Kundenrezension

90 von 109 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Esoterischer Schwachsinn, 24. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: The Secret - Das Geheimnis (Gebundene Ausgabe)
Vorweg: Ich kenne nur das englische Original des Buches, welches dem deutschen jedoch entspricht.

Die Selbsthilfe-Gurus melden sich mal wieder zu Wort, diesmal allerdings nicht mit nachweislich wirkungslosen Alltags-Heilmitteln wie Erfolgstagebüchern, sondern mit einem Rezept aus der Sphäre des Übernatürlichen.

Angeblich habe "die Wissenschaft" entdeckt, dass im Universum "mysteriöse Kräfte" am Werk sind, von diesem besonders erwähnenswert ist offenbar das "Anziehungsgesetz" (nicht identisch mit dem Gravitationsgesetz). Die Aussage: Gedanken werden Dinge. Du musst nur fest genug an Geld denken und schon kommt das Geld zu dir. Das funktioniert so:

'"Jeder Gedanke hat eine Frequenz"', erklärt der Erzähler von The Secret. '"Wir können einen Gedanken messen. Wenn Sie diesen Gedanken immer und immer wieder denken, dann senden Sie diese Frequenz aus."

Das Gehirn produziert zwar elektrische Aktivität und diese bildet ein Magnetfeld, jedoch ist dieses Feld sehr schwach und wird außerhalb des Schädels sofort überlagert von anderen Feldern, etwa jene von Radios, Fernsehern und Handys. Zudem ziehen sich bei Magneten Gegensätze an, insofern müsste man an Armut denken, wenn man reich sein möchte. Mal ganz abgesehen davon, dass die Kommunikation zwischen unserem Gehirn und einem Goldbarren eher dürftig ausfällt, zumindest für jeden Nicht-Jedi.

Außerdem: Wenn Reichtum und Armut nur das Ergebnis von Gedanken sind, dann muss es sich bei den armen Kindern in Afrika um beachtliche Miesepeter handeln, die selbst für ihr Schicksal verantwortlich sind. Und die Opfer von Ausschwitz haben sich dieser Logik zufolge gewünscht, vergast und verbrannt zu werden. Der zentrale Gedanke von "The Secret" ist insofern nicht nur Schwachsinn, er ist bösartig und gefährlich. Dass sich dieses Buch momentan auf Platz 5 der deutschen Amazon-Bestsellerliste befindet, sagt uns, in was für einem unaufgeklärten Land wir hier offenbar leben. Insofern sammle ich besser schon mal Holz für meine Verbrennung als Ketzer.

Was also soll man tun für den Erfolg? Arbeiten! "Mysteriöse Kräfte" werden Ihnen die Mühe nicht abnehmen - aber Ihr Geld, das zieht die Autorin Rhonda Byrne gerne an.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 25.11.2008 17:28:34 GMT+01:00
Julia meint:
Grandios!
Besser hätte man es wirklich nicht formulieren können. Der Gedanke mit Ausschwitz kam mir auch als allererstes beim Lesen, folglich dem Buche hätten also 6 Millionen Menschen negatives angezogen, denn negative Gedanken ziehen auch negative an. Im Klartext kann ich also die Hände in den Schoß legen, mir einen schönen Gedanken machen und auf die passende Gelegenheit warten, tja, wenn das Leben so einfach wäre! Habe das Buch übrigens geschenkt bekommen, geht in meinem Bekanntenkreis herum wie warme Semmel, offenbar jetzt DER RENNER schlechthin unter den "Lebenshilfe-Büchern" so einfach hatte man es bisher nämlich nie, die Kraft der Gedanken leitet alles, hoffen wir mal, dass die Kraft der Gedanken nun auch die drohende Wirtschaftskrise wieder auslotet, ich sende schon mal Frequenzen aus.....

Veröffentlicht am 12.10.2010 09:37:49 GMT+02:00
Markus Gross meint:
Ich bin froh, dass sich scheinbar mehr Leute an schönen Gedanken festhalten können, als umgekehrt, wie man anhand der Kundenrezessionen sehen kann. Entweder man liebt dieses Buch oder man hasst es. Für mich jedenfalls ist klar, dass der Hass, der hier von manchen Leuten ausgestrahlt wird und sich sicherlich auch in den eigenen Werken widerspiegelt, zu Unverständnis führt und das Hinterfragen, was ja gut ist, wird zu einer Lästerorgie. Thema verfehlt, 6, setzen!
Rhonda Byrne sagt keinesfalls, dass man sich einfach nur auf die Couch legen und träumen soll. Das aktive Handeln in die gewollte Richtung ist essentiell. Alle Welt weiß, dass die Misere der Armut auf unserem Planeten auf Habgier mancher Leute zurückzuführen ist und auf mangelnde Bildung. Es nutzt also nichts, wenn Leute in einem Dritte Welt Land versuchen, ihre Welt zu verbessern und es gleichzeitig mit ausbeutenden westlichen Ländern zu tun haben und mit korrupten eigenen Regierungen. Projekte haben aber aber gezeigt, dass es sehr wohl möglich ist, eine Wüste zum Leben zu erwecken. Wie ist das möglich? Durch Bildung, eine Vision und den Glauben daran. Und natürlich mit harter Arbeit! Wenn aber dann ein Mann, der es geschafft hat sein Land zu bestellen und besser zu leben, dieses Wissen seinen Landsleuten weitergeben will und diese ihm mit Misstrauen, Missgunst begegnen und mit Neid, ohne die eigentliche Chance zu erkennen, dann liegt es wohl daran, dass man sich einfach nicht mit erfolgreichen Leuten freuen und von ihnen lernen kann. Sattdessen wird auf ihnen herumgehackt und dem Ärger Ausdruck verliehen, dass man nicht selbst auf die Idee gekommen ist, mal etwas kreativer, freundlicher, liebender, seine Gedanken und Visionen in die Tat umzusetzen und der Menscheit von Nutzen zu sein, statt sie zu verachten - inklusive sich selbst.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.12.2010 15:47:48 GMT+01:00
Nun, Markus Gross, Thema als Kommentar zu dieser Rezension verfehlt, 6 setzen!

Und an den "Autor" der Rezension: Schöne Rezension, schöner "Feuerbringer-Blog". Eine echte und notwendige Bereicherung des Abendlandes. Ernsthaft.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.12.2010 18:02:57 GMT+01:00
Markus Gross meint:
Huh, ein Provokateur! Sonst noch irgendwelche Qualifikationen, außer Webefachmann für den komischen Blog?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.05.2012 18:21:09 GMT+02:00
Elinor meint:
Bitte, bitte - lesen Sie vielleicht auch mal im Duden oder einem Lexikon, damit Sie den Unterschied zwischen "Rezession" und "Rezension" begreifen! Mir bluten jedes Mal die Augen, wenn bei einer Buchkritik hier von einer "Rezession" gesprochen wird...
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