Kundenrezension

12 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Derek B. Miller: Ein seltsamer Ort zum Sterben, 25. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Ein seltsamer Ort zum Sterben (Broschiert)
Sheldon Horowitz ist ein 82-jähriger jüdischer Uhrmacher und lebt in New York.
Nach dem Tod seiner Frau Mabel möchte seine Enkelin Rhea, die er nach dem Tod seines Sohnes großgezogen hat, dass er zu ihr nach Oslo zieht.
Sie wohnt inzwischen dort, weil sie einen Norweger namens Lars geheiratet hat.
Es verschlägt ihn also in ein fremdes Land, dessen Einwohner und Sprache er nicht versteht. Somit hat er viel Zeit in der Vergangenheit zu schwelgen.
Das ist einer der Gründe, warum Rhea ihn für dement hält.
Sie ist sehr bemüht, dass Sheldon sich schnell am neuen Wohnort integriert und wohlfühlt. Deshalb möchte Rhea eines morgens mit ihrem Großvater und ihrem Ehemann spazieren gehen. Sheldon weigert sich jedoch und so gehen Rhea und Lars alleine los.
Als die beiden gegangen sind, hört Sheldon plötzlich Krach im Treppenhaus. Es ist ein streitendes Paar aus der Wohnung über ihm und auf einmal steht die Frau vor seiner Wohnungstür. Er öffnet ihr die Tür und die Frau (er nennt sie Vera) und ihr Sohn verstecken sich bei ihm.
Sheldon ist klar, dass die Frau und ihr Kind in Gefahr sind und möchte ihnen zur Flucht verhelfen.
Doch dann wird die Tür eingetreten und Sheldon, der sich mit dem Jungen im Schrank versteckt, muss den Todeskampf der jungen Frau mitanhören.
Als der Täter die Wohnung verlassen hat, flüchtet Sheldon mit dem Sohn der Toten.
Er weiß, dass der Mörder den Jungen sucht, auch wenn er den Grund dafür nicht kennt.
Doch Sheldon wird alles in seiner Macht stehende tun, um zu verhindern, dass der Mörder den Jungen in die Finger bekommt!

„Ein seltsamer Ort zum Sterben“ ist der Debütroman des Autor Derek B. Miller.
Dieser wurde in Boston geboren, lebte aber auch in Israel, England, Ungarn und der Schweiz und hat seinen Lebensmittelpunkt nun in Norwegen. Dort lebt er mit seiner Frau und seinen Kindern.
Bevor er Autor wurde, hat er eine Karriere als Spezialist für Sicherheitspolitik absolviert und selbst jetzt arbeitet er noch für zahlreiche Gremien der UNO und Universitäten weltweit und ist Direktor eines Forschungsinstituts.

Das Buch ist in drei größere Teile gegliedert: Teil I - Der 59. Breitengrad, Teil II - Flussratten und Teil III - New River.
Im ersten Teil geht es vorrangig um Sheldon und seine Enkelin Rhea. Sie hat ihn zum Umzug nach Oslo überredet, damit er bei ihr und ihrem Ehemann Lars leben kann. Der Auslöser des ganzen war der Tod von Sheldons Frau Mabel, die ihn für dement hielt und sich Sorgen um ihn machte. Diese Sorge hat sich auf die Enkelin Rhea übertragen, die sich verantwortlich für ihren Großvater fühlt, weil er ihre einzige verbleibende Familie ist.
In diesem Teil findet auch das Zusammentreffen von Sheldon und „Vera“ und der Mord an ihr statt und der kleine Sohn Veras kommt in seine Obhut. Die Flucht beginnt somit.

Der zweite Teil ist im Gegensatz zu den anderen relativ kurz. Der Leser wird über Sheldons Vergangenheit im Krieg aufgeklärt und wie er seinen Sohn Saul verloren hat.
Außerdem wird seine Flucht mit dem Jungen beschrieben und zum ersten Mal erfährt man auch etwas über die Geschichte und Beweggründe seiner Verfolger.

Im dritten Teil neigt sich die Flucht dem Ende zu und alle Handlungsstränge finden hier mehr oder weniger zusammen. Sheldon trifft auf seine Verfolger und auch die Polizei mischt sich jetzt aktiver ein.
Mehr kann man von der Handlung eigentlich gar nicht verraten, da man dem Buch sonst die wenig vorhandene Spannung nimmt.

Das Buch ist von Anfang bis Ende sehr politisch angehaucht. Es werden abwechselnd Szenen aus dem Vietnam- und Koreakrieg, dem Konflikt und den Massakern zwischen Serben und Kosovaren und dem zweiten Weltkrieg und dem Holocaust beschrieben.
Sheldon steckt immer, mal mehr oder weniger, mitten in diesen Handlungen. Die Grenzen zwischen Wahrheit und seiner Einbildung verwischen immer mehr und es fällt einem als Leser nach einiger Zeit schwer zu unterscheiden, was wirklich wahr und was frei erfunden bzw. ein Wunschtraum Sheldons ist.
Die Vermutung liegt nahe, dass er wirklich nur noch in der Vergangenheit lebt und an Altersdemenz leidet.
Diese Annahme wird auch bekräftigt, als er anfängt mit toten Personen zu reden. Er bildet sich ein, dass diese Menschen aus seiner Vergangenheit zugegen sind und ihn in verschiedenen Situationen beraten und unterstützen.
Im Buch bekommt man eigentlich auch sehr wenig von anderen Charakteren mit. Weder die Enkelin und ihr Mann, die Kommissarin oder die Verfolger werden wirklich vorgestellt und charakterlich ausgebaut. Insgesamt wirken sie sehr lieblos kreiert. Das sorgt dafür, dass man als Leser weder Sympathien noch Antipathien entwickelt. Die Charaktere sind einem einfach gleichgültig.
Auch von Paul, der ja mit Sheldon zusammen auf der Flucht ist, erfährt man nichts.
Man bekommt immer mehr das Gefühl, dass das ganze Buch nur eine Plattform für einen alten Mann sein soll, der seine Vergangenheit und sein Leben bis zu einem gewissen Grad bereut und sich wünscht es hätte anders sein können.
Auch die Ermittlungsarbeit der Polizei ist in diesem Buch einfach ein Witz. Sie wird nur am Rande der Handlung immer mal wieder beschrieben und angerissen. Doch das was man als Leser davon mitbekommt ist einfach nur langweilig.
Während die Handlung im ganzen Buch eigentlich sehr schleppend voranging, wird das Ende sehr abrupt serviert. Alle Charaktere treffen plötzlich aufeinander und dann ist das Buch zu Ende.
Man erfährt nicht, was aus Rhea und Lars wurde oder was mit Paul passiert ist.

Das Buch hat sehr vielversprechend angefangen und eine Menge Potential gezeigt, welches vom Autor aber einfach nicht genutzt wurde. Das Cover ist aber immerhin sehr schön gestaltet und spiegelt den Inhalt des Buches sehr gut wieder. Deshalb gibt es von mir noch zwei Sterne.

© Das Buch-Cafè
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 21.03.2014 09:23:04 GMT+01:00
lunabar12 meint:
Zu lang, zu lang, zu lang. Das lese ich ja gar nicht!
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