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Kundenrezension

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Bryan Smith scheint sein Pulver verschossen zu haben - hat man alles schon besser gelesen, 5. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Finsteren (Broschiert)
Ransom, in Tennessee, ist eine typisch amerikanische, verschlafene Kleinstadt. Für Mark Bell und seine fünf Freunde Natasha, Fiona, Kevin, Jared und Derek ist das Leben hier die reinste Hölle. Als Außenseite und größtenteils auch von ihren eigenen Eltern vernachlässigt, finden sie nur in ihrer kleinen Gemeinschaft Zusammenhalt und Anerkennung. Da sie zudem das Interesse an allem Morbiden und Düsteren teilen, nennen sie sich nur die „Finsteren“.
Eines Abends wollen sie sich den besonderen Kick verschaffen und brechen in das alte, verlassene Hollis-Haus ein, in dem seit Jahrzehnten niemand mehr wohnt. Im Keller des Hauses ergreift etwas unaussprechlich Böses von ihnen Besitz und zwingt sie obszönen Ausschweifungen. Danach ist nichts mehr wie zuvor, doch noch ahnt keiner, dass einer von ihnen besessen ist. Besessen von einem Dämon namens Andras, der gewillt ist in Ransom die Hölle auf Erden zu entfachen ...

„Bryan Smith schreibt mit erbarmungsloser Härte. Die ist kein traditioneller Gruselroman, sondern moderne Horrorliteratur mit brutalen und verstörenden Beschreibungen.“
So wird unter dem Klappentext Bryan Smith' neuester Roman aus dem Festa Verlag angepriesen. Letztendlich wird damit jedoch nur eine Anhäufung von minutiös geschilderten Perversitäten kaschiert, denn „Die Finsteren“ hat absolut nichts zu bieten was der geneigte Leser nicht schon aus den früheren Werken des Autors kennt. Dabei beginnt der Roman eigentlich recht vielversprechend. Nach dem Prolog, der den Leser bereits auf düster-brutale Art und Weise auf den Roman einstimmt, werden zunächst die Charaktere vorgestellt ehe das Böse in Gestalt des Dämons Andras erneut befreit wird. Was anschließend folgt ist eine oberflächliche und geschmacklose Aneinanderreihung von sexuellen Ausschweifungen und abartigen Folterszenen ohne Rücksicht auf Verluste. Offenbar scheint Smith sein Pulver verschossen zu haben, denn mittlerweile versucht er lediglich den Leser durch immer brutalere Gräueltaten zu schockieren. Die Handlung bleibt dabei logischerweise auf der Strecke und selbst die Charaktere sind beliebig austauschbar. Einzig mit der Figur des Mark Bell hat sich Smith ein wenig mehr Mühe gegeben.

Zur Zeit wird dem Leser suggeriert, die amerikanische Horror-Literatur sei die Beste des Genres. Dienen plakative Schockmomente und immer blutigere Folter- und Mordmethoden als Qualitätsmerkmal mag das sicherlich stimmen, doch je mehr man von der harten Welle liest, desto mehr verhärtet sich der Eindruck, dass sich die Schreiberlinge gegenseitig zu übertreffen suchen. So hat Bryan Smith für den vorliegenden Roman auch die olle Kammelle von der dämonischen Besessenheit herausgekramt, um seine blutigen Exzesse zu rechtfertigen. Einen Gefallen hat er sich damit jedoch nicht getan. In Punkto Brutalität hätte der Roman sich durchaus einen Platz in der Reihe FESTA EXTREM verdient (zumindest deutlich mehr als die „Rock-and-roll-Zombies aus der Besserungsanstalt“). Allerdings dient das Gemetzel in „Die Finsteren“ dem reinen Selbstzweck und wirkt rasch ermüdend. Die eigentliche Story hätte man mit der halben Seitenzahl mindestens genauso spannend erzählen können.
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Rezensentin / Rezensent

Florian Hilleberg
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Ort: Göttingen

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