Kundenrezension

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sonic Katharsis, 13. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Arc (Gitarrenfeedback) (Audio CD)
Young nimmt Songfetzen, Band- und vor allem Gitarrenlärm von der Ragged-Glory-Tour und verquirlt sie zu einer 35-minütigen Soundcollage. Navid Kermani schreibt dazu im "Buch der von Neil Young getöteten": "Wenn das unverhüllte Licht, wie die Sufis sagen, absolute Schwärze ist und die Erkenntnis der absoluten Existenz die Erkenntnis des absoluten Nichts, dann ist die reine Stille der absolute Krach" … Das kann man so bestimmt stehen lassen, aber wahrscheinlich lässt kaum ein Werk so vielfältige Interpretationen und Wahrnehmungen zu, wie dieser radikale Klangbrocken. Vermutlich kann man ganz gut über die Runden kommen, wenn man ihn nie zu hören bekommt. Er ist nicht schwer zugänglich, er ist NICHT zugänglich. Er wirft den Hörer in seiner formlosen Verschlossenheit vollkommen auf sich selbst zurück. Ich höre "ARC" maximal zweimal im Jahr, zuletzt auf einer Fahrt im Fiat-Ducato-Camper (BJ 1986) durch eine heiße andalusische Frühsommernacht in Richtung Marokko. Ich hörte es in einer Reihe mit Lou Reeds "Metal Machine Music", Sonic Youths "Silver Sessions" und My Bloody Valentines "Loveless". Das Knattern des Dieselmotors und das Rauschen des Fahrtwinds fügten sich ziemlich gut ins Klangbild ein, und obwohl ich an diesem Tag bereits die gesamte iberische Halbinsel mit einer Maximalgeschwindigkeit von 110 km/h durchquert hatte, wurde ich partout nicht müde. Ein paar Kilometer vor Alceciras hielt ich schließlich an, schaltete die Musik ab und legte mich hin. Aber ich konnte nicht einschlafen. Ich ging ein Stück, hockte mich in eine Wiese, sah zu, wie das Morgengrauen den Horizont jenseits einer Reihe verwachsener Olivenbäume aufhellte, und nie davor und nie wieder seit dem konnte ich nachvollziehen, dass es ein Gefühl gibt, für das "wie neu geboren" die einzige adäquate Ausdrucksweise ist. Die Stille in dem Moment, als die Sonne auftauchte, war so vollkommen und transparent, wie die Luft nach einem schweren Gewitter. Young, Reed & Co. hatten ihr Platz geschaffen.
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Von 2 Kunden verfolgt

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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 04.02.2014 12:40:59 GMT+01:00
Schooner meint:
Grossartige Rezi...!! Und bei der Fahrt wär ich sozusagen gern dabei gewesen :) Ausser MBV... da hätte ich irgendwas von Aube, der Merzbox, oder Albini in die Jukebox getan ....

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.02.2014 18:11:34 GMT+01:00
Konrad Geyer meint:
Herzlichen Dank für die Blumen. Ich freue mich, wenn solches sperriges Zeug jemandem gefällt. Aube und Merzbox sagt mir nichts. Magst du MBV nicht? Ich mag sie höchstens manchmal. Auf meinem kommentarblog findest du unter "Dann ist die reine Stille der absolute Krach" noch eine etwas ausführlichere Schilderung der Fahrt. Gruzzz!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.02.2014 15:57:20 GMT+01:00
Schooner meint:
Sehr gern. Ich fand die Beschreibung des Sonnenaufgangs einfach sehr ... positiv inspiriert. Und ich kann das Gesagte auf eine gewisse Weise nachvollziehen, weil ich seit 3 Jahrzehnten im Noise resp. Noiserock " in allen Schattierungen zuhause" bin. Ich gehe viel auf Konzerte und manchmal ist er eben da, dieser Moment wenn Band, Musik, und Publikum irgendwie zusammenfliessen. Das Zugeständnis des Hörers ist sich darauf einzulassen, das es hinter Rhythmus, Melodie und Harmonie noch eine weitere Ebene gibt.... kann man auch Kopfkino nennen.

MBV liegt mir nicht so sehr. Obwohl andersrum Takaakiro Goto, Gitarrist von MONO (einer der "Kopfkino" Bands schlechthin) Loveless als die Platte seines Lebens bezeichnet......

Aube und Merzbow kann man auch nicht immer hören, dazu wird es auf Dauer doch zu monoton resp. anstrengend. Ich höre auch nicht jeden Tag die Metal Machine Music. Aber an und an, um eben den Kopf freizubekommen, muss es genau das sein. Ich bin danach positiver drauf (was viele vermutlich wenig nachvollziehen können :-) ).

Wenn du Musik aus der Richtung eine gewisse Toleranz gegenüber hast, dann empfehle ich dir AUN aus Kanada. Auf der Skala 2 Strich drüber würden dann Year of no Light mit dem wirklich hervorragendem Neuling "Tocsin" liegen, 2 Strich drunter dann SUNN O)))

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.06.2014 15:16:17 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 09.06.2014 15:42:54 GMT+02:00
Josef meint:
Warum SUNN O))) "2 Strich drunter"? Weil sie etwas bekannter und deshalb nicht mehr so trendy sind wie die anderen? Der Verdacht drängt sich auf... Abgesehen davon, wenn wir schon mal dabei sind, uns Tipps zu geben: Ich hätte noch was von Glenn Branca genommen, 'The Ascension' vielleicht. Throbbing Gristle? Eventuell, und alles so laut wie es die Kiste hergegeben hätte, und nach der Stille auf der Wiese unter den Olivenbäumen im Morgengrauen hätte ich mir dann "Prelude / Morning Dew" (Grateful Dead, Europe 72) rausgekramt, auch wenn diese Wahl nicht sonderlich cool erscheinen mag. Großartig wäre es allemal.
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Ort: Sidi Ifni

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