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Kundenrezension

32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Wagner "zwischen" Meistersingern und Tristan, 5. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wagner - Das Leben und Werk Richard Wagners [3 DVD Box] (DVD)
Endlich! Man muß es nochmal sagen: Endlich! Nachdem dieses monumentale Werk lange Zeit ohne deutsche Tonspur und meist nur als teurer Import im Handel erhältlich war, "bringt" das Wagner-Jahr nun die deutsche Fassung vergleichsweise kostengünstig in den Handel.

Der Film

Tony Palmer hat das Leben des Komponisten, der wie die Personifizierung des ungestümen und wechselhaften 19. Jahrhunderts wirkt, an mehr als 200 Orten mit einer herausragenden Schauspielerriege gedreht. Das Ziel, möglichst nah am Original zu sein, zieht sich als roter Faden durch den Film, seine Details und zeichnet ihn letztlich besonders aus. Manche zeitgenössischen Stilmittel lassen den Zuschauer schmunzeln, aber ihre Absicht wird erreicht – sie verdeutlichen das Gesehene, lassen tiefer in die Umstände und Wagners Seelenwelt blicken. Die Handlung beginnt 1848 und endet 1883, wird aber durch Rückblicke meist in Form von Erzählungen um wichtige Ereignisse zuvor ergänzt.

Der Darsteller

Wagner selbst wird von einem überragenden Richard Burton dargestellt, dessen Intensität und Präsenz den Komponisten jederzeit in den Mittelpunkt rückt. Und auch wenn der 35jährige Burton-Wagner 1848 doch etwas zu alt wirkt, schmälert das nicht seine Ausdruckskraft. (Der Schauspieler war beim Dreh bereits 58). In der zweiten Hälfte des Films IST Burton Wagner, so sehr identifiziert man ihn bereits mit dem Komponisten, und so sehr überzeugt seine Darstellung.

Ein wenig Kritik

Die Verfilmung begeistert mich sehr, da sie sich nah am Original bewegt. Dabei profitiere ich aber von der Kenntnis der Wagner'schen Biografie! Mir kommt zugute, daß ich bereits einige Lebensbeschreibungen gelesen habe und mich gerade ein zweites Mal inmitten von Martin Gregor-Dellins Standardwerk "Richard Wagner" befinde. Denn so intensiv sich der Film in scheinbar endlosen Monologen Wagners dessen Sicht der Dinge liebevoll widmet, so wenig verknüpft er doch manchmal die Lebensepisoden selbst (das "Monolog-Problem" legt sich im Verlauf der Handlung jedoch). Wer sich also nicht ein wenig mit der Materie auskennt, wird es zunächst schwer haben, sich in diesem Mammutwerk zurecht zu finden.

Außerdem kommt mir das zu kurz, was Joachim Köhler so treffend und konzentriert in "Der lachende Wagner" beschreibt: Wagners komische, menschliche Seiten! Er war nicht nur der erhabene, geniale Meister, sondern auch ein begeisterter Akrobat, der als Erwachsener noch Kopfstände machte und auf Bäume kletterte. So wirkt das plötzliche Erklimmen der Fassade in Tribschen doch leicht befremdlich und affektiert. Wagner war daneben ein überzeugter Tierliebhaber, der sich für gequälte Tiere einsetzte, und ein humorvoller Mensch mit einer großen Portion Selbstironie.

Musik

Ein besonderer Höhepunkt des Films ist die Verstärkung der Handlung mit Wagners Musik unter der Leitung Georg Soltis. Ausnahmen bilden lediglich die Beethoven-Konzerte, die der Meister gelegentlich dirigierte. Sonst schwelgt man durchgehend in den Klängen aus Wagner-Opern (orchestral wie auf dem Klavier), die den Film faszinierend bereichern und überraschend gut in die Dramaturgie passen.

Inhalt

Wenngleich so geschnitten, daß die zehnteilige Miniserie mit ihren rund 45 Minuten pro Folge zusammenhängend und ohne Unterbrechung als Film erscheint, konnte ich folgende "Etappen" ausmachen:

1. Episode: Wagner und die Revolution 1848 in Dresden bis zur Flucht in die Schweiz

2. Episode: Wagner in Zürich; Affäre mit Jessie Laussot in Bordeaux; Paris; Liszt, Bülow und Ritters treten auf

3. Episode: Schweizer Wasserkuren, die Lektüre Schopenhauers, das Schmiedemotiv wird gefunden, Wagner und die Wesendoncks, die Tristan-Komposition, Cosima betritt erstmals die Bühne

4. Episode: Wagner in Venedig und zurück bei Wesendoncks, er trägt nun seinen bekannten Backenbart; Reise nach Paris; Tannhäuser-Skandal (1861)

5. Episode: Rückkehr zu den Wesendoncks, dann zu problembehafteten Tristan-Proben in Wien; Suche nach Geldgebern; Konzertreise nach Rußland; Amnestierung in der Heimat und Rückkehr dorthin; Flucht vor den Geldgebern aus Wien; Ludwig II. holt Wagner nach München (1864)

6. Episode: Liaison mit Cosima in München, Tristan-Proben, Wagner wird wegen seines vermeintlichen Einflusses auf den König zunehmend von Fremden bedrängt, erste Risse zwischen ihm und dem König, Wagners erste Tochter (Isolde) wird geboren, Bülow erkennt die Liaison

7. Episode: Tristan-Uraufführung in München (1865), bayrische Minister erzwingen Wagners Ausreise, Minnas Tod

8. Episode: Wagner in Tribschen, Komposition der Meistersinger, Ludwigs II. geheimer Besuch bei Wagner (1866), Meistersinger-Uraufführung (1868), Nietzsche besucht Wagner, Sohn Siegfried wird geboren (1869)

9. Episode: Rheingold-Uraufführung in München wider (Wagners) Willen, Cosimas Scheidung und Hochzeit mit Richard 1870, Siegfried-Idyll-Uraufführung, Entscheidung für Bayreuth als Festspielstandort

10. Episode: Proben zu und Festspiele in Bayreuth (1876), Bruch mit Nietzsche, Parsifal-Komposition, am Ende (recht verwirrend geschnitten): Wagners Tod (1883) und Ludwigs Ende (1886)

Die DVDs

Gesamtspielzeit: 7:46 Stunden (CD1: 2:33, CD2: 2:40, CD3: 2:33)
Bild: 16:9, Farbe, PAL
Audio: Dolby Digital 2.0, digital remastered
Sprache/Untertitel: Deutsch, Englisch

Fazit

Bei dieser Box sind die Kritikpunkte wirklich mehr als überschaubar. Jeder Wagner-Freund wird hier voll auf seine Kosten kommen. Der Film bietet das Leben des herausragenden Komponisten in liebevoller Opulenz und mit Mut zum Detail. Dabei geht der Zuschauer mit Wagners Flügel, sicher verpackt, auf Reisen. Dieses Bild wiederholt sich stets, ob mit der Gondel auf einem Kanal in Venedig oder dem Pferdeschlitten in den Schweizer Alpen. Es versinnbildlicht die Ruhelosigkeit des Meisters, stets von seinem Flügel "begleitet", und zeigt zugleich den ernsten Anspruch des Films, Wagner wirklich gerecht zu werden.

Aber es ist das große Genie mit seinen charakterlichen Untiefen, Problemen und Zwängen, das im Mittelpunkt steht, nicht so sehr der menschliche Wagner. Und so sind es mehr die Klänge des Tristan- und Meistersinger-Vorspiels, die den Charakter der Darstellung ausmachen, weniger die menschlichen Zwischentöne. Doch sind es nicht sie, die Wagners Musik nicht nur bereichern, sondern deren Meister er in Wirklichkeit war und die seine Kunst so grundlegend prägen und ausmachen?!

(Das Begleitheft ist in englischer, deutscher, französischer, italienischer, spanischer und japanischer Sprache.)
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