Kundenrezension

179 von 195 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was war denn das...?, 2. Mai 2002
Rezension bezieht sich auf: Uhrwerk Orange (DVD)
Was war denn das? Das war mein erster Gedanke, als ich den Film neulich sah. Ich war angewidert und fasziniert zugleich. Ich war abgestoßen und gefesselt. Nach dem Ende saß ich minutenlang noch da, war deprimiert und grübelte nach.
Zu komplex war der Film, um seinen Sinn beim ersten Ansehen zu erfassen. Nachdem ich das Buch gelesen habe, kann ich sagen, daß dies die gelungeste Literaturumsetzung der Filmgeschichte sein dürfte. Alex, ein Typ mit wahrhaft verotteten Manieren und Moralvorstellungen zieht raubend und vergewaltigend (ReinRausSpiel) durch die Stadt. Als ihm dann das "Mißgeschick" passiert einen Mord oder "Ultrabrutale", wie er es nennt, zu begehen und geschnappt zu werden, beginnt eine neue Ebene des Films. Der Vollzug mit seinem Experiment zur Umerziehung. Danach wird Alex als geheilt in die Gesellschaft regelrecht ausgesetzt, unfähig sich zu wehren. Von seinen alten Freunden gequält findet er sich vor der Haustüre wieder, wo er damals die Ultrabrutale begangen hatte. Der Kreis schlließt sich... denn dort wird er quasi wieder rückerzogen und der Film endet deprimierend mit dem Satz "Und ich war geheilt, oh meine Brüder".
Über den Sinn wird so viel gesprochen, aber ich finde das passt alles nicht wirklich. Ich glaube, daß dieser Film einer der wenigen ist, der dem Zuschauer eine absolut individuelle Sichtweise ermöglicht. Jeder findet seine persönliche Botschaft oder Warnung darin.
Ich kann diesen Film nur jedem ans Herz legen. Auch wenn ich zum Teil wirklich gegen den Brechreiz kämpfen mußte, angesichts unverblühmter und roher Gewalt. Malcolm McDowell verleiht dem Film eine Intensität, der man sich nicht entziehen kann. Kalt lächelnd und singend tollschockt er einen starrigen Fecken (Schlägt er einen alten Mann) und obwahl man versucht ist abzuschalten, KANN man es einfach nicht.
Das Interessanteste an diesem Film ist sicherlich die Kunstsprache in der sich Alex und seine Freunde unterhalten, die ganz im Gegensatz zu der rohen Brutalität, bizarr grazil und filigran anmutet. Irgendwie ist es schockierend zu sehen, daß so extreme Gewalt von so lyrisch sprechenden, sauber gekleideten Jungs verübt wird. Das ist auch einer der Reize des Film... Brutal sind nicht nur die Heruntergekommenen - es steckt vielmehr in jedem Menschen!
Alles in allem ist das ein Film der seinesgleichen auch nach zwanzig Jahren immer noch sucht. Und das Ansehen lohnt sich. Aber vorsicht! Ich würde die FSK wirklich ernst nehmen und das nicht mit meiner vierzehnjährigen Nichte ansehen!!!
Mein persönliches Fazit: der grausamste, abstoßendste, fesselndste und lyrischste Film den ich je gesehen habe!
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-10 von 12 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 14.02.2009 12:21:54 GMT+01:00
Uhrwerk meint:
Ich bin nun wirklich nicht der Typ für Spitzfundigkeiten, aber da dieser Film absolut und unangefochten mein Lieblingsfilm ist (nur Fight Club ruckelte einmal am Thron, konnte ihn aber nicht umstoßen), muss ich auf einen kleinen Fehler in der Handlungsbeschreibung hinweisen. Alex kommt am Schluss des Films nicht an das Haus, wo er den Mord ("Ultrabrutale") begangen hat, sondern an ein Haus, dass er auch mal "besucht" hat. Dort verprügelte er "nur" den Hausbesitzer und vergewaltigte seine Frau, die aber auch am Schluss des Filmes tot war.

Veröffentlicht am 02.08.2009 16:31:51 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.08.2009 16:32:04 GMT+02:00
Johnny meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.02.2010 18:03:06 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 28.02.2010 18:03:40 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 22.08.2010 01:08:50 GMT+02:00
sehr sehr treffende Rezension. Vielen Dank, Diwotschka!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.01.2011 14:53:39 GMT+01:00
Angel meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.02.2011 10:18:32 GMT+01:00
C. Burow meint:
das hat ja aber nicht viel mit "realer gewalt" zu tun, wenn irgend nen viech das macht!

Veröffentlicht am 07.03.2011 12:57:19 GMT+01:00
Zum einen gebe ich dir vollkommen recht, es ist eine gelungene Literaturumsetzung, nur - das letzte Kapitel vom Buch (ich hoffe du hast die Übersetzung von Walter Brumm gelesen) fehlt komplett. Und dieses ergibt ja erst den Sinn der ganzen Geschichte. Alex wird älter, reifer und sucht sich eine Frau. Und er wird seinen zukünftigen Sohn auch nicht davon abhalten können, Leute zu tollschocken, so wie er es tat, so wie es seine Eltern ihn nicht davon abhalten konnten. Und die Erde dreht und dreht sich weiter, wie eine graznige Orange in den Händen des alten Bog. Aber den Amerikanern als Geldgeber war das wahrscheinlich zu steil und anspruchsvoll. Trotz alldem, Uhrwerk Orange ist auch mein absoluter Lieblingsfilm.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.06.2011 18:18:25 GMT+02:00
Michael Nicke meint:
...dieses letzte Kapitel gab es zur Zeit der Drehbuchentwicklung noch nicht. Der Verlag drängte Burgess zu diesem (nach meinem geschmack überflüssigen und verklärenden) neuen bzw. hinzugefügten Ende.

Burgess war indes froh und sehr angetan, dass Kubrick der Urfassung treu blieb. Kubrick kannte aber das neue Ende gar nicht, las es und war froh, das er dieses Ende zur Zeit der Drehbuchentwicklung noch nicht kannte.

Veröffentlicht am 10.09.2011 06:45:11 GMT+02:00
minimalto meint:
der rezi ist sehr gut geschrieben, ausführlich und bescheibt den film meiner ansicht nahezu perfekt...danke dafür

Veröffentlicht am 21.02.2012 21:23:20 GMT+01:00
@Schröder
Laut dem Wiki-Artikel des Buches war es genau umgekehrt, der Verlag in NY wollte das letzte Kapitel streichen, deswegen musst Burgess aus finanz. Gründen einwilligen es zu streichen.
Das letzte Kapitel ist sonst in jedem Land erschienen. Die USA wollte ein Buch was zur Stimmung unter Nixon passte, eher pessimistisch!
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