Kundenrezension

72 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen So eine Enttäuschung!, 9. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Die größten Lügen der Geschichte: Wie "historische Wahrheiten" gefälscht wurden (Gebundene Ausgabe)
Als Naturwissenschaftler bin ich sehr an den verwandten Fachdisziplinen der geschichtlichen Forschung und Archäologie interessiert und verfolge seit Jahren neue Entdeckungen und Forschungsergebnisse zur europäischen Geschichte.
So habe ich mich voll Vorfreude und Spannung auf Herrn Fabians Buch gestürzt und wurde sehr schnell ernüchtert. Mit jeder Seite habe ich mich mehr geärgert, dieses Machwerk käuflich erworben zu haben. Keine neuen Informationen, keine Forschungsergebnisse, Triviales und längst Bekanntes wird pseudowissenschaftlich als neu aufgedeckte Lügen im großen Stil dargestellt. Quellenstudien beschränken sich kaum auf Sekundär-, meist auf Tertiärliteratur, dazu noch schlecht recherchiert. Behauptungen werden einfach aufgestellt, viele Gegenargumente sind dem Autor unbekannt oder werden zurückgehalten, Sachverhalte werden teilweise verdreht oder aus dem Kontext gerissen, keine Informationen, die nicht auch anderen populärwissenschaftlichen Geschichtswerken zu entnehmen wären.
Dazu benutzt Herr Fabian genau dieselben Stilmittel, wie z.B. eine völlig überzogene Polemik, die er den Autoren der von ihm besprochenen Biografien vorwirft.
Der Schreibstil und die Wortwahl drängen dem Leser eher den Verdacht auf, Herr Fabian verarbeitet damit an einem humanistischen Gymnasium erlittene Traumata oder frönt einfach nur einer ausgeprägten Profilneurose.
Was bleibt noch übrig vom Buch, entfernt man alle Subjektivität des Autors und alle bereits bekannten Fakten: Nichts!
Aber lassen wir doch Herrn Fabian selbst zu Wort kommen. Auf Seite 232 schreibt er: "Nichts ist jedoch tödlicher, als ein Halbwissen, ein Dreiviertelwissen in Sachen Geschichte, denn es verführt automatisch zu abenteuerlich falschen Schlussfolgerungen. Geschichte wird dann zu einem Bauchwarenladen, aus dem sich jeder bedienen kann, der will,..." und auf Seite 255: "Autoren können aus 1000 Informationen genau jene 10 auswalzen, aufarbeiten und betonen, mit denen sie ihre eigenen Theorien abstützen können. Autoren können Schwerpunkte setzen, falsche Schwerpunkte, willkürliche Schwerpunkte. Sie können Anekdoten, Erzählungen und Gerüchte aufgreifen, diese vielleicht sogar als Gerüchte brandmarken, aber indem sie diese ausschlachten trotzdem die Aufmerksamkeit des Lesers darauf lenken. Allein durch die Intensität, mit der ein Gerücht besprochen wird, manipuliert man."
Spätestens wenn Herr Fabian am Ende des Buches in der Danksagung verschiedenen Personen dafür dankt, dass sie "aus einem schlechten Manuskript ein besseres gemacht haben", muss auch dem unbefangensten Leser klar werden, dass er hier geneppt wird.
Allen ernsthaft an Geschichte Interessierten kann ich nur raten: Spart euch das Geld!
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 02.03.2010 16:53:18 GMT+01:00
Ich wollte eben eine im Inhalt aehnliche Rezension schreiben, koennte es aber kaum treffender als Sie ausdruecken!
Das Buch ist ein drittklassiges propagandistisches Machwerk, kein historischer "Aufdecker"!
Sie haben es ja bereits bestens formuliert, somit erspare ich mir hier ein ausfuehrlicheres Eingehen auf den "Inhalt" des Werkes.
Danke fuer Ihre Rezension!

Veröffentlicht am 16.03.2010 14:29:45 GMT+01:00
EarlyBert meint:
Lieber Winterjörg, herzlichen Dank für die Rezension. Das Ding ist wirklich ungenießbar und es verwundert schon sehr, daß hier viele in Begeisterung ausbrechen. Jeder Oberprimaner mit Leistungskurs Geschichte nimmt dieses Machwerk auseinander.
Liebe Leute spart Euch das Geld und sucht nach anderen "Aufklärern" über die Schwächen der Historiographie. Alexander Demandt wäre z.B. da zu nennen!

Veröffentlicht am 04.02.2012 16:59:40 GMT+01:00
Axel Gebauer meint:
Weist darauf hin, das Buch besser nicht zu kaufen. Dann gibt es wohl Besseres wie Der Treppenwitz der Weltgeschichte von Hertslet und Hofmann, Ullstein 1997 (13. Auflage) Vielleicht kann ein Leser helfen: ich suche eigentlich ein Buch gleichen oder ähnlichen Namens, indem sich der Autor mit Fragen der Herkunft des Geldes für den Marshall-Plan für Deutschland auseinandersetzt.
Danke Axel Gebauer
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