Kundenrezension

15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Völlig überbewertet, 14. Mai 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Fjällräven Herren Hose Iceland (Sports Apparel)
Ich hatte die Hose und ich habe sie sehr gerne getragen. Sie sieht wirklich gut aus und sie ist schön leicht. Warum gebe ich nur zwei Sterne?
Weil man die Qualität in Relation zum Preis sehen muss. Wenn man es etwas nüchtern betrachtet, dann ist G1000 alles andere als ein Wundergewebe. Es ist nicht mehr und nicht weniger als Mischgewebe aus 65% Polyester und 35% Baumwolle. Aus Gründen, die sich mir nicht erschließen wird um G1000 ein gewaltiger Hype gemacht. Wieso? Betrachtet man die nüchternen Fakten, dann wird man sehr schnell feststellen, dass man solches Mischgewebe quasi überall für ganz kleines Geld bekommt. Selbst die billigsten Klamotten weisen zum großen Teil diese Zusammensetzung auf.
Es ist absolut nichts besonderes. Die Bezeichnung "G1000" ist allerdings geschickt gewählt, denn sie assoziiert eine gewaltige Durabilität.
Ich war auch damals der Meinung es wäre etwas besonderes - bis ich dann spaßeshalber Zerstörungsproben angestellt habe. Okay, das ist zunächst mal teuer, aber es klärt die Wahrnehmung. Diese Zerstörungsproben zeigten nämlich, dass G1000 in keinster Weise reißfester war als das Material von Billigprodukten gleicher Zusammensetzung.
Fjällräven hat das Mischgewebe nämlich nicht neu erfunden, noch kann der Hersteller diesem Gewebe neue Eigenschaften verleihen.

Jetzt wird es aber erst interessant: um das Gewebe wasserabweisend zu bekommen muss man es wachsen. Also wird Grönlandwachs auf den Stoff aufgetragen und eingebügelt oder eingefönt.
Welcher Teil des Gewebes nimmt das Wachs auf? Natürlich die Baumwolle. Polyester nimmt keinen Wachs auf. Wird die Hose danach wasserabweisend sein? Klar, aber das liegt nicht an dem tollen Stoff. Das liegt einzig und allein an der Tatsache, dass Baumwolle das Wachs aufnehmen kann.
Stellt sich die Frage, was wohl passieren würde, wenn man eine Hose aus reiner Baumwolle mit Wach behandeln würde. Genau, die reine Baumwollhose wird wasserabweisender als es das Mischgewebe jemals werden kann, denn das hat eben nur 35 Prozent Baumwollanteil.

Habe ich getestet. Was ist wohl wasserabweisender: eine Islandhose aus G1000 oder eine Bundeswehrhose alter Machart aus Moleskin? Ganz klar die BW Hose. Warum? Weil sie aus Baumwolle ist und deswegen das Wachs viel besser aufnimmt. Sind keine Märchen. Das kann jeder selbst testen.

Wie wasserabweisend wird G1000 nach der Wachsbehandlung? Kaum. Warum nicht? Ganz einfach: das Wachs härtet aus. Man bügelt es schön ein und zieht dann die Hose an. Es ist aber kein weiches Wachs, wie zum Beispiel bei Oilskin Bekleidung. Es handelt sich um hartes Wachs, wie zum Beispiel bei einer Kerze. Folglich bricht es überall wo sich Knicke bilden. Kann jeder testen. Einfach mal schön wachsen, trocknen lassen und das Gewebe knicken. Schon sieht man wie die Wachsschicht bricht. Ein Stück Wachs von FR kostet ca. 10 Euro. Eine BW Hose vom besten hersteller (Leo Köhler) kostet ca. 30 Euro - also drei Mal so viel wie das Wachs von FR!

Schnappt euch mal ne BW Hose von Köhler und eine Island Hose von FR, die das zigfache kostet und testet mal kritisch welche Hose länger hält, stabiler ist und mehr mit macht. Man ziehe mal mit dem kleinen Finger an ner Gürtelschlaufe und staune.

Weiter. Mischgewebe mit hohem Polyesteranteil hat eine stark reduzierte UV Beständigkeit. Baumwolle kennt das Problem nicht.

Klar, Baumwolle ist schwerer als Mischgewebe. Für Grammjäger ist das ein Argument.

Okay, aber weiter zur Hose. Die rechte Tasche am Oberschenkel ist geräumig. Am linken Oberschenkel kommen sich zwei Taschen in die Quere. Was soll dieser Unsinn? Sieht cool aus, klar, aber was soll es bringen?

Was bekommt man für das Geld? Tja, wenn man es mal ganz nüchtern sieht dann bekommt man nichts anderes als ne Hose aus billigem Mischgewebe mit suboptimaler Taschenanordnung. die verhältnismäßig leicht und verhältnismäßig robust ist - aber eben nur verhältnismäßig. Das rechtfertigt in keinster Weise den Preis. Ich kenne allerdings noch Klamotten von FR aus den 80ern. Da reden wir dann wirklich von einer ganz anderen Qualität. Zu der Zeit riss man keine Gürteschlauf ohne Kraftaufwand mit dem kleinen Finger ab.

Wer wirklich glaubt das Material sei so toll, der möge es einfach selbst testen und Zerstörungsproben anstellen. G1000 ist nicht besser oder schlechter als anderes 65/35er Mischgewebe, es ist nur viel teurer.

Aber es ist und bleibt billiges Mischgewebe, egal ob es G1000 heißt oder Function65 oder Armadillo oder Baumpoly oder was weiß ich.

Ihr bekommt hier keine Hightechhose für teures Geld, ihr bekommt eine Hose aus 0815 Material mit zweifelhaften Detaillösungen für teures Geld.
Ich habe nichts gegen Fjällräven. Habe selbst einige Klamotten von denen und bin ein großer Fan ihrer damaligen Schlafsackserie "silhuett" - die waren an Komfort unübertroffen.
Ich habe nur etwas dagegen, dass man 0815 Gewebe als etwas Besonderes vermarktet und nicht als das, was es ist. Und noch viel mehr habe ich dagegen, dass Leute die Klamotten über den grünen Klee loben und die Sprüche der Outdoorindustrie nachbeten , ohne die Klamotten jemals objektiv getestet zu haben.
Der Richtigkeit halber muss ich erwähnen, dass ich nicht der Rucksackreisende bin, dem es auf ein paar Gramm Gewicht ankommt.
Meine Outdooraktivitäten sind Wanderungen mit Frau und den Hunden. Da hat sich einfach die alte BW Hose als optimal entpuppt - ne, nicht die neue in Tarnfarbe. :-)
Vor einigen Jahren hätte ich Stein und Bein geschworen, dass solche Klamotten qualitativ alles toppen. Ich wollte das aber wohl auch glauben. Begeistert laß ich immer wieder über die tollen Eigenschaften von G1000. Irgendwann kaufte ich mal ne 10 DM Hose zum arbeiten und stellte erstaunt fest, dass diese aus 65/35er Mischgewebe gefertigt war. Das konnte doch nicht sein. Naja, dann war es doch sicher nicht winddicht. Stoff an die Lippen und gepustet. Es war genauso dicht. Wasserabweisend? Genau so viel oder wenig wie G1000. Dicke? Als Heimwerker hat man nen Messchieber schnell zur Hand. Ergebnis: gleiche Materialdicke. Was ist nun der Unterschied? Es gibt keinen. Mischgewebe wird in riesigen Mengen in Billiglohnländern hergestellt und verarbeitet.

Übrigens hat meine Frau so einige Stunden damit verbracht Nähte nach zu nähen.

Eine Geschichte zum Schluss:
FR hatte vor Jahren einen großen Test durchgeführt und auf der Homepage gepostet. Sie hatten eine Jeans mit einer G1000 Hose verglichen. Hierbei wurden Abnutzungszyklen getestet. Näher erläutert wurde das Experiment nicht. Ich kann mir vorstellen, dass man eine rauhe Scheibe mit einem genormten Druck über das Material gleiten lässt und dieses somit langsam abträgt.
Wie dem auch sei. Jedenfals postete der Hersteller, dass der G1000 Stoff deutlich mehr Abnutzungszyklen aushielt als die Jeans.
Nun kam aber der Clou, den man leicht überlesen konnte: der G1000 Stoff war wachsimprägniert, der Jeansstoff hingegen nicht.
Nun weiß jeder, der etwas technisches Verständnis hat, dass eine Wachsschicht die Reibung verringert und deswegen die Abnutzung des Materials durch Reibung herab setzt. Fair wäre das Experiment gewesen, wenn
a) beide Stoffe oder
b) beide Stoffe nicht wachsimprägniert gewesen wären.
Also schrieb ich dem Hersteller die Frage, was denn dieses Experiment aussagen soll. Ich habe nie Antwort erhalten. Das war vor über 10 Jahren.
Da hatte ich zum ersten Mal den Verdacht dass es mit dem Material nicht so weit her sein kann. Ansonsten hätte man ja einen fairen Test durchführen können.
Also begann ich mit eigenen Tests. Als ambitionierter Kraftsportler hatte ich immer genügend Gewichte parat, die man an Schlaufen und Nähte hängen konnte. So konnte man genau sehen was ausgehalten wird und was nicht. Meine Frau schimpfte zwar, weil sie wieder an die Nähmaschine musste, aber mein Argument zog: "Das spart vielleicht in Zukunft viel Geld." Genau das tat es auch. Zunächst deklassierte eine damalige Hausmarke von Globetrotter die Konkurrenzprodukte mit Fuchskopf. Später dann entdeckte ich die alte BW Hose als das Nonplusultra in Bezug auf Qualität der Nähte. Wäre da nicht das fürchterliche Einlaufen gewesen.
Dann laß ich von der Qualität der original BW Hosen Leo Köhlers. In der Tat kosten die Hosen ca. 10 Euro mehr als normale BW Hosen, aber: die sind nicht klein zu bekommen. Sie werden heute noch nach BW Vorgaben gefertigt. Die Bundeswehr macht nämlich genaue Vorgaben, wie ein Stoff verarbeitet und vernäht sein muss. Sie macht nur keine Vorgaben zur Qualität der Baumwolle. Daher gibt es dort Unterschiede. Gut vernäht sind die Hosen also alle, aber die Baumwollqualität unterscheidet sich. Langer Rede kurzer Sinn: die Hosen von Köhler laufen nicht ein und halten alles aus.
Bei der Suche nach Mischgewebe, das wirklich eine Menge aushält und die Eigenschaften hat, die von G1000 behauptet werden, bin ich auf Nyco gestoßen.
Nyco ist eine Abkürzung für Nylon + Cotton, also Polyamid und Baumwolle im Verhältnis 50:50. Hier findet man die gute alte Schimanski Jacke, die ihren Ehrenplatz im Berliner Fimmuseum hat. Es ist die M65 der US Army. Winddicht, im Gegensatz zu G1000 tatsächlich wasserabweisend und echt richtig stabil. Die hält auch Funken aus - G1000 nicht. Es gibt auch Hosen aus Nyco.
Auch hier gilt: für Grammjäger nicht zu empfehlen. In Stabilität nicht zu toppen. Habe meine Jacke seit gut 10 Jahren. Da ist nicht ein Faden gezogen.
Jetzt muss ich allerdings aufpassen, dass ich nicht noch mehr Outdoorartikel in`s Feld führe. -)
Und wenn ich ne wasserdichte Hose haben will, dann kaufe ich mir eine zum Überziehen, aber ganz sicher opfere ich keine Stunden um Wachs auf eine Hose aufzutragen, die nacher 10 Minuten länger den Regen abhält. Das ist Unfug! Der Aufwand steht in keiner gesunden Relation zum Ergebnis.
Bei früheren Outdooraktivitäten hat sich der stockkoservative Poncho bestens bewährt, wenn es wirklich mal schüttete. Das dürfte sich bis heute nicht geändert haben.
Zum Schluss noch ein Gespräch zwischen Frau, Ehemann und Verkäufer, das ich in einem Outdoorshop hören durfte:

Er: "Ich will ne Hose die mir passt. Die soll auch wasserdicht sein, atmungsaktiv und leicht."
Sie: "FR steht dir sehr gut."
Er: "Fällderäh ist das. Die sind teuer, aber das ist doch G1000, oder?"
Verkäufer: "Ja, das ist ein Spzialgewebe. Extrem robust, leicht und wasserabweisend."
Er: "Hat das auch ne Wassersäule?"
Verkäufer: "Man kann das mit Wachs imprägnieren."
Er: "Das geht?"
Verkäufer: "Ja, dafür gibt es spezielles Grönlandwachs."
Sie: "Hat schon seinen Grund, warum die Sachen teurer sind."
Verkäufer: "Ja klar, das bieten andere Hersteller eben nicht."
Er: "Von JW gibt es kein Wachs, oder?"
Verkäufer: "Ne, das gibt es nur von FR."
Sie: "Und die sitzt auch, ist nur bissl lang."
Verkäufer: "Das ist extra, damit man die auf die eigene Größe anpassen kann."
Sie: "Das ist clever. Ich kann das dann einfach umnähen?"
Verkäufer: "Genau. FR setzt eben auf Qualität und Individualität."
Er: "Fällderäh gefällt mir besser als JW. Und man kann das wachsen."
Verkäufer: "Eben, das sind clevere Detaillösungen. Andere machen wasserdichte Klamotten, die aber nicht atmungsaktiv sind. FR macht beides."
Sie: "Ist klar! Deswegen ist das auch teurer."
Verkäufer: "Ja, Qualität kostet Geld. FR war einer der Outdoorpioniere - quasi das Original."
Er: "Dann nehmen wir die. Die sieht gut aus. Man kann die mit Wachs dicht bekommen und leicht ist sie auch."
Ich kann das natürlich nur sinngemäß wiedergeben. Ich stand daneben und begutachtete gerade Zelte.
Das ca. 65 Jahre alte Ehepaar kaufte die Hose und schob ab.
Ich sagte zum Verkäufer: "Wusste gar nicht dass man Grönlandwachs nur auf FR Klamotten auftragen kann."
Verkäufer: "Hier im S... land kann man drei Marken verkaufen: Schöffel, JW und FR. Ich muss den Leuten erst gar nichts anderes zeigen."
Wer nun immer noch glaubt, das 65/35er Mischgewebe etwas besonders ist, der möge mal in einen Billigladen gehen und untersuchen wie viele Klamotten diese Materialmischung aufweisen. Wer es dann immer noch nicht glaubt, der soll diese Klamotten kaufen und testen, inwiefern sie sich von dem FR Mischgewebe unterscheiden. Er wird dann erstaunt feststellen, dass sie sich gar nicht davon unterscheiden.
Warum gibt man also so dermaßen viel Geld für 0815 aus? Weil man Outdoorkataloge als Infoquelle nutzt. Natürlich steht dort nicht drin, dass man billiges Mischgewebe bekommt, man die Hose auch noch selbst kürzen muss, literweise Wachs einbringen muss, damit das Gewebe auch nur minimal wasserabweisend ist.
Da stehen Dinge wie "legendär, mückendicht, extrem robust, schnell trocknend blabla"..."
Das ist alles ansatzweise wahr. Wahr ist anderseits auch, dass 15 Euro Hosen das ebenfalls können.Aber wie gesagt: das kann jeder testen, der es nicht glauben mag.

Krypto
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Kommentare

Von 3 Kunden verfolgt

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1-8 von 8 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 04.07.2013 20:33:42 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 04.07.2013 20:43:26 GMT+02:00
Lana Lee meint:
... allein die Länge des Beitrags ist ein Kompliment wert ...

Veröffentlicht am 11.12.2013 03:37:31 GMT+01:00
sisko meint:
die zusammensetzung des stoffes sagt nicht alles über ihn aus. es gibt unterschiede in qualität und machart. probier mal, dich mit deiner 15 euro hose aus dem gleichem mischverhältnis, beim jagen oder auf einem filmset zu bewegen... du wirst dich entweder vom weißen arsch eines weglaufenden rehes oder vom hochroten kopf eines (wiedermal überreagierenden) tonmeisters fixiert finden.

nachtrag: die entweder/oder option ist nicht auf tierdokus anwendbar...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.02.2014 02:43:26 GMT+01:00
User 123123 meint:
Vollkommen korrekt. EIn reines Mischungsverhältnis sagt nichts über die Struktur, Garnqualität und Webdichte aus. Es ist weder überraschend, dass eine G1000 Mückenstiche nicht durchlässt, noch dass ich sie seit ca. 15 Jahren wie viele Millionen andere Trekkingbegeisterte auch intensiv nutze und noch nie von ihr im Stich gelassen wurde. Ob es Günstigeres gibt? Vielleicht. Aber hätte ich nicht zugenommen, würde ich heute noch meine erste Hose tragen können. Nebenbei trage ich bis heute noch mit Stolz meine 15 Jahre alte Jack Wulfskin Blizzard-Fleecejacke. Auch diese Jacke besteht "nur" aus Plastik. Trotzdem habe ich noch nie so eine dünne Fleecejacke gesehen, die gleichzeitig so robust ist. Leider hat sich aber Jack Wulfskin leider entschlossen die Produktion einzustellen, das wahre Outdoor-Publikum ist anscheinend nicht mehr lukrativ genug.

Fazit: Das reine Mischungsverhältnis sagt nichts über die Stoffqualität aus. Wenn 100% Baumwolle besser wäre, würde letztendlich der Markt selbst reagieren und spätestens ein anderer Hersteller sich eine goldene Nase verdienen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.02.2014 23:46:55 GMT+01:00
Krypto meint:
Ich sagte: vergleichen, Zerstörungsproben anstellen und staunen. Weder meine Island Jacke, noch meine Grönlandhose, noch mein G1000 Hemd haben sich in der Qualität von Billigprodukten unterschieden. G1000 ist nichts anderes als Massenware. Teste es, vergleiche es mit Billigmischgewebe und gut ist es.
Jaja, was Millionen von Trekkingbegeisterten nutzen...
Was bedeutet denn Trekking für diese Millionen von Menschen? Das, was die allermeisten Menschen unter Trekking verstehen, funktioniert mit quasi allen Billigklamotten.
Und was deine Fleecejacke von J W betrifft: PE Flaschen, die in riesigen Mengen in Billiglohnländer verschifft werden, ergeben nach ein paar Verarbietungsprozessen die Jacke, auf die du stolz bist und die sich in nichts von billigen Fleecejacken unterscheidet, die du beim Discounter kaufst.

"Fazit: Das reine Mischungsverhältnis sagt nichts über die Stoffqualität aus."
Wenn ich 65 Prozent billige Polyesterfasern mit 35 Prozent Baumwolle verarbeite und das alles nicht viel wiegen darf, dann kann dabei kein stabiles Gewebe rauskommen. Das geht eben nicht. Dabei kommt ein annehmbarer Kompromiss heraus und sonst nichts.
"Wenn 100% Baumwolle besser wäre, würde letztendlich der Markt selbst reagieren und spätestens ein anderer Hersteller sich eine goldene Nase verdienen."
Er reagiert doch. nachdem die Lobbyisten der Outddorbranche es mittlerweile nicht mehr schaffen inderwertige Stoffe als High End zu verkaufen, findet man immer mehr Produkte, die zum Großteil aus Baumwolle bestehen. Hersteller, die immer schon auf reine Baumwolle setzten, gibt es auch genügend.
Als Beispiele mögen hier die Oilskin Jacken oder die Wachsjacken dienen. Aber klar, die sind natürlich schwer. Die gute alte BW Hose aus 100 Prozent Baumwolle schlägt G1000 um Längen.
Aber darum geht es auch nicht. Es geht darum, dass jeder selbst testen soll, ob die Billigmischgewebe, die einen Bruchteil kosten, schlechter sind als die von FR, und ich habe herausgefunden, dass es nicht so ist.
Und dieses "ich habe seit 15 Jahren" Argument ist wirklich schwach. Ich habe seit 20 Jahren einen Billigpullover, den ich dauernd getragen habe. Ich habe 20 Jahre alte Boots, die immer noch ihren Dienst tun und nicht teuer waren. In dieser Zeit habe ich zig teuere Outddorklamotten von JW, FR, TNF und anderen Herstelklern verschlissen.
Was ich sage: nicht rumspinnen und träumen, sondern einfach Mal kritisch testen; das öffnet die Augen. Das gleiche gilt - nebenbei bemerkt auch für Zeltmaterialien. Die billigsten Minizelte deklassieren die teure Konkurrenz in Bezug auf Reißfestigkeit!
Ich weiß, dass man es nicht hören will, wenn jemand schreibt, dass man für 0815 Qualität viel zu viel Geld ausgegeben hat, aber ich kann es nicht ändern. Ich habe früher auch beschworen, dass diese Klamotten etwas ganz besonderes sind. Als Student mit wenig Geld, saß ich mit leuchtenden Augen vor den Katalogen und wünschte mir, dass ich irgendwann einmal diese Klamotten besitzen kann. Als ich es dann konnte, war ich mehr als enttäuscht. Ich hatte etwas besonderes erwartet, aber das war es nicht. Es war Durchschnittsware, hinter der jede Menge Marketing steckte. Du würdest in einem Blindtest nicht zwischen G1000 und Mischgewebe vom Discounter unterscheiden können.
G1000 ist billiges Gewebe. Es ist weder besonders stabil, nach ist es wasserdicht. Es ist nicht mal wasserabweisend. Es ist auch nicht besonders leicht. Es ist auch nicht komfortabel zu tragen. Es ist und bleibt 0815 Gewebe, für das der Verbraucher ein Heidengeld bezahlt. Ist ja schön, dass du deine FR Hose seit 15 Jahren hast. Dann hast du sie halt keinen Strapazen unterzogen. Hättest du es getan, dann würsstest du wie stabil G1000 ist.
Deswegen ist es auch Unsinn darüber zu diskutieren. Die Leute, die Stein und Bein auf das legendäre G1000 schwören, sind gleichzeitig die, die es nicht strapazieren und sich über die nette Passform und den Fuchskopf freuen.
Ich sage: testen und mit Billigmischgewebe vergleichen. Da ist kein Unterschied. Natürlich wirst du deine G1000 Hose nicht einem einfachen Zerstörungstest unterziehen. Wenn du aber dazu bereit wärst es zu machen, dann würdest du verstehen, wovon ich rede.
... und dann dieses Argument, dass es mückendicht ist. Manno. Jeder letzte Mist ist mückendicht. Jedes Billiggewebe wird mückendicht, wenn es mückendicht sein soll. Das ist nun wirklich keine Kunst.
Was genau ist also jetzt das Argument für den Wahnsinnspreis? Mückendicht? Sind Billiggewebe auch.
Leicht? Sind Billzggewebe auch.
15 Jahre getragen? Kann man Billiggewebe auch.
Warum sollte ein Mensch dafür so viel Geld ausgeben? Was genau bekommt er dann, was er für einen Bruchteil des Geldes nicht bekommt?
Einen Fuchskopf? Naja, wer das nötig hat...
Vergleiche doch mal die billigste M65 Import Jacke mit der teuersten G1000 Jacke. Teste beide und staune.
Ich rufe hier zum Testen auf, du bringst nur unsinnige und nicht nachprüfbare Argumente.

Du behauptest, dass Gewebe nicht gleich Gewebe ist.
Dann sag mir doch, wie ich das testen kann.
Das sind doch blose Behauptungen. Erleuchte uns doch, welcher Test genau zeigt, dass G1000 besser als billuges 0815 Gewebe ist. Wie kann ich das testen, wie kann ich das wissen. Dein "15 Jahre getragen" Argument ist Unsinn. Noch schlimmer ist der Beitrag weiter oben.
Gib den Lesern doch die Chance heraus zu finden, wie man die überlegene Stabilität von G1000 testen kann. Ich habe ja in meinem Beitrag Möglichkeiten aufgezeigt. Du hast das nicht getan, sondern lediglich behauptet, dass sich die Gewebe unterscheiden und du seit 15 Jahren eine G1000 Hose hast.
Sorry, aber das reicht mir nicht.
Wenn das die Argumente sind, die für G1000 sprechen, dann gibst du meinen Argumenten recht.
Wenn ich nämlich so viel GEld für Klamotten ausgebe, dann will ich auch einen Grund wissen, warum diese so viel besser sind. Den hast du aber nicht gebracht.
Ich bleibe dabei: jedes billige 65/35 Mischgewebe kann das, was G1000 kann. Wenn du was anderes behauptest, dann gib uns doch einen Tipp das objektiv testen zu können.
Solange du den nicht hast, bleibe ich bei meinen eigenen Testergebnissen, die mir zeigten, das G1000 nichts anderes ist als 0815 Gewebe, mit dem andere 0815 Gewebe den Vergleich Stand halten.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.02.2014 00:23:47 GMT+01:00
Krypto meint:
Warum sollte ich jagen oder mich auf einem Filmset bewegen, um heraus zu finden, dass die Qualität des Stoffes nicht besser ist als die von Billiggeweben?
Jetzt wo du es ansprichts: die von mir hoch gelobte M65, die jede G1000 Jacke um Längen schlägt, ist im Berliner Filmmuseum ausgestellt, und hat deutlich mehr Kultstatus vor und hinter der Kamera als G1000 Jacken von FR. Der Tonmeister dürfte also kein Problem damit haben, da man mit einer M65 in große Fußspuren tritt.
Einem Reh sollte man auch ohne G1000 nachkommen. Glaube auch nicht, dass das Tier einen Unterschied bemerken würde, außer natürlich, dass man es über Jahre verfolgt wie einen weißen Hirsch. Dann nämlich würde es sich schlapp lachen, weil dem Verfolger das G1000 (mangels Haltbarkeit) vom Körper fällt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.02.2014 10:54:28 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 16.02.2014 13:51:13 GMT+01:00
User 123123 meint:
Hihi, solche Hasstiraden deklassieren meist immer nur einen: Den Schreiber.

Ich habe nie behauptet, dass die G1000 die Antwort auf alle Fragen ist. Auch habe ich nie geschrieben, dass eine Fleecejacke nicht aus Plastik besteht (das ist nichts neues).

Ich habe auch Hosen von anderen Herstellern getragen. Es ist keine Frage, auch diese sind funktional. Meine Frau trägt z.B. meine alte Jack Wolfskin Hose aus einer Art schnelltrocknenden Viskose. Würde sie aber öfter getragen, wäre sie schnell verschlissen und durch.

Du schreibst, dass ich keine Tests mache? Also erst einmal: Ich kenne Bundeswehrhosen ZU gut. Nicht, dass ich diese nicht mal zu einem kleinen Geocache oder Familienausflug tragen würde. Aber sicher nicht zu einem ordentlichen Trekkingurlaub. Mach sie nass. Was passiert? Sie saugt sich wie viele Hosen voll. Nur dann tut sie etwas, was gute Hosen nicht machen: Sie reiben an den Oberschenkeln, halten überhaupt nicht die Wärme am Bein und sind einfach unangenehm. Ich habe diese Hosen oft genug tragen müssen, aber als Wanderhosen waren sie nicht geeignet. Das macht eine Fjällräven nicht. Auch andere Hosen machen das nicht. Um die Wärme zu halten und nicht zu einem saugenden Schwamm zu werden, braucht es eben Kunststoffe im Gewebe. Bist du schon mal mit aufgeriebenen Innenschenkeln gelaufen? Mir reichen schon Blasen an den Füßen, Schmerzen noch weiter oben brauche ich nicht.

Und wenn du BW-Hosen wachsen willst, machst du meines Erachtens einen Fehler: Es ist richtig, dass diese ggf. mehr Wachs aufnehmen könnte. Die Hose wäre danach aber auch vermutlich eine Sauna. Insbesondere wenn diese an warmen Tagen nass wird, denn 100%dicht bekommt man es durch Wachs ja bekanntlich eh nie.

Zur Reißfestigkeit der G1000 kann ich sagen, dass eine Hose von mir nach einem heftigen Sturz aufgerissen wurde. Aus Zeiten in denen ich mit Waffe durch die Pampa laufen musste: Diese waren schnell abgetragen, schon durch einfache Büroarbeit. Nach spätestens 6 Monaten verlieren diese Bundeswehrhosen ihre Passform völlig, wenn diese je eine hatten. Und schon ordentliches Gestrüpp verhakt sich einfach im Gewebe und reißt es oberflächlich auf. Dazu kommt, dass der Bund der Bundeswehrhosen in der Regel zu tief auf dem Hüftknochen sitzt. Spätestens mit einem ordentlichen Wanderrucksack bekommst du dann Probleme. Bei meinem 20km-Marsch habe ich offene Wunden an meiner damals noch sehr knöchrigen Hüfte bekommen.

Meine Frau näht. Auch diese ist von den Hosen in der Verarbeitung überzeugt. Die Nähte sitzen. Und die manchmal bemängelte "Hintern-Naht" ist keinesfalls schlecht. Sie ist so ausgeführt, dass sie nicht reiben kann. Trotzdem ist sie so ausgeführt, dass man durch Auftrennen dieser Naht die Hose perfekt an den Träger anpassen kann. Und das ist auch von Fjällräven so gedacht, denn durch diese Naht lässt sich dank kräftigem Überstand auch die Bundgröße vergrößern (wenns Bierbauchansätze mit den Jahren gibt).

Da wie gesagt meine Frau näht, kann diese sehr wohl mir gegenüber bestätigen, dass Garn nicht gleich Garn ist. Ich kann dir ja mal empfehlen auf einen der vielen Stoffmärkte "Holland" zu gehen (alle paar Monate in vielen Städten). Dann kannst du ja mal die Garnpreise vergleichen. Ebenso Stoffpreise, denn auch die Webart ist nicht bei jedem Stoff gleich. Obwohl es völlig gleiche Mischungsverhältnisse sind, bekommst du völlig andere Stoffe mit unterschiedlicher Qualität und Eigenschaften heraus.

Zum Material gibts einige Tests. So sind diese Hosen schon regelmäßig in den Fachzeitschriften wie Outdoor und im Wandermagazin getestet worden. Die Ergebnisse sprechen durch die Bank für sich. Es sind natürlich keine Wunderhosen, aber gute Hosen mir Sicherheit.

Es ist mir nicht klar, was du genau mit deinen überzogenen Hasstiraden bezweckst. Wenn man regelmäßig wandert, kauft man sich 2 dieser Hosen. Gehen wir von einer Nutzungsdauer von 5 Jahren aus, sind die Mehrkosten für eine solche Hose keinesfalls hoch.

Und deine Einschätzung, dass Billig-Aldi-Zelte den gleichen Zweck erfüllen, wie ordentliche Trekkingzelte hat mich ehrlich gesagt leicht aufjaulen lassen. Nein, du kannst noch nie auf einer ordentlichen Tour gewesen sein und auf die Materialien auf Gedeih und Verderb angewiesen gewesen sein. Ein Aldi-Zelt wiegt viel zu viel, ist nicht Sturmfest, die Nähte sind nicht abgetaped und siffen. Schon mal im schottischen Hochmoor bei warmen Wetter auf moorigem nassen Untergrund dein Zelt aufstellen müssen? Ein gutes Zelt kann durch ordentliche Belüftung und gute detailreiche Lösungen an Nähten und anderen kritischen Punkten das durchaus überstehen. In einem schlechten Zelt läuft dir hier das Wasser über die Kondensation am Außenzelt an der Innenseite ins Innenzelt und lässt die Baumwolle aufquellen. Sauna natürlich inklusive. Dazu kommt, dass die Highland Midges dich bei lebendigem Leib auffressen. Die dort verwebten Mückennetze im Innenzelt sind viel zu grob um diese abzuhalten (Midges haben die Größe einer Fruchtfliege und kommen zu Millionen). Wenn du einmal in einem Hilleberg Saivo übernachtet hast, weißt du warum du nie wieder etwas anderes möchtest. Trotz Sturm in Polarnähe hast du da keine Sekunde lang ein mulmiges Gefühl. Ich selbst trage für normale Touren ein altes Vaude mit unter 2 kg Gewicht mit mir rum. Grandios.

Du erwartest Tests von mir? Ich werde sicher meine Hosen nicht zerreißen, nur um zu merken, dass man sie zerreißen kann. Denn diese "Tests" wären eh nicht repräsentativ und völlig unwissenschaftlich. Ein ordentliches Prüfequipment fehlt mir, ebenso dir. Also muss ich mich auf das verlassen, was mir Tests von erfahrenen Trägern (z.B. wie oben gesagt aus Fachzeitschriften) sagen und was mir mein eigenes Gefühl sagt. Und das ist, wie schon erwähnt, durchweg gut.

Ich muss mich auf eine solche Hose verlassen können. Ich habe aufgrund der Gewichtsproblematik bei 2-wöchiger Trekkingtour genau 2 Hosen dabei: derzeit sind das eine Hose mit Verstärkungen und eine Hose mit Zipper an den Beinen. Und das war es dann. Wenn mir eine Hose kaputt geht, habe ich auf einer Tour ein großes Problem. Ich kann nicht einfach zurück in die Kaserne mit dem Wolf fahren und mir aus dem Spind eine neue Hose holen. Ich muss auf diese vertrauen. Ebenso muss ich auf meinen Kocher, Zelt, Wanderschuhe, etc. vertrauen. Bisher hat mich noch keine dieser Hosen im Stich gelassen. Also kann ich nur zu diesen Hosen raten, sie sind zuverlässig in jeder Situation.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.03.2014 23:39:26 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 20.10.2014 22:44:14 GMT+02:00
Krypto meint:
Nein, mit Hass hat das nichts zu tun. Ich habe auch ne Island Jacke von FR, die ich gerne trage. Nur würde ich niemals behaupten, dass deren Qualität außergewöhnlich ist. Für das, was sie bietet, ist sie viel zu teuer gewesen.
Aber lassen wir das jetzt. Ich sage einfach: kritisch bleiben!

Zu den BW Hosen: es gibt da riesige Unterschiede, und ich unterschreibe alles, was du schreibst, bis auf eine Ausnahme: Köhler. Alles andere läuft ein wie sonst was. Das weiß ich. Ich habe zig Hersteller getestet.

Deine Erfahrungen mit Baumwolle teile ich nicht. Ich trage täglich die BW Hosen, bei kleineren Spaziergängen, bei größeren Touren, bei Schnee und Regen, bei Hitze... Da reibt nie irgend etwas, nie!
Wachsen, so man will, kann man die zig mal besser als jedes Mischgewebe.
Ich habe auch zig Kunstfaserhosen diverser Hersteller. Keine einzige davon ist im Regen so angenehm wie die BW Hose. Aber noch mal: ich rede auch wirklich nur von einem bestimmten Hersteller. Hatte BW Hosen von Tomtex, Feuchter und was weiß ich - kein Vergleich.
Meine Frau näht auch viel und gut. :-) Kommentar zur Hinternnaht an einer FR: da kann man ja durchgucken. Ich hatte ja ein paar FR Hosen, Jacken und Hemden. Alles in Ordnung, aber mehr ist es eben nicht. Zur Nutzungsdauer: meine BW Hosen halten viele Jahre und kosten einen Bruchteil. Mit HAss hat das nichts zu tun. Es ärgert mich nur, wenn für Duchschnittsqualität Unsummen ausgegeben werden und Produktnachteile (individuelles kürzen) noch als Vorteile verkauft werden. Das kann mitmachen wer will; ich jedenfalls nicht.

Weg von den Hosen, hin zu Zelten:
>>Und deine Einschätzung, dass Billig-Aldi-Zelte den gleichen Zweck erfüllen, wie ordentliche Trekkingzelte hat mich ehrlich gesagt leicht aufjaulen lassen.<<
Billig Aldi Zelte habe ich nie besessen. Ich kann darüber also nichts geschrieben haben.
Ich habe etwas über das Minipack geschrieben, und das stimmt auch alles.
Das, welches ich über viele Jahre im Einsatz hatte, war ein gutes Zelt. Ich habe es natürlich nicht mit silikonelastomerbeschichtetem Gewebe von Hilleberg, Tataonka, oder Helsport verglichen. Ich kenne die Weiterreißfestigkeiten dieses Materials und müsste ja blöd sein, wenn ich schriebe, dass das Minipack da mithalten könnte.
Was ich schrieb: das Minipack ist aus Nylon und hat eine niedrige WAssersäule, weil es nicht mehrfach PU beschichtet ist. PU - im Gegensatz zum Silikon sehr teurer Zelte - setzt die Reißfestigkeit herab. Ferner schrieb ich, dass auch Zelte, die viele hundert Euro kosten, aus billigem PU beschichteten Polyester bestehen und somit weniger reißfest sind als das Minipack aus Nylon. Tja, und das ist so. Nylon ist bei identischer Fadenstärke deutlich stabiler als Polyester. Wenn das olyester dann noch auch WAssersäulen von schwachsinnigen 5000+ Milimatern behandelt wird, dann hat es eine Weiterreißfestigkeit von 2 - 4 KG!! Das gilt für Zelte quasi der meisten nahmenhaften Hersteller. Nylon ist da deutlich stabiler. Damit würde ich das Minipack tatsächlich so manch teurem Zelt vorziehen, das nur aus billigem Polyester ist.
Also kein Grund zum Jaulen, sondern es sind messbare Fakten. Das Hersteller, die silikonelastomerbeschichtetes High Tenacy Ripstop Polyamid verwenden, in einer ganz anderen Liga spielen, ist mir durchaus bewusst. Aber das gilt eben nur für sehr wenige, und da reden wir dann von noch anderen Beträgen.
Davon abgesehen: ich empfahl ja das Minipack nicht für das schottische Moor, oder?
Genauso wenig würde ich dafür aber andere (teure Zelte) empfehlen. Ich war dort nie, und kann deswegen nichts darüber sagen, was ich ja auch nicht tat. :-) Ich beschrieb meine Erfahrungen und das Material.
Welches Vaude? Hogan? Kenne ich nicht, hatte aber das Tenere (Vorgänger vom Mark) und das Ferret 1. Beides gute Zelte, und das Tenere war echt genial, wenn man es nicht tragen muss. Ich selbst besitze das Arch Rival XV von Walrus. DAs gab es mal ganz kurzfristig bei Globetrotter, schlug ein wie ne Bombe. Also nahm Globi es aus dem Programm und baute es unter eigenem Label nach. War dann viel schwerer, hatte längst nicht mehr so gutes Material aber fand auch seine Käufer. Walrus wurde dann von Zoid geschluckt und es war schluss mit dem genialen Arch Rival. Könnte mir denken, dass das Arch Rival perfekt für das schottische Moor wäre.
Hatte auch viele andere Zelte von Rejka, Robens, Pouch (ganz früher). All das waren gute Zelte, aber eins der günstigsten, bei dem die Qualität stimmte, war eben das Minipack. Hat mich das erste Mal auf einer 300 KM Tour über zehn Tage in Deutschland begleitet, bei der es heftigste Regenfälle und bullige Hitze gab. Als ich nach Hause kam, war nicht eine Schlaufe gerissen und dicht war es immer. Für heimische Mücken war das Netz fein genug, und Kondenswasser hat mich nicht gestört. Ein Expeditionszelt ist es natürlich nicht, aber das sind auch viele Zelte nicht, die als solche verkauft werden.
Kannst mir ruhig glauben, dass ich gute Ausrüstung beurteilen kann.
Der Punkt ist leider der, dass man sich auf z.T. sehr teuere Dinge eben nicht verlassen kann. Man kann sich auch nicht auf ein 250 Euro teures Polyesterzelt mit PU Beschichtung verlassen. Auch dein Vaude Zelt hat - falls es Polyester mit PU ist - eine Weiterreißfestigkeit von ca. 3 KG. Da liegt ein simples Nylonzelt deutlich drüber.
Ich selbst habe Vaude mal um Angaben diesbezüglich gebeten. Das Ergebnis war "ernüchternd". Davon abgesehen - falls man davon absehen kann - bin ich aber ein großer Fan von Vaude. Habe noch die alte Lhasa - mittlerweile 16 Jahre alt - und die ist immer noch top. Ist natürlich keine Jacke für nen Rucksack. Witzig war, dass der Verkäufer mir die damals nur angewidert verkaufte und sie als konservatives Standardmodell bezeichnete. Tja, das konservative Standardmodell hält seit 18 Jahren (die von meiner Frau seit 20!) bei dauernder Benutzung und jedem Wetter.
Wir müssen uns ja nicht einig sein, nur solltest du mir keine Erfahrungen absprechen.
Ich weiß, welche Klamotten ich habe und welche davon was taugen und ihr Geld wert sind. Für meine Ortler von Meindl würde ich immer wieder den Preis bezahlen, für meinen Specialist 3 von Bach auch, aber niemals wieder würde ich das Geld für G1000 Klamotten ausgeben: zu unstabil, zu schlecht vernäht, nicht passend, nicht wasserabweisend, nicht funkenfest ... einfach 0815 Material.
... und den Beweis, nämlich das Baumwolle beim Tragen und Laufen schlechter trocknet als Konstfaser, den will ich noch haben. Ich beobachte beim Sport immer gerne die Kollegen, die beim Wettkampf Kunstfaser T-Shirts tragen. Sie müffeln zwar nachher wie Ziegenböcke, aber schneller trocken sind die auch nicht. :-) Gut sitzende Baumwolle trocknet schnell.
Jo, und was ich sonst noch zu Zelten schrieb: da ging es um das polnische Lavvu aus Baumwolle. Das ist schwer, hat keinen Boden und ist primitiv. Aber: wenn man drin liegt, denkt man alte Zeiten und fühlt sich einfach wohl.
Das, was Baumwollzeltbahnen aushalten, müssen Kunstfasern erst noch annähernd schaffen.
Ich weiß aber, das meine Großväter im zweiten Weltkrieg in Russland waren und es damals nur Baumwollzeltbahnen gab. Vier Leute teilten sich ein Zelt und hatten jeweils eine Dreiecksbahn. Luxus war das sicher keiner, aber die Baumwollbahnen hielten die härtesten Bedingungen aus.
Hillebergzelte hätten das sicher besser gekonnt, aber hätten es auch Polyesterzelte mit PU besser gekonnt? Wohl kaum. Ich habe also eine polnische Zeltbahn gut bewertet, weil sie - in Relation zum Preis - einfach megagut ist. Und nein, auch die ist nichts für das schottische Moor. :-)
Es kommt halt auf den Verwendungszweck an, und da würde ich nicht pauschal sagen, dass Zelte von Hilleberg immer das Nonplusutra sind. Wenn man ein kräftiger Typ ist, dann ist das Mehrgewicht eines Baumwollzelts überhaupt kein Argument. Wenn man das Zelt von innen heizen will und ein Ofenrohr nach außen führen möchte, dann bleibt nicht viel außer Baumwolle.
Wenn man in heimischen Wäldern nächtigen will, dann ist ein Zelt schlicht verboten. Anders sieht es aber aus, wenn man zwei Ponchos (polnische Zeltbahnen) verknüpft.
Es gibt viele Überlegungen, die einen zu einem bestimmten Produkt kommen lassen.
Ein Baumwollzelt, dessen Wände im Winter gefrieren, ist mega stabil. Will man aber am nächsten Tag früh los und muss das tragen, dann ist es eben Mist.
Es kommt drauf an, was man braucht. Ich kann an ein Baumwollzelt ne Flamme halten und bis zehn zählen, ohne das etwas brennt oder schmort. Das kann ich bei teuren Polyesterzelten nicht.
Und zurück zur Hose: das kann ich auch bei G11000 nicht. Selbst kleine Funken brennen Löcher ins Material. Das Problem gibt es bei BW Hosen nicht.
Und nochmal: jede Jeans bekommst du mit Wachs dichter als G1000 Gewebe. Deswegen ist Wachs- und Oilskinbekleidung aus Baumwolle und nicht aus Mischgewebe. Baumwolle kannst du imprägnieren, bis sie quasi dicht ist. G1000 wird niemals annähernd dicht.

Ich weiß sehr genau, welche Hose ich mitnehmen würde, wenn ich nur eine hätte. Es wäre eine Hose, die sich gut trägt, die man leicht flicken kann, die Funken aushält, die man imprägnieren kann, die große, nutzbare Taschen hat, die man unten zuschnüren kann, an die man Hosenträger, Koppel nebst Rucksack, Taschen und Gürtel machen kann, die Knöpfe hat, die man immer wieder austauschen kann ...
Und nein, G1000 Hosen sind eben nicht zuverlässig in jeder Situation. Sie sind weder bei Regen noch bei Funkenflug zuverlässig. Sie sind zuverlässig als leichte und halbwegs stabile Hose, aber mehr ist es leider nicht.
Sie halten viel zu wenig aus, decken zu wenige Anwendungsbereiche ab und sind dafür viel zu teuer.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.10.2014 23:54:57 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 20.10.2014 20:01:03 GMT+02:00]
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