Kundenrezension

37 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Jenseits der Generation Rock, 4. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Immer in Bewegung (Audio CD)
Meine Fresse, wie hab ich mich auf dieses Album gefreut. "In Farbe" war für mich das beste von drei richtig guten Alben der Hamburger Jungs mit Bremer Import. Ich war gespannt, was mich hier erwarten würde. Vor allen Dingen deshalb, weil die Vorgeschichte zum Album nicht gerade rosig ist und mir die Glaubwürdigkeit der Berichterstattung fehlt. Auf einmal ist Bassist Florian nicht mehr dabei und die einzige Begründung der Band ist, dass er einen anderen Weg gewählt habe. Den langjährigen Fan hätte das allerdings schon genauer interessiert. Hinzu kommen zwei Solo-Trips (von Sänger Johannes Strate und Gitarrist Kris Hünecke), die sich nicht gerade so erfolgreich wie Revolverheld verhielten. Aber nun heißt es: "Immer in Bewegung" - ich bin gespannt.

Den Opener kennt man bereits durch den gratis Download (nette PR-Geschichte...) und schon der klingt anders als das Revolverheld der frühen Jahre. Inhaltlich ist ein Sinn nicht zu erkennen, musikalisch eben ziemlich neu. Okay, Geschmackssache. Track 2 ist dann die erste Singleauskopplung "Das kann uns keiner nehmen". Schon jetzt schleicht sich ein Gedanke vom Rückenmark zu den Synapsen... klingt irgendwie ganz schön weich, ganz schön soft. Fast schon so, als hätte ich das irgendwo schon mal gehört. Aber immerhin macht mich der inhaltlich schöne Text glücklich und beim Live-Konzert überzeugt mich der Song auch. Es folgt "Bands deiner Jugend" - der Inhalt ist klar und doch wirkt mir das alles schleierhaft. Es geht textlich darum, dass man die alte Zeit und die alten Bands vermisst und im Radio nur noch Electro kommt. Komisch... Warum ist dann die Bassdrum vom Schlagzeuger fast schon synthetisch erzeugt und ein Synthesizer findet Platz? Immerhin zählt ja auch Revolverheld zu einer Band, die im Radio läuft. "Ich lass für dich das Licht an" ist auch wieder eine ziemlich leichte Nummer, aber inhaltlich wieder wertvoll. Bis hierhin würde ich sagen - yea, ganz okay. Aber jetzt tun sich wahre Abgründe auf:
"Neu anfagen", "Lass uns gehen", "Wir schmeißen unsere Herzen ins Feuer" und "Aufhören mich zu verlieren" sind mit riesigem Abstand die schlechtesten Nummern der Bandgeschichte! Grausame Arrangements, textlich oftmals nichtig, ein Synthesizer hier, ein Klavier dort. Liebe Freunde, ich würde euch ja abnehmen, dass euch das selber gefällt, wenn mir nicht noch die Zeilen eures Debütalbums im Kopfe herumschwirren würden. ("Vergiss den Pop-S*** und komm mit uns mit." oder "Ein Jahrzehnt nach Guns'n'Roses sind wir am Start, wir spiel'n hart Rock'n'Roll (...)") Wo ist heute die GENERATION ROCK? War es am Ende vielleicht doch besser, sich dem Plattenboss und dem Kommerz zu fügen? Und wieso macht Strate ein Soloalbum, dass angeblich zu persönliche Lieder enthält und musikalisch nicht zur Band passt, wenn es dann Songs wie "Sommer in Schweden" auf dieses Album schaffen? Die vier Jungs verspielen langsam ihre Glaubwürdigkeit und die holt man auch nicht durch eine blumige Albumrezension als Produktbeschreibung (siehe oben) zurück.
Bis hierhin würde das Album bei mir zwischen 0 und 1,5 Sternen landen... wenn es dann nicht doch noch ein paar Lichtblicke gebe: "Hinter der Elbe New York" ist ein toller Song, endlich findet auch mal eine etwas crunchige Gitarre Platz. Und mein absoluter Lieblingssong auf dem Album ist "Deine Nähe tut mir weh"! Zwar ist auch hier das Schlagzeug komplett elektronisch erzeugt, es spielt gerade mal 1 Gitarre und man hat mehr Synthesizer nicht mehr unterbringen können. Aber diese Nummer ist inhaltlich komplett hochwertig. Wenn Strate singt "Die Jahre sind ins Land gezogen, ich hab mich immer mehr belogen" geht mir das Herz auf und für diesen Moment kann ich auch mal über das Pop-Raster hinweg sehen, wenn zumindest Text und Gesang stimmen! Das Album schließt mit "Worte die bleiben", was lyrisch auch wieder sehr gut ist, aber ich sofort an Coldplay denken muss...

FAZIT:
Was soll ich sagen? Von den alten Revolverhelden ist nicht wirklich viel übrig. Silbermond hat es vorgemacht (deren letztes Album war bis auf "Ja" absoluter Kommerz-Müll), die Hamburger ziehen streckenweiße nach. Ich bin enttäuscht und wünsche mir nichts mehr, als dass die Band zu ihren alten Wurzeln zurück findet. Sicherlich verstehe ich, dass eine Band reift und sich musikalische Einflüsse verändern. Aber der Pop-S***, den sie einst so ablehnten, ist hier sehr deutlich hörbar. Für absolute Fans und Radio-Hörer zweifelsohne zu empfehlen, für den Fan der früheren Scheiben und Vorliebe zum Rock wirklich ernsthaft zu überdenken. Ich will ein Zitat aus "Hinter der Elbe New York" kurz umgestalten: Revolverheld war eine Weltstadt, und jetzt sind sie nur noch ein Dorf...
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 16.10.2013 12:56:28 GMT+02:00
Gata meint:
My German is not so good, sorry, but with a little help from Google I could read your comments, and I could not agree more> I miss the guitars, the "punch" of the first two albums. Hope the boys realize and get it back.

Veröffentlicht am 17.09.2014 19:47:31 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 17.09.2014 19:49:43 GMT+02:00
möchte ich? meint:
ich habe etwas gezaudert, die Rezession von Caroherz ist zweigespalten, einerseits nur 4 Sterne, andererseits doch berechtigte Kritik. Nun, zum einen, da bin ich völlig frei, ich bin sicher kein Jünger der Revolverhelden. Also Lobhudelei ist noch nie gut gewesen... ja, ja, ich sage bewusst eben nicht "immer".

Fast hätte mich die Rezession auch schon überzeugt das Geld zu sparen. Klar kann man sagen, nicht viel. Doch reich gespart hat sich noch niemand, es ist sicher kein Verlust mal keine Suppe beim Wirt zu bestellen und gleich zum Hauptgang über zu gehen und doch die CD zu kaufen. Dieses im Hintersinn, und es aß ich tatsächlich mein Mittagessen, und es lief im Radio "Lass uns gehen" ... ein echter Knaller den ich ab sofort dann den ganzen Tag summte, ein Ohrwurm halt. Auf die Suppe habe ich nicht verzichtet, noch weniger auf den Rest.
Ich sage es lohnt sich doch, schaut auf die Nuancen, es lohnt sich zu zu hören. Das harte rockige, das ich übrigens sicher auch noch erwerben werde mag mich beeinflussen es sicher später ein wenig wie Caroherz zu sehen, doch auch das neue hat seinen Reiz, weichgespült werden wir täglich. Doch es liegt viel Reiz im neu entdecken, etwas was man nur einmal kann. Ich vergebe 5 Sterne, den solche Musik ist rar, mehr ist dazu nicht zu meinen. Caroherz wird es verstehen, denke ich.
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