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Kundenrezension

93 von 99 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen „Kleiner“ Exkurs ins Gruselkabinett …, 15. April 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Willst du normal sein oder glücklich?: Aufbruch in ein neues Leben und Lieben (Taschenbuch)
Zuerst hat mich der Titel angesprochen, aus Interesse, um zu sehen, wie „man“ aus Sicht eines Experten sein Glück erreicht - obwohl ich schon ziemlich zufrieden und glücklich bin.
Gehe ich mit den ersten Seiten des Buches noch weitgehend konform, so wurde es mir mit zunehmender Lektüre immer unbehaglicher zumute. Jeder ist also ausschließlich selbst schuld an seinen mobbenden Kollegen, den z.T. neidischen und miesepetrigen Mitmenschen, seinen schwierigen, launischen Eltern etc. … ein interessanter wie völlig überzogener Ansatz. Es ist richtig, dass man, wenn man eine positive Ausstrahlung hat, eher nette, offene Menschen anzieht.
Jedoch kann man sich z.B. ein Arbeitsumfeld nur bedingt aussuchen, da es auch Änderungen unterliegt, die man selbst gar nicht beeinflussen kann. Was ist z.B., wenn ein völlig neuer Mitarbeiter im Unternehmen seine negative Energien auf einen zu bündeln versucht? Und das nicht, weil ich selbst zu schwach, überkritisch und unfähig zur Selbstliebe bin, sondern dieser mich um all das, was ich habe (z.B. Ehemann, Erfolg, Haus, gute Laune etc.) beneidet und nach dem Motto lebt, was ich nicht habe, soll auch sonst keiner haben? Es ist nicht, wie der gute Herr Betz mehrfach in seinem Buch betont, meine Schuld, dass dieser Mensch nicht von seinen (hoffentlich existenten, wenn auch verborgenen) wohlwollenden Eigenschaften Gebrauch macht. Jeder Erwachsene ist doch für sich und sein Tun selbst verantwortlich – laut Verfasser des Buches – so auch dieser (fiktive) Kollege (das sage ich). Jeder hat doch ein, hoffentlich, funktionierendes Gehirn, das er v.a. sinnvoll einsetzen sollte.
Der beredte Autor widerspricht sich hier bereits ziemlich.
Natürlich habe ich immer die Wahl, wie ich auf ein solches Verhalten reagiere, oder besser, wie ich in seiner solchen Situation selbst agiere. Das Wirkungsvollste, was ich tun kann, ist, dies offen anzusprechen und versuchen, mit diesem Kollegen auszukommen und mich ansonsten von einer solchen Person fernhalten. Punkt.

Was ist bspw. mit den armen jungen Arbeitern im fernöstlichen China, die ein tristes Dasein in Kleidungsfabriken fristen und sich ihre Lungen mit hochgiftigen Dämpfen zerstören müssen, um sich und ihre lieben Angehörigen durchzubringen? Haben die sich das auch alles selbst ausgesucht?
Was ist mit den Menschen, die unter den kriegerischen Absichten einiger weniger zu leiden haben, deren Häuser zerbombt und Familien getötet werden? Einfach so? Weil in manchen Ländern dieser Erde ein Menschenleben nicht viel wert ist. Herr Betz‘ möchtegern-allgemeingültigen Aussagen klingen dort wie blanker Hohn.

Es gibt also keine Zufälle, Herr Betz? Oh, doch, die gibt es, es ist Zufall, dass ich ich bin und nicht jemand anders in Zentralafrika oder Syrien. Es ist Zufall, dass ich mit einem gewissen Intelligenzquotienten und evtl. gewissen Aussehen „gesegnet“ wurde, ein liebendes Elternhaus und das Glück hatte, nicht missbraucht zu werden. Ja, und dafür bin ich überaus dankbar.

Einleuchtend finde ich die Ansätze zur Selbstliebe, dass man verzeihen und dem Augenblick mehr Aufmerksamkeit schenken soll. Ist alles aber nix Neues. Er sagt im Grunde genommen, dass jeder seines Glückes Schmied ist - diesen Satz kenne ich seit Äonen. ;-)
Es stimmt, jeder kann das Beste aus seinen mehr oder weniger günstigen Startbedingungen ins Leben machen. Seine Auffassungen sind mir jedoch deutlich zu extrem; wie bei allem kommt es doch immer auf das rechte Maß von Selbstliebe und Nächstenliebe, relaxen und nach einem Ziel streben an etc.
Männer rennen also laut Autor in Fitnessstudios vor ihren Problemen davon?
Ich bin eine Frau und treibe regelmäßig Sport im Fitnesscenter – nicht, weil die Gesellschaft das von mir „verlangt“ oder ich vor meinem Job oder wahren Ich wegrennen muss, sondern weil ich mich selbst besser, ausgeglichener und gesünder fühle und meinem Bewegungsdrang u.a. dort wie auch in der Natur nachgehe. :-) Und ich genieße das.

Endgültig kräuselten sich mir Zehen- und Fingernägel, als ich las, dass Täter und Opfer dasselbe seien … Oha, da sträubt sich mir das zum Zopf geflochtene Nackenhaar … !
Eine solche Aussage kann für die schuldlosen Opfer, die einfach zur falschen Zeit am falschen Ort waren, zerstörerischer sein als die Tat selbst … Ich hoffe für den Autor, dass er an einigen Stellen bewusst provozieren wollte und seine Zeilen selbst nicht immer bierernst nimmt.

Übrigens, nur, weil ich zeitweise eine vermeintlich schwache, selbstkritische Ausstrahlung habe, gibt es anderen Menschen noch lange nicht das Recht, an mir oder meiner Familie Verbrechen zu begehen, mich zu beleidigen o.ä.
Für so was existieren in Deutschland zumindest meist sogar Gesetze ;-)
Das Universum kennt kein NEIN? Mal ganz nebenbei bemerkt, Ja und Nein sind vom Menschen erschaffene Begrifflichkeiten, ebenso wie Religionen, es sind stets aus seiner Perspektive heraus kreierte Worte und Konzepte, um sich die Welt zu erklären.
Einem Beteigeuze ist es wurscht, ob ich lebe oder sterbe, das wissen Beteigeuze oder VY Canis Majoris vermutlich überhaupt nicht … ;-)
Ich finde es geradezu gefährlich, wie Herr Betz jedem für einfach alles, was ihm widerfährt, die Schuld gibt. Jeder ist also schuld daran, was andere Menschen tun und lassen – aber sagte er nicht, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist? Hm. „Die Logik ist dem Geschwurbel sein Tod“ … ;-)

Es existiert also wirklich kein Nein? Mit jeder Entscheidung, die ich treffe, sage ich automatisch nein zu den unzähligen Alternativen (oder gibt es die gemäß Autor auch nicht?). Ich bestelle mir z.B. Spaghetti Bolognese beim Italiener und da ich nur einen Magen habe, kann ich nicht gleichzeitig eine Pizza Margherita verdrücken … ;-) Indem ich Ja zu der von Robert Betz beschriebenen Lebensweise sage, entscheide ich mich automatisch gegen meine alte und sage folglich – direkt oder indirekt – Nein zu dieser … *Grübel* … Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich.

Nein sage ich gern, um das Leben, wie es mir gefällt, bejahen zu können. :-)
Jeder Mensch ist anders, außen wie innen ... und das ist gut so. Nicht zuletzt macht die Vielfalt diesen Planeten einzigartig und lebenswert, gerade in unseren Breiten. Eine Tatsache, die Herr Betz leider etwas außer Acht lässt.

Das Buch strotzt vor Plattitüden, endlosen Wiederholungen, nerviger Eigenwerbung und haltloser Küchenbank-Psychologie ... Mir wurde an einigen Stellen echt schlecht!

Und gewisse Menschen haben in meinem Leben keinen Platz und Nein, mit gewissen Schwerverbrechern, ehemaligen wie aktuellen machtgierigen Diktatoren, niederträchtigen Personen etc. will ich mich auch nicht verbunden fühlen – es reicht, dass sie wie ich Sauerstoff zum „Leben“ brauchen und ab und an aufs Klo müssen … ;-)

Ich sage NEIN zu vielen Schlussfolgerungen des Herren Betz und JA zu einem freien, positiven Leben ohne teilweise sogar sektenhafte Gehirnwäsche! Jap, und ich bin trotzdem - oder gerade deshalb (?) ;-) - glücklich … Sorry, null Sterne, aber einen muss ich vergeben, um hier schreiben zu dürfen.
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1-10 von 13 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 16.04.2014 18:43:04 GMT+02:00
Annette S. meint:
Wunderbar - Ihre Rezension kann ich in jedem Punkt nur unterstützen.
Vielen Dank für Ihre klaren Worte!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.04.2014 21:39:14 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 17.04.2014 21:58:21 GMT+02:00
K.S. meint:
Dankeschön. :-) Gut zu wissen, dass ich nicht die einzige bin, die einer solchen oder ähnlichen Auffassung ist.
Als meine ehemalige Chefin vor etlichen Jahren nämlich tatsächlich mal - während der Arbeit in einer IT-Firma - meinte, dass jeder dafür verantwortlich sei, wann er wo wie geboren wird, wurde mir schlagartig bewusst: „Ich muss hier ganz dringend raus“ … ;-) R. Betz lässt grüßen! Nö, nix für mich.
Ihnen ein angenehmes (langes) Wochenende!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.04.2014 22:27:48 GMT+02:00
Annette S. meint:
Ja, bei solchen Äußerungen wie: "Jede Seele sucht sich den Körper aus, in den
sie hineingeboren wird" u.ä. sollte man ganz vorsichtig sein und das Hirn ein-
schalten.
Ich erzähle auch immer wieder gern die Story von einer Bekannten, die abnehmen
wollte und eine Botschaft ans Universum geschickt hatte, weil sie der Meinung war,
dass ihr die Engel oder wer auch immer dabei helfen, von ihren Pfunden runterzukommen.
Nach ein paar Wochen hatte sie weiter zugenommen, und ich regte an, dass es vielleicht
hilfreicher sei, eine Diät zu machen, als das Universum zu bemühen.
Davon wollte meine Bekannte aber nix wissen. Sie schickte ein ums andere Mal neue
Botschaften ab und erzählte mir, sie hätte einfach noch nicht den richtigen Satz gefunden ...
Und so wurde sie immer dicker, und wenn sie nicht gestorben ist, dann lebt sie heute
noch.
Tja, so ist das, wenn man an Märchen glaubt :-) und nicht "nein" sagen kann bzw. wirk-
lich hirnlose Dinge tut ...
Ich wünsche Ihnen ebenfalls ein angenehmes Wochenende und grüße herzlich

Annette S.

Veröffentlicht am 25.04.2014 06:55:31 GMT+02:00
Killer1957 meint:
Dank Ihnen für diese treffende Rezension!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.05.2014 07:20:53 GMT+02:00
Jawoll! Da kann ich mich nur anschließen, vielen Dank für diese treffende Rezension, die in ihrer Differenziertheit mindestens 100 der 5-Sterne-mal-ebenso-hingerotzten und wahrscheinlich erbetenen oder gekauften Lobhudelei ad adsurdum führt.

Veröffentlicht am 05.07.2014 05:57:27 GMT+02:00
Ihre Rezension kann ich genau so bestätigen. Zum Glück konnte ich das Buch ausleihen und nach 20% die Lektüre abbrechen. Den Rest kann man sich ausmahlen. Herr Betz hat für diesen plakativen Stuss von mir also kein Geld erhalten.

Veröffentlicht am 07.07.2014 11:41:45 GMT+02:00
Gräfin meint:
Sie haben mir jedes Wort aus der Seele geschrieben, Punktum und Danke!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.07.2014 15:33:36 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 08.07.2014 15:35:14 GMT+02:00
K.S. meint:
Hallo Herr Biedermann, seien Sie froh drum, ich habe leider Geld "für die Tonne" investiert. Mittlerweile liegt das Buch jedoch exakt dort, wo es hingehört: Im Altpapier! ;-) Ich konnte es nicht mit mir vereinbaren, diesen Schund zu verkaufen oder zu verschenken.

Veröffentlicht am 05.09.2014 19:53:05 GMT+02:00
An Leurs meint:
Vielen Dank für diese ausführliche Rezension.

Ich bin froh das Sie Folgendes geschrieben haben, weil genau das habe ich gedacht während des Lesens:

"Was ist bspw. mit den armen jungen Arbeitern im fernöstlichen China, die ein tristes Dasein in Kleidungsfabriken fristen und sich ihre Lungen mit hochgiftigen Dämpfen zerstören müssen, um sich und ihre lieben Angehörigen durchzubringen? Haben die sich das auch alles selbst ausgesucht?
Was ist mit den Menschen, die unter den kriegerischen Absichten einiger weniger zu leiden haben, deren Häuser zerbombt und Familien getötet werden? Einfach so? Weil in manchen Ländern dieser Erde ein Menschenleben nicht viel wert ist. Herr Betz‘ möchtegern-allgemeingültigen Aussagen klingen dort wie blanker Hohn."

Mittler weile find ich die Kommentare auf dieses Buch ehrreicher und interessanter als das Buch selber.

Veröffentlicht am 26.01.2015 18:46:22 GMT+01:00
Moni meint:
Klasse Rezension - vielen Dank! Da kann ich nur aus vollem Herzen zustimmen. War ich dem Buch am Anfang noch wohlgesonnen, stieg mir beim Lesen immer mehr Groll und schlechte Stimmung hoch, was eigentlich nicht der Sinn eines solchen Ratgebers sein sollte.
An dieser Stelle auch ein Lob an Annette S.:
Habe sehr geschmunzelt über Ihr Beispiel mit der übergewichtigen Bekannten :-)
lg Moni
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