Kundenrezension

20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zu oberflächlich, bin enttäuscht, 5. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Signal and the Noise: Why So Many Predictions Fail-but Some Don't (Gebundene Ausgabe)
Silver spannt den Bogen in seinem Buch sehr weit. Man merkt dem Buch aber leider sehr an, dass sich der Autor in vielen der besprochenen Themen nicht gut auskennt. Zwar hat Silver erstaunlich viel Literatur gesichtet (zu erkennen an den unzähligen Literaturverweisen, die vielleicht das wertvollste an diesem Buch sind), aber ein paar Artikel zu einem Thema zu lesen, macht einen eben noch nicht zu einem Experten. Zum Beispiel, das Kapitel zum Thema Klimawandel wurde ja nach allen Regeln der Kunst demontiert von Leuten, die sich da wirklich auskennen. Leider bleibt der Autor aber auch bei den Themen, die zu seinem Fachgebiet gehören, furchtbar oberflächlich und liefert nicht viel mehr ab, als ein paar Anekdötchen. Silver tut so als würde er einen großen Punkt machen wollen oder eine große Frage beantworten ("why so many predictions fail"), aber er macht weder den großen Punkt noch beantwortet er die große Frage. Dass quantitative Modelle in manchen Gebieten bessere Vorhersagen machen als Experten auf Grund ihrer Erfahrung und Intuition, naja, das ist wirklich nichts Neues. Peinlich wird's dann wenn Silver Dinge absichtlich missversteht um diesen Punkt zu machen. Zum Beispiel demonstriert er über Seiten hinweg, dass politische Beobachter im Fernsehen schlechtere Vorhersagen darüber machen, wie eine Wahl ausgehen wird, als statistische Modelle. Das mag ja so sein, aber Silver missversteht vollkommen, was der Zweck von Expertenmeinungen in Fernsehen ist: es geht nicht darum, das Wahlergebnis vorherzusagen, sondern darum, das Feld möglicher Wahlentscheidunden abszustecken; den Wählern sollen die Möglichkeiten verdeutlicht werden. Die Medien machen mit gutem Grund keine klaren Vorhersagen: erstens wären falsche Vorhersagen peinlich, zweitens könnten klare Vorhersagen den Ausgang der Wahl beeinflussen. Insgesamt finde ich, dass sich Silver mit dem Buch gehörig übernommen hat. Silver hat bestimmt Interessantes zu erzählen, aber der Anspruch ein Pop-Buch zu schreiben, dass von jedem gelesen werden kann, sorgt dafür, dass er nicht dazu kommt. Ich bin mir sicher, dass die Lektoren die interessantesten Teile des Buchs gestrichen haben. Wenn er ein Buch mit weniger weltumspannenden Anspruch geschrieben hätte, dass sich zudem getraut hätte, hier und da auch mal ein wenig technisch zu werden, wäre das bestimmt sehr interessant geworden.
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 03.02.2013 13:29:22 GMT+01:00
Klaus S. meint:
"Das mag ja so sein, aber Silver missversteht vollkommen, was der Zweck von Expertenmeinungen in Fernsehen ist:"
- hier liegt dann wieder ein Missverständnis Ihrerseits vor. Vielleicht einfach dadurch, dass sie das deutsche Medienumfeld nehmen um das amerikanische (in dessen Kontext das Buch geschrieben ist) zu bewerten. In den USA gibt es einerseits den Kommentar und andererseits den "pundit"-Experten, der häufig im Zusammenhang mit einer politischen Stellungnahme auch versucht die Wahlaussichten vorherzusagen. Hier ist der Fokus ganz klar darauf eine Aussage auf den zu erwartenden Wahlausgang zu machen. (Oder diesen zu beeinflussen)
Dort gibt es auch nicht nur 3 Agenturen die immer mal wieder Wahlvorhersagen (Sonntagsfrage) machen, sondern viel mehr und noch mehr, die sich mit der Interpretation der Daten beschäftigen. Den Wettbewerbern unter diesen "Wahlvorhersagen" hat Nate Silver jetzt zwei Wahlen in Folge gewonnen, worauf sich im wesentlichen sein Ruhm gründet. Und seine Aussage ist darauf bezogen absolut korrekt. Sie wird nur unverständlich, wenn man sie 1:1 ins Deutsche übersetzt und im deutschen Umfeld interpretiert.
(Sie fanden in den USA auch fast täglich aktualisierte Vorhersagen auf die Nachkommastelle genau, wobei sich die Zahlen je nach politischer Ausrichtung der Medien deutlich unterschieden.)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.02.2013 14:03:15 GMT+01:00
tmalsburg meint:
Dass der Fokus ganz klar darauf liegt eine möglichst objektive Aussage über den zu erwartenden Wahlausgang zu machen, wollen die Pundits vielleicht glauben machen. Aber wenn sie mal die Quellen, auf die sich Silver bezieht, verfolgen (ich habe das getan), stellen sie schnell fest, dass es dort nicht ernsthaft um Vorhersagen geht, sondern um Beeinflussung der Wähler, wie sie ja eigentlich schon selbst festgestellt haben ("Oder diesen zu beeinflussen."). Meine Aussage, dass Silver das absichtlich mißversteht und diese Leute als Strawmen hernimmt, um die Überlegenheit seines Ansatzes aufzuzeigen, ist also zutreffend. Seine Errungenschaften tun dabei nichts zur Sache und ich will sie auch gar nicht bestreiten.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.02.2013 14:31:07 GMT+01:00
Klaus S. meint:
ok, dann hatte ich sie missverstanden, mir war nicht klar, dass sie die amerikanischen Quellen nachvollzogen haben.
Ich hatte das einfach so verstanden (aus meiner Erfahrung während der Präsidentschaftswahlen in den USA): er kritisiert die Vermischung von "Expertenmeinung" und Statistik - die sehr häufig ist und als objektive Analyse ausgegeben wird, was er zu Recht zu kritisiert und dem einen rein statistischen Ansatz gegenüber stellt.
Ich habe jetzt nicht nachvollzogen welche Quellen er genau zitiert hat, aber in den USA ist diese Kritik sicherlich berechtigt, denn die reine Statistik existiert fast nicht und genau darin unterscheidet er sich von den anderen.
Die anderen korrigieren solange ihre daten bis das politisch opportune Ergebnisse herauskommt. (Auch in D lassen sich ja gewisse Tendenzen bei gewissen Instituten erkennen er linke oder eher rechte Zahlen zu liefern.)
Vielleicht hat er dafür aber die falschen Quellen zitiert, um das angemessen deutlich zu machen, statt den Eindruck von "strawmen" aufkommen zu lassen.
Man kann es anders formulieren wohl 90-95% derjenigen die von sich sagen "objektiv" den Wahlausgang vorherzusagen haben einen starken Bias in den USA. - Will man nun diese 95% nicht alle als Strawmen bezeichnen, muss man das als reales Problem bewerten.. (quellenunabhängig)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.02.2013 15:50:50 GMT+01:00
tmalsburg meint:
Interessant. Danke für die Erklärung.

Veröffentlicht am 23.05.2013 18:53:56 GMT+02:00
Darf ich davon ausgehen, dass das Buch fachlich sehr sehr sehr oberflächlich ist und sich auch der Kauf (und die verbrachte Zeit des Lesens und Durcharbeitens) erübrigt, wenn man einen hohen Anspruch an Substanziellem suche?
Es gibt dieses Buch ja auch bald in deutscher Sprache..

Danke fürs Schauen

(Bei neuen Einträgen E-Mail erhalten: JA)

Veröffentlicht am 03.09.2013 12:54:06 GMT+02:00
Danke für die Besprechung. Der Mann ist offensichtlich derselbe Dampfplauderer wie Nassim Taleb. Werd mir daher das Buch ersparen.
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