Kundenrezension

17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zivil weitermachen ist schwer, 1. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Tödliches Kommando - The Hurt Locker (Steelbook) (DVD)
Zunächst einmal kurz zum Inhalt: Jeremy Renner kommt als EOD Ersatzmann in den Irak, nachdem sein Vorgänger bei einem Einsatz umgekommen ist. Und dort macht er einfach seinen Job, nämlich Bomben entschärfen. Ja und das ist es eigentlich auch schon. Es gibt genaugenommen viele einzelne Handlungsstränge. Das Kennenlernen von Beckham, einem kleinen irakischen Jungen, der im Feldlager der Ammis DVDs verkauft und die verschiedenen Entschärfungseinsätze.
Auf die vielen Kritiken zum Thema Oscar möchte ich gar nicht weiter eingehen, da ich der Meinung bin, dass ein Film der derart viele Preise bekommen hat, nicht alles verkehrt machen kann. Ausserdem kann man sich immer darüber streiten, ob ein Film nun besser oder schlechter ist als ein anderer. (Ich finde aber er hat alle Preise verdient)
Wozu ich aber etwas schreiben möchte ist der Kritikpunkt der Langeweile. Es ist mir absolut unverständlich wie man diesen Film als langweilig beschreiben kann!
Jeder der Derartiges über diesen Kriegsfilm schreibt, sollte vielleicht sich selbst einmal hinterfragen und sich Gedanken darüber machen, ob man nicht vielleicht schon ein bißchen verroht ist. Menschen werden in die Luft gesprengt, Kinder als Body Bombs benutzt. Das ist alles aber nicht langweilig. Möglicherweise ist abstoßend oder erschreckend das richtige Wort dafür.

Es gelingt Frau Bigelow die Einsätze spannend in Szene zu setzen. Natürlich ist einem klar, dass Renner die Bombe entschärfen wird, wäre ja auch blöd, wenn er beim ersten Einsatz in die Luft fliegt, aber trotzdem baut sich ein Spannungsbogen auf, der einen durchaus zu fesseln weiß. (mich zumindest)
Die Sniper Szene ist für mich allein schon einen Preis wert. Die Emotionen der Soldaten werden perfekt in Szene gesetzt und man spürt die Anspannung der Männer.

Ich möchte deutlich betonen, dass ich ein absolut Amerika kritischer Mensch bin. (lest meine Rezension zu "The Pacific") Trotzdem hat mich dieser Film begeistert. Der Grund dafür ist einfach, dass die Persönlichkeit des William James großartig dargestellt ist. Es geht in diesem Film nicht primär darum die Amerikaner als Befreier der Welt zu feiern und die Iraker als böse Terroristen zu zeigen. Es bleibt bei einem Kriegsfilm nunmal nicht aus, dass die eine Seite die "Guten" und die Andere die "Bösen" sind. Wenn der Film dann auch noch von einem Amerikaner gemacht ist, dann dürfte von vornerein feststehen, welche Rolle an wen vergeben wird. Das müsste eigentlich jedem klar sein, der sich einen solchen Filme anguckt.
Als Soldat kann man sich perfekt in die Situation des William James hinein versetzen. Was viele hier als unglaubwürdig kritisieren, nämlich das Spielen von Ballerspielen nach einem Einsatz, ist einfach nur realistisch. Auch wenn viele das nicht nachvollziehen können, aber dabei kann man entspannen und ein bißchen "runterkommen".

Natürlich gibt es auch Kritik die ich gerne loswerden möchte und die mich auch zu dieser 4 Sterne Bewertung zwingt. Ein Soldat verlässt in so einem Einsatz nicht allein, in der Nacht, sein Feldlager. Auch nicht wenn er dafür gute Gründe hat. Natürlich gehört es einfach zur Story, aber das ist einfach ein zu schwerwiegender Fehler.

Ansonsten ist der Alltag der Soldaten sehr gut und realistisch umgesetzt:
1. In einer so einer kleinen Einheit ist der Umgangston tatsächlich nicht sehr militärisch.
2. Ja EOD Leute haben ein an der Klatsche. Wenn einer meint er kann eine Bombe besser entschärfen, wenn er bequem angezogen ist, dann macht er das auch so.

Auch wenn ich das eingentlich nicht gerne schreiben möchte, aber ich tu es einfach trotzdem. Jeder der meint, dass der Charakter von Renner krieggeil ist, hat den Film tatsächlich NICHT verstanden. Er ist durch seine Einsätze in Afghanistan und dem Irak psychisch sehr stark verändert worden. Die Tätigkeiten die er ausführt, lässt ihn emotional abstumpfen und durch die langen Einsatzzeiten der US Armee entfremdet er sich von seiner Familie, so das er sich nicht anders zu helfen weiß, als wieder dahin zu gehen, wo er zurecht kommt. Jeder der selbst schon einmal im Einsatz war, kann sich mit diesem Soldaten identifizieren.

Fazit: Für mich ein wirklich guter Kriegfilm, der meiner Meinung nach sehr spannend ist. Hervorrangend herausgearbeitete Charaktere. Eine DVD die für mich durchaus auf der Höhe der Technik ist. Ein rundum empfehlenswerter Film.

Jedem dem dieser Film zu langweilig ist, der möge sich doch bitte bei Asgaard verpflichten und die Action am eigenen Leibe erfahren. Und sich mit unnützen und nicht fundierten Rezensionen zurückhalten.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 17.05.2011 23:05:41 GMT+02:00
Reschauer Max meint:
Tolle Rezension, alles genau erfasst!

Veröffentlicht am 26.08.2014 19:24:28 GMT+02:00
causaprima meint:
Ich stimme voll und ganz zu!

Dem Rezensent der den Film direkt als "Guter Propagandafilm" bezeichnet hat, habe ich das geantwortet:

Na ja, ich weiß ja nicht, was an dem Film so besonders propagandistisch sein soll. Da gibt es ganz andere Kriegsfilme, die diese Titulierung verdienen..

Klar, es ist ein amerikanischer Film. Er beleuchtet die Sicht aus der Situation amerikanischer Soldaten. Z.B. die Angst ums eigene Leben in fast jeder Sekunde des Einsatzes. So ist das eben wenn man wo "Eindringt".

Du meintest, der Held wäre so cool. Sehe ich nicht so. Warum denn cool? Weil er einen Hang zur Todessehnsucht hat? Weil er eine gewisse Sucht nach dem Adrenalinkick hat? Weil er ein hübscher Junge ist? Weil er sich nicht immer ans Protokoll hält? Für mich sind das fast alles negative Eigenschaften. So ein Redneck wie der möchte ich zumindest nicht sein.

Propaganda, weil man sieht, dass sich die Soldaten im ganzen Film fürchten? Weil er wie Arnold Schwarzenegger oder Bruce mit zwei Maschinengeweheren im Anschlag alles niederknallt? Hilflosigkeit ist wohl das bessere Wort, angesichts der Machtlosigkeit. Den Mord an dem Jungen konnte er ja auch nicht lösen. Oder, weil er nach seinem Einsatz nicht mehr zurück in ein normales Leben findet?

Warum hilflose Bevölkerung? Wo wird die als direkt hilflos dargestellt?

Warum "Klischee" des vermumten "Terroristen" (werden die im Film überhaupt Terroristen genannt?)? In solchen Ländern trägt man eben solche Tücher, hat was mit der Sonne zu tun. Und, wenn man dann im Widerstand kämpft kann man sich das Tuch ja übers Gesicht ziehen - ein Klassiker der durchaus nicht realitätsfern ist.

Sicher, es ist ein "amerikanischer" Kriegsfilm, aber als direkten Propagandafilm würde ich ihn nicht titulieren..
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