Kundenrezension

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Mohammed zu Jesus, 21. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Das Todesurteil: Als ich Christ wurde im Irak (Broschiert)
Von Mohammed zu Jesus oder Das Todesurteil"
Der Weg eines irakischen Muslim zum Christentum
von Inge M. Thürkauf
Christen sind Ketzer, sind unreine Parias, sind weniger als nichts, und beten dazu noch drei
Götter an. Der 23jährige Mohammed, durchdrungen vom Bewußtsein der Macht seiner
schiitischen Adelsfamilie im Irak des Saddam Hussein, Augapfel seines Vaters und
designierter Nachfolger als Stammesoberhaupt, krümmt sich vor Ekel bei dem Gedanken, sein
Zimmer während des Wehrdienstes mit Massoud, einem Christen, teilen zu müssen - er ein
Moussaoui, dessen Familie in direkter Linie vom Propheten abstammt und den die Bewohner
Bagdads mit Sayid Malouana - unser Herr" begrüßen. Unerträglich die Vorstellung, mit
einem Christen sprechen, das Essen gemeinsam mit ihm einnehmen zu müssen oder gar in die
Lage zu geraten, von ihm berührt zu werden. Mohammed war noch nie einem leibhaften
Christen begegnet und nun soll er auf Befehl des Quartiermeisters mit diesem ihm
unbekannten Individuum zusammenwohnen? Bei diesen rebellischen Gedankensplittern
tröstet ihn jedoch plötzlich die Idee, diesen Ungläubigen - koste es, was es wolle -zum Islam
zu bekehren. Das war im Jahre 1987.
Ein Vierteljahrhundert später wird er mit Überzeugung gestehen: Man muß den Islam
zerstören, um die Muslime zu retten...Ich liebe die Muslime, aber diese Religion ist das
Schlimmste, das die Welt hervorgebracht hat. Es ist die einzige Religion, die fordert, den
Nächsten zu töten...Christus allein ist die Wahrheit, diese Wahrheit tötet niemand, sie liebt".
Als er im Gespräch mit einem Journalisten diese Aussage wagte, lebte er mit seiner Frau und
seinen zwei Kindern im Exil in Frankreich - als illegale Einwanderer, entwurzelt, mittel- und
staatenlos. Der Name seiner Familie in Bagdad hätte ihm die Türen zu Macht und Reichtum
geöffnet. Doch aus dem Schiiten Mohammed al-Moussaoui ist der Christ Joseph Fadelle
geworden.
Dieser Gesinnungswandel, der sein bisheriges Leben sprengte und dessen Folgen er lange Zeit
nicht wahrhaben wollte, wurde ausgerechnet durch Massoud, den Stubenkameraden aus dem
Militärdienst eingeleitet. Er entsprach nicht den Vorurteilen, die Mohammed ihm unterschob.
Im Gegenteil! Der Christ wurde durch seine Bildung und seine freundliche Zurückhaltung für
ihn das Tor zu einem neuen Blick auf den Islam, in dem er den ahnenstolzen Muslim bat, den
Koran eingehend und ehrlich zu studieren", ihn nicht einfach nur zu lesen, sondern ihn mit
dem Verstand zu begreifen. Mohammed lässt sich darauf ein und muß mit wachsender
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Erschütterung erkennen, dass ihm im Laufe der Lektüre des heiligen Buches der Muslime die
Fundamente seines Glaubens immer mehr entschwinden, dass selbst das Leben des Propheten,
dessen Namen er trug, ihm zu einer Quelle der Scham" wird.
Der Schmerz über den Verlust des bisher so stolz hochgehaltenen Glaubens, die für ihn
demütigende Erkenntnis, einer falschen Religion angehangen zu haben, bringt ihn an den
Rand der Verzweiflung. Ein Traum rettet ihn aus dem seelischen Siechtum", das ihn über
Wochen niederdrückte: Er steht an einem Bach, ihm gegenüber am anderen Ufer ein Mann,
gekleidet nach orientalischer Art, der in ruhigem Ton zu ihm spricht: Um den Bach zu
überqueren, musst du das Brot des Lebens essen." Einige Stunden später übergibt ihm
Massoud, sein Zimmerkamerad, ein Neues Testament, auf das er mit Ungeduld schon seit
Wochen gewartet hat, schlägt es wahllos auf und stößt auf den Satz: Ich bin das Brot des
Lebens, wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern." Ohne den Zusammenhang näher deuten
zu können, überfällt ihn eine bisher unbekannte Fülle der Freude. Die Quelle der Scham"
über so viele verstörende Aussagen im Koran wandelt sich in eine Quelle der Freiheit und der
Liebe für diesen, im Neuen Testament beschriebenen Jesus, den er mit jeder Faser seiner
Seele kennenlernen und dem er folgen will. Mit der Liebe zum Brot des Lebens" erhält er
auch die Gnade, die für einen Muslim so komplizierten Glaubensinhalte wie das Mysterium
des Heiligen Geistes und der Dreifaltigkeit zu begreifen. Ohne den geringsten weiteren
Widerstand oder Zweifel nimmt er beide Lehrsätze an.
Sein sehnlichster Wunsch, sich der Kirche anzuschließen und an ihrem Gebetsleben
teilzuhaben, um letztlich durch die Taufe gewürdigt zu werden, das Brot des Lebens zu
empfangen, wird durch die tödlichen Gefahren, denen sich abtrünnige Muslime aussetzen, zu
einer harten Prüfung. Seine jahrelang wiederholten Versuche, in den Kirchen Bagdads
Priester zu finden, die bereit gewesen wären, ihn zumindest an den Gottesdiensten teilnehmen
zu lassen, sind in allen Fällen zum Scheitern verurteilt und gipfeln letztlich in der
Entscheidung des Patriarchen, dass man nicht die ganze Herde opfern könne, um ein einziges
Schaf zu retten. Proselytismus bedeutet den Tod - sowohl für den Muslim als auch für den
Priester, in nicht wenigen Fällen auch für die Mitglieder der Gemeinde.
Die Jahre vergehen. In der Zwischenzeit hat sein Vater für ihn eine Frau gefunden. Du musst
sie einfach nur annehmen, wie ein Möbelstück für dein Zimmer, beruhigt der Vater, als er den
Widerstand seines Sohnes gegen diese Entscheidung bemerkt.
Nach Jahren beharrlichen Suchens traf Mohammed endlich einen Priester, der bereit war, ihn
in der Religion der Christen zu unterrichten und - welch unfassbare Freude - ihm erlaubte, an
der Heiligen Messe teilzunehmen. Unter seiner Anleitung lernte er die gängigen Gebete der
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Christen. Welch ein Gegensatz zum islamischen Gebetsleben, wo die rituellen Waschungen
im Zentrum stehen. Nun war er auch in der Lage, für seine streng muslimische Frau und den
zweijährigen Sohn zu beten, um Rettung vor dem Islam und um die Bekehrung zu Christus.
Was er selbst nicht für möglich gehalten hat, geschah: mit seiner Unterstützung ertastete seine
Frau langsam den christlichen Glauben, wo sie ein völlig anderes, menschliches Frauenbild
entdeckte, das im Koran zu suchen ihr nicht einmal in den Sinn gekommen wäre. Doch nun
fragte sie sich: Ist es Liebe, wenn der Islam die Frau zum Eigentum des Mannes bestimmt?
Als sie sich nach langer Selbstprüfung für Christus entschied, gab dies der vom Vater
arrangierten Vernunftehe eine nie zuvor gekannte Nähe und Vertrautheit, gleichzeitig erhöhte
sich aber die Gefahr des Entdecktwerdens durch ihr Familien, mit denen beide tief verbunden
waren.
Von dem Augenblick an, da der Clan Mohammeds Glaubensabfall realisiert hatte, brach es
wie ein Orkan über ihn. Die unfassbare Reaktion der Mutter im Blick auf ihren von seinen
Brüdern gefesselten und gequälten Sohn war: Tötet ihn! Das Gesetz des Islam zwingt zu einer
solchen Haltung. In der Meinung, die Gesinnung seines Sohnes ändern zu können, brachte ihn
der Vater jedoch in das für seine Grausamkeiten und Massenhinrichtungen bekannte
Gefängnis von Bagdad. Als Mohammed eines Tages ohne Begründung entlassen wird, liegen
sechzehn Monate Marter hinter ihm. Seine Gebete unter der Folter konzentrierten sich auf die
eine flehendliche Bitte an Jesus, die Torturen überleben zu können, um eines Tages die Taufe
und damit das Brot des Lebens" empfangen zu dürfen.
Der Herr prüfte ihn nicht über seine Kräfte und schickte ihm P. Gabriel, einen Schweizer
Ordensmann, der ihm jedoch begreiflich machen musste, dass ein Verbleiben in seiner
irakischen Heimat nicht mehr möglich sein würde. Im Namen der Kirche befahl er ihm, das
Land zu verlassen. Seine Begründung ist wert, festgehalten zu werden: Du bist nicht getauft,
aber du bist ein wahrer Christ...wenn man Christ ist, muss man Christus gehorchen. Und der
Vertreter Christi hier auf Erden ist die Kirche. ... Wenn du dich dem Befehl widersetzt,
widersetzt du dich der Kirche." Mohammeds Kenntnisse über das Wesen der heiligen Kirche
waren schon so gefestigt, dass der Gedanke, sich auch nur einen Moment lang im
Widerspruch zur Kirche befinden" zu können, ihn mit Entsetzen" erfüllte. Der Preis, den er
für seine Sehnsucht nach der Kirche und ihren Sakramenten in den letzten Jahren bezahlt hat,
war zu hoch, als dass er sich den Luxus leisten" würde, auch nur die kleinste ihrer
Weisungen zu missachten".
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Die Fremde, die bereit war, die Flüchtlinge als vorläufiges Asyl aufzunehmen, war Jordanien.
Dort endlich empfingen er und seine Frau, die mit ihm in freier Entscheidung tapfer diesen
schweren Weg gegangen ist und seine beiden noch kleinen Kinder die heilige Taufe und die
ersehnte Teilhabe am Brot des Lebens". Dreizehn Jahre lang musste er darauf warten. Ein
schweres Leiden", bekennt er.
Die Furcht vor der Verfolgung durch den Clan trieb ihn weiter - Europa nahm ihn auf. Am
15. August 2001 kam er mit seiner kleinen Familie in Paris an, wo er heute lebt. Das Buch
Das Todesurteil - Als ich Christ wurde im Irak" schrieb er, um die Gefahr des Islam
aufzuzeigen, zum Dank für seinen Weg zu Jesus und als sein persönlicher Beitrag zur Mission
an seinen ehemaligen Glaubensbrüdern. Man muß mit den Muslimen sprechen, das ist
unsere Aufgabe", fordert er. Ihr Christen...müßt aufwachen und euren Glauben beleben! Zu
lange schon schlaft ihr vor euch hin....Da geht es nicht um Barmherzigkeit, sondern um
unsere Verantwortung als Kinder Gottes."
Das Leben Joseph Fadelles wird für immer durch die Fatwa, die gegen ihn ausgesprochen
wurde, bedroht sein, denn jeder Muslim mit einer starken Bindung an die islamische Kultur
und an den Koran, ist verpflichtet, ihn zu töten - aus dem einen Grund, weil er den Islam
verlassen und Christ geworden ist.
Joseph Fadelle: Das Todesurteil - Als ich Christ wurde im Irak, Augsburg 2011, 224 Seiten,
Kart., EU 19,95.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 09.07.2013 19:51:45 GMT+02:00
Liebe Frau Thürkauf,
schon Ihr Kommentar hat mich tief berührt. Wie sehr wird es wohl dieses Buch tun, das ich gerade bestellt habe. Ich hoffe, dass diese Familie durch ihren Glauben die Kraft findet, ihr schweres Flüchtlingsschicksal zu tragen. Diese Menschen sind wirklich Heilige. Und wie deutlich führen sie uns vor Augen, welchen Schatz wir in Europa einfach wegwerfen, wenn wir die Kirche geringachten.
(Auf dieses Buch bin ich aufmerksam geworden, weil ich mich für Ihre Rezensionen interessiert habe. Vielen Dank.)
Ihre Cornelia Holtmann

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.07.2013 18:12:10 GMT+02:00
Liebe Frau Holtmann,
Herzlich bedanke ich mich für Ihren Kommentar. So viel ich weiß, lebt die Familie immer noch in Paris, und Joseph versucht nach wie vor, jeden Muslim, den er trifft, von Christus zu überzeugen. In wie weit es ihm gelingt, ist mir leider nicht bekannt. Schließen wir diese Menschen in unsere Gebet ein.
Gott schütze und behüte Sie
In Christo per Mariam grüße ich Sie
Ihre Inge M. Thürkauf
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