Kundenrezension

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der weiße Wal und Ahab der Kapitän, 20. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Moby-Dick: Roman (Fischer Klassik) (Taschenbuch)
Hermann Melville bringt man immer mit Moby-Dick in Verbindung.

Inhalt und Gliederung:
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Das Buch ist in 130 Kapitel gegliedert. Danach folgen die Anhänge, editorischen Notizen, Materialien, Nachbemerkungen des Übersetzers, Daten zu Leben und Werk des Autors und Bemerkungen aus Kindlers Literatur Lexikon.
Bevor es mit dem ersten Kapitel losgeht sind die Etymologie und Auszüge voran gestellt.

Etymologie:
Etymologie im Verständnis der modernen Sprachwissenschaft ist die Erklärung der Entstehung eines Wortes oder Morphems in einer gegebenen Gestalt und Bedeutung. Als sprachgeschichtlich (diachron) ausgerichtete Erklärungsweise ist sie Bestandteil der Historischen Sprachwissenschaft, ihre Ergebnisse werden gesammelt in etymologischen Wörterbüchern und werden als Zusatzinformation auch in Wörterbücher und Lexika anderer Art aufgenommen.

Wir haben es hier mit dem Genre Abenteuerroman zu tun, der der Epoche des Symbolismus zuzuordnen ist.
Der monumentale Roman verbindet Abenteuergeschichte, Walkunde und philosophische Reflexion. Die Hauptperson ist Ahab, ein Kapitän mit fanatischen Ansicht. Er hat es sich zur wahnwitzigen Aufgabe gemacht, den weißen Wal zu fangen und somit Rache zu nehmen. Er hat sein Bein im Kampf mit einem Wal seinerzeit verloren. Es beginnt, als er seine Crew zusammen hat, ein spannendes Seeabenteuer, welches nicht nur bildhaft und detailliert die Suche und Jagd nach Moby Dick, dem weißen Wal erzählt, sondern die Charaktere auf dem Schiff bestens einbindet und bildhaft erklärt. Ihre Beziehung zueinander und ihre Entwicklung im Zuge der Reise werden sehr schön beschrieben und bieten absolute Spannung. Diese Abenteuer auf See reißen mit. 'Pequod' heißt das Schiff, auf dem sie unterwegs sind. Man muss dazu sagen, dass die eigentliche Jagd auf Moby Dick nicht im Vordergrund der Handlung steht, sondern das 'Vorspiel' sozusagen. Erst in den letzten Kapiteln geht es um die Jagd und den Wal.

Ich habe den Film gesehen in seiner Neufassung vor einigen Wochen und kann nun vergleichen ' muss sagen, dass das Buch wesentlich intensiver ist, wesentlich mehr ins Detail geht und mich mehr mitgerissen hat wie der Film.

Sehr schön ist es, dass man die gesamte Reise auf dem Schiff mitmacht, ein Spannungsbogen zieht sich über das gesamte Buch hinweg und realistisch bildhaft beschrieben denkt man echt, dass man sich auf dem Schiff befindet. Der Charakter des fanatischen Kapitäns und alles was er damit anrichtet, die Charaktere der so unterschiedlichen Besatzungsmitglieder, als dies und die Arbeit und Traditionen auf einem solchen Schiff, werden sehr schön erzählt. Abenteuerlich und mitreißend kann man verfolgen, was während der langen Zeit auf dem Schiff alles passiert, vieles, was ungerecht ist und vieles, was natürlich mit dem Wal zusammenhängt'.

Kurze Leseprobe:
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Solchermaßen webten und webten wir vor uns hin, als ich aufschrak bei einem so seltsamen ton, so langgezogen und wild harmonisch und übernatürlich, dass mir das Knäuel des freien Willens aus der Hand fiel und ich dastand und nach den Wolken aufstarrte, aus welchen jene Stimme herabsank wie eine Flügelschwinge. Hochdroben in der Dwarssaling war jener verrückte Gay-Header, Tashtego. Sein Leib reckte sich begierig vor, seine Hand streckte sich hinaus wie ein Kommandostab, und in kurzen unvermittelten Abständen setzte er seine Schreie fort. Gawiß, der nämliche Ton war in ebenjenem Augenblick womöglich über alle meere zu hören, von Hunderten von Waljägerausgucken, welche ebenso hoch in die Luft postiert; doch nur aus wenigen dieser Lungen hätten jener vertraute Ruf in einem solch wundersamen Tonfall hervorgebracht werden können wie aus denen Tashtegos, des Indianers. '

Der Autor:
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Wen es nicht interessiert, bitte scrollen !!

Herman Melville (* 1. August 1819 in New York City als Herman Melvill; ' 28. September 1891 ebenda) war ein amerikanischer Schriftsteller, Dichter und Essayist. Melvilles Moby Dick gilt als einer der bedeutendsten Romane der Weltliteratur.

Herman Melville war das dritte von acht Kindern des von schottischen Einwanderern abstammenden Importkaufmannes Allan Melvill und der aus einer ursprünglich holländischen Patrizierfamilie stammenden Maria Gansevoort Melvill. Auch Allan Melvill kam aus einer angesehenen Familie. Als Geschäftsmann zeigte er jedoch wenig Begabung. Er verschuldete sich erheblich, um einen großbürgerlichen Lebensstil finanzieren zu können. Sein Unternehmen in New York City ging 1830 in Konkurs, woraufhin er die große Familie als Verkäufer in einem Pelzgeschäft in Albany finanziell über Wasser zu halten versuchte. 1831 musste Herman die Schule verlassen. Der Vater starb ein Jahr später seelisch und körperlich erschöpft. Die Mutter änderte nach seinem Tode den Familiennamen zu 'Melville'. Herman arbeitete als kaufmännische Hilfskraft in einer Bank, als Gehilfe auf der Farm seines Onkels und half im Pelzgeschäft seines Bruders aus.
1839 fuhr er kurzzeitig als Kabinenjunge auf einem Postschiff auf der Route New York ' Liverpool. Danach versuchte er sich als Lehrer einer Grundschule in New York, gab diese Stelle jedoch 1840 wieder auf und heuerte Anfang 1841 in Nantucket auf dem Walfänger Acushnet an. Die Bedingungen an Bord auf der Fangfahrt in den Pazifik erschienen Melville unzumutbar und er desertierte 1842 beim ersten Zwischenhalt auf der Insel Nukuhiva (Marquesas). Er entkam mit einem anderen Matrosen (Richard Tobbias Greene) und floh durch die Berge, um das Tal von Taipivai zu erreichen, wo sie von den Typees gefangen genommen wurden. Nach einigen Tagen gelang Melvilles Begleiter die Flucht aus der Gefangenschaft, während Melville, am Bein verletzt, vier Wochen lang das Leben der Typees beobachtete. Er floh aus Nukuhiva auf dem australischen Walfänger Lucy Ann und gelangte nach Tahiti (Gesellschaftsinseln). Dort wurde Melville aufgrund seiner Teilnahme an der Rebellion an Bord der Lucy Ann verhaftet, konnte aber aus einem Gefängnis nach Moorea fliehen. Danach heuerte er als Bootssteuerer auf dem Walfänger Charles and Henry aus Nantucket an und ließ sich im April 1843 auf Hawaii wieder abmustern. Im August des gleichen Jahres heuerte er in Honolulu auf der nordamerikanischen Fregatte United States als einfacher Matrose an und kehrte mit Zwischenaufenthalt in Peru im Oktober 1844 nach Boston zurück. Dort heiratete er am 4. August 1847 Elizabeth Shaw. Zwei Töchter und zwei Söhne hatten die beiden zusammen. Der ältere nahm sich mit 18 Jahren das Leben, der jüngere mit 35 Jahren.
1849 reiste Melville nach England, um seinem dortigen Verleger die Manuskripte von White Jacket zu überbringen. Dabei unternahm er Abstecher nach Paris und ins Rheinland. Im Februar 1850 kehrte nach New York zurück. Im gleichen Jahr erwarben die Melvilles mit dem Geld des Schwiegervaters Shaw einen kleinen Bauernhof in Arrowhead bei Pittsfield, Massachusetts, auf dem sie sich bis 1863 aufhielten. In dieser Zeit bestellte Melville den Hof, schrieb seine Bücher und hielt gelegentlich Vorträge über seine Erlebnisse im Pazifik.
Ab 1856 wurde Melville von schwerem Rheumatismus geplagt und von seiner Familie und dem Schwiegervater zu einer Erholungsreise gedrängt, die ihn nach England, wo er Nathaniel Hawthorne traf, ans Mittelmeer und ins Heilige Land und im Mai 1857 zurückführte.
1860 segelte er auf dem Klipper Meteor unter dem Kommando seines jüngeren Bruders Tom nach San Francisco. Obwohl er ursprünglich eine Weltreise geplant hatte, eilte er bald von dort mit einem Dampfer wieder zurück. 1863 verkaufte er den Hof in Pittsfield und siedelte nach New York über. In seinen letzten Lebensjahren konnte er ' obwohl bis zuletzt literarisch aktiv ' nicht mehr von der Schriftstellerei leben und nahm 1866 eine Stellung als Zollinspektor im Hafen an.

Quelle: wikipedia

Weitere Romane aus seiner Feder:

Bartleby, der Schreiber: Eine Geschichte aus der Wall Street
Die große Kunst, die Wahrheit zu sagen: Von Walen, Dichtern und anderen Herrlichkeiten Pierre oder Die Doppeldeutigkeiten

Meine zusammenfassende Meinung:
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Man kennt Moby Dick, es ist ein Buch, welches zu den Klassikern der Weltliteratur gehört, viele Verlage haben dieses Buch in ihrem Programm ' ich habe mich für die Ausgabe aus dem Fischer Taschenbuch Verlag entschieden, weil es hier einige für mich interessante Zugaben gibt, die mir sehr gut gefallen habe. Zum einen hat man die biografischen Daten des Autors im Buch, was ich immer sehr positiv empfinde, um da mal nachschauen und sich informieren zu können. Zum anderen finde ich die Bemerkungen aus Kindlers Literatur-Lexikon sehr wissenswert und habe mir aus diesem Grund auch schon einige Klassiker aus der Reihe FISCHER-KLASSIK zugelegt. Auch die Umschlaggestaltung übrigens sehr ansprechend.

Diese Bücher sind sehr ansprechend gestaltet, im Taschenbuchformat und somit auch erschwinglich.

Aber nun zu meiner zusammenfassenden Meinung zum Buch:

Ich habe das Buch, wie schon erwähnt, mit größerer Unterhaltung und größerem Interesse gelesen, wie ich den Film fand. Man steigt gleich spannend in die Handlung ein. Klassiker, so finde ich, sind nicht immer einfach und leicht zu lesen, hier hat man es aber mit einer eingängigen Schreibweise zu tun, die sich flüssig lesen lässt und vor allem die Charaktere sehr schön hervorhebt. Die Abenteuer auf See werden detailliert erzählt und bildhaft dargestellt, auch wenn es mal blutig zugeht.

Die Kapitel sind nicht allzu lang, sodass es sich auch aus der Sicht gut lesen lässt.

Die Geschichte des Unterwegsseins mit dem Schiff ' auf dem Schiff wird mittels zweier Sichtweisen und Ich-Erzählungen beschrieben. Es erzählen Ismael und Ahab. Ismael hat ein ganz anderes Motiv, auf dem Schiff zu sein, wie Ahab. Wer Ismael wirklich ist und was seine Vorgeschichte ist, erfährt man nicht, man kann nur zu Beginn lesen, dass er einfach aus Langeweile, um Trübsinn wegzublasen sozusagen, mal wieder zur See fahren möchte. Ismael ist auch zum Schluss der, der als Einziger dieses Abenteuer überleben kann.

Es gibt viel Tiefsinniges, was man zwischen den Zeilen lesen kann, und auch deshalb empfehle ich diesen Klassiker sehr, wenn man spannend unterhalten werden möchte und viel über die menschliche Seele lernen möchte. Die Abgründe des menschlichen Charakters und die vielen unterschiedlichen Beweggründe von bestimmten Handlungen werden vom Autor bestens analysiert. Diese tiefsinnigen Anspielungen werden oft in wunderschönen Zitaten wiedergegeben.

100 von 100 Punkten für diesen Klassiker.
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