Kundenrezension

5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Klassiker - jedoch veraltet, 27. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Animal Liberation (Broschiert)
In seinem Buch "Animal Liberation. Die Befreiung der Tiere" befasst sich der australische Philosoph und Ethiker Peter Singer aus theoretischer und praktischer Sicht mit der umfangreichen Thematik Speziesismus: die Ungleichbehandlung von Lebewesen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Spezies.
Dabei betrachtet er diese Ungleichbehandlung zuerst von einem theoretischen und ethischen Blickwinkel - er stellt sie beispielsweise auf eine Ebene mit Rassismus und Sexismus - bevor er sich der praktischen Auslebung des heutigen Speziesismus widmet: der allgegenwärtigen Ausbeutung von Tieren zu Forschungs- und Ernährungszwecken.

Anschließend stellt er die vegane/ vegetarische Lebensweise als einzige konsequente Möglichkeit vor, um dem Speziesismus im Alltag Widerstand zu leisten. Am Ende seines Werkes bietet Singer dem Leser einen ausführlichen Überblick über die Geschichte des Speziesismus und die Vorherrschaft der Menschen über andere Lebewesen: angefangen vom vorchristlichen Denken aus dem Alten Testament, über die menschen- & tierverachtende Vergnügungspraxis im römischen Reich, bis hin zu bekannten Philosophen der Aufklärung sowie dem "modernen" Speziesismus der heutigen Zeit.

Meiner Meinung nach bietet Singers Werk - welches oft als "Bibel" der Tierbefreiungsbewegung bezeichnet wird - einen umfassenden Einblick in die Geschichte und Gegenwart des weit verbreiteten Speziesismus. Obwohl das Buch schon vor einigen Jahrzehnten geschrieben wurde, hat es noch immer nicht an Aktualität verloren, da die in ihm beschriebene Praxis der Tierausbeutung leider noch immer zur Anwendung kommt.

Doch obwohl Singer das Leiden der Tiere in Versuchslaboren und der "modernen" Massentierhaltungsindustrie detailliert und eindringlich schildert, beweist er doch völlige Inkonsequenz, wenn er in seinem Buch zum Vegetarismus (anstatt zum Veganismus) aufruft, und dabei übersieht, dass eine vegetarische Lebensweise ebenfalls zum millionenfachen Leiden und der Ermordung von sogenannten "Nutztieren" beträgt. Obwohl eine vegane Lebensweise überaus gesund, umweltbewusst und in der heutigen Zeit einfach umsetzbar ist, wird Veganismus von Singer als zu umständlich und schwierig beschrieben.

Jedoch verliert ein Tierrechtler in meinen Augen jede Glaubwürdigkeit, wenn er postuliert, dass es "alles in allem keine Einwände gegen die Freilandhaltung von Hühnern zur Eierproduktion gibt" und eine Person sich nicht "verpflichtet fühlen muss, alle Lebensmittel, die Milcherzeugnisse enthalten, um jeden Preis zu vermeiden". Aus diesem Grund kann ich "Animal Liberation" nur äußerst bedingt weiterempfehlen. Wer einen ebenso informativen und sogar aktuelleren Einblick in menschenverursachtes Tierleid und Alternativen dagegen erhalten will, sollte sich lieber Kath Clements gut recherchiertes Buch "Vegan. - Über Ethik in der Ernährung & die Notwendigkeit eines Wandels" zur Hand nehmen.
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 15.11.2011 12:36:52 GMT+01:00
pearlEX meint:
Zum Thema Glaubwürdigkeit: Was unterscheidet das Huhn in einer guten Freilandhaltung, von einem Huhn das in der "freien Natur" lebt. Das Huhn selbst ist guten Lebensbedingungen ausgesetzt und es hat bessere Überlebenschancen als in freier Natur. Die vegane Theorie deckt sich in diesem Falle mit der Annahme, dass es einem Haustier zwingend schlecht gehen muss. Das steht in krassem Gegensatz dazu, dass z.B. Katzen die sich viel draußen aufhalten, immer wieder den Weg nach Hause wählen, statt "abzuhauen". Ich glaube, dass gegen ein symbiotisches Zusammenleben von Mensch und Tier nichts einzuwenden ist.

Veröffentlicht am 01.07.2013 08:16:33 GMT+02:00
Curiosity #3 meint:
Gute Rezension. Singer hat es auch nie ueber sich gebracht, Tieren, die *gleiche* moralische Beachtung zuzugestehen, die er Menschen einraeumt (naemlich das Grundrecht, niemandem ausschliesslich als Mittel zum Zweck dienen zu muessen). Fuer Singer gibt es immer noch ein moralisches Gefaelle zwischen Menschen und nicht-menschlichen Tieren. Er macht sich also selber des Speziesmus schuldig. Wesentlich konsequenter hat das Gary Francione durchdacht und publiziert, leider nicht auf Deutsch erhaeltlich. Auf Englisch ist "Introduction to Animal Rights: Your Child or the Dog" ein guter Einstieg.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.07.2013 08:21:05 GMT+02:00
Curiosity #3 meint:
Selbst bei sogenannten Freilandhuehnern werden die maennlichen Kuecken getoetet, da sie keine Eier legen. Die Standardmethode der Ermordung ist Zermahlen im Fleischwolf oder einfach das Wegwerfen in den Muell, lebend. Auch ist die meiste sogenannte Freilandhaltung grausam und weit von dem entfernt, was das Wort verheisst. Am wichtigsten ist aber, dass es hier um Tier*rechte* geht, nicht um Tier*wohlfahrt*.
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