|
124 von 138 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von
Rezension bezieht sich auf: Apocalypto (OmU) (DVD)
Pranke des Jaguars (überzeugend und intensiv gespielt von Rudy Youngblood), sein Vater und dessen Mitstreiter kommen von der Jagd nach Hause. Unterwegs treffen sie auf Flüchtlinge eines anderen Stammes, die desorientiert und verstört erscheinen. Am Tag darauf erfahren sie am eigenen Leib den Grund: Ihr Dorf wird brutal von einer kriegerischen Horde Majas überfallen, die Sklaven und Menschenopfer für den Bau ihrer Pyramiden erbeuten wollen. Pranke des Jaguars gelingt es, seinen Sohn und seine hochschwangere Frau in einem Felsloch in der Nähe zu verstecken, kann aber nicht verhindern, dass er selbst gefangen und der Rest des Dorfes entweder getötet oder verschleppt wird. Er weiß dass seine Familie ohne ihn nicht wieder aus dem Versteck entkommen kann. Die Majas entführen ihn in eine gigantische Stadt, eine Welt voller Gewalt und Grausamkeit, und gegen die zahlenmäßig weit überlegenen und perfekt ausgebildeten Krieger haben die Dorfbewohner keine Chance zur Flucht. Die Mayas rechnen jedoch nicht mit dem unbändigen Willen Pranke des Jaguars seine Familie zu retten, und das Schicksal hilft denen, die ihre Hoffnung nicht verlieren, und so bekommt auch er seine Chance.Mel Gibson hat es hier mal wieder geschafft durch seine Arbeit zu überzeugen und seine privaten Eskapaden in den Hintergrund zu verdrängen. Apocalypto ist in seiner Gesamtheit ein stimmiges und packendes Abbild einer längst vergangenen Welt. Die Illusion wird perfekt durch die originale Sprache der damaligen Zeit, doch das stört nicht im Geringsten. Denn selten gelang es Schauspielern so gut wie hier, nur durch Gesten und Mimik nonverbal zu kommunizieren. Eigentlicher Hauptdarsteller ist der Dschungel selbst, für den Komponist James Horner einen kongenialen Score geschrieben hat und den Kameramann Dean Semler in zum Teil unglaublichen Kamerafahrten und Bildern abgelichtet hat. Zwar ist der Film ohne Frage blutig und brutal, aber nie zum Selbstzweck oder Effekthascherisch. Es lässt sich geschichtlich belegen, dass die Mayas dem Wert eines Lebens keine große Bedeutung beimaßen. 40minütiger Höhepunkt des Films ist eine atemberaubende und an Spannung kaum zu überbietende Verfolgungsjagd durch den Dschungel. In ihrer Intensität, der Dauer und Konzeption kann sie es selbst mit Klassikern der Autoverfolgung wie French Connection oder Bulitt aufnehmen. Auch hier hat sich Kameramann Dean Semler selbst übertroffen; derart spektakuläre und verblüffende Bilder, Aufnahmewinkel und Schnitte sah man in dieser Perfektion lange nicht mehr. Apocalypto ist ein weiterer Beweis dafür dass Gibson ein Visionär des Kinos ist. Man kann von der Glaubwürdigkeit der Geschichte und deren Blutgehalt halten was man will, von der Bildersprache, dem visuellen Einfallsreichtum, der Kameratechnik und der an eine Highspeed Achterbahnfahrt erinnernden Verfolgungsjagd nicht überwältigt zu sein, ist fast unmöglich. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen Kommentare
Von 1 Kunden verfolgt
Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Veröffentlicht am
01.11.2011 18:26:21 GMT+01:00
Pennywise meint:
"Es lässt sich geschichtlich belegen, dass die Mayas dem Wert eines Lebens keine große Bedeutung beimaßen". Es würde mich doch sehr freuen, könnten Sie mir diesen wissenschaftlichen Beleg zu kommen lassen. Das es Menschenopfer gab akzeptiere ich hierfür in keinem Fall, da dem Opfer aus der religiösen Vorstellung heraus schon eine hohe Bedeutung zugemessen werden muss. Ansonsten finde ich ihre Rezension sehr gelungen.
Antwort auf einen früheren Beitrag vom
03.05.2012 10:03:27 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.05.2012 10:05:24 GMT+02:00
Mustermann meint:
Nun viel Maya Geschichte braucht man nicht zu kennen. Aber das Sie Religiöse Opfer zu tausenden brachten, ist in jedem Buch über Amerikas Ureinwohner zu lesen. So war es üblich zu besonderen Festen Kinder lebendig einzugraben als Opfer der Götter. Das war auch der Grund für das schnelle Ende der Mayas. Denn in der Tat hatten sie ein Millionenheer an Soldaten, die allein schon wegen der Masse ganz leicht mit ein paar hundert Spanieren fertig werden konnten, trotz Musketen. Doch in ihrer Religiöser Engstirnigkeit hat sie ihr Erscheinen dermaßen aus dem Tackt gebracht, dass sich deren König ihnen direkt ergeben hat. Das ist keine direkte Folge der Opfer, doch die Opfer sind Ausdruck einer unglaublichen Götter- und Zeichenfurcht, die zu völligen Zusammenbruch führten als Götter- und Zeichengleich diese für sie so völlig andersartigen Spanier auftauchten.
Antwort auf einen früheren Beitrag vom
14.02.2013 02:02:51 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 14.02.2013 02:03:12 GMT+01:00
Hubert412 meint:
Man liest hier verschiedene Dinge zu den Untertiteln!?
Gibt es deutscher Untertitel und vor allem: ist Gibsons Regiekommentar untertitelt??
‹ Zurück 1 Weiter ›
|
Details |