Kundenrezension

30 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ausgereiftes Produkt aber keine grosse Verbesserung, teils gibt es sogar Verschlechterungen, 29. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Adobe Photoshop CS6 WIN (DVD-ROM)
Vorweg sei gesagt, daß ich bereits seit vielen Jahren mit Photoshop unter anderem mit einer der Urversionen, namentlich 2.0 gearbeitet habe und also auch die Historie des Produktes gut kenne. Schon damals gab es aufgrund der Ausgestaltung des Programmes und der Produktploitik immer wieder berechtigten Grund zu Unmut seitens der Anwender. Leider hat sich daran bis heute nichts geändert.

Andererseits muß man nun nicht darüber diskutieren ob und warum Photoshop DER Industriestandard in der digitalen Bildbearbeitung und Retouche ist. Man bekommt hier ein in vielen Bereichen ausgezeichnetes Produkt, dem man die langjährige Entwicklung anmerkt. Eine echte Alternative gibt es ohnehin nicht.

Für mich stand nun die Frage nach einem Update im Raum, weil folgende Versionen nur noch über die Adobe Cloud zu beziehen sind. Selbiges kommt für mich aber nicht in Frage. Wer vor kurzem las, daß Adobe sich fast 3 Millionen Kundendaten hat entwenden lassen mag vielleicht ähnlicher Meinung sein.

- Das Fazit vorweg

In einem Werbevideo erklärt Adobe vollmundig man habe den Anwendern genau zugehört um auf deren Wünsche zu reagieren. Ich habe eher den Eindruck das man an etlichen Stellen konsequent weggehört hat. Meine bescheidenen Erwartungen kann CS6 nicht erfüllen.

Eigentlich müsste man wegen der zahlreichen Unzulänglichkeiten konsequent 3 Sterne geben. Nach Adobes Lobeshymnen erscheint der Fortschritt von älteren Versionen jedenfalls gering.

Zwar gibt es einige Verbesserungen doch manches wurde unnötig verschlechtert (keine Hilfe im Offline Modus, Extraktionstool fiel weg) und bei einigen eher schwachen Funktionen hat man auch nach so vielen Jahren noch nichts verbessert (Kopierstempel, langsame Pinsel, schwaches Multithreading, langsame Wechsel zwischen Werkzeugen über die Tastatur, Änderungen in den Voreinstellungen greifen teils nicht ...).

Es mag sein, das durch eine Verbesserung der Integration anderer Produkte in den Produktionsprozess ein Update für manchen lohnenswert ist. Profis, die oft mit Bild- und Filmschnitten arbeiten sind möglicherweise von den Funktionen der Extended Version begeistert, müssen dafür aber noch einiges drauflegen.

Für jemanden der das Programm in klassischer Manier nutzt, lohnt die neue Version vermutlich nicht, zumal der Unterschied zu CS5 Standard nicht sehr bedeutend sondern eher wie ein Einschiessen auf neue Standards erscheint. Mir persönlich scheint selbst der Sprung von der CS 3 als inhaltlich nicht grandios.

- Produktpolitik und Preise

Machen wir uns nichts vor. Selbst für den Enterprisebereich ist das Produkt ziemlich teuer, zumal wenn man die Filmbearbeitungsmerkmale der extended Version nutzen möchte. Professionelle Belichtungsfunktionen stehen weitgehend nur mit Adobe Lightroom zur verfügund das nochmals Geld kostet. Ob einem die Verbesserungen ein Upgrade wert sind muss jeder selbst entscheiden. Ich rate aber dazu die Featureliste genau zu prüfen.

Ein Kaufgrund könnte bei CS6 sein, das es die vorerst letzte Version ist, die noch als reine Offlineversion zu kaufen ist. Die Nachfolgeversion ist bereits nur noch in der Adobe Cloud verfügbar. Wenn man von Datenschutzaspekten einmal absieht, finde ich diese Option weder kostentechnisch noch in Punkto Selbstkontrolle meiner Produktivsoftware besonders wünschenswert.

- Aktivierung des Produktes bei Adobe

Sicher, Onlineaktivierungen sind heute üblich. Dem ehrlichen Käufer gegenüber aber trotzdem eine Frechheit. Adobe will mit der Creativ Cloud hier ohnehin noch ganz andere Maßstäbe setzen. Immerhin kann man eine, wenn auch etwas versteckte Offline-Aktivierung machen.

- Performance

Die Performance insgesamt ist eher ernüchternd. Das ist umso erstaunlicher, als da es schon vor vielen Jahren Bildbearbeitungsprogramme gab, die Dateien mit etlichen Gigabyte in Sekundenschnelle öffnen konnten. Vielleicht verwendet Photoshop hier keine besonders leistungsfähigen Algorithmen zum Bildaufbau.

Auf meinem Rechner der mit zwei ultraschnellen Samsung 840 Pro SSD und einer hochperformanten NVidea GPU ausgestattet ist, zeigt sich ein deutlicher Unterschied zu älteren Versionen nur bei wenigen Funktionen und wenn Photoshop die GPU Unterstützung nutzen kann.

Das ist enttäuschend, denn wenn der Grafikprozessor mit zukünftigen Versionen nicht mehr unterstützt wird, muss man eine neue Programmversion kaufen oder spürbare Performanceeinbußen bei den unterstützen Funktionen hinnehmen. Einige Funktionen arbeiten ohnehin nur mit der integrierten GPU Unterstützung (Ölpinsel ...) was an sich nicht zwingend notwendig wäre.

Hinzu kommt, das die GPU Unterstützung eben ohnehin nur ganz bestimmte Prozesse und Filter beschleunigt und dies auch nur für bestimmte Grafikkarten. Das heisst, unter dem Strich bleibt von den angepriesenen Geschwindigkeitsverbesserungen nur für Videobearbeitung und wenige andere Aspekte etwas übrig.

Nutzt man diverse Usability-Verbesserungen wie Ziehen und Schwenken, dann geht die Performance gar massiv in den Keller. Hier fühlt man sich doch über den Tisch gezogen, zumal diese Features zum Teil sehr nützlich wären. Der Performance zuliebe schaltet man sie dann aber doch allesamt wieder ab. Ärgerlich.

- Funktionen und Produktivität

Insgesamt gibt es verschiedene kleinere Verbesserungen, die aber oft, man muss es leider sagen, wiederum arg auf die Performance drücken. Besitzer langsamerer Geräte werden hier wiederum keine Freude erleben.

Immerhin ist es endlich möglich die Arbeitsfläche unabhängig vom Fensterrand zu positionieren. EIne Kleinigkeit aber grandios. Ferner kann man nun mit der Lupe durch ziehen mit der Maus wesentlich intuitiver arbeiten.

Das Werkzeug Mischpinsel ist für manche Benutzer sicher ganz interessant. Allerdings ist die Grösse eng begrenzt und an Painter kommt Photoshop noch lange nicht heran.

Verbessert wurden die Reperaturfunktionen, mit denen man bei schnellen Bildkorrekturen und nicht allzukomplizierten Vorlagen schon ganz gute Ergebnisse erzielen kann. Wunder darf man allerdings auch hier nicht erwarten.

Ansonsten gibt es so einige Dinge über die man sich wundert oder ärgert.

Die Textverarbeitung ist nach wie vor eine Katastrophe. Gewisse Navigationsoptionen mit der Tastatur die schon seit Jahrzehnten Standard sind, funktionieren immer noch nicht. Mit Entsetzen stellte ich fest, das man Text aus der Textbox in PS nicht in ein anderes Programm über die Zwischenablage kopieren kann. Ich musste ein PDF exportieren. Unglaublich. Das ist mir vorher noch nie aufgefallen.

Die Konfiguration des Arbeitsplatzes un der Paletten ist an sich gelungen. Allerdings kann man nun die Werzeuginfoleiste nicht mehr in den unteren Bildschirmrand integrieren. Das nervt in manchen Fällen extrem. Die Integration eines direkten Zugriffes auf die Bridgesoftware (Option Minibridge) ist an sich eine prima Idee. Allerdings ist sie schlecht umgesetzt denn die Navigation im Verzeichnissytem ist hiermit quasi unbrauchbar weil umständlich.

Der Modulfilter Ölpinsel arbeitet nur mit der integrierten GPU Unterstützung und ist für mein Verständnis überflüssig. Die Ergebnisse sind nicht wirklich natürlich und kaum steuerbar. Man vergleiche einmal SnapArt 3 von Alien SKinn, man wird sich wundern was hier möglich ist.

Einige Funktionen wurden einfach verabschiedet, so zum Beispiel das Werzeug Extrahieren. Besonders gut war es zwar nie, aber für manchen Hobbyretouscheur wird das doch eine Katastrophe darstellen. Ob die Funktion Auswahlkante verfeinen hier Ersatz schaffen kann mag jeder selbst entscheiden. Es gibt diverse Anbieter, die für das vereinfachte Freistellen auch komplexer Objekte selbst für Laien brauchbare Lösungen anbieten. Warum Photoshop hier nun gar nichts mehr bietet kann man sich fragen.

>> UPDATE - Anscheinend kann der Extrahieren Filter von der Produkt CD nachgeladen werden. Ich habe das allerdings nicht selbst probiert.

Die interne GPU Unterstützung unterstützt nur wenige Grafikkarten und erkennt nicht, wenn mehrere Karten installiert sind. Infolge nimmt das Programm dann nicht automatisch eine unterstütze Karte, sofern vorhanden, sondern frisst sich an der systemseitig als Standard festgelegten Karte fest. Grandioserweise kann man diese Karte in Photoshop auch nicht umstellen. Hierzu sind Änderungen in der Systemrichtlinie nötig. Sicher nicht für jeden Hobbynutzer intuitiv.

Darüberhinaus ist auch die sonstige Integration der GPU-Unterstützung nicht gelungen. Bei NVidea GPU gibt es offenbar ein Problem mit der Nutzung verschiedener fortgeschrittener OpenGL Funktionen, die zu einer Dauerauslastung von CPU Kernen, typischerweise mit 25% führen auch wenn Photoshop im Leerlauf ist. Der Lüfter dreht dann permanent. Adobe behauptet, es sei ein Treiberproblem. Das heisst vermutlich, das es keine wirklich Lösung geben wird weil sich die Hersteller die Schuld zuschieben.

Bei mir verschwindet das Phänomen, wenn man den Basis Modus der GPU Unterstützung wählt. Normal und Advanced stehen damit nicht mehr zur Verfügung. Ärgerlich für ein so teures Produkt zumal bei Videobearbeitungen. Aus Foren geht hervor, dass diese Option nicht bei jedem das Problem umgeht. Eine Generallösung scheint es nicht zu geben.

Das im Offlinebetrieb keine Hilfe verfügbar ist, das ist schon eine Frechheit. Immerhin kann man einen PDF File herunterladen, der die Hilfe enthält.

Sehr störend ist, das auch die neue Version immer noch Probleme mit Voreinstellungen hat. So kommt es nicht selten vor, das eine Option wie Pinselform und -grösse anzeigen nach längerem Gebrauch einfach ausfällt und nur ein Neustart schafft abhilfe. Ein anderes mal funktionieren Tastenkürzel nicht mehr. Adobe rät hier zum Löschen der Voreinstellungen. Sehr hilfreich aber natürlich muss man dann alles neukonfigurieren ....

- Adobe Bridge

Bei der Software Bridge handelt es sich quasi um einen Windowsexplorer der über fortgteschrittene Bildmanagementfunktionen und gewisse Integrationsmöglichkeiten mit den Produkten der Creative Suite bietet um einen besseren Produktionsworkflow zu ermöglichen. An sich könnte das Programm der ideale Begleiter Photoshops sein. Allerdings ist die Bridge trotz einiger Verbesserungen noch immer recht langsam und stürzt zudem häufiger ab. Der Aufbau der Bildvorschau ist auch nicht so wirklich effektiv. Man muss sich wirklich fragen, wieso der Hersteller des Marktführer in Punkto Photobearbeitung- und Retouche das nicht besser hinbekommt.

Immerhin ist das Programm doch eine brauchbare Ergänzung auch wenn es insgesamt nicht so recht überzeugen kann. Mancher Freeware Bildmanager bietet mehr, kann aber wiederum die Photoshopformate nicht lesen. Also doch die Bridge ...
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Kommentare


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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 18.01.2014 01:30:38 GMT+01:00
Lars meint:
Danke für die Mühe dieser ausführlichsten Rezension.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.01.2014 07:20:18 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 20.01.2014 07:20:28 GMT+01:00
Hallo Lars,

bei Fragen gern kurz melden ...
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