7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Auf der Suche nach sich und einem kleinen Sinn des Lebens, 6. September 2004
Rezension bezieht sich auf: Sputnik Sweetheart: Roman (Taschenbuch)
"Sputnik Sweetheart" ist der siebte Roman, den ich von Haruki Murakami gelesen habe. Und es ist nicht der beste. Aber auch bei diesem Buch habe ich das Lesen nicht bereut. Murakami behält seinen Stil konsequent fort, seine Protagonisten beziehungsweise Ich-Erzähler sind sich zum Verwechseln ähnlich. Immer handelt es sich um Männer ähnlichen Alters, Ende zwanzig, Anfang dreißig, die identische Vorlieben haben: Musik, Literatur, Kochen, Frauen mit ähnlichem Charakter. Immer Typen liebenswürdiger Gesinnung, die in ein Abenteuer besonderer Art verstrickt werden. Alle auf der Suche nach sich selbst und auf der Suche nach einem Sinn ihres Daseins. Murakami vermischt in allen Büchern einen überwiegenden Anteil Alltag mit einem gewissen Zuschuss Fiktion, Mythos, Surrealität. Fragen bleiben offen, Handlungsstränge werden nicht immer klassisch geschlossen. In der Regel lege ich einen Roman von Murakami zur Seite und bleibe ein bißchen ratlos zurück. Wahrscheinlich ist das aber genau die Absicht des japanischen Autors, der dieses Buch im Alter von fünfzig Jahren schrieb, allerdings weiterhin im Stile eines Endzwanzigers. Die Tatsache, dass alle Bücher vorherrschend in Japan spielen, erschwert das Lesen für einen Mitteleuropäer in keinster Weise. Abgesehen von Namen und Städten merkt man es beinahe nicht. Angemerkt sei diesbezüglich, daß Murakami längere Zeit sowohl in den USA als auch in Europa lebte. Hier eine kurze Leseprobe aus dem Ende des Romans: „So ist das Leben. Wie schwer und tödlich unser Verlust auch sein mag, wie wichtig auch immer das, dessen wir beraubt wurden: Wir leben einfach weiter. ... So oft ich darüber nachdenke, wie wir unermüdlich und meist ohne besonderes Geschick unsere alltäglichen Verrichtungen wiederholen, überkommt mich das Gefühl einer entsetzlichen Leere." Wie wahr. Und typisch für Murakami. Der an der einen oder anderen Stelle geäußerte Tipp, dass man ein Buch des zukünftigen Literaturnobelpreisträgers in den Händen hält, erscheint mir überzogen. Nicht solange zumindest John Updike und Philip Roth nicht damit bedacht sind. Wer bisher noch kein Buch von Haruki Murakami gelesen hat, dem empfehle ich als Einstieg „Gefährliche Geliebte". Knapp über 200 Seiten, rund, gelungen, sprachlich ansprechend und ein guter Anhaltspunkt für sein gesamtes Werk. Wem das gefällt, der kann als nächstes seinen „Mister Aufziehvogel" lesen. Auf „Sputnik Sweetheart" stößt man dann irgendwann wieder von alleine.
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Sputnik Sweetheart: Roman 3442731542
Haruki Murakami
btb Verlag
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Auf der Suche nach sich und einem kleinen Sinn des Lebens
"Sputnik Sweetheart" ist der siebte Roman, den ich von Haruki Murakami gelesen habe. Und es ist nicht der beste. Aber auch bei diesem Buch habe ich das Lesen nicht bereut. Murakami behält seinen Stil konsequent fort, seine Protagonisten beziehungsweise Ich-Erzähler sind sich zum Verwechseln ähnlich. Immer handelt es sich um Männer ähnlichen Alters, Ende zwanzig, Anfang dreißig, die identische Vorlieben haben: Musik, Literatur, Kochen, Frauen mit ähnlichem Charakter. Immer Typen liebenswürdiger Gesinnung, die in ein Abenteuer besonderer Art verstrickt werden. Alle auf der Suche nach sich selbst und auf der Suche nach einem Sinn ihres Daseins.
Murakami vermischt in allen Büchern einen überwiegenden Anteil Alltag mit einem gewissen Zuschuss Fiktion, Mythos, Surrealität. Fragen bleiben offen, Handlungsstränge werden nicht immer klassisch geschlossen. In der Regel lege ich einen Roman von Murakami zur Seite und bleibe ein bißchen ratlos zurück. Wahrscheinlich ist das aber genau die Absicht des japanischen Autors, der dieses Buch im Alter von fünfzig Jahren schrieb, allerdings weiterhin im Stile eines Endzwanzigers. Die Tatsache, dass alle Bücher vorherrschend in Japan spielen, erschwert das Lesen für einen Mitteleuropäer in keinster Weise. Abgesehen von Namen und Städten merkt man es beinahe nicht. Angemerkt sei diesbezüglich, daß Murakami längere Zeit sowohl in den USA als auch in Europa lebte.
Hier eine kurze Leseprobe aus dem Ende des Romans: „So ist das Leben. Wie schwer und tödlich unser Verlust auch sein mag, wie wichtig auch immer das, dessen wir beraubt wurden: Wir leben einfach weiter. ... So oft ich darüber nachdenke, wie wir unermüdlich und meist ohne besonderes Geschick unsere alltäglichen Verrichtungen wiederholen, überkommt mich das Gefühl einer entsetzlichen Leere." Wie wahr. Und typisch für Murakami.
Der an der einen oder anderen Stelle geäußerte Tipp, dass man ein Buch des zukünftigen Literaturnobelpreisträgers in den Händen hält, erscheint mir überzogen. Nicht solange zumindest John Updike und Philip Roth nicht damit bedacht sind.
Wer bisher noch kein Buch von Haruki Murakami gelesen hat, dem empfehle ich als Einstieg „Gefährliche Geliebte". Knapp über 200 Seiten, rund, gelungen, sprachlich ansprechend und ein guter Anhaltspunkt für sein gesamtes Werk. Wem das gefällt, der kann als nächstes seinen „Mister Aufziehvogel" lesen. Auf „Sputnik Sweetheart" stößt man dann irgendwann wieder von alleine.
Th. Leibfried
6. September 2004
- Insgesamt:
5

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Ort: Deutschland
Top-Rezensenten Rang: 239
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