Amazon.de: Mariele "Mariele"ss Rezension von Bitterfotze
Kundenrezension

 
99 von 132 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Als Hausfrau und Mutter frustrierte Journalistin holt zum vermeintlichen Gegenschlag aus, 27. Februar 2009
Es ist abzusehen, dass ein Roman mit diesem Titel für Aufmerksamkeit sorgt. Ich bin sehr auf die Rezensionen der Profis gespannt.
Während des Lesens habe ich mich immer wieder gefragt, ob der Verlag das Buch aufgrund marketingtechnischer Kalkulation mit diesem ordinären Namen auf den Markt gegeben hat.
Allerdings leidet Sara, die Protagonistin, tatsächlich unter einem Gefühl, das man gar nicht anders nennen kann. Sie ist bitter aus feministischen Gründen. Trotz des Titels ist das Buch nicht vulgär geschrieben. Sara wirkt eher frustriert, vielleicht auch neidisch, aber sie ist kein provozierender Charlotte- Roche- Verschnitt, der pubertär darin aufgeht, jetzt endlich mal verbotene Wörter zu benutzen.
Man soll ja bekannlich nichts so heiß essen, wie es gekocht wird, und Leserinnen, die eine neue feministische Streitschrift erwarten, sollten bitte unbedingt das Ende der Geschichte abwarten.
Ich versuche auch, Kinder und Beruf unter einen Hut zu bringen, bin beim Lesen aber weder wütend geworden, noch habe ich zustimmend genickt, wie der Klappentext mir prophezeit hat.
Ich musste Sara sogar ziemlich oft mitleidig belächeln.
Für Sara ist seit der Geburt ihres Kindes emotional einiges schief gelaufen: Erst endete die komplizierte Geburt in einem Kaiserschnitt, dann hat das Stillen nicht geklappt und am problematischsten ist für sie, dass ihr Mann, kurze Zeit nach der Geburt beruflich auf eine Dienstreise muss, die allerdings schon vor der Schwangerschaft geplant war.
Dies alles kann man als ziemlich schwierigen Start der Mutterschaft bezeichnen, aber da es sich bei Sara nicht um eine siebzehnjährige Teenie-Mutter, sondern um eine erwachsene Frau handelt, fragt sich der Leser automatisch, ob sie nicht ein wenig übertreibt mit ihrem Nörgeln.
Denn sie ist nicht mit dem Kind überfordert, sondern mit ihrem Neid. Sie missgönnt ihrem Mann, dass er so einfach abkömmlich zu sein scheint, während sie völlig an den Säugling gebunden ist, bzw. anders herum. Aber nicht nur, dass sie bei ihrem Kind bleiben muss, sie will es auch. Ihr Körper spricht da eine ganz eindeutige Sprache, sobald sie ohne ihren Sohn ist, vermisst sie ihn und sorgt sich um ihn. Und nicht zuletzt DAS ist genau ihr Problem. Ihre eigenen Muttergefühle fallen ihr in den emanzipierten Rücken.
Wenn jetzt einfach eine tröstende Mutter oder Schwester in der Nähe gewesen wäre, die Sara hätte verklickern können, dass dies ja auch ein absolutes Privileg bedeuten kann, dass diese Phase der kindlichen Abhängigkeit zeitlich begrenzt und daher zu genießen ist usw., wäre es - ... vermutlich nicht zu diesem Buch gekommen.
Aber so steigert Sara sich geradezu in die vermeintliche Ungerechtigkeit, dass Männer keine Kinder gebären, hinein und lässt den Leser über ihre pseudo-objektiven Menscheitsbetrachtungen an ihrem Frust teilhaben.
Denn, wenn man genau liest, lässt sich schnell erkennen, dass Frau Autorin Sveland (der ich übrigens reichlich biographische Verarbeitung via Romanschreiben unterstelle) natürlich nur ihre Unterstellung stützende Beispiele der männlichen Spezies gewählt hat. Unsere Welt wäre eine
sehr arme, wenn das im Buch vermittelte Bild der Männer wirklich den Tatsachen entspräche.
Andererseits könnte man behaupten, Sara hätte bei der Wahl ihrer Männer ausnahmslos dumme Entscheidungen getroffen, was ebenfalls nicht dafür spräche, dass ich sie mir als Frau zum Vorbild nehmen sollte. Eine gewisse Übertreibung dient der Anschaulichkeit, aber manche Paarbeobachtungen wirken so konstruiert, so demonstrativ negativ, dass es nur mit Humor zu verkraften ist.
Ich kann nicht umhin, dem Buch die Vorsätzlichkeit zu unterstellen, mit auf der großen Welle der ach so wütenden, weil ungerecht behandelten Feministinnen zu reiten.
Die wenigen Momente allerdings, in denen Sara vor Liebe zu ihrem Sohn überschäumt, zeigen, dass vieles ihrer Unzufriedenheit anerzogen ist. Und am Schluss einer zumeist frustrierten Woche Urlaub von Mann und Kind zeigt sich, dass Maria Sveland kein feministischer Befreiungsschlag geglückt ist, denn jeder unvoreingenommene Leser kann sich freuen, dass Sara zwar streitlustig, aber nicht bitter****** endet. Und gerade der Schluss des Buches rettet die ganze Geschichte und bewahrt sie davor, nur eine Aneinanderreihung von Nörgeleien zu sein. Frau Sveland wird mit dem Ende ihres Romans zwar alle Pseudo-Emanzen, die sie auf den ersten Seiten so mühevoll geködert hat, wieder vor den Kopf stoßen, aber ich persönlich finde gerade die letzten Seiten eher gelungen.
Kommentar als Link | War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein (Rezension unzumutbar?)


Details
Artikel

3.3 von 5 Sternen (30 Kundenrezensionen)
5 Sterne:
 (12)
4 Sterne:
 (3)
3 Sterne:
 (2)
2 Sterne:
 (8)
1 Sterne:
 (5)
 
 
 
EUR 8,95
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
110 Angebote erhältlich ab EUR 3,50
Rezensentin / Rezensent


Ort: Berlin

Rang der Rezensentin/des Rezensenten: 4.295

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Eingabe des Log-ins
 


Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-10 von 14 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 8. März 2009 18:41 CET
 andreas bittner meint:
kurz zur info, das buch wurde bereits vor einigen jahren im schwedischen auch schon als "bitterfittan" herausgegeben, insofern nichts neues. hat wenig mit einem verlag ueberhaupt zu tun.

Veröffentlicht am 18. März 2009 11:39 CET
Zuletzt vom Autor geändert am 18. März 2009 11:59 CET
 "Mandelbaum meint:
Hallo Mariele!

Danke für die Rezension, aber ich galube ich muss Dich über einige Tatsachen aufklären!

1.Das Geburt eines Kindes endet meist mit Schneiden (Dammschnitt oder Kaiserschnitt),es sei denn, der vor uns liegende fixierte Körper ist einer TUBE nachempfunden!

2.Stillen klappt auch meistens nur unter Schmerzen! Hast DU schon die Brüste einer stillenden Mutter gesehen? Schwellungen,Schrunden, Wunden! Sie muss sie trotzdem alle 2 Stunden wieder hinhalten!

3.Auch wenn Freunde oder Ehemänner eine Schwangere aufgeblüht und wunderschön finden, eins wollen sie bestimmt nicht! Mit Ihnen schlafen! Sie nehmen rechtzeitig Reißaus vor dem tonnenförmigen launischen "HORMO-Sapiens". Und nach dem Kinderkriegen werden Väter erstaunlicherweise beruflich sofort furchtbar unabkömmlich und schwer beschäftigt. Der Mann der Heldin hat seine unvermeidliche(?) Versetzung in der geeignetesten Zeitraum vorgeschoben!

Wenn Frau erst durch das eigene Leid hinter der Baby-Lüge kommt, ist NÖRGELEI mehr als berechtigt.

4.Männer haben es jeher verstanden sich vor einer "Verksklawung" die ein Säugling + Kind mit sich bringt zu drücken -weil gewievter,oder einfach fauler?-. Um eine Arbeitsteilung zu erreichen, muss das Paar sich zuest trennen. Dann bekommt alle 2 Wochen auch der Vater das Kind, mit allen Vor- (aber eher) Nachteilen.

5. Die Protagonistin "missgönt" Ihrem Mann:
-ausschlafen zu können,
-seine körperliche und seelische Gesundheit erhalten zu können,
-sich in seiner Person und beruflich weiterentwickeln zu können,
-auch mal für sich Zeit haben zu können,
-außerfamiliäre soziale Kontakte wahrnehmen zu können,
-für seine Arbeit anerkannt und bezalt werden können.
DIES ALLES SIND GRUNDRECHTE DES MENSCHEN (auch der Frauen!).

6.Kindliche Abhängigkeit ist nur für die Werbepfutzis ein Privileg, deren Hauptzielgruppe die liebenden und sorgfältigen Eltern sind! Es lebe der Konsum (Wegwerfwindeln, Maxi Cosi, Kinderwagen,Laufstall, Familienauto,usw.)! Die Kinder sind bei der jetzigen und folgenden Wirtschftslage bis zum Tod der Eltern von Ihnen abhängig, müssen noch während der Ausbildung oder Unibesuch finanziert werden. Bei Arbeitslosigkeit, Krankheit, Scheidung (ihre eigene!) oder finanziellen Fehlkalkulationen sogar noch länger.

7.Ja, es ist eine arme Welt, denn DAS ist das wahre Bild von Beziehungen, Ehen und Kinderkriegen!
WILKOMMEN AUF DEM PLANETEN DER WAHRHEIT!

Mit herzlichsten Grüßen:

"Mandelbaum"

Veröffentlicht am 24. März 2009 15:54 CET
 "Mandelbaum meint:
Siehe Unten!

Liest sowieso KEINE(r?)!

Grüße:Mandelbaum

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27. März 2009 14:58 CET
Zuletzt vom Autor geändert am 27. März 2009 15:02 CET
 Lena Waider meint:
@Mandelbaum

"5. Die Protagonistin 'missgönt' Ihrem Mann:
-ausschlafen zu können,
-seine körperliche und seelische Gesundheit erhalten zu können,
-sich in seiner Person und beruflich weiterentwickeln zu können,
-auch mal für sich Zeit haben zu können,
-außerfamiliäre soziale Kontakte wahrnehmen zu können,
-für seine Arbeit anerkannt und bezalt werden können.
DIES ALLES SIND GRUNDRECHTE DES MENSCHEN (auch der Frauen!)."

Nanu? Leben die Männer nicht trotzdem 6 Jahre kürzer? Wie kommt's?

"7.Ja, es ist eine arme Welt, denn DAS ist das wahre Bild von Beziehungen, Ehen und Kinderkriegen!
WILKOMMEN AUF DEM PLANETEN DER WAHRHEIT!"

Einige Autoren haben aber wunderschön herausgearbeitet, dass genau dies eine Folge einer falsch durchgeführten Gleichberechtigung ist. Vorher gingen die Männer arbeiten und die Frauen waren für die Kinder da. Bis vor etwa 100 Jahren bekam jede Frau (hier bei uns) im Durchschnitt 4, 5 , 6 Kinder, also ungefair so wie jetzt in Afrika. Die Lebenserwartung war auch viel kürzer. Also waren Frauen mit dem Aufziehen der Kinder schon ziemlich ausgelastet. Jetzt steht jeder Frau jeder Beruf offen, während das Aufziehen von Kindern noch immer wie eine private Freizeitangelegenheit behandelt wird (die auch noch viel Geld kostet). Das kann nicht funktionieren, nicht heute, nicht morgen und nicht übermorgen. Verantwortlich dafür sind aber maßgeblich Gleichheitsfeministinnen wie Alice Schwarzer. Die haben von Anfang an alternative Ansätze boykottiert. Kann man alles in den Büchern von Schwarzer nachlesen.

Übrigens gibt es auch längst den Verdacht, dass wir deshalb so viele Arbeitslose haben. Bei meinen Großeltern ging nur mein Opa arbeiten, meine Oma war für die Kinder da (also arbeitslos nach heutigem Verständnis). Heute würde sie ebenfalls arbeiten gehen (wollen) und ein paar Kinder weniger haben. Arbeit wird sie aber nur dann bekommen, wenn sie jemand anderen aus der Arbeit drängt.

LG Lena

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27. März 2009 18:35 CET
Zuletzt vom Autor geändert am 27. März 2009 18:38 CET
 log.o meint:
@Mandelbaum: Na jetzt simmer aber aufgeklärt! Wohl nicht ganz ohne Grund wird vor missionarischen Verkündern der "WAHRHEIT" generell dringend gewarnt. Einzig wahr ist, dass jede (dieser Sorte) "Wahrheit" ihrer eigenen und daher zwingend subjektiven Anschauung entspricht. Dass allerdings ein eifernder Defätismus häufiger den Anschein von Kompetenz als den von Anmaßung hervorruft, muss man zugeben. Recht geben muss man dem nicht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30. März 2009 16:48 MEST
 Reinard Schmitz meint:
Au weia! Fehlt da am Ende Lebenserfahrung? Wenn's "wie bei Omma" früher wäre (alles viel schöner, viel grösser, viel besser), dann wäre höhere Arbeitslosigkeit, weniger Einkommen, weniger Freizeit, weniger Selbstbestimmung usw usw... also erstrebenswert. Was hat das mit Fortschritt und Emanzipation, mit PARNERSCHAFT und glücklichem Zusammenleben zu tun? Und dass die Kröten heute in aller Regel nur reichen, wenn beide arbeiten (was wird, wenn einer arbeitslos wird?), muss die Last schon verteilt werden. Wenn's schon so ist beim einen oder anderen: Glückwunsch!!! Für alle anderen eben nur Wunsch oder Drohung ;-)

Ich denke schon, dass eine ausgewogene Lebensführung für beide Partner nicht nur erstrebenswert sondern ein Muss ist. Da hat/te Alice schon recht :-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30. März 2009 17:47 MEST
Also, so viel Unsinn auf einem Haufen zum Thema Geburten und Frauen, der sich dann auch noch als "Tatsachen" tarnt, habe ich selten gehört.

1. Die Geburt eines Kindes endet meistens NICHT mit Schneiden oder Kaiserschnitt. Guck mal auf die geborenen Kinder auf der ganzen Welt - nicht nur in deinem Hightech-Krankenhaus.

2. Stillen klappt meistens NICHT nur unter Schmerzen, es ist am Anfang eine Frage der Gewöhnung und später des Sich-Draufeinlassens (auch der Umgebung). Guck auch hier mal auf die Weltbevölkerung und nicht nur, sagen wir, nach Klein-Flottbeck. Stillen kann sogar mit einem unbeschreiblich schönen Gefühl verbunden sein.

3. Ob Männer mit Schwangeren schlafen wollen, ist sehr individuell. Wichtiger finde ich in diesem Zusammenhang, ob die Schwangeren das wollen.

4. bis 7. Nein, Schwarz-Weiß ist die Welt auf keinen Fall. Sicher oft grau, aber genauso oft bunt. Willkommen auf dem Planeten der weggeworfenen Scheuklappen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 1. April 2009 17:44 MEST
 B. Schmid meint:
Lena,

Sie sind mir schon bei vielen Rezensionen als reaktionäre Anti-Feministin aufgefallen. Sie tun ja so als ob Mutter und Hausfrau der einzig sinnvolle Beruf für eine Frau sei. Es ist aber so, dass Frauen schon seit jeher auch andere Interessen und Begabungen hatten, auch wenn diese Potenziale nicht gerade gefördert wurden. Ich erlebe jeden Tag im Beruf, dass ich viele Dinge besser kann als Männer. Die Gesellschaft profitiert logischerweise, wenn hinsichtlich der Erwerbsarbeit die Besten aus 100 % der Bevölkerung ausgewählt werden können und nicht nur aus 50 %. Umgekehrt ist man nur, weil man eine Frau ist, nicht automatisch eine gute Pädagogin und Haushaltskraft. Tatsache ist vielmehr, dass die Gleichberechtigung noch nicht weit genug gegangen ist. Dies erreicht man nur, indem man die Erziehung von Kindern größtenteils Fachpersonal überlässt. Väter und Mütter sollten dann während der Kleinkindphase beide beruflich kürzertreten können. Mal ehrlich, was kann eine Vollzeitmutter einem Kind schon für's Leben beibringen, wo sie sich doch selbst aus dem öffentlichen Leben verabschiedet hat. Der blanke Horror fürs Kind sind doch diese Akademikerhausfrauen, die ihren Ehrgeiz aufs Kind übertragen, von wegen Chinesisch im Kindergarten oder Ähnliches.

Wenn Oma heute arbeiten gehen würde, würde sie höchstens einen weniger Qualifizierten aus der Arbeit drängen. Gleichzeitig schafft sie aber neue Arbeitsplätze, wenn Sie ihre Kinder von Fachleuten betreuen lässt. Diesen Effekt zeigen eindeutig die Erfahrungen in den skandinavischen Ländern. Der Staat muss zwar Geld für die Kinderbetreuung aufwenden damit diese bezahlbar bleibt, jedoch spart er jede Menge, weil viele alleinerziehende Mütter im Erwerbsleben sind und Steuern zahlen, statt von ALGII zu leben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 6. April 2009 09:18 MEST
Zuletzt vom Autor geändert am 6. April 2009 10:34 MEST
 Lena Waider meint:
@Reinard Schmitz

"Und dass die Kröten heute in aller Regel nur reichen, wenn beide arbeiten (was wird, wenn einer arbeitslos wird?), muss die Last schon verteilt werden."

Heute müssen beide Partner arbeiten gehen, da das Überangebot an Arbeitskräften u. a. zu Lohndumping geführt hat. Sie verwechseln Ursache mit Wirkung. Die schlimme Auswirkung davon ist: Größere Familien gibt es entweder gar nicht mehr, oder sie sind arm. Denn bei größeren Familien muss eine Person zu Hause bleiben. Sie haben also nur ein Einkommen, dafür aber die meisten Kosten (viele Kinder). Wo bekommen sie trotzdem das Geld her? Von der Sozialhilfe!

Leider kann man auf größere Familien nicht vollständig verzichten, auch wenn das die Alice gerne gesehen hätte. Demografen haben nämlich längst herausgefunden: Der Geburtenrückgang in den westlichen Ländern ist vor allem auf das Verschwinden größerer Familien zurückzuführen. In der Mittelschicht gibt es die heute so gut wie gar nicht mehr.

"Ich denke schon, dass eine ausgewogene Lebensführung für beide Partner nicht nur erstrebenswert sondern ein Muss ist. Da hat/te Alice schon recht :-)"

Eine ausgewogene Lebensführung für Familien heute? Wo ist die denn? Dort sind die Kinder arm und die Eltern gehetzt. Die hetzen sich zu Tode, damit die Kinderlosen hinterher Rente bekommen.

LG Lena

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 6. April 2009 09:51 MEST
Zuletzt vom Autor geändert am 6. April 2009 10:31 MEST
 Lena Waider meint:
@B. Schmid

"Sie sind mir schon bei vielen Rezensionen als reaktionäre Anti-Feministin aufgefallen."

Nun, Sie sind mir bislang noch gar nicht aufgefallen.

"Sie tun ja so als ob Mutter und Hausfrau der einzig sinnvolle Beruf für eine Frau sei."

Nein, aber er kann auch (!) ein sinnvoller Beruf sein. Leider wird das immer wieder übersehen. Heute macht dieser Beruf arm.

"Es ist aber so, dass Frauen schon seit jeher auch andere Interessen und Begabungen hatten, auch wenn diese Potenziale nicht gerade gefördert wurden. Ich erlebe jeden Tag im Beruf, dass ich viele Dinge besser kann als Männer. Die Gesellschaft profitiert logischerweise, wenn hinsichtlich der Erwerbsarbeit die Besten aus 100 % der Bevölkerung ausgewählt werden können und nicht nur aus 50 %."

Und die restlichen werden dann über HartzIV finanziert oder? Man könnte es doch auch umgekehrt formulieren: Die Gesellschaft profitiert logischerweise, wenn man für die Nachwuchsarbeit die Besten zu gewinnen sucht (und nicht für die Bürojobs).

Das ist übrigens im Tierreich der Standard. Wölfe ermitteln z. B. das Alpha-Männchen und -Weibchen und nur die dürfen sich dann fortpflanzen. Sie könnten es auch genau anders herum machen, nämlich so wie Sie es empfehlen: Die Besten gehen zur Jagd und schaffen das Futter heran, während die Gamma-Tiere den Nachwuchs in die Welt setzen und aufziehen. Dann gäbe es heute keine Wölfe mehr.

Ihr ganzes Denken geht ausschließlich um die aktuelle Generation: Wie kann die möglichst viel Geld machen. Mein Denken geht darum: Was können wir tun, damit es den Kindern gut geht und die nächste Generation es nicht viel schlechter hat als wir (und die wird es viel schlechter haben). Ich lasse mich von Nachhaltigkeitskonzepten leiten, Sie offenkundig von kurzfristigen Gewinnen.

"Umgekehrt ist man nur, weil man eine Frau ist, nicht automatisch eine gute Pädagogin und Haushaltskraft."

Das stimmt. Aber es gibt Frauen, die gute Pädagoginnen sind. Und wenn diese gerne mehrere eigene Kinder aufziehen möchten, dann gesteht man denen kein eigenes Existenzrecht zu. Sie haben dann die Alternativen: Reicher Mann oder Sozialhilfe. Sie sagen es ja selbst mit aller Brutalität: Die sollen ihre Kinder bald nach der Geburt anderen Fachleuten überlassen und stattdessen in einem Büro arbeiten gehen. Was soll das für ein Lebensmodell sein? Haben wir jetzt alle den Verstand verloren? Geht es nur noch um Profite und niemals mehr um die Kinder?

"Tatsache ist vielmehr, dass die Gleichberechtigung noch nicht weit genug gegangen ist. Dies erreicht man nur, indem man die Erziehung von Kindern größtenteils Fachpersonal überlässt."

Das ist einfach nur noch grotesk. Wer soll sich denn unter diesen Umständen noch für eigene Kinder interessieren? Wer setzt denn drei Kinder in die Welt, wenn er deren Erziehung größtenteils staatlichem Fachpersonal überlassen soll. Außerdem graut es mir hier vor dem staatlichen Zugriff. Zu leicht könnten Menschen dann kollektiv manipuliert werden.

"Väter und Mütter sollten dann während der Kleinkindphase beide beruflich kürzertreten können."

Väter können Kinder nicht stillen. Was Sie fordern, macht biologisch keinen Sinn. Die Natur hat nicht Frauen und Männer geschaffen, damit Sie die Unterschiede einfach wieder abschaffen können. Hier missachten Sie auch die Interessen der Männer. Das männliche Geschlecht hat biologisch gesehen vor allem die Aufgabe, für Evolution zu sorgen. Das weibliche Geschlecht ist dazu nicht in der Lage. Das können Sie sehr leicht an den 100% feministischen sozialen Insekten (z. B. den Ameisen) erkennen. Die Evolution erfolgt praktisch ausschließlich über die haploiden Männchen, die aber keine weitere gesellschaftliche Aufgabe haben, als irgendwann um einen gnadenlosen Wettkampf um die Befruchtung einer Königin einzutreten. Alle sonstigen sozialen Aufgaben werden von Weibchen wahrgenommen. Eine Angleichung der sozialen Rollen von Frauen und Männern würde aus uns Menschen aber quasi Zwitter machen. Solche sind bei höheren Tierarten (zu denen auch der Mensch zählt) nicht überlebensfähig, denn denen fehlt die besondere Funktion des männlichen Geschlechts, welches von Gleichheitsfeministinnen (siehe Simone de Beauvoir) bislang noch nicht erkannt wurde. Und bitte kommen Sie mir nicht mit Pseudoargumenten: "Wir Menschen sind etwas Besonderes und über die Grundgesetze der Biologie erhaben." Von Kreationismus halte ich nicht viel.

"Mal ehrlich, was kann eine Vollzeitmutter einem Kind schon für's Leben beibringen, wo sie sich doch selbst aus dem öffentlichen Leben verabschiedet hat."

Das liegt doch nur an Leuten wie Ihnen, die solche Frauen fortwährend als blöde bezeichnen. Vollzeitmütter können deshalb nicht am öffentlichen Leben teilnehmen, weil man ihnen kein Recht auf ein eigenes Einkommen für die geleistete Arbeit zugesteht. Warum sollte eine als Erzieherin oder Lehrerin ausgebildete Mutter ihren eigenen Kindern nichts beibringen können, kaum erzieht oder unterrichtet sie aber fremde Kinder, ist sie in Ihren Augen plötzlich die Fachkraft, der alle Mütter möglichst frühzeitig ihre Kinder aushändigen sollten? Was soll das?

"Wenn Oma heute arbeiten gehen würde, würde sie höchstens einen weniger Qualifizierten aus der Arbeit drängen."

Immerhin. Der darf dann ein Leben in der Sozialhilfe fristen.

"Gleichzeitig schafft sie aber neue Arbeitsplätze, wenn Sie ihre Kinder von Fachleuten betreuen lässt. Diesen Effekt zeigen eindeutig die Erfahrungen in den skandinavischen Ländern."

Erstens hat Schweden auch nur eine Fertilitätsrate von 1,67. Und zweitens: Was soll das für ein Modell sein? Mütter setzen Kinder in die Welt, geben diese dann aber frühstmöglich an Fachleute zur weiteren Erziehung ab, während diese kinderlieben Fachleute selbst keine Kinder haben können, da sie den ganzen Tag andere Kinder erziehen. Hätten sie doch eigene Kinder, müssten sie die ebenfalls bei anderen Fachleuten unterbringen. Mir fehlen die Worte. Sollte man da nicht lieber vorher einen Organisationsfachmann (die Betonung liegt auf Mann) heranlassen, bevor man mit solch sonderbaren Organisationvorschlägen weiter macht?

"Der Staat muss zwar Geld für die Kinderbetreuung aufwenden damit diese bezahlbar bleibt, jedoch spart er jede Menge, weil viele alleinerziehende Mütter im Erwerbsleben sind und Steuern zahlen, statt von ALGII zu leben."

Ja ja ja. Geld Geld Geld. Was für die Kinder am Besten wäre, scheint Sie überhaupt nicht zu interessieren. Ganztägiges Abschieben von Kindern (erst der Vater weg, dann die Mutter auch noch), damit irgendwo Geld gespart wird. Kein Wunder, dass wir eine Finanzkrise haben.

LG Lena
‹ Zurück 1 2 Weiter ›

Wo ist meine Bestellung?

Versand & Rücknahme

Brauchen Sie Hilfe?

amazon.de Amazon-Homepage
Internationale Seiten:  USA  |  Großbritannien  |  Frankreich  |  Japan  |  Österreich  |  Kanada  |  China
Geld verdienen: Jetzt verkaufen  |  Fulfillment by Amazon  |  Amazon.de Partnerprogramm / Webmaster-Tools  |  Teilnehmen bei Advantage
Kundenservice  |  Hilfe  |  Einkaufswagen  |  Mein Konto
Über Amazon.de  |  Karriere bei Amazon
Unsere AGB |  Datenschutzerklärung |  Impressum  © 1998-2009, Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften