Kundenrezension

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen düster und experimentell, dennoch sehr gut gelungen, 14. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Renewal (Audio CD)
Dies ist das erste der ungeliebten 4 Alben Kreators zwischen 1992 und 1999. Angeblich soll das Industrial sein, aber wer das behauptet, der hat nicht richtig reingehört. Glen Danzig hat mit Blackaciddevil eine hundertprozentige Wendung zum Industrial genommen. Dieses Album ist meiner Ansicht nach nach wie vor Thrash, diesmal mit sehr punkiger Note, und einigen Einflüssen aus dem Industrial-Bereich, die aber nie so weit gehen, dass sie die Songs dominieren würden. Einige Loops und Samples, das war's; Ansonsten gibt's das gewohnte Kreator-Brett, groovige Midtempo-Songs, blitzschnelle Knüppelorgien und Milles aggressives Shouting. Der grösste Unterschied zu Coma Of Souls ist, dass die Musik sich öfters mehr in Richtung Punk/Hardcore bewegt, als bislang üblich. Dennoch gibt's hierrauf nicht nur Computergeblubber mit dünnen Gitarren und verzerrtem Gekreische, sondern aggressiven, schnellen Heavy Metal - genauergesagt eines der aggressivsten Kreator-Alben überhaupt.
Es beginnt mit Winter "Martyrium", einem Lied, dass genau diese Beschreibung der Musik gut zusammenfasst. Insgesamt ein sehr an Hardcore orientierter Song mit brutalem Drumming, gemischt mit stampfenden Heavy-Riffs und gelegentlich einigen schüchternen Samples, die dem Song aber nur eine umso kältere und düsterer Atmosphäre verleihen.
Daran schließt sich der bekannteste Song, "Renewal" an. Ein Midtempo-Kracher aller erster Güte mit akut adipösen Riffs.
"Reflection" ist weitaus experimenteller, mit seiner Mixtur aus groovigen Neo-Thrash-Riffs und doomigen Passagen. Am ehesten kann man dieses aus zahlreichen Tempowechseln bestehende Lied als "düster und atmophärisch" bezeichnen. Kein Song, der schnell ins Ohr geht, sondern ein Lied, dass eigentlich nur innerhalb des Gesamtwerkes zur Intensivierung der "apokalyptischen Stimmung" funktioniert.
"Brainseed" ist wesentlich kompakter und gradliniger und bietet wieder einen Hochgeschwindigkeits-Thrasher, dem einige vielleicht nicht ganz notwendige Industrial-Samples beigefügt wurden.
"Karmic Wheel" drosselt das Tempo wieder stark, und abermals entpuppt sich ein fast doomiges Stück, dass sich ähnlich schwerfällig und schwer zugänglich gibt, wie "Reflection". Nach 3 Minuten wird's sehr progressiv und fast psychedelisch.
"Realitätskontrolle" ist dann ein reines Industrial-Instrumental, dass in "Zero To None" mündet, einem weiteren brutalen Thrash-Kracher, der hauptsächlich im Midtempobereich angesiedelt ist, aber gegen Ende richtig auf's Gaspedal tritt.
"Europe After The Rain" ist die konsequenten Folge, und bietet eine 1-A-Knüppelorgie mit Hardcore-Einschlag im Stil von "Winter Martyrium".
Die Platte endet dann mit "Depression Unrest". Ein Song im mittleren Geschwindigkeitsbereich, dass einerseits sehr mit Industial-Klängen experimentiert, andereseits aber auch am meisten Melodie mitbringt. Die simplen Riffs grooven aber, die Samples stören nicht und sind nur sorgfältig gewählte Beigabe, und der relativ melodische Refrain, sowie das gefühlvolle Solo wirkt abgesichts der kompromislosen Brutalität des Restes des Albums sehr erfrischend.
Insgesamt also ein sehr gutes Album, dem man aber Zeit widmen muss. Bis auf Renewal gibt es hier keine wirklichen "Hits", sondern die Songs entfalten ihre Kraft nur als Teil eines beeindruckendes Gesamtwerkes. Die Stimmung ist düster, kalt und apokalyptisch, die Songs simpler, das Album jedoch abwechslungsreicher, als das bis 1992 von Kreator gewohnte. Also, trotz des schwachen Rufes kein schlechteres Album, sondern nur eines, welches die Puristen, die wohl am liebsten "Extreme Aggression II" gehört hätten, enttäuschte. Aber was heisst das schon? Dem Etikett "Industrial" würde ich hier aufgrund der paar Computersounds auch nicht zustimmen, und wurde wohl eher von enttäuschten Fans hinzugefügt, um das Album noch mehr zu verunglimpfen. Für mich ist das experimenteller Thrash mit Hardcore- Doom- und Industrial-Einflüssen, und nach rein musikalischen Kriterien auch voll gelungen (ebenso wie Milles Ausflug in Gothic Metal-Gefilde mit "Endorama" - sehr gut, aber von der falschen Band).
Für Metalfans, die nach dem idealen Soundtrack für die dunklen und kalten Wintertage suchen das ideale Album.
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