Kundenrezension

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5.0 von 5 Sternen Wie der Ritt auf einem Blitz!, 1. September 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Ride the Lightning (Audio CD)
Liebliche Akkustik-Töne erklingen zu Beginn und lassen den Hörer träumen. Doch nach 40 Sec. ist es vorbei mit der Träumerei. Ein gnadenloses Riffgewitter bricht über uns herein, und Metallica donnern uns mit "Fight Fire With Fire" zu Boden. Schnell, laut und hart ist dieser Song, der von der Gefahr eines Atomkrieges berichtet. Dieser Song bildet eines der schnellsten Lieder, die Metallica jemals geschrieben haben. Ein Opener, wie man keinen besseren für ein Album finden hätte können.
Stampfend legt schließlich der Titeltrack nach. Hauptsächlich im Midtempo gespielt, wird hier von der Angst eines Mannes erzählt, zu Unrecht auf dem elektrischen Stuhl gelandet zu sein. Zum Mittelteil hin steigt das Tempo jedoch merklich an, und Hammetts Gitarrensolo flitzt schließlich flott davon. Wunderbar.
Dann erklingen Glockentöne, die mittlerweile jeder Metal-Head kennt. "For Whom The Bell Tolls", eine der größten Metal-Hymnen, die je gespielt wurden und einer der unzähligen Mega-Hits der Band. Was Manowar krampfhaft auf jedem Album versuchen, nämlich Hymnen zu entwerfen, die die Fäuste der Metaller in die Luft recken lassen, schütteln Metallica hier grad mal lässig aus dem Ärmel. Epischer geht es einfach nicht. Hetfield & Co. zeigen allen hier, wem die Stunde schlägt.
Dann folgt die erste Ballade aus der Feder der Band. Ungewöhnlich bis zu diesem Zeitpunkt ist Hetfields Stimme, der diesen Song mit Klargesang einsingt und ihm dabei eine dramatische Note verleiht. Ein Song, der von den Selbstmordgedanken eines depressiven Menschen handelt und Gänsehaut erzeugt.
Doch dann ist es wieder vorbei, schon peitscht "Trapped Under Ice" vorwärts. Dieser Song klingt noch sehr stark an den Sound des Debüts angelehnt. Besonders die Gitarrensoli zwischen den Strophen klingen wie bei den Hits von "Kill 'Em All".
In rockigem Tempo geht es weiter mit "Escape". Der Kontrast von Hetfields Stimme ist hier stark zu erkennen, schreit er doch die Strophen geradezu ins Mikro, während er dem Refrain einen sehr melodiösen Klargesang verpasst.
Dann folgt der nächste Überhit: "Creeping Death" knallt aus den Boxen, und im Gegensatz zum Songtitel ist die Musik alles andere als schleichend. Man muss einfach die Luftgitarre auspacken, wenn Hetfield knarzend von den bieblischen Plagen, die über das Land Ägypten hereinbrechen, erzählt. Höhepunkt stellt hier eben die Bridge dar, in der die zehnte Plage den Tod ankündigt.
Den Abschluss des Albums bildet das leicht verstörende Instrumental "The Call Of Ktulu". Eine Anlehnung an den Mythos um das Wesen Cthulhu aus der Feder von H.P. Lovecraft.

Was soll man nun zu diesem Album sagen? Es ist ein Meisterwerk, ganz klar. Hier erkennt man die Handschrift von Cliff Burton, der mit seiner klassischen musikalischen Ausbildung der Band ganz neue Facetten aufzeigte. Die Musik auf diesem Album ist noch immer hart, schnell und laut, doch um einiges melodiöser als noch der Vorgänger. Hammetts Soli, bereits vom Vorgänger bekannt, wurden hier nochmals ausgebaut und der Lockenkopf mit den wirren Flitzefingern tobt sich so richtig aus, dass es eine wahre Freude ist. In jedem Song bereitet bereits sein Gitarrenspiel Gänsehaut.
Aus heutiger Sicht ist der Albumtitel sehr treffend gewählt. Die Musik klingt durchweg wie der Ritt auf einem Blitz. Und Hetfields Stimme, damals noch hell und mit einem rauhen Krächzen im Kehlkopf, passt hervorragend zu den Songs. Wollte er doch damals einen anderen Sänger suchen, so kann man aus heutiger Sicht nur den Göttern danken, dass dies nicht gelungen ist. "Ride The Lightning" wäre nicht der Meilenstein geworden, der er heute ist.
Das textliche Konzept beschäftigt sich mit Verzweiflung ("Fade To Black"), Alpträumen ("Ride The Lightning") Todesängsten ("Trapped Under Ice") oder globalen Bedrohungen ("Fight Fire With Fire"). Teilweise sind den Songs auch ganz leichte Hintergrundgeräusche beigemischt, wie etwa die Explosion einer Atombombe am Ende von "Fight Fire With Fire" oder einer Alarmsirene bei "Escape". Diese geben den Songs noch ein gewisses Flair.
Abschließend kann man einfach nur sagen: Ich persönlich empfinde dieses Album als ein großartiges Werk. Metallicas frühe Werke gehören zum Grundschulwissen eines Metallers. Und wenn man sich der Musik öffnet, kann man mit den vier Jungs gemeinsam auf dem Blitz dahinreiten und eine Reise in die frühen Achziger unternehmen. Grandios.
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