Und hier sollte auch die Politik mit Hilfe von Gesetzen Druck machen.

Veröffentlicht am 09.09.2010 00:41:21 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 09.09.2010 00:43:12 GMT+02:00
Lulu meint:
"1. Sarrazin hat sich in das Gebiet der Genetik begeben. Hier kennt er sich eindeutig zu wenig aus, und das Thema bringt auch in der Debatte gar nichts. Es gibt lediglich Kritikern die Gelegenheit, sich auf Nebenkriegsschauplätzen auszutoben und Sarrazin mundtot zu machen."

Nun ist aber Sarrazin kein Politisch-Korrekter, der nur deshalb ein wichtiges Thema erst gar nicht anspricht, weil er damit Kritikern irgendeine Gelegenheit geben könnte.
Tatsächlich hat er in exakt diesen Punkten recht, und mir persönlich scheint das Thema insgesamt fast noch wichtiger zu sein, als das Integrationsthema.
Warum das so ist und warum der "Biologist" Sarrazin recht hat:
Peter Mersch: "Der Fall Thilo Sarrazin" (http://knol.google.com/k/peter-mersch/der-fall-thilo-sarrazin/6u2bxygsjec7/120)
Rindermann/Rost: "Was ist dran an Sarrazins Thesen?" (http://www.faz.net/s/Rub9B4326FE2669456BAC0CF17E0C7E9105/Doc~EBFC72F0534A149BE84CA714A883B6B5C~ATpl~Ecommon~Scontent.html)

"2. Sarrazin malt mit seinen 'Modellrechnungen' und 'Satiren' ein Zukunftsbild, dass bei vielen Menschen Ängste weckt, und Angst ist kein guter Ratgeber, wenn es um politische Meinungsbildung geht."

Die Wetterfrösche reden davon, dass der Meeresspiegel bis 2100 um 2 m ansteigen könnte. Hamburg müsste dann wohl aufgegeben werden. Bangladesh und Venedig sowieso. Sollte man das verschweigen?

"3. Der Autor will Deutschland retten, indem er 'intelligente' Frauen für die Fortpflanzung belohnt. Ein völlig gestriger Ansatz. Wir sollten das Geld lieber in die Ausbildung der Kinder stecken, die schon da sind!"

Das ist eine lamarckistische Vorstellung von der Welt, die unter Biologen verpönt ist. Nehmen wir mal an, die Bäume in Afrika würden sukzessive immer höher werden. Dann würde es auch nichts nützen, wenn die Giraffen sagen: "Der Vorschlag, die Weibchen sollten beim Sex Männchen mit besonders langen Hälsen bevorzugen, ist ein ewig-Gestriger. Besser ist es in Halsstreckübungen zu investieren."

Seit Weismann gilt Plan B als widerlegt.

Ihr Beitrag zeigte mir mal wieder, wie schwer sich Menschen mit der Evolutionstheorie tun. Sarrazin redet ganz maßgeblich von Generationengerechtigkeit und den nächsten Generationen. Sie reden von der aktuellen Generation. Um die ging es aber schon viel zu oft. Der nächsten Generation hinterlassen wir 1,8 Billionen Schulden. Ich finde, nun könnten wir mal wirklich was für die tun, z. B. in denen wir ihnen gebildete Mütter spendieren.

LG Lena

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.09.2010 00:56:02 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 09.09.2010 00:59:16 GMT+02:00
Lulu meint:
"Es muss andere Wege geben, um unsere Gesellschaft familienfreundlicher zu machen und so auch die Entscheidung zum Nachwuchs attraktiver zu machen."

Peter Mersch meint schon länger, dass wir einen ganz anderen Weg gehen müssen. Wir sollten einen Beruf für Familienarbeit einführen. Erläutert wird das z. B. hier:
http://knol.google.com/k/peter-mersch/familienarbeit-in-gleichberechtigten/6u2bxygsjec7/2

Mir scheint das die einzige funktionable Lösung zu sein. Das Problem ist nämlich unser Sozialstaat.
Die Bienen haben im Grunde die gleiche Lösung einführen müssen. Wenn jede Biene für sich Nahrung besorgt und eigene Nachkommen hat (solitäre Bienen), ist alles noch ganz einfach. Schwierig wird es, wenn die Bienen die Nahrung gemeinsam besorgen. Dann können sie nicht mehr alle ihre eigenen Nachkommen haben (jedenfalls nicht mehr beliebig viele). Denn dann würden diejenigen, die keine Nahrung beschaffen, die meisten Eier legen können. Genau das bildet sich dann mit der Zeit auch aus: Die einen fliegen die ganze Zeit hinaus und sind Erwerbsbienen (Arbeiterinnen), die anderen werden zu Hausfrauen (Königinnen). Man beachte, bei den Bienen werden alle sozialen Arbeiten von den Weibchen erledigt. Die legen die Eier und beschaffen die Nahrung. In einer patriarchalischen Gesellschaft, in der nur Männer arbeiten gehen, besteht das Problem nicht. Das eigentliche Problem in unserer Gesellschaft sind die arbeitenden Frauen. Für die gilt: Je erfolgreicher sie im Beruf sind (je intelligenter und gebildeter), desto weniger Zeit haben sie für Kinder. Dieses Konzept ist biologisch betrachtet runinös. Es wird unsere Gesellschaft zerstören. Was wir jetzt brauchen, ist eine sexuelle Arbeitsteilung unter Frauen: Die einen gehen arbeiten und haben keine oder wenige Kinder, die anderen ziehen hauptsächlich Kinder auf (Königinnen). Die muss man dann natürlich dafür bezahlen, weil sie diesen Beruf haben.

Kleiner Hinweis: In der Natur ist es immer so, dass die fittesten Individuen die Nachwuchsarbeit übernehmen. Das hat zwingende evolutive Gründe. Wir machen es aktuell genau umgekehrt. Wir überlassen die Nachwuchsarbeit mehr und mehr der Sozialhilfe, also denen, die keinen Job finden konnten. Das ist erschreckend.

Zur Erblichkeit von Intelligenz noch einmal. Mersch schreibt dazu ganz kühl:

<<Nehmen wir einmal an, dies alles würde exakt so stimmen. Müsste man dann nicht ebenfalls das Anliegen Thilo Sarrazins unterstützen, Kinder wieder verstärkt in sozialisatorisch erfolgreichen Familien mit gutem Einkommen, hoher Bildung und guten Deutschkenntnissen aufwachsen zu lassen? Wäre das unter solchen Gegebenheiten nicht ein geradezu zutiefst humaner Vorschlag? Anders gefragt: Wo könnte der Sinn darin bestehen, Kinder zu immer höheren Anteilen in die Armut und Bildungsferne abzuschieben, wenn Studien angeblich längst sicher belegen, dass sich vorhandene Intelligenzanlagen unter solchen Umständen ganz besonders schlecht entfalten können?
Für die zu ergreifenden Maßnahmen ist es deshalb letztlich egal, ob Intelligenz erblich ist oder nicht: Die aus den bislang vorliegenden Untersuchungen zu ziehenden familienpolitischen Konsequenzen wären in beiden Fällen die gleichen: Kinder sollten bevorzugt dort aufwachsen, wo sie von Haus aus gefördert werden und besonders reichliche intellektuelle Anregungen erfahren. Nichts anderes fordert Thilo Sarrazin: "Mehr Kinder von den Klugen, bevor es zu spät ist."
Und an nichts anderes hält sich die Natur seit mehr als 3 Milliarden Jahren.>>

Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen.

LG Lena

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.09.2010 04:07:02 GMT+02:00
Naoko meint:
Liebe Lena Waider,

vielen Dank für Ihre ausführlichen Kommentare und auch für die Links. Die Aufsätze von Herrn Mersch sind in der Tat interessant. Dennoch bleibe ich dabei, dass ich die Debatte über Genetik und die Vererbbarkeit von Intelligenz in der aktuellen Diskussion für nicht besonders nützlich halte. Dass Intelligenz sich zu einem gewissen Prozentsatz vererbt, streite ich ja gar nicht ab. Aber was bringt uns denn dieses Wissen?

Sie zitieren Mersch mit folgendem Satz: "Müsste man dann nicht ebenfalls das Anliegen Thilo Sarrazins unterstützen, Kinder wieder verstärkt in sozialisatorisch erfolgreichen Familien mit gutem Einkommen, hoher Bildung und guten Deutschkenntnissen aufwachsen zu lassen?" Das Anliegen findet sicher jeder toll, die Frage ist nur, wie kommen wir dahin? Mit Gebärprämien für Akademikerinnen? Warum ich das für keine gute Idee halte, habe ich oben bereits erläutert. Und das Familienarbeitsmodell von Herrn Mersch, dass ich an sich nicht schlecht finde, hat in der praktischen Umsetzung auch seine Tücken. Wenn Sie alle kinderlosen Bürger dazu verpflichten, einen Unterhaltsbeitrag an "qualifizierte" Großfamilien zu zahlen, stoßen Sie damit alle vor den Kopf, die ungewollt kinderlos sind (und das sind nicht wenige). Nun könnte man ja noch sagen, egal, die haben halt Pech gehabt. Aber ich frage mich auch, wie die "Qualifikationen" einer Frau aussehen sollen, die dann stellvertretend für mehrere Kinderlose berufsmäßig eine Großfamilie gründet. Ab einem staatlich geprüften IQ ab 110 und nach bestandenen Prüfungen in Hauswirtschaft, Säuglingspflege und Pädagogik kann's losgehen? Und Frauen, die sich viele Kinder wünschen und bei diesen Tests vielleicht knapp durchfallen, bekommen nichts?

Da bleibe ich lieber bei meinem vielleicht eher langweiligen Wunsch, dass die Arbeitswelt sich auf politischen Druck hin mehr den Frauen anpasst, die Job und Kinder unter einen Hut bringen wollen. Und darüber hinaus bleibe ich auch bei der These, dass wir vor allem (nicht nur Geld, sondern Interesse, Zeit und Engagement) in die Kinder investieren sollten, die schon da sind, egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund.

Ich tue mich übrigens nicht schwer mit der Evolutionstheorie, wie sie offenbar vermuten. Bin z. B. ein großer Fan von Richard Dawkins. Ich denke nur, dass die Erkenntnisse der Biologie keine Patentrezepte liefern, wie wir unsere gesellschaftlichen Probleme lösen können. Dafür unterscheiden wir uns dann doch, obwohl wir biologisch gesehen Tiere sind, zu sehr von Giraffen oder Bienen.

Liebe Grüße
Naoko

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.09.2010 11:08:59 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 09.09.2010 11:09:35 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.09.2010 11:18:15 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 09.09.2010 11:29:34 GMT+02:00
Bridget B. meint:
Alle Rezensionen werden scheinbar gelöscht. Dann macht es keinen Sinn ...
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