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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Riotguns Mirror's Edge Rezension - Innovativ, aber mit kleineren Schwächen, 11. Januar 2009
Von 
= Spaßfaktor:1.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Mirror's Edge (Videospiel)
Selten war ich dieses Jahr auf einen Titel so gespannt, wie auf EA's Ego-Runner Mirror's Edge, einfach weil hier den Spieler ein völlig neuartiges Spielkonzept erwartet, von dem ich mir viel versprach. Letztendlich ist der Titel allemal ein Anspielen wert, auch wenn er dem Hype in letzter Konsequenz nicht ganz standhalten konnte.

Das Spielkonzept - Keep on runnin' Faith
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Laufen, klettern, hangeln, balancieren, sprinten, abrollen und Wallruns. Das sind die Zutaten, mit denen das Spiel auskommt. Hauptfigur Faith ist nämlich im Gegensatz zu ihrem ähnlich gestrickten Kollegen aus der Prince of Persia-Reihe alles andere als eine Kämpferin, so dass sie in schwindelerregenden Höhen über den Dächern einer fiktiven, totalitären Stadt voll auf ihre Trumpfkarte Geschwindigkeit und Agilität setzt. Zwar kann Faith Waffen tragen, aber auf ein offenes Feuergefecht mit der sie notorisch verfolgenden Staatsmacht in Form von Polizisten, Sonderkommandos oder Scharfschützen sollte sie sich trotzdem nicht einlassen, denn da zieht Faith klar den Kürzeren.

Aus der Ego-Pesperktive heraus entsteht bei Mirror's Edge also ein wirklich fabelhaftes Flucht-Gefühl, das immer dann zum Tragen kommt, wenn Faith durch die teilweise glänzend designten, aber sich wiederholenden Dächer-Level gehetzt wird. Immer wenn der Spieler den Funkverkehr der Polizei, Schüsse oder Schreie hört, springt somit auch der Adrenalinspiegel des Spielers in ungeahnte Höhen. Zwar kann Faith einzelne Gegner durch geschickte Manöver entwaffnen, aber dies erfordert taktisches Vorgehen und Herauslocken einzelner Gegner, denn oft gilt: Schon der zweite, mit Sicherheit der dritte Polizist ist einer zuviel und in den späteren Levels heften sich sogar Runner an ihre Fersen, die nicht so einfach abgeschüttelt werden können.

Leider treibt der Titel dieses Spiel im späteren Spielverlauf etwas zu weit. Geübte Spieler werden sich jedenfalls ein wenig darüber ärgern, dass die Wegfindung niemals eine echte Herausforderung darstellt und man keine Probleme hat, sofort Kanten, Flächen für Wallruns oder Sprungrouten und somit die weitere Levelroute erspähen kann. Eine Ausnahme bildet da vielleicht das vorletzte Kapitel in einer Hochhaus-Baustelle, das ziemlich tricky ausgefallen ist. Da haben sich die Entwickler wohl gedacht, die sowieso schon zu kurze Spielzeit wenigstens durch schon im normalen Schwierigkeitsgrad extrem fiese Stellen zu kompensieren, in denen sich eine ganze Übermacht an mit vollautomatischen Waffen ausgerüsteten Sonderkommandos auf Faith stürzt.

Nochmal auf den Punkt gebracht: Gerade zu Beginn wird der Spieler durch das neue und erfrischende Konzept, sowie die fabulöse Flucht-Thematik in den Bann des Titels gezogen, ehe er sich daran gewöhnt und etwas spielerische Abwechslung vermissen wird. Die Tatsache, Faith mit zunehmender Spieldauer neue Moves lernen zu lassen, hätte dem vielleicht entgegengewirkt.

Spielkonzept 8,5/10

Die Story & das Leveldesign
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Kann Mirror's Edge mit der Story punkten? Ich muss gestehen, die Story ist extrem dünn und wirkt allenfalls als Aufhänger für das Wetzen über Hochhausdächer und Zäune. Zwar bringt das Spiel im Intro glaubhaft das Bild einer totalitären Gesellschaft rüber und erklärt Faith's Werdegang von der Waisen zum Runner, aber spätestens als schon sehr früh im Spiel klar wird, dass hier die Aufklärung einer Verschwörung und eines Mordfalls im Vordergrund steht, bei dem Faiths Schwester in die Rolle des Bauernopfers gedrängt wird, verflacht die Geschichte zu einer Story, die man in ähnlicher Form schon sehr oft gesehen hat. Loben muss ich aber die wenn auch kurzen Videosequenzen zwischen den Kapiteln, die in aparter Comic-Grafik den tollen Look des Games unterstützen. Dass Comic-Grafik und Standbilder nicht immer für ein Spiel sprechen, zeigt z.B. Folklore, aber bei Mirror's Edge gelingt der Spagat.

Kommen wir zum Leveldesign. Tja...irgendwo hastet der Spieler immer nach dem gleichen Prinzip durch die Levels, aber jedenfalls haben sich die Entwickler Mühe gegeben, der Eintönigkeit so gut es geht vorzubeugen. Zwar wird der Spieler die meiste Zeit über den Dächern der Stadt unterwegs sein, aber auch die Kanalisation, ein Frachter und das Innere diverser Gebäude und Metroschächte sind zu erkunden. Für Abwechslung wird also gesorgt, auch wenn die Wegfindung wie anfangs beschrieben nur in den allerwenigsten Fällen zu einer echten Herausforderung mutiert. Wer ein wenig gespielt hat, sollte daher die rote Hervorhebung der Route abschalten, um den Titel noch etwas länger genießen zu können.

Story 6/10
Leveldesign 8,5/10

Die Präsentation - Cooler Look und ein grandioser Soundtrack
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Mirror's Edge setzt nicht nur in Punkto Spielkonzept Innovationen, sondern auch die Grafik ist etwas ganz Besonderes und fügt sich perfekt in den Titel ein. Das ganze Geheimnis besteht darin, für die einzelnen Levelabschnitte eine Abmischung von zwei dominierenden Farbtönen zu finden und miteinander zu kombinieren. Mal ist es das blendende Weiß der Dächer, dass sich gegen den strahlendblauen Himmel abhebt, das Orange der Metrostationen oder das dominierende Grün im Inneren der Gebäude. Es ist gerade das Sterile, das auf diese Weise hervorgehoben wird und somit den eigenständigen und innovativen Look von Mirror's Edge unterstreicht. Der Titel setzt dieses Konzept als erstes Spiel um und ist in dieser Hinsicht ein Trendsetter, auch wenn manche monieren mögen, dass die Spielwelt am Boden wie leergefegt aussieht, sich nur höchst selten Zivilisten zeigen oder es so gut wie gar keinen Verkehr gibt.

Auch die Musik gehört mit zum Besten, was für den Spielemarkt 2008 erschienen ist. Als Indiz dafür kann ich gelten lassen, dass ich mit fortlaufendem Spiel immer wieder in das Extra-Menü geschaut habe, ob ich neue Themes, Scores oder Songs freigeschaltet habe, um diese ganz entspannt anzuhören. Ganz besonderen Anteil daran, hat Lisa Miskovskis Head-Titel "Still Alive", der im Menü als Instrumental-Version so einen Eindruck auf mich gemacht hat, dass er direkt bei iTunes eingekauft wurde. Musikalisch ist Mirror's Edge für mich der heißeste Anwärter auf den Soundtrack des Jahres 2008. Auch die deutsche Lokalisation ist solide ausgefallen. Die Dialoge, die Faith mit ihrem Operator oder ihrer Kollegin führt, wurden von soliden Sprechern gesprochen. Natürlich ist hier die englische Version um Längen besser und wer des Englischen mächtig ist, tut gut daran, die Systemsprache seiner PS3 umzustellen.

Kommen wir zur Spielzeit. Ich habe etwa 8 Stunden Spielzeit gebraucht. Klar, die Spielzeit bewegt sich somit am unteren Drittel derzeit verfügbarer Spiele und wer die Levels ein paar Mal gespielt hat, wird immer bessere Routen entdecken und so immer schneller zum Ziel kommen. Das ist der positive Knackpunkt des Spiels, der die kurze 9 Kapitel umfassende Solo-Kampagne entschärft. Denn Mirror's Edge bietet den Time Trial-Modus an, bei dem es gilt, auf den Parcours die beste Route und die passendsten Manöver zu finden, um die anfangs horrend erscheinende Bestzeit zu knacken. Da die Auswahl an Levels groß ist, verbringt man hier locker so viel Zeit, wie beim Spielen des Story-Modus und kann sich sogar Ghosts anderer Spieler herunterladen. Ärgerlich ist nur, dass man für das Ranglistensystem und Herunterladen von Ghosts ein extra EA-Konto benötigt. Wer eins hat, der kann damit leben, aber die großen Publisher sollten endlich mal aufhören an jeder Ecke Zusatz-Features von Spielen mit Zwangsregistrierungen zu verknüpfen.

Grafik: 9/10
Sound: 10/10
Spielzeit: im Single-Player 5/10, mit Time-Trial-Modus 7,5/10

Fazit
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Ich habe es mir nicht leicht gemacht bei der Bewertung, denn Mirror's Edge kratzt am fünften Stern. In der Präsentation kann man dem Spiel keinen Vorwurf machen, nur hätte man sich eine ausgefeiltere Story, einen größeren Umfang und ein paar Herausforderungen mehr bei der Wegfindung gewünscht. Wäre der Titel nicht im späteren Verlauf so inflationär mit knüppelschweren Feuergefechten umgegangen, so hätte ich trotz der Schwächen wohl noch von 4,5 auf den fünften Stern aufgerundet.
Mirror's Edge bleibt dennoch ein Titel, den man ausprobiert haben sollte, allein schon aufgrund seines neuen Ego-Runner-Konzeptes.

Spielspaß: 8,2/10
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