Kundenrezension

64 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Der Priester herrscht durch die Sünde", 26. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Antichrist: Versuch einer Kritik des Christentums (Taschenbuch)
"Ich verurteile das Christentum, ich erhebe gegen die christliche Kirche die fruchtbarste aller Anklagen, die je ein Ankläger in den Mund genommen hat. Sie ist mir die höchste aller denkbaren Korruptionen, sie hat den Willen zur letzten auch nur möglichen Korruption gehabt. Die christliche Kirche ließ nichts mit ihrem Verderbnis unberührt, sie hat aus jedem Wert einen Unwert, aus jeder Wahrheit eine Lüge, aus jeder Rechtschaffenheit eine Seelen-Niedertracht gemacht. Man wage es noch, mir von ihren 'humanitären' Segnungen zu reden! Irgend einen Notstand abschaffen ging wider ihre tiefste Nützlichkeit, sie lebte von Notständen, sie schuf Notstände, um sich zu verewigen ..."
Dieses Zitat stammt aus dem letzten der 62 kurzen Kapitel. Schon im kurzen Vorwort schreibt Nietzsche, dass dieses Buch für eine Minderheit geschrieben ist und dass man es wohl zu späteren Zeiten besser verstehen würde. Man tut das hoffentlich heute, 120 Jahre nach Niederschrift.
Es ist kaum möglich, dieses Werk zu knapp zu würdigen: da ist die intensive Sprache, in der jeder Halbsatz ein Volltreffer, eine Punktlandung ist. Nitzsche bringt es fertig, nicht nur eine erbarmungslose, begründete Kirchenkritik zu verfassen, er findet auch Kritik an den großen deutschen Philosophen, besonders an Kant, die zu sehr Knechte der Theologie seien.
Er vergleicht Buddhismus mit Christentum, geht auf das Judentum ein und bringt eine interessante Interpretation von Jesus. Nitzsche stellt das Verhältnis der Kirche zur Wissenschaft dar - mit vielen Seitenhieben auf Paulus: "Der 'Glaube' als Imperativ ist das Veto gegen die Wissenschaft, - in praxi die Lüge um jeden Preis ... Paulus begriff, dass die Lüge - daß der 'Glaube' not tat; ...".
"Der Priester kennt nur eine große Gefahr: das ist die Wissenschaft, - der gesunde Begriff von Ursache und Wirkung. Aber die Wissenschaft gedeiht im ganzen nur unter glücklichen Verhältnissen, - man muß Zeit, man muß Geist überflüssig haben, um zu 'erkennen' ...'Folglich muß man den Menschen unglücklich machen', - dies war zu jeder Zeit die Logik des Priesters. - Man errät bereits, was, dieser Logik gemäß, damit erst in die Welt gekommen ist: - die 'Sünde'... Der Schuld- und Strafbegriff, die ganze 'sittliche Weltordnung' ist erfunden gegen die Wissenschaft, - gegen die Ablösung des Menschen vom Priester...; der Priester herrscht durch die Sünde."
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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 06.06.2008 19:51:48 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 06.06.2008 19:52:41 GMT+02:00
Anton Ginther meint:
sehr wirr mein lieber
aber sie gibt einen Eindruck

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.06.2008 10:10:30 GMT+02:00
Roma locuta meint:
Die Rezension besteht aus vielen Zitaten aus dem Buch.
Ich selbst habe auch gelegentlich Schwierigkeiten gehabt, dem guten Nietzsche zu folgen - ich glaube, Nietzsche selber schreibt etwas wirr.
Obwohl "Kritscher Leser" schreibt: "Es ist kaum möglich, dieses Werk zu knapp zu würdigen" - so versucht er es dann doch. Die Folge ist, dass er sich vermutlich an der Fülle der Aspekte, der Dichte des vorliegenden Werkes die Zähne ausgebissen hat: Die gewaltige Kraft und brilliante Klarheit der Worte Nietzsches, sein heiliger Zorn, die aufklärerische Kirchenkritik und die Dichte des Werkes.
Für mich ist daher der Eindruck das Entscheidende.

Veröffentlicht am 04.04.2009 15:03:41 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 04.04.2009 15:17:20 GMT+02:00]
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