Kundenrezension

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4.0 von 5 Sternen Muss uns Facebook zukünftig Geld zahlen?, 17. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Wem gehört die Zukunft?: "Du bist nicht der Kunde der Internetkonzerne. Du bist ihr Produkt." (Naturwissenschaft) (Gebundene Ausgabe)
"Wenn alles frei verfügbar und umsonst ist, klingt das demokratisch, ist es aber nicht." So könnte man in etwa die Kernthese von Jaron Lanier im Buch beschreiben. Denn die großen Internetkonzerne wie Google oder Facebook mit ihren technischen Möglichkeiten, all diese Informationen auszuwerten und weiterzuverkaufen, sind am Ende die wahren Profiteure.

Lanier schreibt: "Damit der Mensch den Verlust der Freiheit widerspruchslos akzeptiert, muss man diesen Verlust wie ein Schnäppchen wirken lassen. Den Verbrauchern werden "kostenlose" Dienste angeboten (etwa Suchmaschinen oder soziale Dienste), wenn sie sich dafür ausspionieren lassen." Und der Preis für das Ausspionierenlassen ist höher als man glaubt. Denn mit gezielter Werbung, die die meisten nur lästig finden, aber an die man sich doch irgendwie gewöhnt hat, ist es nicht getan. Lanier bringt hier das Beispiel von Versicherungen. Durch entsprechende Suchanfragen oder auch Postings in sozialen Netzwerken kann man nämlich selbst dazu beitragen, als "schlechtes Risiko" erkannt und eingestuft zu werden. Und wenn Versicherer an diese "wertvollen" Informationen kommen, braucht man sich dann nicht mehr zu wundern, wenn man von diesen abgelehnt wird. Denn in der Versicherungsbranche geht es schon lange nicht mehr darum, möglichst viele Kunden zu versichern, sondern die "Richtigen", also die, die laut Computer-Vorhersage die Versicherung möglichst wenig belasten.

Aber was kann man tun, damit man als normaler Konsument mit seinen kostenlos zur Verfügung gestellten Daten nicht zur Gewinnmaximierung der großen Internetkonzerne beiträgt, und sich letztlich sogar selber schädigt? Laniers Lösung klingt plausibel: indem man die Daten eben nicht mehr kostenlos zur Verfügung stellt. Lenier schreibt dazu: Wir speisen unsere Daten bei Facebook ein, wissen aber nicht, was hinter den Kulissen mit ihnen passiert. Das würde sich ändern, wenn etwa Facebook für unsere Daten bezahlen müsste. Denn dann würde aus der einfachen Nutzung eines Dienstes eine Geschäftsbeziehung, mit entsprechender Offenlegung des materiellen Vorteils, der daraus gezogen wird. Obwohl das natürlich erstmal gut klingt, kann man sich schwer vorstellen, wie das rechtlich und technisch umzusetzen wäre. Und auch Lanier selbst bleibt hier sehr vage.

Die Beendigung der Gratis-Kultur im Internet würde allerdings auch in der umgekehrten Richtung gelten: also das jeder Nutzer für die Nutzung solcher Dienste wie Google oder auch Facebook künftig zahlen müsste. Lanier findet das nicht so schlimm, weil die bisherige Pseudo-Kostenlosigkeit ohnehin nur eine Illusion ist. Er plädiert für eine Art Grundgebühr. Zusammen mit der Gebühr, die die großen Internetplayer für die Nutzung unserer persönlichen Daten entrichten sollen, liefe es auf die komlette Monetarisierung des Datenverkehrs im Internet hinaus. Aber kann das wirklich die Lösung sein? Kann man "Big Data" mit noch mehr "Big Data" bekämpfen, den Teufel also sozusagen mit dem Beelzebub austreiben? (bei einer Grundgebühr für Google müssten z.B. etwa viele Millionen neue Konten eröffnet werden) Hier widerspricht sich also Lenier aus meiner Sicht selbst etwas.

Fazit: Die Fragen, die der Autor in seinem Buch aufwirft, sind interessant, seine Antworten dazu wirken für mich nicht immer überzeugend. Aber es wäre wohl auch unredlich, ausgereifte Lösungsmodelle für so große Zukunftsfragen von einem einzelnen Spezialisten zu erwarten. Dies kann wohl nur in einer breit angelegten gesellschaftlichen Debatte erfolgen. Und dafür hat er mit seinem Buch einen guten Beitrag eingebracht.
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