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5.0 von 5 Sternen das tragische Leben des "Spatz von Paris", 23. Januar 2012
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Rezension bezieht sich auf: La Vie en Rose (DVD)
Ende der 1950er Jahre, Edith Piaf auf der Bühne: sie bricht zweimal zusammen. Auf dem Krankenlager beginnt sie, über ihr Leben, ihre Musik, ihre Exzesse und ihre Liebschaften nachzudenken.

Rückblick, Frankreich 1918: in den Armenvierteln von Paris spielen Straßenkinder. Eine Polizistin verjagt sie und fordert die Mutter einer beteiligten Dreijährigen auf, sich um ihr Kind zu kümmern. Die Mutter ist eine Straßen- und Kaffeehaussängerin. Die Kleine ist die später gefeierte und unter dem Künstlernamen Edith Piaf berühmt gewordene Edith Giovanna Gassion. Der Vater Louis Gassion ist zu diesem Zeitpunkt an der Front im I. Weltkrieg. Die Mutter Ediths will von der Kleinen nicht viel wissen, sie ist ihr regelrecht im Weg. Und so gibt sie das Mädchen in die Hände ihrer (Groß-)Mutter und verlässt selbst Frankreich. Viel mehr als eine grandiose Stimme bekommt Edith von ihrer Mutter nicht mit im Leben. Als der Vater aus dem Krieg wiederkommt, findet er bei seiner Schwiegermutter ein vernachlässigtes und unterernährtes Kind vor. Selbst in der "Künstlerszene" tätig, muß er nach dem Krieg erst einmal wieder beruflich Fuß fassen. Er gibt das Mädchen bei seiner Mutter, einer Bordellchefin, ab. Dort, im Hurenhaus, lernt sie erstmals Zuwendung und so etwas wie Liebe und Obhut kennen. Die selbst am Rande der Gesellschaft stehenden Damen des Hauses vergöttern Edith. Unglücklicherweise bekommt sie in dieser Zeit eine Entzündung der Augenhornhaut und erblindet für zwei Jahre. Ihre Heilung schreibt sie der Heiligen Therese zu. Edith bleibt daraufhin Zeit ihres Lebens eine tief gläubige Frau.

Als der Vater Edith wieder abholt, nimmt er das Kind mit auf Wanderschaft - erst mit einem Zirkus und dann allein. Er tritt im Zirkus und auf der Straße als Schlangenmensch auf. Edith muß sich am Geldverdienen beteiligen und beginnt zu singen. Sie lernt schnell das harte Leben auf der Straße kennen. Dem Dasein als Straßensängerin bleibt sie auch später treu, ohne ihren Vater. Sie wird vom Kabarettbesitzer Louis Leplee entdeckt, der ihr auch erstmals den Künstlernamen "la mome piaf" - der kleine Spatz gibt.
Edith Piafs Leben mit wechselnden Bezugspersonen, Liebhabern und Ehemännern sowie einer mit zwei Jahren an Hirnhautentzündung gestorbenen Tochter - aber auch mit Ausschweifungen und Alkoholexzessen setzt sich unaufhörlich fort. Der Film beleuchtet vor allem auch das Verhältnis zu Ediths wahrscheinlich größter Liebe, dem Boxer Marcel Cerdan. Dessen Unfalltod bricht ihr seelisch endgültig das Genick.

Von der Mutter verstoßen, bei zwei Großmüttern und unter anderem im Bordell sowie beim Vater im Zirkus und auf der Straße groß geworden, bleibt sie ein seelisch zerrütteter und stets zwiespältiger Mensch - eine eigentlich arme und verkrachte Existenz mit einer wunderbaren Stimme! In späteren Jahren kommt eine schmerzhafte entzündliche Rheumaerkrankung dazu. Edith entwickelt in deren Folge auch noch eine Schmerzmittelabhängigkeit. Sie begibt sich in mehrere Entziehungstherapien und muß zudem mehrere Operationen über sich ergehen lassen. Zu allem Unglück erkrankt sie auch noch an Krebs.

Das alles beleuchtet der Film in mehreren Rückblenden aus der Sicht der bald sterbenden Edith Piaf. Der Tiefpunkt ihrer Karriere war sicher ihr Zusammenbruch auf der Bühne, mit dem der Film beginnt und der im Film die Rahmenhandlung der Gegenwart darstellt. Immer wieder schweifen ihre Gedanken zurück und ziehen die Bilder ihres Lebens an ihr vorbei. Und noch einmal gelingt es ihr, sich aufzurappeln. Sie will singen, immer nur singen. Sie weiß, daß sie nur das richtig kann und liebt. In diese Zeit fällt auch der extra für sie komponierte und später zu ihrem größten Hit werdende Chanson "Milord".
Und so tritt sie in der Schlußszene des Film noch einmal auf, gebeugt vom Rheuma, gezeichnet durch ihren Lebenswandel, schwach, zierlich, die Lippen knallrot geschminkt - eigentlich in diesem Zustand eine groteske und tragische Erscheinung. Sie singt "Non, je ne regrette rien."

1963, im Alter von 47 Jahren stirbt "la mome piaf."

Der Film ist schonungslos und tragisch - so wie das Leben der Edith Piaf war. Ein Märchen war ihre Karriere keinesfalls! Ein Film, der den Zuschauer am Ende erst einmal sprachlos zurück lässt ....
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