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Kundenrezension

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Durchschnitt mit Lichtblicken, 3. Dezember 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: The Crucible of Man (Something Wicked Part II) (Audio CD)
Eines gleich zum vorneherein: Trotz der Rückkehr von Matt Barlow zu Iced Earth wird man keine Wunderdinge erwarten dürfen, und ich glaube das ist ein Hauptgrund für das Scheitern des Albums bei vielen Fans und Kritikern. Ich muss allerdings sagen dass der Silberling gar nicht so übel ist, auch wenn ein Klassiker ala "Ten Thousand Strong" wie im Vorgänger fehlt. Dafür muss ich aber sagen dass der auch gleich das einzige war, was mir an "Framing Armageddon" gefallen hat.

Was hat das Album drauf? Nun, Viele der Songs sind simpel gehaltene Midtempo Stücke. Diese Art Song hat die Pflicht, sofort ins Ohr zu gehen und dort zu bleiben, fehlende Eingängigkeit wirft ihn dagegen sofort aus der Playlist. Leider sind das nur zu viele geworden. Hätte man Framing Armageddon und The Crucible of Man zu einem Album zusammengelegt und nur das beste aus den beiden genommen, es wäre ein hervorragendes Werk geworden, aber gut 2/3 der Scheibe sind gefühlte Füller.

Dabei fängt alles noch gut an, "Behold the Wicked" hat eben jene Eingängigkeit. Doch als Gitarrist muss ich sagen, dass der Song sich bei mir nicht hält, ich werde ihn nicht nachspielen weil er spätestens nach einer Minute langweilig wird. Da hofft man aber vielleicht noch, dass das Songwriting noch bessert, wobei die charismatische Stimme von Matt auch hier bereits einen Qualitätsschub gibt. Hoffnung aber wird gerne vergehen bei vielen der kommenden Songs. Ein weiterer Lichtblich ist dann "I walk alone". Hier zeigt sich, dass Schaffer es doch kann mit dem Songwriting, obwohl auch dieser Song die Eingängigkeit vermissen lässt, wirkt er nach mehrfachem Anhören immer besser. Man sollte nicht jeden Song nach dem ersten Mal abschreiben. Nicht schlecht, nach fünf gefühlten füllern.

Es folgen aber 4 weitere durchschnittssongs, von denen mich keiner begeistern kann. "Divide, Devour" erhöht dann nicht nur das Tempo, sondern gibt auch deutlich mehr Härte in das bislang doch recht sanfte Gemisch, bedenkend dass es sich doch um eine Band handelt die von Härte lebt. Und bereits beim zweiten Chorus fühlte ich das Bedürfnis, "I will devour, I will devide" mitzugrölen. Ein gutes Zeichen, denn plötzlich macht die Scheibe spass.

Wenn es auf dem Album aber einen Song gibt, der wirklich als sehr gut einzustufen ist, dann ist es "Come what may". Hier stimmt es nun endlich, und als hätte Schaffer dies gewusst, es ist der längste Song auf der Scheibe und jede Sekunde wert. Bereits beim Hauptriff wird klar, dieser Song hebt sich deutlich vom Rest ab. Die gallopierenden Gitarren während der Strophen untermalen Matts hervorragende Stimme hier sehr gut, immer wieder wird mit hartem Zwischenspiel noch etwas Intensität eingefügt. Doch ohne Matt wäre auch dieser Song nicht weit über den anderen anzusiedeln. Während des Chorus oder nach einem ruhigen Mittelteil liefert der Song dann auch ein sehr würdiges Finale, die im hintergrund spielenden Gitarren während der Überleitung, in welcher Matt einfach nur brilliert, klingen einfach nur hervorragend. Die letzten drei Minuten des Songs könnte ich in Endlosschleife hören, sie würden nicht langweilig, doch auch als ganzes ist der Song sehr gut gelungen und gefällt mir persönlich sogar besser als "Ten Thousand Strong".

Es ist letztlich "Come What May", welches den vierten Stern holt. Mehr noch, vielleicht rettet es den Song sogar vor dem verlust des dritten, denn gerade mal 4 brauchbare Songs über rund 20 Minuten auf einem Album, welches 60 Minuten spielt, das ist zu wenig. Gerade wenn nur ein Song wirklich stark ist. Iced Earth hat auch auf dem zweiten Teil der Something Wicked Saga ein paar Glanzmomente, die herausstechen. Aber davon abgesehen ist es doch nicht mehr als Durchschnitt geworden. Wenn euch die paar Songs das Album wert sind, dann kann ich definitiv die Kaufempfehlung abgeben, ich rate aber von diesen abgesehen die Erwartungen stark zu drosseln, sonst werdet ihr euch unter den enttäuschten Fans einreihen. Ich denke, Schaffer sollte sich mehr mit dem schreiben guter Songs und Riffs abgeben als mit dem erfinden einer Konzeptstory, die dann doch nur in den Hintergrund gerät. Primäres Ziel sollte gute Musik sein, die findet man hier leider viel zu selten.

Anspieltipps: "Behold the Wicked", "I Walk Alone", "Divide, Devour", "Come what may"
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