Kundenrezension

25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Im Rausch der Tiefe, 22. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Third (Audio CD)
Auch wenn sich das Trio aus Bristol nie so ganz mit dieser Stilbezeichnung anfreunden konnte, gehören "Portishead" zu den Wegbereitern des Trip Hop. Gemeinsam mit Kollegen wie "Massive Attack" und "Tricky" brachten sie Mitte der 90er den "Bristol Sound" in die internationalen (Vertriebs)Kanäle. Gerade mal 2 Alben waren nötig sie in die Hall Of Fame der elektronischen Downtempo Musik zu heben und trotz, oder gerade deswegen, des beklemmenden Charakters und der hellen Stimme von Beth Gibbons haben sich Songs wie "Glory box" oder "All mine" in solch extremen Maße in die Köpfe der Fans gebrannt, dass die ersten Liveauftritte nach ihrer langjährigen Pause in kurzer Zeit ausverkauft waren. Ein Indiz dafür, dass sich der ganz eigene Klangkosmos selbst im heutigen, schnelllebigen Musikgeschäft in seiner ganzen Tragweite halten konnte. Im Zusammenhang mit ihren Livequalitäten bleibt der auf CD/DVD festgehaltene Auftritt mit den New Yorker Philharmonikern im Roseland Ballroom (Roseland NYC Live 1998) berüchtigt.

"Third" lässt bereits 2006 begonnenen Gerüchten Taten folgen. Eine über 10-Jahre erzeugte Erwartungshaltung dann schlußendlich bedienen zu können, stellt sich auf den ersten Blick ungemein schwierig dar, denn die Stimmen derer, die sich nach den alten "Portishead" verzehren, werden immer ebenso laut sein, wie die der Jenigen, die Stillstand schnell mit Ausverkauf in Einklang bringen. Ganz bewusst sollten neue Wege eingeschlagen werden, die in ihrer Summe weder gestellt, veraltet noch verwässert erscheinen. Es ist ihnen trotz allem gelungen stets nach "Portishead" zu klingen und sich die gewisse Gemütsschwere und den Schwebezustand beizubehalten. Effektvoll arrangierte Soundsamples, die um die intensive Stimme von Beth Gibbons kreisen. Kratziger als die Vorgänger, aber dennoch in sich stimmig. "Silence" eröffnet als einer der temporeicheren Tracks mit rollenden Drums und langer Einleitungsphase bis die Königin des gesungenen Schmerzes das Rampenlicht betritt. Downtempo und meditativer Schwermut bestimmen "Hunter" und zermahlen mit ihrem Gewicht, während sich die folgenden Songs Soundexperimenten offen zeigen, sich während ihrer Laufzeit immer wieder selbst neu erfinden und hochschaukeln. In bester Sci-Fi Horror Soundtrack Manier verursachen die Stücke ein inneres Unbehagen und trösten lediglich mit Synthie/Elektronik getragener, melodischer Schönheit wie bei "The rip". Gespenstig und doch einer aufgehenden Blüte gleich ist es "Portishead" gelungen Stilbarrieren zu durchbrechen und ein kaum zu erwartendes Comeback zu landen.

Anspieltipps: "Silence", "The rip" und "Machine gun"
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 25.04.2008 16:28:06 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.04.2008 16:28:22 GMT+02:00
song_x meint:
das Album ist schlicht überwältigend, und lässt einen dann doch ein wenig schmunzeln über solche Comebacks oder Nie-Gegangenen, die mit alten Rezepten alte Fans einlullen und auf die Nostalgie-Karte setzen. Für mich sind die neuesten Darbietungen z.B. der Stones und von R.E.M. nur zum Gähnen, hier komme ich aus dem Staunen nicht mehr raus.
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