Kundenrezension

3.0 von 5 Sternen Holzhammer, 29. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Dirty [Delux Edition] [Ltd.ed] (Audio CD)
Schnell sollte sich zeigen, dass ein Wildgewächs, wie die New Yorker Alternativerock-Institution auf dem großen Markt nur schwer zu etablieren sein wird. Zu lange waren Sonic Youth in den Achtzigern im Underground, haben sich musikalisch auf ganz natürliche Art und Weise entwickelt und gelernt früh Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Vielleicht waren Thursten Moore, Kim Gorden, Lee Ranaldo und Steve Shelley aber auch einfach schon selbst ein wenig zu alt, um sich für ein kleines bisschen mehr Aufmerksamkeit und Erfolg verbiegen zu lassen. Das damalige Underground-Prestige-Objebt Sonic Youth sollte für ihre neue Label-Heimat Geffen (bei denen auf Thursten Moore`s Anraten auch Nirvana unterschrieben) schnell zum Problemkind werden. Das jugendliche, alternative Rock-Publikum in den frühen 90ern stand zwar auf Indierock, aber er musste nicht nur rebellisch und laut sein, sondern auch Wut und Verzweiflung aus allen Poren sprießen lassen. Sonic Youth konnten diesen Anforderungen nur bedingt gerecht werden. Entweder waren die Leute von ihnen überfordert oder sie konnten erst gar nichts mit ihrer Musik anfangen. „Dirty“ sollte der zweite Anlauf nach dem nur semi-kommerziell erfolgreichen „Goo“ sein. Interessant ist, dass die Band für dieses Album mit dem gleichen Mann zusammen gearbeitet haben, der auch für den Feinschliff von Nirvana`s „Nevermind“ verantwortlich war: Butch Vig. „Dreckig“ umschreibt den Sound von „Dirty“ vielleicht nicht am besten, aber er deutet zumindest schon gut den Kurs an, den die Band mit diesem Album anpeilen wollte. Nämlich eine klare Abkehr von der Eingängigkeit seines Vorgängers. Deswegen ist „Dirty“ keine wirkliche Weiterentwicklung, sondern eher die Wieder-Nüchtern-Werdung nach dem Quasi-Annäherungsversuch an den Hype. Die chaotischen Noiserock-Feedbacks schlagen in „100 %“, „Wish Fulfillment“ und „Youth Against Fascism“ wieder deutlich höhere Wellen, der Bass pumpt so lebendig wie eh und je und Kim Gorden quengelt, faucht und zischt in „Swimsuit Issue“ und „Drunken Butterfly“ wie eine wilde Streunerkatze. „Dirty“ klingt oft nach Holzhammer und wie das Wieder-Los-Werden-Wollen schlechter und lästiger Angewohnheiten. Nur kommt der Band leider das melodische Feingefühl manchmal abhanden, weswegen sich das Album in seinen schwächsten Momenten als etwas affektiert und einfältig erweist. In der Rückschau sicherlich einer spannendsten Momente des Alternativerocks in der frühen 90ern. Wer aber ein komplettes Sonic Youth-Album möchte, der hört lieber „Goo“ oder die Alben, die dieses erst möglich gemacht haben.
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