Fashion Sale Hier klicken Jetzt informieren reduziertemalbuecher Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More Eukanuba Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16
Kundenrezension

18 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ach wäre da nur nicht dieses Gebrumme & Gewimmere!, 27. April 2008
Rezension bezieht sich auf: The Glenn Gould Edition: Bach - Goldberg Variations (Audio CD)
Über die guten Eigenschaften von Goulds Spiel ist wohl schon alles gesagt worden.

Was den Genussfaktor von 5* auf 3* reduziert, ist jedoch dieses Mit-Gebrumme.

Stellen sie sich vor, sie sitzen im Konzert, und irgendein Hansel neben Ihnen fängt auf einmal an, beseelt mitzubrummen. Und zwar unregelmäßig und auch noch penetrant falsch. Sie könnten versuchen wollen, das auszublenden, aber je mehr Sie das versuchen, dessto bewusster und störender wird das für Sie.

Ich habe dieses Brumm-Business bei manchen (gottseidank wenigen) Interpreten (oder auch Dirigenten) nie verstanden. Es gibt offenbar keine Korrelation zwischen Musikalität, Empfindungstiefe und Brummen vs Nicht-Brummen.

Auf mich wirkt das einfach infantil, wenn die nur mäßige Menge von Endorphinen, die beim Musizieren ins Gehirn ausgeschüttet werden, bei manchen dazu führen, dass die Stimme nicht mehr unter Kontrolle zu halten ist.

Bach (und seine Chefs) hätten sich darüber sicher die Nase gerümpft, und sich von Äußerungen unprofessioneller Disziplinlosigkeit (während Aufführungen) wohl angewidert abgewendet. Und ich muss sagen, ich hätte Bach dabei sogar verstanden ;)

Wo Brummen hinpasst, als "legitime" (nicht störende) Manifestation einer Herstellung von Extasezuständen bei sich und Zuhörern in modernen Zeiten, ist der Jazz. In sofern ist Goulds Aufnahme eigentlich eine Jazz-Adaption von Bach, ohne dass Gould dazu eine Note ändern brauchte.

Eine gewisse Eignung von Bach für derartige Lesarten hat ja auch immer wieder "echte" Jazzer gereizt, da dieses Konzept tatsächlich bis zu einem gewissen Grade ganz gut gelingen kann.

So vermute ich auch die enorme Popularität von Gould bei "seinen Fans". Möglicherweise sind dies Hörer, die bereits Jazz-affin sind; oder zumindest eine Veranlagung in sich tragen, Jazz-affin werden zu können, und somit hier auf der Klassikschiene (quasi durch die Hintertür) eine Einstiegsdroge in eine eher für Jazz typische Musikwahrnehmung finden.

Soll mir recht sein, jedem wie's ihm gefällt!

Tipp: wer auf die gouldene Schiene setzen will, sollte dies gleich richtig tun, und die Salzburger 1959er Live-Aufnahme holen. Diese hat noch einen jugendlichen, ansteckenden Elan, gegenüber diese '81er-Aufnahme nur noch wie ein Aufguss der Gould-Masche wirkt. Die '59er ist zwar wie das '55er-Debut in Mono, darunter leidet das Werk aber nicht im geringsten; der Mono-Klang ist sehr gut (insbes. rauschfrei); das Publikum bleibt praktisch unhörbar; und vor allem sorgt die Mikrofonplazierung offenbar für eine willkommene Zurücknahme des Brummgewimmer-Gesangparts im Vergleich zu seinen Studioaufnahmen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
  [Abbrechen]

Kommentare

Kommentare per E-Mail verfolgen

Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 05.05.2008 18:42:42 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 05.05.2008 18:46:28 GMT+02:00
D. Arntz meint:
Interessant,wie hier die musik in ihrer Fähigkeit zu begeistern nicht wahrgenommen wird. Das kann eigentlich nur an zwei möglichkeiten liegen...Wie dem auch sei, fakt ist doch,dass gould nun wirklich einer der besten pianisten ist, und nahezu alles an diesem instrument mögliche erreicht hat. Nun, sein Summen mag infantil sein,was auch immer dieses Wort in einem Axiom bedeuten mag(Zusammenhang). Finde es nicht schön,wenn Worte in den Raum geschmissen werden. Die sollten dann auch untermauert werden.Und was ist mit Mozart und Vivaldi...alles Gedankenschwachmaten.Bach im übrigen,hatte Disziplinlosigkeit sondergleichen. Ich komponiere selbst und habe diesen fabulösen Bachfilm gesehn mit dem feisten deutschen Schauspieler...auf arte oder so lief der mal.Gould spielt tatsächlich wie ein rechter jazzer...jeder ist ein "opfer seiner generation",und da bildet auch freunbd und kupferstecher bach keine ausnahme.
Hier nun vom literarischen bach ein zitat: alles ist nicht go(u)ld,was gleisst,
wie man oft euch unterweist.
Manchen in gefahr es reisst,
was ein äußrer schein verheißt:
Goldnes Grab hegt Würmer meist.
Wär man hier so weis als dreist,
jung an gliedern,alt an geist,
würde man nicht abgespeist,
mit dem satz: nun geht un reist.

Veröffentlicht am 03.04.2009 14:23:57 GMT+02:00
onomaton meint:
Diese Einspielung mit Gesumme gefällt nicht. Dies ist persönlicher Geschmack. ich mag diese Aufnahme sehr. Für mich ist es aber auch kein Sakrileg, wenn jemand die Aufnahme, den Interpreten oder Bach nicht mag.
Es ist aber ein ausgemachter Unsinn, nun aus dieser Abneigung ein feines kulturelles Gespinnst zu weben, und sich dabei auf die Historie zu berufen. Es wäre sinnvoll, sich in diesem Falle erst einmal über die historischen Gegebenheiten kundig zu machen. Dann wird man finden, daß nochlange nach Bach bei den Aufführungen, in den Konzertsälen, keineswegs die heute übliche Friedhofsruhe herrschte. Auch das Bachbild des Rezensenten ist durch die modernen Biografien nicht gedeckt.

Veröffentlicht am 11.04.2009 00:41:38 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 18.04.2009 23:16:19 GMT+02:00
Naja, es geht ja auch nicht darum, ob "Bach allein zu haus" ein Lebemann war oder nicht. Es geht nur um Aufführungspraxis. Das Verhältnis eines barocken Künstlers zu seinen Auftraggebern war durch sehr hierarchische Rollen- und Verhaltenskodexe geprägt war, was sich dementsprechend auch in Aufführungen ausgedrückt haben dürfte. Den Geniekult späterer Epochen gab es im Barock noch nicht. Im Barock war man bescheidener, höflicher Diener seines Herren im Himmel oder auf Erden. Ansonsten wurde man dafür bezahlt, seinen Job zu machen, und stand als Künstler in dieser Hinsicht auf der Stufe von anderern "Dienern". Ein untertänigst ergebener Musiker hätte seinen Herren zu keinem Anlass mit Wohligkeits-Lauten vollgegrunzt, ebensowenig wie ein Tischdiener es je gewagt hätte, jede aufgetischte Speise oder eingeschenktem Wein seinem Herren gegenüber mit "hmmmm" zu kommentieren ;)

Veröffentlicht am 14.12.2009 22:54:44 GMT+01:00
khog meint:
Mag sein, daß der Verfasser dieser Rezension selbst kein Instrument spielt. Wie sonst ließe sich erklären, daß er beim Musizieren jedwede Art der körperlichen
Artikulation als störend empfindet. Stören etwa die 'Grimassen' eines Künstlers nur nicht, weil man sie beim Abspielen einer CD nicht sieht ?
Wer ernsthaft Musik macht, wird, egal wie, seinen Körper mit einbeziehen. Head-Banging des Rhythmusgitarristen, das selig verzerrte
Grinsen eines Jazz-Drummers oder -> das 'Gebrumme' von Glenn Gould, es gehört dazu ! Vor allem, da sind wir uns wohl einig, wenn Bach so
interpretiert wird wie von Gould.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.02.2010 23:39:04 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 14.02.2010 02:34:25 GMT+01:00
Hallo,
nein, es ging hier eigentlich nur um Gebrumme bei CD-Genuss, nicht um Körper(sprache)einsatz bei Live/TV-Aufführungen. Das ist wieder ein anderes Thema, zu dem ich mich ja noch garnicht geäußert hatte ;)

Ein natürlicher, insbes. plausibel wirkender Körpereinsatz ist optisch eigentlich stets ansprechend, in jeder Musikrichtung. Es gibt eigentlich drei große Gruppen:

1) Die ganz großen, musikalischen Jahrhundert-Titanen.
Sie fallen durch völliges Fehlen von Gesichtsmuskulaturaktivität auf, und wirken nach heutigen Gewohnheits-Maßstäben dadurch fast schon wieder etwas ungewohnt befremdlich, wenn man mal alte Filmaufnahmen sieht. Beispiele: Artur Rubinstein, Svatoslav Richter; ansonsten auch die (klassischen) Komponisten am Klavier/hinterm Pult, soweit durch Zeitzeugen oder in Fotos überliert, mit Glück auch als Film (z.B. Richard Strauss).

2) Die Sternchen aus der zweiten und dritten Reihe, die übertreiben, ihr Gesicht also gezielt als "Geschmacksverstärker" für ihr Interpretationskönnen einsetzen. Je nach theatralischer Begabung entweder extrem exaltiert durch häufigen Wechsel verschiedener Gesichtsmuskelgruppen (z.B. Lang Lang), oder bei weniger solcher Begabung nur mit einer statisch verzogenen, einmalig eingestellten und dann so "gehaltenen" Gesichts-Maske (z.B Anne-Sophie Mutter). Gemeinsam in dieser Gruppe ist oft makelloseste Technik gepaart mit durchschnittlicher Musikalität.

3) Musiker, die weniger bewusste Gesichts-Theatralik betreiben, bei denen sich die Gesichtszüge aber dennoch Tic-artig verselbständigen, dadurch häufig auch ins Unästhetische. Unter diesen sind übrigens wieder häufig sehr gute Musiker zu finden (Beispiele: Evgeny Kissin, oder eben auch Glenn Gould, auch wenn ich für ihn das Prädikat "sehr gut" nur innerhalb eines kleinen Bach-Repertoires gelten lasse, in dem seine Masche sehr gut zog; außerhalb jener er aber leider ins peinlich Unmusikalische abglitt). Eine mitunter eingeschränkte künstlerische Bandbreite ist übrigens nicht untypisch für diese Gruppe; ich habe aber keine Erklärung dafür. Es ist eine reine Beobachtung. Möglicherweise spielt hier eine gewisse Nähe zum psychologischen Phänomen des Fanatismus eine Rolle, welcher ja auch die geistige "Bandbreite" betroffener tendenziell einschränkt. Gemeinsam mit Gruppe 3 und Fanatikern sind oft auch defizitäre Auffälligkeiten in zwischenmenschlicher Interaktion (bei Pianisten: mit dem Publikum, mit der Öffentlichkeit/der diese repräsentierende Presse, Anmutung des jew. privaten Umfelds). Ebenfalls gemeinsam mit Fanatikern: Die Tendenz, sich selbst für ein Ausnahme-Genie zu halten. Wohingegen die Gruppe 1, wo die wirklichen Genies sitzen, in der Selbstwahrnehmung oft recht gut geerdet ist (häufig sogar mit gesunder bis starker Selbstkritik ausgestattet).

Diese drei Gruppen sind natürlich keine scharf abgrenzten Schubladen, sondern eher wie die Eckpunkte eines dreieckigen Fußballfeldes, auf dem sich jeder Pianist mit seinem Klavier dann irgendwo befindet (und im Verlauf der Karriere auch möglicherweise, innerhalb individueller Grenzen, noch etwas umherbewegt). Aber ich finde es schon auffällig, dass die Mitte unbesetzt zu sein scheint, und dass sich jeder Pianist einen recht deutlichen Hang zu einer der drei Ecken hat; insbesondere in Ecke "1" stapeln sich dann die Klaviere regelrecht übereinander ;) (bzw. stapelten sich, viele der "1"er leben ja nicht mehr, und viele aktuelle Sternchen tingeln ja irgendwo nahe bei 2 herum).

Meine live-Präferenz: Ich finde es live am bewegendsten/interessantesten, wenn sich Pianisten eher zwischen 1 und 3 bewegen (mit Tendenz zu 1, also noch nicht verselbständigend/ablenkend). Alles, was in Richtung 2 geht, ist für mich ein Grund zum Abschalten (oder einfach mal die Augen schließen ;)

Z.B. ein sehr hübsches, aktuelles (mir also gerade präsentes) Beispiel für natürliche pianistische Körper/Gesichtssprache: Alice Sara Ott.

Veröffentlicht am 24.11.2012 17:42:24 GMT+01:00
Hans Oswald meint:
GG lebt - weil und wegen Gebrumme.
Auch der hörbare Knarz vom Stuhl und Klavier welcher uns erreicht, ist nur Zeichen von Lebendigkeit und Leibhaftigkeit.
So ist es und so wird vermutlich auch anno 2236 noch jemand schreiben:
er und diese Musik ist ja toll, aber....
Glenn, ich weiss warum du brummtest ! Danke hierfür extra.
‹ Zurück 1 Weiter ›