410 von 439 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Karten-Optimierungs-Spiel,
12. November 2008
= Haltbarkeit:
= Spaßfaktor:
= Pädagogisch wertvoll:
Rezension bezieht sich auf: Hans im Glück 48189 - Dominion, Spiel des Jahres 2009 (Spielzeug)
Erst Mal vorweg, auch von mir gibt es eine absolute Kaufempfehlung!
Warum, will ich hier schildern ;-)
Das Spiel
Ich habe mir das Spiel auf "gut Glück" (also ohne vorher Probe gespielt zu haben) bestellt.
Als ich dann die Schachtel zu Hause endlich öffnen konnte, gab es zuerst vielleicht doch eine kleine Enttäuschung da sich nichts anderes als 5 100er-Päckchen Karten in einer (anfangs!!) für mich viel zu überdimensionierten Schachtel. Ich wusste zwar schon dass es sich um ein Kartenspiel handelt, aber als alter Spiele-Fuchs freut man sich dann doch wenn es in der Schachtel einiges zu entdecken gibt ;-) Aber das sollte auch meine letzte "Enttäuschung" für den Abend bleiben.
Ablauf
Das Spiel beginnt für jeden Spieler gleich mit 10 Karten (7 Kupfer/Geld-Karten, und 3 Punktekarten die zu Beginn keine Bedeutung haben). In der Mitte zwischen den Spielern liegen dann aber die eigentlichen Schätze in Form von für alle Spieler offenliegenden Aktionskarten, weiteren Geld- und Punktekarten.
Zu Beginn zieht jeder von seinem verdecktliegenden eigenen 10Karten-Stapel 5 Karten. Jeder Zug gliedert sich in 3 Phasen: * Aktion, * Kauf und * Aufräumen
Zu Spielanfang hat man wie oben geschrieben nur Geld- und Punktekarten was zwangsläufig dazu führt dass man in den ersten beiden Runden nur die Phase Kauf in Anspruch nehmen kann. Man entscheidet sich also für den Kauf von einen der zwischen den Spielern offenausliegenden Karten, die alle unterschiedlich gut sind und auch dementsprechend in ihrem Preis variieren (zwischen 2 und 6 Geld). Auch neue Geldkarten (in Form von Kupfer, Silber und Gold) kann man erwerben. Das eigentlich Besondere ist aber dass jede gekauft Karte, sei es eine Aktionskarte die für sein Spiel Vorteile bzw. Nachteile für die Mitspieler bringen können, als auch das Geld immer wieder und wieder kommen. Da die Phase Aufräumen am Ende jedes Zuges den Spieler dazu veranlasst seine gesamte Hand, alle ausgespielten Karten und alle Käufe dieser Runde auf seinen eigenen persönlichen Ablagestapel zu legen. Und sobald sein Nachziehstapel (der Anfangs ja nur aus 10 Karten besteht) verbraucht ist, werden SÄMTLICHE Karten des Ablagestapels gemischt und wiederverwendet. Das heißt auch, dass selbst Geld das man für seine Käufe ausgibt ebenfalls immer wieder kommt (da sie ja ebenfalls auf den Ablagestapel kommen) und eine immerwährende Einkommensquelle während des gesamten Spiels darstellen. Und das macht unter anderem einen Reiz des Spieles aus, da man sich sozusagen sein eigenes Kartendeck zusammenkauft und man sich schon freut wenn man die eben gekaufte Karte endlich nach dem neumischen benutzen darf!
Die eigentlichen Spielkarten sind die Aktionskarten die eben offen zwischen den Spielern liegen und gekauft werden können. Jede einzelne Karte bringt dem Spieler Vorteile (oder dem Mitspieler Nachteile), wie zum Beispiel dass man mehr als eine Aktionskarte pro Zug spielen, oder sich mehr als eine Karte kaufen darf (beides ist sonst auf 1 Mal pro Zug begrenzt). Und da diese Karten ja immer wieder kommen genießt man je nach eigener Zusammenstellung die Vorteile auch öfter. Also kann sich eine teurere Investition schon zu Beginn mit der Zeit ziemlich rentieren.
Es gibt noch einen Haufen weiterer Aktionen auf den zahlreichen, doch recht nett illustrierten Karten (wie z.B. dass alle Mitspieler statt den 5 nur noch 3 Karten in der nächsten Runde haben dürfen; oder Karten mit denen man mit Glück Geld von den Gegnern stehlen kann). Man könnte vermuten das ähnelt ein wenig dem Kartenspiel Magic The Gathering, aber das tut es nur entfernt ;-)
Man sollte auch noch erwähnen das jede Aktionskarte 10 Mal zum Kauf bereit liegt. Das heißt das nicht nur jeder die Chance hat sie sich zu kaufen, sondern auch dass man jede auch mehrmals in sein persönliches Deck kaufen kann und so die erwünschten Karten häufiger gezogen werden.
Spielende
Das Spiel endet wenn entweder 3 beliebige Kauf-Stapel aufgebraucht sind oder wenn alle 6-Punkte-Karten weg sind. Sieger ist wer in seinem gesamten Deck dass er sich zugelegt hat die meisten Punkte hat. Und Punktekarten kauft man sich wie auch jede andere Karte während dem Spiel. Punktekarten haben aber den großen Nachteil dass sie das eigene Spiel blockieren da man sie wie alle restlichen Karten zum Deck dazumischen muss und sie so auch immer wieder auf die Hand kommen. Aber ohne sie gewinnt man eben nicht das Spiel. Punktekarten gehören auch zu den teuersten Karten im Spiel: 1 Punkt kostet 2, 3 kosten 5 und die heißbegehrten 6-Punkte-Karten kosten sogar 8 Geld. Der hohe Preis ergibt sich auch daraus, dass es für seinen eigenen Spielfluss von immensen Vorteil ist nur eine einzige 6P-Karte anstatt von 6 einzelnen nervigen 1P-Karten im Deck zu haben mit denen man auf der Hand ja nichts anfangen kann.
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Fazit
Das Spiel, also die Karten sind schön aufgemacht und erkennt sie sehr leicht auseinander. Das heißt wenn man schon öfter gespielt hat genügt nur noch der Blick aufs Bild ohne sich den Aktionstext durchlesen zu müssen. Das Thema ist übrigens Mittelalter.
Die Stabilität der Karten ist auch gut, aber da muss man noch abwarten ;-)
Die Schachtel wirkt sehr groß und behebig und wie oben beschrieben, überdimensioniert. Doch nach dem Spielen ist schnell klar geworden weshalb: dem gut ausgeklügelten Sortierungssystem! In der Schachtel befindet sich ein Kartenfachsystem in dem jede einzelne Kartenart ein eigenes Fach besitzt! Einmal eingeordnet erleichtert es die Aufbauarbeiten in zukünftigen Partien ungemein da man jede Karte schnell findet (Der Verlag hat mittlerweile schon ein sehr übersichtliches Inlay zum gratis download und zum ausdrucken zur Verfügung gestellt das exakt zwischen die Kartenfächer passt und das die Übersicht noch Mal deutlich verbessert!).
Da wir oft nur zu zweit sind haben wir oft Probleme mit vielen Spielen, da sie für mehr ausgelegt sind. Bei diesem Spiel waren wir total begeistert denn es lässt sich zu zweit mehr als wunderbar spielen. Und vor allem schnell! Da die Züge mit etwas Übung schon nach weniger als einer Minute abgehandelt werden können, und man die nächsten Karten gleich nachziehen kann, kann man sich schon im Zug des Gegners seine Gedanken für den nächsten Zug machen.
Der Langzeitspaß ist sicherlich auch recht hoch, da man jedes Mal nur mit 10 verschiedenen Aktionsstapeln spielt, die sich entweder frei wählen lassen, oder auch komplett durch Zufall bestimmt werden können. Die restlichen Aktionsstapeln bleiben einfach in der Schachtel. In der Spielanleitung gibt es am Ende noch einige sehr gute Ideen für Kartensätze, die sowohl für Anfänger einen sehr guten Enstieg bieten, welche die mehr auf Geldfluss aus sind oder eines das sich auf das Ärgern der Mitspielers beziehen. Und auch durch die zufällige Auswahl des Kartensatzes ergeben sich in jedem Spiel völlig neue Möglichkeiten. Will ich mehr Geld, teure Anschaffungen oder doch mehr Karten um die anderen zu ärgern? Wieviele Aktionskarten eines Typs brauche ich letztendlich wirklich? Gute Karten sind zwar teuer, genügt es aber sie nur ein Mal im Deck zu besitzen? Die Mischung machts! Aus diesem Grund würde ich dieses Spiel als Karten-Optimierungsspiel bezeichnen! Der Glücksfaktor besteht natürlich beim Ziehen der Karten. Allerdings wird der Glücksanteil mit etwas Übung mit der Zeit geringer da es viel auf die Wahrscheinlichkeiten ankommt, also wie oft kommt die benötigte Karte in meinem Deck vor. Natürlich kann man sich nach dem Spiel auf das mangelnde Glück der Karten aufregen, wenn man aber dann sieht dass man eine Karte nur 1 Mal gekauft hat, der gesamte Stapel aber 50 Karten groß ist, braucht man sich nicht wundern dass man sie nie zieht ;-)
Die Spieldauer beträgt 30-45 Minuten kann aber leicht durch eigene kleine Regeländerungen verlängert oder verkürzt werden (z.B. in dem man die Stapel verkleinert oder man beschließt auf 5 aufgekaufte Stapel zu spielen, wodurch sich etwas langfristigere Planungen ergeben)
Alles in allem ein sehr gelungenes innovatives Spiel mit dem man kaum um eine Revanche herumkommt. Lediglich die Größe der Schachtel ist vielleicht für manche ein Nachteil, da sie auf Reisen eher ungeeignet ist. Aber da kann man einfach die Karten alleine mitnemen!
5 Sterne!
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