Ein Meisterwerk über das Erwachsenwerden,
9. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Mitte der Welt: Roman (Taschenbuch)
Meine Meinung:
Die gesamte Geschichte wird passenderweise aus Phils Perspektive geschildert. Er ist auch der einzige Protagonist, wobei es einige weitere wichtige Figuren gibt, die Phils Leben sehr beeinflussen. Dazu gehören natürlich Dianne und Glass, aber auch Phils erste große Liebe.
Auffällig beim Lesen sind die ständig wechselnden Zeitebenen. Phil erzählt uns aus der Ich-Perspektiv heraus seine Geschichte, nicht nur das, was gegenwärtig um ihn herum und mit ihm geschieht, sondern auch viele Gegebenheiten aus seiner Vergangenheit. So erfahren wir viel über das Verhältnis der Zwillinge früher oder aber auch über Glass Vergangenheit, zumindest über Phils Sicht auf das Leben seiner Mutter.
Gerade dadurch kann man sich gut in Phil hineinversetzen, denn man sieht in nicht nur als jungen Mann, der gerade in den Wirren des Außenseiter-Daseins, Schulalltag, Erwachsenwerdens und der ersten großen Liebe sich selbst sucht, sondern wir sehen ihn auch als kleinen Jungen im Tante-Emma-Laden stehen und auf ein Bonbon hoffen. Das macht ihn sehr greifbar, wodurch die späteren Erlebnisse, die diesen jungen Mann auch sehr erschüttern mir als Leser sehr ans Herz gingen.
Nicht nur der Protagonist, auch die anderen wichtigen Charaktere sind sehr fein gezeichnet mit all ihren Stärken und vor allem all ihren Schwächen. Lange Zeit bleibt Dianne ein Rätsel, doch sobald das Geheimnis um sie am Ende gelöst wird, wird auch ihr Verhalten klar und man versteht sie besser.
So befindet sich der Leser in einer spannenden Situation. Die Perspektive ist vollständig auf Phil gerichtet. Der Leser ist ihm nie voraus, was den Wissensstand angeht. Gerade dadurch ist man dann genauso erschüttert bei den Ereignissen wie er selbst.
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und es finden sich dort viele Elemente, die zum Nachdenken anregen und wichtige Themen aufgreifen. Dies gilt nicht nur für Jugendliche, wobei die Geschichte sicherlich auch als Schullektüre gut geeignet ist.
Fazit: Ein fesselndes Jugendbuch, das nicht nur die spezifischen Probleme eines homosexuellen Jugendlichen aufgreift, sondern auch darüber hinaus viele Themen betrachtet, die im Zuge des Erwachsenwerdens immer wieder eine Rolle spielen.
Ich vergebe 5 von 5 Punkte.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?